Analyse Erneuerbare Energieprojekte

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Windkraft und Photovoltaik: Besondere Vorgehensweise bei der Finanzierung von Projektvorhaben

Dr. Jörg Böttcher, Kreditrisikomanagement, HSH Nordbank AG Das dynamische Wachstum der Erneuerbaren Energien hat im Laufe der Zeit zu Anpassungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen und der Fördersätze geführt. Der Gesetzgeber steht dabei regelmäßig vor der Herausforderung, die langfristigen definierten energiepolitischen Ziele mit den dafür notwendigen Anreizen zu erreichen. Dies wurde in Deutschland über 16 Jahre durch ein Festpreissystem organisiert und erfährt nunmehr durch das von der Europäischen Kommission vorgegebene Ausschreibungsverfahren einen Systemwechsel, der zu erheblichen Änderungen in der Marktstruktur, dem Marktverhalten und dem Marktergebnis geführt hat und noch führen wird.

SEMINARTIPPS

Aktuelles & Konsortialfinanzierung im Bereich Erneuerbare Energien, 25.03.2019, Köln.

Analyse Erneuerbare Energieprojekte, 26.03.2019, Köln.

EEG Anlagen als Kreditsicherheiten, 23.10.2019, Berlin.

Sonderprüfung EEG-Finanzierungen, 24.10.2019, Berlin.

Zwar hatte der Gesetzgeber in Deutschland bereits bei Einführung des EEG im Jahre 2000 deutlich gemacht, dass es das langfristige Ziel sein müsse, die Erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig zu gestalten. Dieses Ziel wurde im Rahmen der Novellierungen des EEG aber zunächst vorsichtig und schrittweise angegangen, bis dann mit dem Übergang vom Festpreissystem zum Ausschreibungsmodell gem. EEG 2017 ein Paradigmenwechsel erfolgte. Ausschreibungsmodelle sind außerhalb Europas mittlerweile eher die Regel und auch ein Verkauf am Markt oder über einen Corporate-Stromabnahmevertrag ist in vielen Ländern nicht ungewöhnlich. Die Analyse von EE-Projekten muss diese Veränderungen der Rahmenbedingungen berücksichtigen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem bedingten Anpassungsmechanismus zu, der ausschließlich für den Bereich Onshore-Windenergie gilt: Danach hat der Gesetzgeber festgelegt, dass der anzulegende Wert („Tarif“) alle fünf Jahre überprüft und angepasst wird. Wie dies funktioniert, welche Folgen sich hieraus ergeben und wie eine bankadäquate Umsetzung erfolgen kann, stellen wir im Rahmen des Seminars Analyse Erneuerbare Energieprojekte dar. Im Ergebnis geht die Volatilität der gesamten Cashflows von Onshore-Windparks nach dem EEG 2017 deutlich zurück, sofern sie eine hinreichende Standortqualität aufweisen. Im Anschluss an die Risikoanalyse stellt sich die Frage, welche Konsequenzen sich hieraus für die Finanzierungsstruktur ergeben. Hier soll darüber hinaus dargestellt werden, welchen Einfluss einzelne Parameter auf die Entwicklung der internen Rendite und der Belastbarkeit haben, um ein Gefühl für den Verhandlungsspielraum bei der Ausgestaltung der Finanzierungsstruktur zu bekommen. PRAXISTIPPS
  • Die Analyse von EE-Projekten ist durch das EEG 2017 deutlich komplexer geworden. Insbesondere der bedingte Ausgleichsmechanismus verlangt eine fallspezifische Regelung bei Über- und Unterperformance des Windparks.
  • Auch wenn das Ausschreibungs-System die Prozessunsicherheit für das einzelne Projekt erhöht („Bekomme ich den Zuschlag?“), bleibt die Planbarkeit der bezuschlagten Projekte gleichwohl hoch und verbessert sich zum Teil sogar.
  • Die Möglichkeiten der Ausgestaltung einer Finanzierungsstruktur differenzieren sich zum Teil und bilden die neuen Anreizmechanismen des EEG 2017 nach.
 
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