EZB kündigt Änderungen bei den neuen gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (GLRG III) an/ Geldpolitik, Liquidität


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BaFin Formular Einhaltung der ausländischen Vorschriften bezüglich Produktintervention/ Sanktion, Investorenschutz


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EZB-Leitlinie für Statistiken/ Geldpolitikanalysen, Meldewesen, Offenlegung


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EBA Transparenzübung/ Aufsichtsmechanismus (SSM), Offenlegung, Marktdisziplin


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EBA Aktualisierung der Validierungsregeln für das Meldewesen (ITS)/ Aufsichtsmechanismus (SSM), Meldewesen, Offenlegung


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Meldewesendaten als wesentliche Bemessungsgrundlage für den SREP



Verschärfter Fokus der Aufsicht auf die Datenqualität von Meldewesen-Daten im SSM und daraus resultierende Folgen im SREP

Sonja, Olivier, Spezialistenteam Aufsichtsrecht/Meldewesen, AWADO GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft

I. Bedeutung der Datenqualität im Rahmen des Meldeprozesses im Single Supervisory Mechanism (SSM)

Der Single Supervisory Mechanism (SSM) wurde zur Sicherstellung einer einheitlichen Aufsicht sowie zur Stärkung der Stabilität und Sicherheit des europäischen Bankensektors gegründet[1]. Während die Europäische Zentralbank (EZB) für die direkte Aufsicht bedeutender Institute (SIs) und die übergeordnete Systemüberwachung verantwortlich ist, wird die Bankenaufsicht weniger bedeutenden Institute (LSI) durch die nationalen Zentralbanken (NZB) erfüllt. Hinsichtlich der LSI erfolgt anhand der Vorgaben von einheitlichen Aufsichtspraktiken und Leitlinien eine indirekte Aufsicht durch die EZB.

Kreditinstitute unterliegen im SSM einer Vielzahl von Anzeigepflichten sowie aufsichtsrechtlicher Meldeanforderungen, die sich aus nationalen und europäischen Rechtsgrundlagen begründen. Die Einreichung der Meldungen erfolgt über die nationale Zentralbank. Diese werden an die EZB und für die von der EBA Decision 2015/130 betroffenen Institute an die European Banking Authority (EBA) weitergeleitet. Jede Instanz führt unterschiedliche, ihren Aufgabenbereich betreffende Validierungs- und Vollständigkeitsüberprüfungen der Meldedaten durch, sodass die Meldungen, die fehlerfrei bei der nationalen Zentralbank eingereicht wurden, bei einer darauffolgenden Instanz zu Validierungsfehlern führen können

Aufbau eines Meldewesen-IKS

Datenqualität und Datenqualitätsindikator

Lars Schleifer, Referent Meldewesen-Risikocontrolling, Volksbank Mittelhessen eG

Die Jahre nach der Finanzmarktkrise wurden durch Gesetzgeber und Aufseher genutzt, um die Stabilität und Widerstandsfähigkeit des Bankensektors zu stärken. Insbesondere die Regelungen in Basel III, die neben höheren Kapitalanforderungen insgesamt eine strengere Regulierung der Banken vorsahen, waren eine Reaktion auf diese globale Krise. So wurden durch dieses Reformpaket des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht neue aufsichtliche Meldungen sowie die Meldungen zu den EZB-Finanzinformationen (FinRep) implementiert. Im ersten Schritt waren die Anforderungen an bedeutende Institute (Significant Institutions – SI) gerichtet. Die für SI zuständige europäische Aufsicht harmonisierte mit dem aufsichtlichen Überprüfungs- und Bewertungsprozess (SREP) die Prüfungspraxis. Zwischenzeitlich sind diese Meldeanforderungen auch auf die weniger bedeutenden Institute (Less Significant Institutions – LSI) übergegangen. Auch der Harmonisierungsgedanke der Aufseher, der sich u. a. im SREP widerspiegelt, weitet sich auf die kleineren Häuser aus. Mit der SSM-LSI-SREP-Methodik hat die Europäische Zentralbank (EZB) einen einheitlichen Standard für alle nationalen Aufsichtsbehörden zur Beaufsichtigung der weniger bedeutenden Institute geschaffen.

SEMINARTIPPS

Aufbau einer workflowbasierten Meldewesen-Datenbank, 15.10.2019, Köln.

Aktuelle § 44er Sonderprüfungen im Meldewesen, 02.12.2019, Frankfurt/M.

Datenqualitätsanforderungen an Banken

Damit haben sowohl bedeutende als auch weniger bedeutende Institute hohe qualitative Anforderungen an ihre Datenhaushalte zu erfüllen. Der Fokus liegt dabei auf der Datenqualitätssicherung für die neuen Meldeanforderungen. Da es sich bei dem aufsichtlichen Meldewesen um einen wesentlichen Regulierungsbereich handelt, sind für diesen Bereich die Anforderungen an interne Kontrollverfahren, insbesondere an ein Internes Kontrollsystem (IKS) gem. AT 4.3 der MaRisk, umzusetzen. Vor allem muss der Schwerpunkt auf der Richtigkeit der Meldungen liegen, die nur durch entsprechende Qualität des Datenbestands eines Instituts sichergestellt werden können.

FILMTIPP

(Neu-)Aufbau Meldewesen-IKS.

 

 

Aufsichtliches Umfeld

Gerade die Datenqualität stellt aufgrund des Umfangs der Regulatorik die wesentlichste Herausforderung an ein funktionierendes und effizientes Meldewesen dar. Allein die Meldefelder der Liquiditätskennzahlen haben sich zwischen 2013 und 2018, ausgehend von der Liquiditätsverordnung, verfünfzigfacht. Aber nicht allein der Umfang ist dabei entscheidend. Auch die Tatsache, dass die Aufsicht selbst die Datenqualität über den sogenannten Datenqualitätsindikator (DQI) bewertet und in diesem Zusammenhang quantitative Kapital- bzw. Liquiditäts- oder sonstigen Aufsichtsmaßnahmen aussprechen kann, birgt zusätzlichen Handlungsbedarf für die Banken.

BERATUNGSANGEBOT

Handbuch Meldewesen – Bankinterne MaRisk-Dokumentation/Melde(Anzeige)wesen.

 

Aufbau eines Meldewesen-IKS

Die Herausforderung für die Banken sollte die Vermeidung dieser aufsichtlichen Maßnahmen sein. Den neuen regulatorischen Anforderungen muss daher mit der Sicherstellung der Datenqualität begegnet werden. Das hierfür nicht nur aus rechtlicher Sicht notwendige interne Kontrollsystem stellt dabei ein zentrales Element dar. Bei diesem Meldewesen-IKS handelt es sich nicht um ein komplett neues IKS. Es ist organisatorisch in bestehende Überprüfungsprozesse einzubetten und basiert auf vorhandenen Schlüsselkontrollen sowie neuen Prüfungshandlungen. Es stellt einen zusätzlichen Baustein innerhalb eines vollumfänglichen Data Governance-Umfelds dar.

INHOUSETIPP

Meldewesen Kompakt.

 

 

Datenqualitätsindikator (DQI)

Für den Aufbau eines Meldewesen-IKS kann eine Orientierung am Datenqualitätsindikator der Aufsicht hilfreich sein. Die Banken müssen eine pünktliche Meldeabgabe (punctuality) innerhalb der Meldefristen sicherstellen. Im zweiten Schritt (accuracy and consistency) ist die Richtigkeit der Meldung in Bezug auf die Validierungsregeln des Reporting Frameworks der EBA zu gewährleisten. Hierbei sind zudem logische – nicht veröffentlichte – Konsistenzen zwischen einzelnen Meldebögen zu beachten. Als dritte Metrik werden Schwankungsbreiten (stability) zu vorhergehenden Meldestichtagen durch die Aufseher analysiert und können als Anknüpfungspunkt für mögliche Prüfungsinhalte herangezogen werden. Eine Beurteilung der Vollständigkeit (completeness) geht mit der Überprüfung der grundlegendsten Datenpunkte und Meldebögen einher. Plausibilitätsprüfungen (plausibility) erfolgen aktuell nur bei den bedeutenden Instituten. Hierbei werden Veränderungen im Zeitverlauf sowie Peer-Group-Vergleiche vorgenommen. Als Ergänzung zu bestehenden Datenkontrollen und -qualtitätssicherungen sollte das Meldewesen-IKS sicherstellen, dass die in den Datenqualitätsindikator eingeflossenen aufsichtlichen Anforderungen an die Datenqualität erfüllt werden.

PRAXISTIPPS

  • Sehen Sie das Meldewesen-IKS nicht als ein separates Thema, sondern als integralen Baustein einer Data Governance für das Gesamthaus.
  • Beschäftigen Sie sich mit der Data Governance. Räumen Sie der Datenqualität einen hohen Stellenwert ein.
  • Erweitern Sie Ihr bestehendes Kontrollsystem um die regulatorischen Datenanforderungen. Orientieren Sie sich dabei an dem Datenqualitätsindikator der EZB. Nutzen Sie darüber hinaus bestehende Datenkontrollen als Schlüsselkontrollen.
  • Analysieren Sie die Datenfelder in Hinblick auf Datenherkunft und -qualität. Dokumentieren Sie eventuelle Approximationen und Prämissen für die Datenermittlung.
  • Analysieren Sie Meldesachverhalte auf Inkonsistenzen innerhalb der jeweiligen Meldebögen sowie meldungsübergreifend.

 

Beitragsnummer: 83539

 

Darstellung der neuen RTF-Vorgaben im Meldewesen

Dr. Daniel Baumgarten, Teamleiter Risikotragfähigkeit und Kapital, Sparkasse KölnBonn

Überarbeitete aufsichtliche Vorgaben zur Risikotragfähigkeit und Kapitalplanung

In Annäherung an die Erwartungen der EZB an die Ausgestaltung des ICAAP haben die BaFin und die Deutsche Bundesbank im Mai 2018 ein überarbeitetes Leitlinienpapier zur Risikotragfähigkeit (RTF) veröffentlicht. Der Leitfaden richtet sich an unmittelbar von der BaFin beaufsichtigte „Less Significant Institutions“ und enthält Vorgaben, die von der nationalen Aufsicht zukünftig bei der Beurteilung der bankinternen Risikotragfähigkeitskonzepte zugrunde gelegt werden und teilweise durch einzelne Institute bereits umgesetzt wurden.

Pflicht zur Meldung von Risikotragfähigkeitsinformationen

Mit dem CRD-IV-Umsetzungsgesetz wurde in § 25 KWG die Pflicht der Kreditinstitute und übergeordneten Unternehmen verankert, regelmäßig Risikotragfähigkeitsinformationen einzureichen. Die Einzelheiten der Meldepflicht einschließlich der Meldebögen sind in der am 30.12.2014 in Kraft getretenen Verordnung zur Einreichung von Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationen (FinaRisikoV) geregelt. Das Ziel der Meldung ist es, aufsichtsseitig regelmäßig und in einheitlich strukturierter Form Informationen über die von Instituten zur Steuerung ihrer Risikotragfähigkeit eingesetzten Methoden und Verfahren zu erhalten.

Abbildung der neuen Vorgaben im RTF-Meldewesen

Bereits für den Stichtag 31.12.2018 wurden durch die Deutsche Bundesbank Hinweise publiziert, wie Angaben zu RTF-Konzepten, die bereits den neuen Vorgaben entsprechen, übergangsweise in den bisherigen Vordrucken zu erfassen sind:

SEMINARTIPPS

Update: COREP & Liquiditätsmeldewesen 2020, 14.10.2019, Köln.

Aufbau einer workflowbasierten Meldewesen-Datenbank, 15.10.2019, Köln.

Herausforderung: Daten-Verzahnung Controlling, Melde- & Rechnungswesen, 16.10.2019, Köln.

Risikoinventur & Meldung zur Risikotragfähigkeit: Anpassungsdruck 2020, 12.11.2019, Frankfurt/M.

Aktuelle § 44er Sonderprüfungen im Meldewesen, 02.12.2019, Frankfurt/M.

So sind für die neue normative Perspektive hilfsweise vier Steuerungskriese anzulegen, einer für den aktuellen Stichtag und drei für zukünftige Planjahre. Für diese ist dann der bisherige Vordruck zur Abbildung von aus regulatorischen Vorgaben abgeleiteten Risikodeckungspotenzialen („RDP-R“) für das Basisszenario („Stichtagswert“) und ein adverses Szenario („angepasster Wert“) zu befüllen. Für den Fall mehrerer institutsindividueller adverser Szenarien ist bei der Meldung auf dasjenige adverse Szenario abzustellen, das den größten negativen Einfluss auf die Kapitalplanung hat.

Die Abbildung der neuen ökonomischen Perspektive ist vergleichbar mit der Erfassung der bisherigen Going Concern- und Liquidationsansätze. Es ist ein Steuerungskreis anzulegen und für diesen ein Vordruck zur Erfassung der Risiken und Limite („RSK“) sowie einer der vier Vordrucke zur Erfassung des Risikodeckungspotenzials zu befüllen. Welcher RDP-Vordruck zu wählen ist, ergibt sich daraus, ob ein barwertiger, barwertnaher oder „Säule 1+ Ansatz“ vorliegt.

Perspektivisch soll die oben beschriebene Übergangslösung durch eine Überarbeitung der FinaRisikoV und der damit verbundenen Einführung eines Vordrucks zur Erfassung der Kapitalplanung bzw. normativen Perspektive („KPL“) abgelöst werden. Ob dies vor dem nächsten Meldestichtag am 31.12.2019 möglich ist, ist nach Aussage der Deutschen Bundesbank auf Fachtagungen aktuell ungewiss, so dass ggf. zu diesem Stichtag weiterhin die oben beschriebene Übergangslösung oder ein zwischenzeitlich kommuniziertes alternatives Vorgehen zur Darstellung einer auf die neuen Vorgaben umgestellten RTF-Konzeption erforderlich sein wird. Aufgrund dieses Umstands sowie der zusätzlichen zukünftigen Anforderungen zur Erfassung von ILAAP-Informationen bleibt das Meldewesen nach FinaRisikoV in naher Zukunft ein spannendes Thema.

PRAXISTIPPS

  • Zeitnahe intensive Auseinandersetzung mit den überarbeiteten Vorgaben zur Risikotragfähigkeit und zum RTF-Meldewesen.
  • Frühzeitige Testerfassungen mit Beispieldaten vor dem Einreichungsstichtag.
  • Regelmäßiges Monitoring von aufsichtlichen Veröffentlichungen.

 

Beitragsnummer: 75263

 

AnaCredit, AnaCredit und kein Ende[1]

Frank Günther, Seniorberater Kreditregulatorik, FCH Consult GmbH

Die letzten Wochen und Tage standen wieder im Mittelpunkt aktueller Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank zur Durchführung der laufenden AnaCredit-Anzeigen mit folgenden Kernaussagen:

  1. Rundschreiben 20/2019 vom 25.03.2019:
    • Bis 30.04.2019 wird es zu keinen Ablehnungen von Kreditdatenmeldungen kommen, die aus der fehlenden Delete-Funktion resultieren. Es wurden folgende Validierungen ausgesetzt:
      • Wenn Instrumentendatensatz angezeigt, dann auch Finanzdatensatz notwendig,
      • Wenn Daten Vertragspartnerinstrumenten angezeigt, dann auch Finanzdatensatz notwendig,
      • Wenn Daten empfangen Sicherheiten angezeigt, dann auch Datensatz Instrument empfangene Sicherheiten notwendig,
      • Wenn mehr als ein Schuldner am Instrument beteiligt ist, dann ist für jede juristische Person ein Datensatz zu Verbindlichkeiten mit mitschuldnerischer Haftung notwendig.
    • Klarstellung: Jedes anzeigepflichtige Institut (auch mit reduzierter Meldepflicht) hat sich zu jedem Instrument als Gläubiger oder/und Servicer anzuzeigen. Die Überprüfung erfolgt durch Validierungsregelung RI0080_DE ab 01.04.2019.

Cover112BERATUNGSTIPPS

Prozess-Check AnaCredit-Umsetzung

Quickcheck: Datenqualität im Kreditgeschäft/Meldewesen

 

 

2. Ergänzung des Handbuches zu den AnaCredit-Validierungsregeln (7.Version) vom 05.04.2019 – ergänzt durch Rundschreiben 26/2019 vom 15.04.2019:

  • Aufnahme eines Hinweises zum Umgang mit Folgefehlern in Kapitel 2 (Enthält eine Validierungsregel den Hinweis, dass sie zu einer Ablehnung von Daten führt, so werden die abgelehnten Daten für die folgenden Validierungen nicht mehr berücksichtigt. Dadurch können weitere Validierungsfehler (der Vollständigkeit und der referentiellen Integrität) entstehen. Wird z. B. eine Stammdateneinreichung abgelehnt, so können dadurch Folgefehler der referentiellen Integrität auftreten, die besagen, dass Stammdaten zu vorhandenen Kreditdaten fehlen.).
  • Weitere Erleichterungen für Vertragspartner-Stammdatenattribute werden gewährt. Für Schuldner verkaufter Forderungen in einem Factoring-Geschäft ohne Rückgriff sind künftig weniger Daten zu melden; Gleiches gilt für Schuldner der öffentlichen Hand, Fonds sowie für Schuldner, die einer privaten Organisation ohne Erwerbszweck angehören. Hierzu vgl. auch Richtlinien IV. 2. e) Besondere Berichtspflichten bezüglich einiger Vertragspartnertypen.
  • Das Datenattribut „Anschrift: Land“ ist künftig meldepflichtig für alle Vertragspartner der institutionellen Sektoren Investmentvermögen und Geldmarktfonds ohne eigene Rechtspersönlichkeit (jeweils erkennbar am Platzhalterwert „SPFUND“ des Datenfeldes Rechtsform). Dies gilt unabhängig davon, ob die vollumfängliche oder die reduzierte Meldepflicht gilt. Gemäß dem EZB-Manual sind jegliche Adressattribute für diese Einheiten nichtzwingend zu melden. Da Institute in ihren Systemen die Information über das Land jedoch vorhalten, hat die EZB entschieden, dass dieses Attribut künftig meldepflichtig ist.
  • Änderung und Löschung bereits existierender Validierungsregeln sowie Einführung neuer Validierungsregeln zur Überprüfung der Konsistenz.
  • Bessere Verständlichkeit der Bundesbank-Rückmeldungen: Es ist künftig erkennbar, welche konkreten Fehler zu einer Ablehnung von Daten geführt haben. Dies ist wichtig, um eventuell auftretende Folgefehler zu verstehen. Wurden Daten abgelehnt, so treten durch die fehlenden Daten unter Umständen Fehler der referentiellen Integrität und/oder der Vollständigkeit auf.

SEMINARTIPPS

Datenrisiken Meldewesen, 08.04.2019, Frankfurt/M.

AnaCredit: Prüfungsansätze und -Schwerpunkte, 05.06.2019, Düsseldorf.

AnaCredit im Flow!? – Aktuelles & Fehleranfälligkeit & Datenkonsistenz, 26.11.2019, Berlin.

 

3. Rundschreiben 25/2019 vom 15.04.2019:

  • Bei Meldungseingang werden Kennungen, die Leerzeichen enthalten, durch die Bundesbank in Kennungen ohne Leerzeichen umgewandelt – übergangsweise können noch Kennungen mit Leerzeichen eingereicht werden.
  • Einführung doppeltes Rückmeldesystem: Validierungsfehler, welche durch die EZB erkannt werden und nicht durch die Bundesbank erkannt wurden, werden in mit dem mit Präfix ecb gekennzeichneten Dateien an die Banken weitergeleitet.

Die obig erwähnten Änderungen und Neuerungen belegen einerseits deutlich, dass bei der Datenqualität der eingereichten Kreditdaten durch die Banken noch Entwicklungsbedarf besteht. Andererseits zeigt sich deutlich, dass der gemeinsame Entwicklungs- und Umsetzungsprozess von EZB und Deutscher Bundesbank noch nicht abgeschlossen ist.

 

  1. Unter Verwendung von Ausschnitten der genannten Dokumente siehe https://www.bundesbank.de/de/service/meldewesen/bankenstatistik/kreditdatenstatistik-anacredit–611424.

 

Beitragsnummer: 62227

Konsistenz im Meldewesen: FINREP vs. FinaRisikoV lt. neuer FinaRisikoV

Prof. Dr. Svend Reuse, MBA, Mitglied des Vorstandes, Kreissparkasse Düsseldorf. Zudem Honorarprofessor an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management, Fachbeirat im isf – Institute for Strategic Finance[1], [2].

1. Zielsetzung des Beitrags

Am 12.07.2018 hat die BaFin die FinaRisikoV novelliert. Inhaltlich sind wenige Neuerungen zu verzeichnen, gleichwohl führt die Harmonisierung der Meldetermine aus Sicht des Autors zu weiteren impliziten Anforderungen bezüglich der Konsistenz von FINREP und FinaRisikoV.

Dieser Beitrag verfolgt das Ziel, dem Leser diese Anforderungen näherzubringen und ihm erste Impulse für die Umsetzung in der Bankpraxis zu geben.

2. Harmonisierung der Meldetermine

Mit der Novellierung der FinaRisikoV in 2018 wurden die Abgabetermine an die FINREP-Termine angepasst. Abbildung 1 verdeutlicht hierbei die Veränderungen der Einreichungsfristen.

Abbildung 1: Änderung der Abgabefristen in der FinaRisikoV

Dies bedeutet für die Institute eine Entlastung um ca. 11 Kalendertage bei der Einreichung der Ertrags- und Bestandsdaten nach FinaRisikoV. Als Begründung hierzu heißt es dort wörtlich: „Um den Kreditinstituten die Meldungen von Finanzinformationen auf nationaler und harmonisierter Basis zu erleichtern, werden die Einreichungsfristen für die Meldungen von Finanzinformationen nach der FinaRisikoV den bestehenden harmonisierten Einreichungsterminen angeglichen. Allein durch abweichende Einreichungsstichtage bedingte Unterschiede in den Meldeinhalten sollen möglichst vermieden werden. [FinaRisikoV Begründung (2018), S. 11.]“

3. Prüfung der Konsistenz von FINREP und FinaRisikoV

Dies hat neben einer Erleichterung in der FinaRisikoV-Meldung aber auch noch andere Implikationen: Die Ergebnisse aus FINREP und der FinaRisikoV sollten identisch sein, so dass die Aufsicht hier keine Inkonsistenzen feststellen kann. Da in der Praxis die Datentöpfe, die die beiden Meldesysteme füllen, mittlerweile identisch sind, sollte dies in Summe auch unproblematisch sein.

Allerdings steckt hier der Teufel im Detail. Viele größere Positionen lassen sich auch aufgrund der gestiegenen Datenqualität mittlerweile gut abstimmen. Viele Unterpositionen und auch viele kleinere Posten sind jedoch nicht ohne weiteres ineinander überführbar. Oft liegt dies in unterschiedlichen Ansätzen in FINREP und FinaRisikoV begründet.

Gleichwohl lassen sich einige Konsistenzprüfungen vornehmen. Abbildung 2 visualisiert die Gegenüberstellung des FINREP-Bogens F0200 und des FinaRisikoV-Bogens GVKI hier fiktiv per Jahresende. Die Darstellung ist angelehnt an die Originalmeldebögen.

SEMINARTIPPS

Meldewesen Kompakt: Neuerungen für Praxis & Prüfung, 03.06.2019, Düsseldorf.

Aufbau einer workflowbasierten Meldewesen-Datenbank, 15.10.2019, Köln.

Herausforderung: Daten-Verzahnung Controlling, Melde- & Rechnungswesen, 16.10.2019, Köln.

Herausforderungen im Risikotragfähigkeit-Meldewesen 2020, 12.11.2019, Frankfurt/M.

Die Beispielbank bildet in diesem Jahr keine Reserven nach § 340g HGB. In diesem Fall muss das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit in beiden Bögen (Felder F0200-610 und GVKIP-200) identisch sein. Auf dem Weg zu diesem Wert kann es jedoch zu Differenzen kommen. Abbildung 2 zeigt typische Differenzen, die bei einer DataPoint Bank nach FINREP auf Einzelinstitutsebene – repräsentativ für die meisten Sparkassen und Volksbanken – auftreten können. Diese Zwischensummen sind mit *) und **) gekennzeichnet und sind idealerweise identisch. Die in Abbildung 2 als 1:1 ineinander überführbar gekennzeichneten Positionen sollten sich bei den meisten Instituten so wiederfinden lassen. Wenn nicht, gibt dies Aufschluss über die Datenqualität und impliziert Korrekturbedarf für die aktuelle Meldung.

Zu erkennen ist allerdings auch, dass FINREP hier deutlich tiefer und weiter geht, nämlich bis zum Jahresergebnis. Steuern o. Ä. sind im Rahmen der FinaRisikoV nicht relevant, was wiederum dafür spricht, dass der GVKI perspektivisch abgelöst werden kann.

Abbildung 2: Abgleich FINREP – FinaRisikoV

4. Auswirkungen auf den Meldeworkflow

Es ist nicht auszuschließen, dass je nach Konstellation im Institut weitere Differenzen auftauchen können. Die Schaffung der Konsistenz zwischen beiden Meldebögen bedingt, dass die handelnden Personen identisch sind und über ein tiefes Fachwissen auch im Bereich der Bilanzierung verfügen. Dann können fallbezogene Differenzen auch im Operativsystem ausgeräumt und die Datenqualität sukzessive verbessert werden.

Die ca. 12 Tage mehr Zeit bis zur Meldeabgabe sollten genutzt werden, um eine Konsistenzprüfung analog Abbildung 2 durchzuführen. Letztlich ist die GuV auch für die Aufsicht der am einfachsten abzugleichende Bogen. Durch die Konsistenzprüfung lassen sich viele Nachfragen der Aufsicht vermeiden: Ob die Zahlen, die gemeldet werden „richtig“ sind, kann sie nicht prüfen – wohl aber, ob diese inkonsistent sind, was wiederum auch Fragen bezüglich der Sorgfalt der Meldungserstellung aufwerfen kann.

5. Fazit und Ausblick

Es wird deutlich: Das deutsche und europäische Meldewesen nähern sich einander an. Die Harmonisierung der Meldetermine ist ein guter Schritt in die richtige Richtung gewesen. Je konsistenter das Meldewesen im Bereich FINREP und FinaRisikoV ist, desto redundanter wird es. Es bleibt zu hoffen, dass die Aufsicht dies erkennt und ggf. das nationale Meldewesen zu Gunsten der europäischen Varianten zurückbaut. Hierbei gilt es jedoch auch immer, die Besonderheiten des deutschen Bankensektors im Blick zu haben. Eine Harmonisierung des Meldewesens wird gerade in Bezug auf die Meldung der Risikotragfähigkeitsinformationen auf europäischer Ebene in naher Zukunft nur bedingt möglich sein.

 

 

PRAXISTIPPS

  • Führen Sie einen Konsistenzabgleich, wie dargestellt, regelmäßig durch.
  • Verankern Sie diesen in Ihrem operativen Meldewesenworkflow.
  • Achten Sie bei der Besetzung der Position darauf, dass die Mitarbeiter tiefe und umfassende Kenntnisse in beiden Meldewesenformaten sowie im Jahresabschluss besitzen.
  • Ändern Sie Fehler immer auch im Operativsystem ab und verbessern Sie Ihre Datenqualität systematisch.
  1. Der Artikel stellt die persönliche Meinung des Verfassers dar, die nicht notwendigerweise mit der des Arbeitgebers übereinstimmen muss. Er basiert auf den Ausführungen aus Reuse (2019-E), Kapitel B.I.3.11 und erweitert diese.
  2. LITERATURHINWEISE

    FinaRisikoV (2018): Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationenverordnung vom 06.12.2013 (BGBl. I S. 4209), die zuletzt durch Artikel 1 der Verordnung vom 04.07.2018 (BGBl. I S. 1086) geändert worden ist, erhältlich auf: http://www.gesetze-im-internet.de/finav/FinaRisikoV.pdf, Abfrage vom 07.04.2019.

    FinaRisikoV Anschreiben (2018): Überarbeitung der FinaRisikoV – Zweite Verordnung zur Änderung der Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationenverordnung (FinaRisikoV), erhältlich auf: https://www.bafin.de/DE/Aufsicht/BankenFinanzdienstleister/Anzeige-Meldepflichten/FinaRisikoV/FinaRisikoV_artikel.html, Abfrage vom 07.04.2019.

    FinaRisikoV Begründung (2018): Begründung zur zweiten Verordnung zur Änderung der Finanz- und Risikotragfähigkeitsinformationenverordnung, erhältlich auf: https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Konsultation/2018/dl_kon__Zweite_VO_zur_aenderung_der_FinaRisikoV_mit_Begruendung.docx;jsessionid=E7A3A2B264567ECFADA49DBAE149742C.2_cid381?__blob=publicationFile&v=3, Abfrage vom 07.04.2019.

    FinaV (2013): Verordnung zur Einreichung von Finanzinformationen nach dem Kreditwesengesetz (Finanzinformationenverordnung – FinaV), 06.12.2013, inkl. Anlagen, in: Bundesgesetzblatt Jahrgang 2013, Teil 1, Nr. 73. S. 4209 – 4237.

    Reuse, S. (2019, Hrsg.): Zinsrisikomanagement, 3. Aufl. Heidelberg 2019.

    Reuse, S. (2019-E): Basismeldewesen nach FinaRisikoV – Aufbereitung valider Plan-, Ertrags-, und Risikodaten zur unterjährigen Meldung an die Bankenaufsicht, in: Bankaufsichtliches Meldewesen, 3. Aufl. Heidelberg 2019.

 

Beitragsnummer: 60325