Neue ICAAP-Grundsätze: Herausforderungen für die Banksteuerung

Henning Riediger, Prüfungsleiter im Referat Bankgeschäftliche Prüfungen, Deutsche Bundesbank, Hannover[1]

Quo vadis Risikotragfähigkeit?

Es bleibt spannend! – Diese Aussage hört man mittlerweile relative häufig, wenn über die Umsetzung der Anforderungen aus dem neuen RTF-Leitfaden für LSIs diskutiert wird. Nach meinen bisherigen Erfahrungen hält sich auch der Wille, vom derzeitigen eingeübten Verfahren in die „neue Welt“ zu wechseln, in sehr engen Grenzen. Dies liegt zum einen an einer zumeist erfolgreichen Implementierung der aktuellen Verfahren und zum anderen am Respekt vor der Implementierung eines barwertigen Steuerungskreislaufs. Denn so ehrlich muss man sein: Der barwertige Steuerungskreis wird aus Risikosteuerungs- und -überwachungsgesichtspunkten der entscheidende Einsatz bei einem Wechsel in die neue Welt. Die normative Sicht gibt es heute bereits in wesentlichen Grundzügen in Form der Kapitalplanung gem. AT 4.1 Tz. 11 der MaRisk. Bei dieser Planungssicht in der normativen Perspektive wird erwartungsgemäß quartalsweise nicht mit erheblichen Veränderungen des Zahlengerüstes gerechnet, so dass die operative Risikosteuerung eher an den risikosensitiveren Entwicklungen in der barwertigen Perspektive anzusiedeln wäre.

SEMINARTIPPS

Übergang Going Concern-Ansatz auf neue normative RTF-Perspektive, 22.10.2019, Frankfurt/M.

Neue ICAAP-/ILAAP-Grundsätze: Herausforderungen für die Banksteuerung, 23.10.2019, Frankfurt/M.

Adverse Szenarien & angemessene Stresstests in RTF und Kapitalplanung, 24.10.2019, Frankfurt/M.

Barwert(nahe) Steuerung im neuen RTF-Leitfaden für Praxis & Prüfung, 06.11.2019, Hamburg.

Risikoinventur & Meldung zur Risikotragfähigkeit: Anpassungsdruck 2020, 12.11.2019, Frankfurt/M.

Was heißt dies nun für die relevanten Institute? Die „alte Welt“ zu nutzen, sich aber mit der „Neuen“ vertraut zu machen. Institute, welche sich bisher nicht oder nur sehr rudimentär mit barwertigen Ansätzen zur Steuerung und Überwachung auseinandergesetzt haben, sollten nunmehr verstärkt daran „Interesse finden“. Die Schwierigkeit von barwertigen Steuerungsansätzen liegt nicht unbedingt in der Rechnung selbst begründet, sondern vielmehr in der Ausgestaltung der jeweils relevanten Parameter. Zentrale Fragen sind daher die Wahl und Kalibrierung der zu schätzenden Einflussgrößen, z. B. beim Thema Sach- und Personalaufwand – Wie lang müssen Infrastruktur und Personal und in welchem Umfang vorgehalten werden? Diese Kosten sind damit aufwandsrelevant und stellen verbarwertet einen Abzugsbetrag vom Vermögenswert des Instituts dar. Die zentrale Frage ist somit bei barwertigen Ansätzen zunächst immer nach dem Diskontfaktor. Darüber hinaus besteht die Herausforderung für das Institut, diejenigen Ausprägungen zu identifizieren, die steuerungsrelevant sind. Das Institut sollte bis zu einem final steuerungsrelevanten Einsatz von barwertigen Verfahren schon ausreichend Erfahrung mit barwertigen Steuerungsgrößen gesammelt haben. Dies kann auch dadurch geschehen, dass bereits heute entsprechend barwertige Ansätze informativ zum eigentlich steuerungsrelevanten Ansatz mitlaufen und so dem Institut die Chance geben, Erfahrungen mit der Volatilität und den Ursache-Wirkungsbeziehungen zu sammeln. Von enormer Bedeutung ist daher, dass nicht nur das „rechnende“ Risiko-Controlling, sondern auch die Ebene der Berichtsempfänger mit der Systematik und Wirkungsweise vertraut sein müssen. Die Ebene der Berichtsempfänger umfasst nicht nur die Geschäftsleitung bzw. den Vorstand, sondern vielmehr auch das Aufsichtsorgan in Form des Aufsichts- oder Verwaltungsrates. Ein Mitglied des Aufsichtsorgans muss daher die Berichte verstehen und die Handlungen seiner Geschäftsleitung daran messen können.

Effektive Risikosteuerungs- und -überwachungsinstrumente auf Basis eines transparenten Gesamtrisikoprofils

Nach AT 2.2 Tz. 2 der MaRisk sind durch die Risikoinventur die wesentlichen Risikoarten zu bestimmen. Die Bestimmung der Wesentlichkeit hat sich an den potenziellen Auswirkungen auf die Vermögenslage, die Ertragslage und die Liquiditätslage zu orientieren. Zu beachten ist allerdings, dass ein alleiniges Abstellen auf Rechnungslegungsvorschriften nicht ausreichend ist. Dies zeigt sich besonders deutlich im neuen RTF-Leitfaden, in dem sich die Bedeutung der Rechnungslegungsvorschriften – wenn überhaupt – nur noch sehr eingeschränkt in der normativen Sicht wiederfinden.

Ein besonderes Augenmerk gilt der Berücksichtigung von Risikokonzentrationen bei der Ermittlung des Gesamtrisikoprofils. Risikokonzentrationen resultieren nicht nur aus Geschäften bzw. Positionen gegenüber größeren bzw. großen Einzeladressen, sondern können ebenso durch den Gleichlauf von Risikopositionen innerhalb einer Risikoart (Intra-Risikokonzentrationen) bzw. über verschiedene Risikoarten hinweg (Inter-Risikokonzentrationen) entstehen. Insbesondere sollen die Inter-Risikokonzentrationen durch Szenarioanalysen in der Risikomessung bzw. in den Stresstestbetrachtungen erfasst und abgebildet werden. Das Auftreten von Risikokonzentrationen hat ferner Einfluss auf die Auswahl von angemessenen Risikomessverfahren. So sollte ein Institut, welches feststellt, dass das Kreditportfolio nicht ausreichend granular ist, um mit hinreichender Validität die Gordy-Formel zur Ermittlung der Adressenausfallrisiken zu nutzen, die gewählte Messmethode entsprechend kritisch hinterfragen (vgl. AT 4.1 Tzn. 8 bis 10 der MaRisk).

Wichtig ist es zudem, die für die Steuerung des Instituts maßgeblichen Risikotreiber transparent herauszuarbeiten. Hierzu ein Beispiel aus der Praxis: Viele Institute stellen sich dem aktuell niedrigen Zinsniveau entgegen, indem sie sukzessive das Geschäfts- bzw. das Kreditvolumen ausweiten, um die Zinserträge zu stabilisieren. Man muss kein Physiker sein, um die Wirkungsweise der kommunizierenden Röhren hier zu erkennen: Zwar sind die meisten betroffenen Institute mit der Volumenssteigerung selbst erfolgreich – es zeigt sich aber, dass in diesem Neugeschäft die Neu-Margen deutlich hinter den bisherigen Margen zurückbleiben. Verfolgt nun ein Institut gerade diese Wachstumsstrategie, sollte es die Komponenten Zinsniveau, Volumen und Marge in der Risikosteuerung- und -überwachung permanent im Fokus haben.

PRAXISTIPPS

  • Stellen Sie sicher, dass alle Berichtsempfänger mit der barwertigen Sicht umgehen können.
  • Wählen Sie die Parameter der Verbarwertung angemessen; begründen und dokumentieren Sie Ihre Entscheidung.
  • Implementieren Sie sinnvolle Steuerungsgrößen und richten ein passendes Limitsystem ein.
  • Achten Sie darauf, dass das adverse Szenario die wesentlichen Risiken und Einflussgrößen umfasst.
  • Stellen Sie eine angemessene Transparenz der wesentlichen Risikotreiber in der Risikotragfähigkeit und im Berichtswesen sicher.
  1. Die nachfolgenden Interpretationen und Meinungen sind ausschließlich persönliche Auffassungen des Verfassers und stellen keine offizielle Meinungsäußerung der Deutschen Bundesbank dar.

 

Beitragsnummer: 75610

Umsetzung der neuen Risikotragfähigkeit-Vorgaben

Dr. Daniel Baumgarten, Teamleiter Risikotragfähigkeit und Kapital, Sparkasse KölnBonn

Überarbeitete aufsichtliche Vorgaben zur Risikotragfähigkeit und Kapitalplanung

In Annäherung an die Erwartungen der EZB an die Ausgestaltung des ICAAP haben die BaFin und die Deutsche Bundesbank im Mai 2018 ein überarbeitetes Leitlinienpapier zur Risikotragfähigkeit veröffentlicht. Der Leitfaden richtet sich an unmittelbar von der BaFin beaufsichtigte Less Significant Institutions (LSI) und enthält Vorgaben, die von der nationalen Aufsicht zukünftig bei der Beurteilung der bankinternen Risikotragfähigkeitskonzepte zugrunde gelegt werden.

SEMINARTIPPS

RWA-Optimierung bei knapper werdendem Eigenkapital, 21.10.2019, Frankfurt/M.

Übergang Going Concern-Ansatz auf neue normative RTF-Perspektive, 22.10.2019, Frankfurt/M.

Neue ICAAP-/ILAAP-Grundsätze: Herausforderungen für die Banksteuerung, 23.10.2019, Frankfurt/M.

Neue RTF-Praxis:(un)sachgerechte adverse Szenarien als Herausforderung, 24.10.2019, Frankfurt/M.

12. Hamburger Bankenaufsicht-Tage 2019, 04.–05.11.2019, Hamburg.

Zwar bietet der Annex des neuen Leitfadens die Möglichkeit, die bisher in Deutschland weit verbreiteten Going-Concern-Ansätze (Fortführungsansätze) zunächst weiter zu nutzen. Nach einer ersten Analyse- und Vergleichsphase beschäftigen sich nun jedoch viele deutsche Institute vermehrt mit der perspektivischen Umsetzung der neuen Vorgaben in Form der normativen und ökonomischen Perspektiven.

Weiterentwicklung der Kapitalplanung als Grundlage der normativen Perspektive

Das Ziel der normativen Perspektive ist die Sicherstellung der Erfüllung aufsichtlicher Mindestkapitalquoten und relevanter Kapitalpufferanforderungen über einen Horizont von mindestens drei Jahren. Zur Erfüllung der bestehenden Anforderung in MaRisk AT 4.1 Tz. 11 dürfte jedes deutsche Institut bereits bisher eine Kapitalplanung durchführen und entsprechende langjährige Erfahrungswerte aufweisen.

Der primäre Umsetzungsaufwand der deutschen LSI bei der Einführung der normativen Perspektive wird daher in einer Weiterentwicklung der Ableitung und Dokumentation der Szenarien liegen und in diesem Zusammenhang insbesondere bei der Entwicklung des oder der adversen Szenarien. Diese sollen neben einer von der Planung abweichenden Entwicklung gemäß den neuen Anforderungen auch Risiken aus der ökonomischen Perspektive berücksichtigen. Die Entwicklung des geforderten sinnvollen „Zusammenspiels“ der beiden Sichtweisen bei der Entwicklung der Szenarien wird bei vielen Instituten voraussichtlich den Großteil des Umsetzungsaufwands ausmachen. Nicht zu vernachlässigen ist darüber hinaus die in Tz. 22 des neuen Leitfadens formulierte Anforderung einer Planung der Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals.

Liquidationsansatz als Grundlage der ökonomischen Perspektive

Die ökonomische Perspektive dient der langfristigen Sicherung der Substanz des Instituts und dem Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht. Der institutsindividuelle Umsetzungsaufwand zur Ausgestaltung der ökonomischen Perspektive ist in hohem Ausmaß davon abhängig, ob das bisherige Risikotragfähigkeitskonzept des Instituts einen Liquidationsansatz („Gone Concern“) beinhaltet. Ist dies nicht der Fall, fehlen dem Institut in der Regel Erfahrungswerte bzgl. der barwertigen Risikoquantifizierung zu einem Konfidenzniveau von 99,9 %. Mit dieser Herausforderung sieht sich eine große Anzahl der deutschen LSI konfrontiert. Laut der kürzlich veröffentlichten „Range of Practice“-Studie der Deutschen Bundesbank zur Risikotragfähigkeit nutzten im Zeitraum 2015 bis 2017 knapp 93 % der deutschen LSI ausschließlich einen buchwertigen Fortführungsansatz.

Doch auch für Institute, die bereits in ihrem bisherigen Risikotragfähigkeitskonzept einen Liquidationsansatz verwenden, wird sich im Rahmen der Einführung der ökonomischen Perspektive Analyseaufwand ergeben. So ist sowohl auf Seite der Quantifizierung der einzelnen wesentlichen Risiken als auch bei der Definition des Risikodeckungspotenzials jeweils kritisch zu überprüfen, ob die dem Liquidationsansatz zugrunde liegende Annahme einer fiktiven Zerschlagung des Instituts eine Rolle spielt. Denn die ökonomische Perspektive zielt zwar wie der Liquidationsansatz auf eine barwertige, von der Rechnungslegung und Regulatorik losgelöste Betrachtung ab, das Ziel des Schutzes der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht wird jedoch unter der Prämisse der Unternehmensfortführung verfolgt.

PRAXISTIPPS

  • Zeitnahe intensive Auseinandersetzung mit den überarbeiteten Vorgaben inkl. Testrechnungen und Auswirkungsanalysen.
  • Übergreifende Überprüfung der risikostrategischen Ziele.
  • Frühzeitige Einbindung der Adressaten des Risikoreportings bzgl. der anstehenden Änderungen in den Instrumenten der Risikosteuerung.

 

Beitragsnummer: 73328

 

Steuerung der Risikotragfähigkeit bei regionalen Instituten



Auswirkungen der proportionalen Ausgestaltungsoptionen.

Sebastian Herrmann, Referent Unternehmenssteuerung, VR Bank Südpfalz

     


Timo Rinck, Abteilungsdirektor Unternehmenssteuerung, VR Bank Südpfalz

 

     


Prof. Dr. Christiane Weiland, Studiengangsleiterin BWL-Bank, Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe

     

 


I. Einleitung

Mit der Veröffentlichung des neuen Risikotragfähigkeits-Leitfadens im Mai 2018 hat die BaFin die Beibehaltung der bestehenden Risikotragfähigkeits-Konzepte in ihrer Anwendung zeitlich begrenzt. Hierdurch ergibt sich für alle Institute die Notwendigkeit, ihre Risikotragfähigkeitskonzeption zumindest mittelfristig anzupassen. Mit der normativen und der ökonomischen Perspektive ist die Risikotragfähigkeit zukünftig aus zwei Sichtweisen zu betrachten. Da die meisten regionalen Institute bislang nach einem GuV-basierten „Going-Concern“-Ansatz steuern, besteht für diese Institute die größte Anpassungsaufgabe in der Einrichtung eines mit der Abbildung einer ökonomischen Perspektive einhergehenden barwertigen Steuerungssystems. Die Aufsicht legt aus Gründen der Proportionalität hierfür drei alternative Konzepte an.

Durch die Umstellung auf eine barwertige ...


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Neuausrichtung der Risikotragfähigkeit



Aufsichtliche Erwartungen an die Ausgestaltung der Risikotragfähigkeit in den Instituten.

René Schilling, Referent, Abteilung Risikomanagementsysteme, Tätigkeitsschwerpunkte: Gesamtbanksteuerung und Risikotragfähigkeit, BVR e.V.

Thorsten Schneeloch, Referent, Abteilung Risikomanagementsysteme, Tätigkeitsschwerpunkte: Gesamtbanksteuerung und Risikotragfähigkeit, BVR e.V.

I. Übersicht „neue Welt“

Die deutsche und zeitgleich auch die europäische[1] Bankenaufsicht haben 2018 neue Erwartungen zur Risikotragfähigkeit erarbeitet und veröffentlicht. Der Leitfaden der Deutschen Bundesbank und der BaFin mit dem Titel „Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung („ICAAP“) – Neuausrichtung“ ist an die weniger bedeutenden Institute (Less Significant Insitution, LSI) in Deutschland gerichtet und beinhaltet im Fokus den Blick auf das Institut aus zwei komplementären, sich ergänzenden Perspektiven (ökonomisch und normativ).

Den Übergang aus dem in den Instituten häufig verwendeten Going-Concern-Ansatz[2] hat die deutsche Bankenaufsicht über den Annex des Leitfadens gelöst. Hiermit besteht die Möglichkeit, den bisherigen Going-Concern-Ansatz zunächst weiter zu nutzen. Eine Ad-hoc-Umstellung des Risikotragfähigkeitskonzepts ist daher nicht erforderlich. Jedes Institut kann sich kontinuierlich mit den neuen Perspektiven vertraut machen und die erforderlichen Anpassungen im Strategie- sowie Steuerungsprozess vornehmen, um konsistent in das neue Konzept hineinzuwachsen. Sicher ist jedoch, dass der Annex des Leitfadens im Zuge der europäischen Harmonisierung ...


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Neue nationale Vorgaben zur Risikotragfähigkeit

Herausforderungen bei der institutsindividuellen Umsetzung

Dr. Daniel Baumgarten, FRM, Teamleiter Risikotragfähigkeit und Kapital, Sparkasse KölnBonn[1]

I. Neue nationale Vorgaben zur RTF veröffentlicht

Am 24.05.2018 wurde ein überarbeitetes, aufsichtliches Leitlinienpapier zur Risikotragfähigkeit durch die BaFin und die Deutsche Bundesbank veröffentlicht[2]. Der neue Leitfaden enthält Grundsätze, Prinzipien und Kriterien, die von der nationalen Aufsicht zukünftig bei der Beurteilung der bankinternen Risikotragfähigkeitskonzepte zugrunde gelegt werden. Der überarbeitete Leitfaden soll somit den bestehenden aus Dezember 2011[3] ersetzen, um den veränderten Rahmenbedingungen wie der Europäisierung der Bankenaufsicht Rechnung zu tragen.

Die aktualisierten Vorgaben richten sich an Institute, die unmittelbar von der BaFin beaufsichtigt

werden und orientieren sich inhaltlich eng am im Februar 2017 veröffentlichten Entwurf eines Mehrjahresplans der EZB für die SSM-Leitfäden zur Angemessenheit der Kapitalausstattung (ICAAP)[4], der eine Harmonisierung der institutsseitigen Ausgestaltung der Baseler Säule 2 in Europa zum Ziel hat. Neben einer Umsetzung der europäischen Vorgaben enthalten die nationalen Leitlinien Elemente der deutschen MaRisk sowie in ihrem Annex detaillierte Vorgaben zum Umgang mit bisher genutzten Going-Concern-Ansätzen.

SEMINARTIPPS

Neuausrichtung Risikotragfähigkeit – Fallstricke & Herausforderungen, 26.03.2019, Frankfurt/M.

Verlustfreie Bewertung des Zinsbuchs laut RTF-Leitfaden & IDW-Standard, 27.03.2019, Frankfurt/M.

FCH Fit & Proper VORSTAND: Risikomanagement, 06.05.2019, Berlin.

Sachgerechte Stresstests & adverse Szenarien in RTF- & Kapitalplanung, 13.05.2019, Köln.

Herausforderung: Verzahnung zwischen Kapital- und Liquiditätsplanung, 14.05.2019, Köln.

Übergang Going Concern-Ansatz auf neue normative RTF-Perspektive, 22.10.2019, Frankfurt/M.

Neues ICAAP- & ILAAP-Reporting, 23.10.2019, Frankfurt/M.

Neue RTF-Praxis: (un)sachgerechte adverse Szenarien als Herausforderung, 24.10.2019, Frankfurt/M.

Barwert(nahe) Risikoinventur, Risikodeckungsmasse und Risikomessung, 06.11.2019, Hamburg.

II. Bisherige Ausgestaltungsformen entfallen perspektivisch

Abweichend von der gängigen Praxis in weiten Teilen Europas sind in Deutschland bisher zwei Risikotragfähigkeitskonzepte weit verbreitet: Der Going-Concern-Ansatz (Fortführungsperspektive) und der Gone-Concern-Ansatz (Liquidationsperspektive). Während in vielen kleineren Instituten die Risikosteuerung primär oder sogar ausschließlich anhand eines Going-Concern-Ansatzes üblich ist, kommen insbesondere mittlere und große Institute der aufsichtlichen Anforderung einer Sicherstellung beider Steuerungsziele durch eine parallele Betrachtung beider o. g. Steuerungskreise nach. Diese (nationale) Ausgestaltung der Steuerungskreise soll durch die überarbeiteten Leitlinien nun perspektivisch aufgegeben und durch eine – kumulativ zu erfüllende – normative und ökonomische Perspektive ersetzt werden.

III. Aufwertung der Kapitalplanung: Die normative Perspektive

Die normative Perspektive stellt eine deutliche Aufwertung des bisher bereits in MaRisk AT 4.1 Tz. 11 verankerten Kapitalplanungsprozesses und dessen Verknüpfung mit dem ICAAP dar. Mittels der normativen Perspektive ist die Fähigkeit eines Instituts zur Einhaltung der regulatorischen Mindestkapitalanforderungen sowie relevanter Kapitalpufferanforderungen und ggf. interner Managementpuffer für einen mindestens dreijährigen Zeitraum nachzuweisen. Neben der Darstellung des Planszenarios ist möglichen negativen Abweichungen vom geplanten zukünftigen Geschäftsverlauf im Rahmen mindestens eines adversen Szenarios Rechnung zu tragen.

In aktuell genutzten Going-Concern-Ansätzen werden – unter dem Blickwinkel der Institutsfortführung – institutseigene Risiken der Baseler Säule 2 den nicht durch die Anforderungen der Baseler Säule 1 gebundenen Eigenmitteln als Risikodeckungspotenzial gegenübergestellt. Die Risiken werden dabei typischerweise auf dem Ein-Jahres-Horizont und überwiegend periodisch (buchwertig) ermittelt. In Abgrenzung dazu betrachtet die normative Perspektive einen mindestens dreijährigen Zeitraum und zielt auf den Nachweis der Einhaltung der regulatorischen Mindestkapitalanforderungen der Baseler Säule 1 ab. Abbildung 1 illustriert den Vergleich zwischen den beiden Sichtweisen.

 

 

Im Basisszenario (Planszenario) der normativen Perspektive ist der erwartete Geschäftsverlauf des Instituts unter Berücksichtigung bekannter rechtlicher/regulatorischer Änderungen darzustellen. Es ist der Nachweis zu erbringen, dass im mehrjährigen Betrachtungszeitraum mindestens die Overall-Capital-Requirements (OCR) eingehalten werden.

Zusätzlich hat sich die normative Perspektive auf mögliche negative Abweichungen von der Geschäftsplanung in Form eines oder mehrerer adverser Szenarien zu erstrecken. Bei der Ausgestaltung der adversen Szenarien sollen auch Risiken aus der ökonomischen Perspektive berücksichtigt werden, wodurch eine Verbindung der beiden Perspektiven im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung der Risikotragfähigkeit des Instituts geschaffen werden soll. Dabei sollen die adversen Szenarien „widrige Entwicklungen“ widerspiegeln, die vom erwarteten Geschäftsablauf abweichen und zu einer merklichen Belastung der zukünftigen Kapitalausstattung des Instituts führen. Die Institute müssen sicherstellen, dass in den adversen Szenarien mindestens die Total-SREP Requirements eingehalten werden (TSCR, keine kombinierten Kapitalpufferanforderungen nach § 10i Abs. 1 KWG).

IV. Betrachtung über die Regulatorik hinaus: Die ökonomische Perspektive

Die ökonomische Perspektive ergänzt die normative Sicht um eine interne Analyse des in AT 4.1 Tz. 8 Erl. MaRisk geforderten Schutzes der Institutsgläubiger vor ökonomischen Risiken. Sie hat dabei Risikobestandteile zu umfassen, die in der Regulatorik/Rechnungslegung nicht vollständig abgebildet werden, wie bspw. Credit-Spread-Risiken von Positionen, die dem gemilderten Niederstwertprinzip unterliegen. Auch auf Seiten der den Risiken gegenüberzustellenden Deckungsmasse ist auf eine von der Rechnungslegung losgelöste, ökonomische Betrachtung abzustellen, bspw. durch eine Bereinigung um stille Lasten. Zum aktuellen Zeitpunkt ist noch nicht vollständig absehbar, inwieweit sich die konkrete Umsetzung der ökomischen Perspektive in der Bankpraxis von bisher etablierten Liquidationsansätzen im Detail unterscheiden wird.

V. Proportionalität bei der Ausgestaltung

Bei der konkreten, institutsseitigen Ausgestaltung bezüglich der Quantifizierung der Risiken und des Risikodeckungspotenzials lassen die überarbeiteten Vorgaben in Abhängigkeit von der Größe und Komplexität des Instituts Gestaltungsspielräume zu. So ist bspw. in der ökonomischen Perspektive neben einer rein wertorientierten Bestimmung der Risiken und des Risikodeckungspotenzials in Form des Unternehmensbarwerts auch der Vergleich barwertnaher Risiken mit den um stille Reserven und Lasten bereinigten Eigenmitteln als Annäherung an eine barwertige Betrachtung möglich.

Abbildung 2 stellt allgemeine Indikationen des voraussichtlichen relativen Umsetzungsaufwands der einzelnen Aspekte der beiden neuen Perspektiven dar, wobei diese Fragestellung institutsindividuell deutlich variieren kann.

 

PRAXISTIPPS

  • Zeitnahe intensive Auseinandersetzung mit den überarbeiteten Vorgaben inkl. Testrechnungen und Auswirkungsanalysen.
  • Übergreifende Überprüfung der risikostrategischen Ziele.
  • Frühzeitige Einbindung der Adressaten des Risikoreportings bzgl. der anstehenden Änderungen in den Instrumenten der Risikosteuerung.

  1. Die Ausführungen geben die persönliche Auffassung des Autors wieder.
  2. BaFin/Deutsche Bundesbank (Mai 2018): „Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung („ICAAP“) – Neuausrichtung“.
  3. BaFin/Deutsche Bundesbank (Dezember 2011): „Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte“.
  4. Europäische Zentralbank (Februar 2017): „Mehrjahresplan für die SSM-Leitfäden zum ICAAP und zum ILAAP“.

Beitragsnummer: 54453

Steigende Bedeutung von Planungsaktivitäten

Kapital- und Liquiditätsplanung im Fokus der Aufsicht

Henning Riediger, Prüfungsleiter im Referat Bankgeschäftliche Prüfungen, Deutsche Bundesbank, Hannover

In den letzten Jahren zeichnet sich eine stärkere Fokussierung der Aufsicht auf das Geschäftsmodell von Banken und Sparkassen ab. Zur Beurteilung der Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle ist es für die Aufsicht daher von Bedeutung, Einblick in die prognostizierte Entwicklung zu bekommen bzw. die Institute sind angehalten, frühzeitig sich abzeichnende Problemlagen offen zu legen.

Anforderungen sind nicht neu – nur der Fokus ist neu

Die Themen Kapital- und Liquiditätsplanung hat natürlich nicht die Bankenaufsicht erfunden, denn diese beiden zentralen Komponenten sind seit jeher elementare Bestandteile des Managements von Banken und Sparkassen. Dem Best-Practice-Ansatz folgend hat die Aufsicht bereits ab 2010 bzw. 2012 diese Themen mit in die MaRisk integriert. Weitergehende Bedeutung erlangte die Kapitalplanung aus AT 4.1 Tz. 11 der MaRisk im Hinblick auf die steigende Bedeutung der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und als dessen Ausfluss die neuen Anforderungen der Aufsicht im Hinblick auf die Risikotragfähigkeit. Die bisher geforderte aufsichtliche und institutsinterne Sicht der Kapitalplanung wird überführt in die sog. normative Sicht der Risikotragfähigkeit. Mit einem Mindesthorizont von drei Jahren stellt sie faktisch die Nachhaltigkeitskomponente dar. Im Gegensatz dazu ist die ökonomische Sicht auf den Horizont von einem Jahr abgestellt und repräsentiert somit die aktuelle bzw. akute Kapital- bzw. Deckungsmassenanforderung.

Freiheitsgrade in der Planung sinnvoll nutzen

Beim Thema Planung sind die Institute grundsätzlich etwas freier als bei der einjährigen Risikotragfähigkeit. Dies soll nicht heißen, dass blanke Willkür herrscht, sondern dass die Auswirkungen von zeitintensiven Maßnahmen in der Planung angemessen gewürdigt werden können, während diese sonst bei der einjährigen Risikotragfähigkeit nicht ansatzfähig sind.

Dies bedeutet, dass Neuausrichtungen bzw. Schwerpunktbildungen des Geschäftsmodells sowohl in die Ertrags- als auch Risikoaktiva-Ermittlung einfließen sollen. Natürlich geht damit die Erwartung der Aufsicht einher, dass die Planungen angemessen sind und nicht nur wilde Phantasievorstellungen niedergeschrieben werden. Die Planungen müssen demzufolge auch die Personal- und Sachkapazitäten entsprechend berücksichtigen, denn die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation darf nicht in Frage gestellt werden.

SEMINARTIPPS

Sachgerechte Stresstests & adverse Szenarien in RTF- & Kapitalplanung, 13.05.2019, Köln.

Herausforderung: Verzahnung zwischen Kapital- und Liquiditätsplanung, 14.05.2019, Köln.

Übergang Going Concern-Ansatz auf neue normative RTF-Perspektive, 22.10.2019, Frankfurt/M.

Neues ICAAP- & ILAAP-Reporting, 23.10.2019, Frankfurt/M.

Die Realitätsnähe der Planung gilt selbstverständlich ebenso für den sensiblen Bereich der Liquidität. Plant das Institut gravierende Änderungen in der Refinanzierungsstruktur (z. B. erstmalige oder exzessive Nutzung von Verbriefungen), dann sollte sichergestellt sein, dass durch einen Neue-Produkte-Prozess (AT 8.1) bzw. Change-The-Bank-Prozess (AT 8.2) die erhofften Maßnahmen auch zielführend sind und entsprechend umgesetzt werden.

Planungsdaten lassen sich zum einen durch die Fortschreibung oder Analyse von Trends und zum anderen durch Expertenschätzungen erreichen. Allerdings sollten Expertenschätzungen schriftlich niedergelegt sein, damit zunächst die Geschäftsleitung sowie die Kontrolleinheiten des IKS bzw. die Interne Revision oder andere sachverständige Dritte die Überlegungen nachvollziehen können. Im Rahmen von Sonderprüfungen zum Geschäftsmodell sind wiederholt Planungsansätze aufgefallen, wo eine für das Institut seit Jahren rückläufige bzw. negative Entwicklung plötzlich ins Positive dreht, ohne dass Maßnahmen geplant oder umgesetzt sind (z. B. Vertriebsaktivitäten). Solche ungewöhnlichen Entwicklungen können nicht ausgeschlossen sein, müssen aber nachvollziehbar und plausibel begründet werden.

BUCHTIPP

Liquiditätsrisikomanagement deutscher Regionalbanken unter ganzheitlicher Betrachtung der drei Baseler Säulen, 2017

 

Neben den reinen Planungskomponenten, welche die Erwartung abbilden sollen, sind zusätzlich jeweils adverse Entwicklungen mit abzubilden. Diese adversen Entwicklungen müssen sich auf das Geschäftsmodell des Instituts und dessen Ausprägungen (u. a. Zinsentwicklung, Provisionen, Kreditqualität, Refinanzierungskosten, Personal und Sachaufwand) beziehen. In der Bankpraxis teilweise vorkommende adverse Szenarien sind entweder nicht zielführend (z. B. Einstellung des Geschäftsbetrieb) oder allein methodisch unzureichend (z. B. Wegfall der Verbundprivilegierung, Wegfall der Realkreditprivilegierung, erhöhter SREP-Zuschlag), da kein angemessener Bezug zum Geschäftsmodell besteht.

PRAXISTIPPS

  • Dokumentieren Sie Ihre Planannahmen in einer für sachverständige Dritte nachvollziehbaren Form.
  • Richten Sie die adversen Szenarien am Geschäftsmodell aus und somit auf Themen, die direkt von der Geschäftsleitung beeinflusst werden können.
  • Bewerten Sie Ihre Planungsqualität in den vorangegangenen Perioden.
  • Bleiben Sie realistisch.

Beitragsnummer: 53757

Die Eigenmittelzielkennziffer in der Kapitalplanung

Aktuelle Impulse zur Kapitalplanung mit der Eigenmittelzielkennziffer

Noel Boka, M. Sc., Abteilungsleiter Controlling, VR Bank Niederbayern-Oberpfalz eG[1]

Die Planung von Kapitalgrößen gehört im Rahmen der Kapitalplanung nach MaRisk AT 4.1 Tz. 11 seit jeher zu den aufsichtlichen Mindestanforderungen (BaFin (2017b), AT 4.1.Tz. 11 sowie BaFin (2012), AT 4.1 Tz. 9). Basierte die Planung zunächst vornehmlich auf den quotalen Anforderungen zu Kernkapital, zusätzlichem Kernkapital, Ergänzungskapital, Kapitalerhaltungspuffern sowie ggf. antizyklischen Kapitalpuffern und Kapitalanforderungen für systemrelevante Institute, kam im Verlauf der Zeit mit dem SREP-Zuschlag ein weiterer Kapitalbestandteil zur Unterlegung von Säule-2-Risken mit Kernkapital hinzu (Blömer/Lindemann (2016), S. 85 f. i. V. m. S. 106 ff.) und ist seitdem fester Bestandteil der aufsichtlichen Kapitalplanung.

Seit nunmehr ein bis zwei Jahren ergänzt auch die Eigenmittelzielkennziffer (EMZK) die zu planenden Kapitalbestandteile im Sinne der Kapitalplanung (Tadajewski (BaFin) (2018), Folie 5). Zugleich zeigt sich bei der Eigenmittelzielkennziffer eine Kontroverse zwischen der implizit gegebenen Erfüllungspflicht der Zielkennziffer (Erwartungshaltung der Aufsicht) und einer fehlenden Manifestation im KWG (BaFin (2018), S.10 Fußnote 6).

Status Quo zur Eigenmittelzielkennziffer und der Kapitalplanung

Zweifellos stellt die Eigenmittelzielkennziffer keine aufsichtliche Kapitalanforderung i. S. d. § 10, § 10a–10i KWG dar, sondern ist als formulierte Erwartungshaltung der Bankenaufsicht in den Steuerungskreisläufen zu berücksichtigen. Sie stellt dahingehend eine Leitgröße dar, die aus Sicht der Aufsicht sachgerecht erscheint, um auch in Stresssituationen eine Gefährdung der Vermögenslage weitgehend auszuschließen. Dahingehend wird postuliert, dass die Nicht-Erfüllung der EMZK zu keinen aufsichtlichen Maßnahmen führen soll (BaFin (2017a), S. 95).

Dabei führt die weiche Formulierung der EMZK keineswegs zu dem Schluss, dass diese nicht in der Kapitalplanung berücksichtigt werden muss. So formuliert der Leitfaden „Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung („ICAAP“) – Neuausrichtung“ die klare Erwartungshaltung, dass die aufsichtlichen Kapitalgrößen nebst EMZK im Planszenario einzuhalten sind. Im adversen Szenario hingegen besteht keine Erwartungshaltung zur Einhaltung der EMZK. Wohl dem sind jedoch die weiteren Kapitalanforderungen nach CRR und KWG auch im adversen Szenario einzuhalten (BaFin (2018), Tz. 32).

Hieraus ergeben sich für die Kapitalplanung die nachfolgenden Impulse:

  • Im Planszenario ist der aufsichtlichen Erwartungshaltung zur Einhaltung der EMZK nachzukommen.
  • Im adversen Szenario ist die EMZK nicht einzuhalten, wohl dem jedoch die Kapitalanforderungen nach CRR.

Es ist gleichwohl auch nicht verwunderlich, dass die Aufsicht ihre Erwartungshaltung mit der praktischen Handhabung abgleicht und die Erfüllung der eigenen Erwartungshaltung abfragt. Auch ein über die EMZK hinausgehender Puffer kann dabei als Bestandteil der aufsichtlichen Erwartungshaltung die Kapitalausstattung mancher Institute verschärfen (Boka/Rüder (2018-E)). Dahingehend erweist sich die EMZK zwar als weiche, nicht verbindliche Kapitalanforderung, die gleichwohl ausreichend Brisanz bei der Handhabung entwickelt, um als Quasi-Kapitalanforderung weitreichende Konsequenzen mit sich zu bringen. Weitergehend kann jedoch die Durchsetzung dieser Quasi-Kapitalanforderung durchaus als streitbar erachtet werden.

 

 SEMINARTIPPS

Neuausrichtung Risikotragfähigkeit – Fallstricke & Herausforderungen, 26.03.2019, Frankfurt/M.

FCH Fit & Proper VORSTAND: Risikomanagement, 06.05.2019, Berlin.

Sachgerechte Stresstests & adverse Szenarien in RTF- & Kapitalplanung, 13.05.2019, Köln.

Barwert(nahe) Steuerung im neuen RTF-Leitfaden für Praxis & Prüfung, 15.05.2019, Köln.

9. Kölner Banksteuerung-Tagung, 03.–04.06.2019, Köln.

 

Fallstricke bei der Kapitalplanung

Beginnend mit der praktischen Umsetzung sei zunächst auf die grundsätzliche Berücksichtigung der EMZK zu verweisen. Die Notwendigkeit zur Berücksichtigung der EMZK in der Kapitalplanung ist durch die MaRisk wie auch den Leitfaden zur Risikotragfähigkeit zweifelsfrei gegeben – die Ableitung von Handlungsimpulsen bzw. die Konsequenzen aus der Erfüllung bietet gleichwohl Interpretationsspielraum. Zunächst sei jedoch auf die Verrechnungsmöglichkeit mit Reserven nach § 340f HGB sowie Kapitalerhaltungspuffer hingewiesen (Anschreiben zur EKMZ sowie BaFin (2017a), S. 95 ff.).

Bei Unterschreitung der EMZK nach Verrechnung besteht die Erwartungshaltung mittels einer hinreichenden Strategie, die den sukzessiven Aufbau des Kernkapitals zur Erfüllung der EMZK vorsieht, der aufsichtlichen Zielvorstellung zu entsprechen. Dahingehend ist zu ergänzen, dass vornehmlich die Einhaltung der aufsichtlichen Kapitalanforderungen im adversen Szenario sichergestellt sein muss (BaFin (2018), S.10 Fußnote 6).

Es kann im Sinne der Nachweisführung sinnvoll sein, ein derart schweres adverses Szenario zu gestalten, das in der Lage ist, die Wirksamkeit der Eigenmittelzielkennziffer unter Beweis zu stellen, ohne dass es jedoch zu einer Gefährdung der aufsichtlich fixierten Kapitalausstattung i. S. d. KWG kommt. Ist ein adverses Szenario ggf. sogar der schwere konjunkturelle Abschwung (BaFin (2018), Tz. 35 i. V. m. BaFin (2017b), AT 4.3.3 Tz. 6) ausreichend advers, um einen spürbaren Einfluss auf die Kapitalausstattung auszuüben und ist die EMZK vergleichsweise höher als zur Verlustabsorption notwendig wäre, ist der ökonomische Kapitaleinsatz oder auch die aufsichtliche Erwartungshaltung kritisch zu hinterfragen.

Zugleich steht die Stressresistenz im Vordergrund, erfährt diese doch eine entsprechende Würdigung in Form von Kapitalzuschlägen mittels der EMZK. So sollten die Analysen und Stresstestergebnisse stets mit in die Überlegungen zum Kapitaleinsatz einbezogen werden, um die quotale Eigenmittelbelastung anhand der EMZK ausreichend in der Planung zu berücksichtigen.

Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassend erweist sich die EMZK insbesondere für die jederzeitige Sicherstellung der Eigenmittelanforderung auch im adversen Fall als Quasi-Kapitalanforderung. Nicht zuletzt erweist sich die EMZK als Kapitalerwartung für die Stressresistenz und erweitert die Dimension der Kapitalanforderungen um einen weiteren Aspekt. Dahingehend erweisen sich Stresstestergebnisse und Sensitivitätsanalysen als hoch relevant für die Kapitalplanung, ohne gleichwohl ein expliziter Bestandteil dieser zu sein.

Ferner sollten Institute den ökonomischen Kapiteleinsatz nicht nur im Normal- bzw. Planszenario, sondern auch im adversen Szenario genau analysieren und den Kapitaleinsatz vor dem Hintergrund knapper Eigenmittel stetig hinterfragen und/oder optimieren.

PRAXISTIPPS

  • Beleuchten Sie die EMZK kritisch und hinterfragen Sie ggf. das Ergebnis.
  • Betrachten Sie die EMZK als Puffer, der bis dato ohnehin ungenannt von der Aufsicht verlangt wurde, da ein knappes Übersteigen der CRR-Kapitalanforderungen zu Nachfragen geführt hat bzw. die Anforderung einer Strategie zur nachhaltigen Steigerung bzw. Sicherung formuliert wurde. Ein Puffer oberhalb der EMZK kann bisweilen jedoch den konservativen Grundgedanken übersteigen.
  • Betrachten Sie die EMZK als Erwartungshaltung und berücksichtigen Sie diese, soweit es nachvollziehbar erscheint.
  • Berücksichtigen Sie die EMZK in Ihrer Kapitalplanung. Nehmen Sie hierbei auch Bezug auf Stresstestergebnisse und/oder Sensitivitätsanalysen, die ggf. eine Veränderung bzw. sogar den Einfluss der EMZK auf strategische Entscheidungen nehmen kann.
  • Analysieren Sie zukünftige strategische Entscheidungen auch auf die Stressresistenz,um eine überraschende Anpassung der aufsichtlichen Erwartungshaltung vorzubeugen.

LITERATURHINWEISE

BaFin (2018): Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung („ICAAP“) – Neuausrichtung, 24.05.2018, erhältlich auf: https://www.bafin.de/SharedDocs/Down

loads/DE/Anlage/dl_180524_rtf-leitfaden_veroeffentlichung.pdf?__blob=publicationFile&v=1, Abfrage vom 26.08.2018.

BaFin (2017a): SREP in Deutschland, in: Jahresbericht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht 2016, erhältlich auf: https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Jahresbericht/dl_jb_2016.pdf?__blob=publicationFile&v=6, Abfrage vom 29.08.2018, S. 93 – 99.

BaFin (2017b): Rundschreiben 09/2017 (BA) vom 27.10.2017, Anl. 1: Erläuterungen zu den MaRisk in der Fassung vom 27.10.2017, erhältlich auf: https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Rundschreiben/dl_rs0917_marisk_Endfassung_2017_pdf_ba.pdf?__blob=publicationFile&v=5, Abfrage vom 14.10.2018.

BaFin (2012.12b): Rundschreiben 10/2012 (BA) MaRisk vom 14.12.2012.

Blömer, S., Lindemann, W. (2016): Auswirkungen des SREP auf die Banksteuerung – der Säule 1+ Ansatz, S. 81 in: Reuse, S. (Hrsg.): Praktikerhandbuch Risikotragfähigkeit, 2. Auflage 2016, S. 81 – 111.

Boka, N., Rüder, A. (2018-E): Kapitalplanung unter Beachtung des neuen RTF-Leitfaden – Den Wandel der Kapitalplanung erfolgreich gestalten, erscheint in: Bankpraktiker. 14. Jahrgang, 2018.

Tadajewski, M. [BaFin] (2018): Neufassung des RTF-Leitfadens – Normative Perspektive, Vortragsunterlagen im Rahmen der BaFin-Veranstaltung: Der Risikotragfähigkeitsladen – Neuausrichtung 2018 am 29.05.2018, erhältlich auf: https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Veranstaltung/dl_180529_RTF-Leitfaden_3_RTF_Leitfaden_Neufassung.pdf?__blob=publicationFile&v=3, Abfrage vom 14.10.2018.

  1. Der vorliegende Beitrag spiegelt die eigene Meinung des Verfassers wieder und repräsentiert nicht notwendigerweise die Position der VR Bank Niederbayern-Oberpfalz eG.

 

Beitragsnummer: 46511

Risikotragfähigkeit und Risikoreporting

Neuausrichtung des ICAAP der Institute

Dr. Kordula Oppermann, Head of Finance & Risk Controlling, Airbus Group Bank GmbH, München[1]

Hintergründe

Die Sicherstellung der Risikotragfähigkeit durch interne Risikotragfähigkeitskonzepte und eines angemessenen, zeitnahen und aussagekräftigen Risikoreportings sind für die Bankensteuerung von großer Bedeutung. Aufgrund signifikanter Änderungen der europäischen Aufsichtspraxis haben BaFin und Deutsche Bundesbank die Mindestanforderungen an das Risikomanagement von Kreditinstituten (MaRisk) und den Leitfaden zur aufsichtlichen Beurteilung der bankinternen Risikotragfähigkeitskonzepte (ICAAP) auf eine neue Basis gestellt.

Umfassende Neuerungen Risikotragfähigkeit

Die Änderungen betreffen insbesondere die Einführung zweier unterschiedlicher, sich ergänzender Perspektiven zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit: eine normative und eine ökonomische Perspektive. Bankinterne Risikotragfähigkeitskonzepte müssen beide Perspektiven abbilden, um eine langfristige Fortführung der Unternehmen sicher zu stellen. Nicht ausreichend sind Ansätze, die ausschließlich dem Gedanken des Gläubigerschutzes verpflichtet sind.

Die Institute dürfen ihre bisherigen Going-Concern-Ansätze bis auf Weiteres weiterführen.

Darüber hinaus werden eine mindestens drei Jahre umfassende Kapitalplanung sowie angemessene Stresstests gefordert. Die Kapitalplanung ist sowohl für ein Plan-/Basisszenario als auch ein adverses Szenario aufzustellen mit dem Ziel, die SREP-Gesamtkapitalanforderung in beiden Szenarien einzuhalten.

Diese Anforderungen gelten nur für Kreditinstitute, die unmittelbar der deutschen Bankenaufsicht unterliegen. Sie sind nicht auf bedeutende Institute, die der EZB-Aufsicht unterliegen, anwendbar. Sie stellen den zentralen Ausgangspunkt und Inputfaktor für die aufsichtliche Festsetzung des SREP-Kapitalzuschlags dar.

 SEMINARTIPPS

8. Fachtagung Revision Risikomanagement, 25.-26.03.2019, Köln.

Neue ganzheitliche Risikoinventur nach MaRisk, 27.03.2019, Köln.

Kreditrisikosteuerung nach neuem RTF-Leitfaden, 09.04.2019, Frankfurt/M.

Prüfung und Beurteilung der neuen Risikotragfähigkeits(RTF)-Prozesse, 10.04.2019, Köln.

Prüfung Risikoberichtswesen, 11.04.2019, Köln.

Gesamtbanksteuerung im Fokus von Aufsicht & Revision, 14.05.2019, Hamburg.

 

Weitreichende Anforderungen an die Risikoberichterstattung

Mit den in Modul AT 4.3.4 der neuen MaRisk formulierten Anforderungen an die Risikodatenaggregation soll sichergestellt werden, dass entscheidungsrelevante Risikoinformationen schnell, vollständig, genau und zeitnah den verantwortlichen Entscheidungsträgern vorliegen. Es soll damit die Reaktionsfähigkeit der Institute auf Krisensituationen erhöht werden.

Die Deutsche Bankenaufsicht betont, dass diese Anforderungen sich auf global und anderweitig systemrelevante Institute beziehen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass im Zuge der Weiterentwicklung der Bankenpraxis diese Anforderungen auch von kleinen und mittelständischen Instituten entsprechend dem Proportionalitätsprinzip in absehbarer Zukunft zu erfüllen sind.

 BUCHTIPP

Riediger (Hrsg.), Praktikerhandbuch Risikoreporting, 2018.

 

 

Hingegen sind die in Modul BT 3 formulierten Anforderungen an eine Risikoberichterstattung von allen Instituten zu erfüllen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf einer nachvollziehbaren, aussagekräftigen und zeitnahen Risikoberichterstattung. Quantitative Informationen sind entsprechend qualitativ zu würdigen und einzuordnen. Eine Herausforderung stellt die Anforderung an nicht standardisierte ad hoc Risikoinformationen aufgrund aktueller Marktsituationen dar.

Nicht-Handelsbuchinstitute können Erleichterungen bei der täglichen Risikoberichterstattung in Anspruch nehmen.

PRAXISTIPPS

  • Überprüfung Angemessenheit bestehender Going-Concern-Ansätze.
  • Würdigung der Granularität und Aktualität der Risikodaten.
  • Weiterentwicklung der Prozesse und Inhalte der Risikoberichterstattung.

 

  1. Dr. Kordula Oppermann verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in den Themen Gesamtbanksteuerung, Finance, Risikocontrolling, Regulatorik, Rechnungswesen und Projektmanagement. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre begann Dr. Kordula Oppermann ihre berufliche Laufbahn als Praktikant und Werkstudent bei BMW, gefolgt von beruflichen Stationen bei der HypoVereinsbank, DZ Bank sowie 15 Jahre Tätigkeit im Bereich Financial Service der KPMG, zuletzt als Partnerin.

    Dr. Kordula Oppermann ist Mitglied des Aufsichtsrats der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Grünwald sowie des Vereins Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR).

 

Beitragsnummer: 44992

Wechselwirkungen zwischen normativer und ökonomischer Perspektive

Tim-Oliver Engelke, Referent Bankenaufsichtsrecht/Gesamtbanksteuerung, Bereich Regulatorik, Verband der Sparda-Banken e.V. (persönliche Meinung des Autors)

Im Rahmen der stetig fortschreitenden Harmonisierung des europäischen Bankenaufsichtsrechts und speziell des ICAAP wurde das bisherige Konzept zur Ermittlung der Risikotragfähigkeit von Banken in Deutschland grundlegend durch den neuen aufsichtlichen Leitfaden zur Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte überarbeitet. Hierbei ist speziell der im ICAAP geforderte „gegenseitige Input“ (EZB, 2018) der normativen und ökonomischen Perspektive hervorzuheben. Während in MaRisk AT 4.1 schon bisher sowohl der Fortführungsgedanke im Sinne des Going-Concern als auch der Schutz der Gläubiger im Sinne des Gone-Concern von den Instituten anzuwenden war, galt dies bisher lediglich als Best-Practice-Ansatz, da der Großteil der Institute in Deutschland nur einen der beiden Ansätze verwendete. Im Zuge des neuen BaFin Leitfadens zur Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte wird jedoch gefordert, Erkenntnisse und Impulse der normativen Perspektive, welche durch die mehrjährige Kapitalplanung zur Erfüllung aller aufsichtlichen Vorgaben auf einen mittelfristigen Betrachtungshorizont ausgelegt ist, und der ökonomischen Perspektive, welche durch die barwertige Betrachtung des Vermögens und der Risiken einer zukunftsorientierten Betrachtung folgt, gleichermaßen im Zuge gegenseitiger Beeinflussung zu berücksichtigen.

Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Betrachtungshorizonte der beiden Perspektiven gewährleistet, dass bestimmte Risiken, wie in Textziffer 17 des BaFin Leitfadens erwähnt, nur im Zeitverzug auftreten können und demnach unterschiedliche Wirkungen entwickeln. Gemäß Textziffer 17 und 30 sind Risiken, welche sich im Zeitablauf materialisieren und Auswirkungen auf das Risikodeckungspotenzial und den Gesamtforderungsbetrag haben, quantitativ ebenfalls in der normativen Perspektive im Rahmen der Kapitalplanung zu berücksichtigen. Im Sinne des ICAAP soll durch den gegenseitigen Informationsfluss aus den beiden Perspektiven die Kontinuität des Instituts gewährleistet werden. Die EZB betont in diesem Zusammenhang speziell den Begriff der Kontinuität, um sich von Begriffen wie dem Überleben oder der Fortführung des Instituts im Sinne eines ehemaligen Going-Concern zu lösen. Entscheidend ist jedoch, dass die aus der ökonomischen Perspektive über ein Konfidenzniveau von 99,9 % quantifizierten Risiken nicht zwingend direkt im Sinne einer Überleitungsrechnung in die Kapitalplanung der normativen Perspektive übernommen werden müssen. Die Impulse und Auswirkungen der ökonomischen auf die normative Perspektive beziehen sich, trotz der Forderung einer quantitativen Berücksichtigung, verstärkt auf eine qualitative Betrachtung. Eine quantitative Eins-zu-Eins-Übertragung von einer Perspektive in die andere würde dementsprechend zu einer Doppelunterlegung führen.

Die nun folgenden Möglichkeiten zur Berücksichtigung des Inputs zwischen den Perspektiven beziehen sich primär auf die Richtung des Informationsflusses aus der zukunftsgerichteten ökonomischen Perspektive auf die Kapitalplanung der normativen Perspektive in einem adversen Szenario.

Das Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch stellt beispielsweise ein Risiko da, welches nicht durch die Anforderungen gemäß der Kapitaladäquanzverordnung abgedeckt ist und sich erst im fortschreitenden Zeitablauf materialisiert. Das Zinsänderungsrisiko kann sowohl im Rahmen einer periodischen und auf Erträge ausgerichteten Sichtweise, als auch aus einer barwertigen und auf den wirtschaftlichen Wert ausgerichteten Sichtweise betrachtet werden. Im Rahmen der periodischen Sichtweise könnte sich das Zinsänderungsrisiko beispielsweise durch einen steigenden Zinsaufwand in der GuV niederschlagen, was dementsprechend eine Verschlechterung der Zinsspanne mit sich bringen würde. Im Rahmen der mehrjährigen Kapitalplanung würde ein geringeres Jahresergebnis im adversen Szenario der Kapitalplanung zu einem in den Folgeperioden verringerten Eigenkapital führen und könnte dementsprechend die Erfüllung der aufsichtlichen Kapitalvorgaben gefährden. Im Rahmen der auf den wirtschaftlichen Wert ausgerichteten Sichtweise führt ein erhöhtes Zinsänderungsrisiko zu einer Bildung von „Drohverlustrückstellungen“ in der Bilanz oder „sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ und somit einem Abschreibungsbedarf in der GuV gem. IDW RS BFA3. Dies basiert auf dem Sachverhalt, dass die ökonomische Perspektive mögliche Langzeiteffekte berücksichtigt und das Vermögen im Zeitpunkt t0 zum Zeit- bzw. Barwert betrachtet. Die normative Perspektive setzt hingegen auf buch- und aufsichtliche Werte auf. Bei einem ad hoc ansteigenden Zinsniveau würde gem. IDW RS BFA3 der Buchwert den Barwert des Bankbuchs übersteigen, womit unrealisierte Verluste im Bankbuch verbunden wären, welche in der Bilanz und der GuV auszuweisen wären. Des Weiteren kann ein erhöhtes Zinsrisiko auf die mit einem Zinsänderungsrisiko behafteten Geschäfte im Bestand des Anlagebuchs, über den barwertig berücksichtigten 200-Basispunkte-Schock des Instituts, zu einem Bucket-Wechsel gemäß der Zuschlagsmatrix des SREP-Kapitalzuschlags führen. Das Institut hätte demnach in den Folgejahren eine erhöhte SREP-Gesamtkapitalanforderung (TSCR) einzuhalten. Eine etwaige Erhöhung des SREP-Zuschlags wäre speziell für Institute von Relevanz, welche sich bereits an einer Grenze zwischen zwei Zuschlägen innerhalb der Zuschlagsmatrix befanden und die bestehende TSCR im adversen Szenario nur knapp einhalten konnten.

Eine weitere, sich erst im fortschreitenden Zeitablauf materialisierende Risikoart besteht in Form des Liquiditätsrisikos. Entscheidend ist jedoch hier der unterschiedliche Anwendungsumfang für die direkt durch die EZB beaufsichtigten signifikanten Institute (SI) und die direkt durch die BaFin und Bundesbank beaufsichtigten weniger signifikanten Institute (LSI). Während die EZB den ICAAP und ILAAP eng miteinander für die SI verzahnt sieht und man teilweise schon vom „ICLAAP“ spricht, beabsichtigt die BaFin für die LSI im neuen RTF-Leitfaden lediglich eine Berücksichtigung von erhöhten Refinanzierungskosten im adversen Szenario. Die Implementierung eines ganzheitlichen ILAAP für die LSI im Zuge des RTF-Leitfadens ist seitens der BaFin nicht beabsichtigt. Der Fokus liegt primär darauf, im Zuge der individuellen Risikoanalyse das Blickfeld auf weitere wesentliche Risiken zu erweitern. Die Ursache einer Liquiditätskrise besteht unter anderem in einem Vertrauensverlust bezogen auf die Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Kontrahenten, ausgelöst durch eine Informationsasymmetrie und Intransparenz am Interbankenmarkt (Schlenker, 2015). Analog zum Zinsänderungsrisiko würden steigende Liquiditätsspreads zu einer verschlechterten Zinsspanne und demnach einem niedrigeren Eigenkapital in den Folgeperioden der Kapitalplanung führen.

Als weiterer Punkt wird im Beispiel zu Textziffer 67 des RTF-Leitfadens das Credit-Spread-Risiko dargestellt. Die Verschlechterung der Bonität eines Kreditnehmers oder die Abweichung des Spreads eines Finanzinstruments im Vergleich zum Markt führt bei einer absehbaren, dauerhaften Wertminderung zu einem Abschreibungsbedarf in der GuV oder der Notwendigkeit zur Bildung stiller Lasten. Gemäß Bünte (2009) führt die Vernachlässigung von Credit-Spread-Risiken in der Beurteilung der Risikotragfähigkeit zu einer deutlichen Unterschätzung des möglichen Abschreibungsbedarfs. Zur Verdeutlichung führt Bünte (2009) das Beispiel der Commerzbank aus dem Jahre 2007 an, welche im Zuge gestiegener Spreads einen Verlust von knapp 700 Millionen Euro im festverzinslichen Wertpapierportfolio verzeichnen musste.

 SEMINARTIPPS

Neuer aufsichtlicher Leitfaden zur Risikotragfähigkeit, 18.10.2018, Köln.

Stolpersteine bei der Verknüpfung der Kapitalplanung mit der RTF-Planung, 22.11.2018, Köln.

Deutlich anspruchsvollere Vorgaben für die Kreditportfolio-Steuerung, 19.11.2018, Köln.

 

Ein zusätzliches, nur in der ökonomischen Perspektive erkennbares Risiko besteht zudem im Migrationsrisiko in Form von Ratingverschlechterungen, welche erst im Zeitablauf erkennbar werden. Die direkte Berücksichtigung von Migrationsrisiken in Kreditportfoliomodellen oder durch eine Verschiebung von bonitätsstufenabhängigen Risikogewichten im Kreditrisiko-Standardansatz (KSA) führt zu einer Erhöhung des Gesamtforderungsbetrages (RWA). Steigende RWA-Summen führen in den Folgeperioden demnach zu einer Verschlechterung der aufsichtlichen Kapitalquoten. Entscheidend ist jedoch, dass bis in den Ausfallstatus migrierte Positionen im Zuge einer Verschiebung der Risikogewichte nicht komplett aus der Risikomessung entfernt werden können und weiterhin in der Summe der RWA und demnach dem Nenner der aufsichtlichen Kapitalquoten Berücksichtigung finden müssen.

Als letzter Punkt ist noch die Summe weiterer ggf. wesentlicher Risiken zu erwähnen, welche sich beispielsweise in Form des Geschäftsrisikos, des Töchterrisikos und des Marktpreisrisikos im Rahmen des „Kapitalzuschlags aufgrund weiterer wesentlicher Risiken“ der BaFin im Zeitablauf manifestieren können. Speziell ein steigendes Geschäftsrisiko könnte zu steigenden Kosten und demnach einem niedrigeren Jahresergebnis in der GuV führen. Analog zum Zinsänderungsrisiko können erhöhte wesentliche Risiken zudem zu einem Bucket-Wechsel im Rahmen des SREP-Zuschlags führen. Ein im adversen Szenario erhöhtes Geschäftsrisiko wird zu den übrigen Nicht-Säule-1-Risiken addiert und ins Verhältnis zum Gesamtrisikobetrag gesetzt. Bei gleichbleibender Risikoprofilnote kann sich in der Zuschlagsmatrix demnach ein anderer Kapitalzuschlag in Prozentpunkten für das Institut ergeben.

Entscheidend bei der Berücksichtigung des Zusammenspiels und des sich gegenseitig beeinflussenden Informationsflusses der beiden Perspektiven ist demnach die Identifizierung und Auseinandersetzung mit institutsindividuellen Risiken, welche sich erst im Zeitablauf manifestieren können. Indem das Institut den Blick auf weitere, bisher nicht beachtete Risiken und Szenarien erweitert und Risiken aus unterschiedlichen Betrachtungshorizonten gleichermaßen berücksichtigt, wird ein vollständigeres Bild über die Anfälligkeiten des Instituts geschaffen. Die qualitative Analyse des institutsspezifischen Risikoprofils, der Strategie und des Umfelds ist demnach wichtiger, als der quantitative Impact und die Festlegung eines spezifischen Konfidenzniveaus zur Messung der Risiken per se.

Praxistipps:

  • Das Institut sollte sich im Rahmen der qualitativen Analyse des Risikoprofils und der Risikoinventur umfassend mit den institutsindividuellen Anfälligkeiten und Schwächen auseinandersetzen.
  • Die normative und die ökonomische Perspektive sind eng miteinander verzahnt und sollten auch dementsprechend gesteuert werden. Eine silobasierte Betrachtung und Steuerung der beiden Perspektiven kann die Kontinuität des Instituts nicht umfassend gewährleisten.
  • In die Klasse „ausgefallene Forderungen“ migrierte Positionen sind in der Risikomessung und im Gesamtforderungsbetrag weiterhin zu berücksichtigen und verschwinden nicht aus der Betrachtung.

Quellen:

BaFin (2018): Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren

prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung („ICAAP“) – Neuausrichtung.

BaFin (2018): Konferenz zum Thema Risikotragfähigkeitsleitfaden (29.05.2018).

Bünte, Dominik (2009): Integration von Spreadrisiken in die Kreditrisikomessung, Kreditwesen 13/2009.

EZB (2018): Leitfaden der EZB für den internen Prozess zur Beurteilung der

Angemessenheit des Kapitals (Internal Capital Adequacy Assessment Process – ICAAP).

Schlenker, Philip (2015): Die neue Basler Liquiditätsrisikoregulierung: Auswirkungen der LCR auf Banken, Geschäftsmodelle und die Stabilität des Finanzsystems, Igel Verlag RWS.

 

Beitragsnummer: 40534

Der neue Risikotragfähigkeit-Leitfaden der nationalen Aufsicht

Erste Würdigungen und Handlungsimplikationen auf Basis der Veröffentlichung vom 24.05.2018

Prof. Dr. Svend Reuse, MBA, Bereichsleiter Gesamtbanksteuerung, Stadtsparkasse Remscheid, Honorarprofessor an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management, Fachbeirat im isf – Institute for Strategic Finance[1]

1. Einleitende Worte

Im Laufe des Jahres 2017 sind erste Überlegungen zu einer kompletten Modifikation des bis dato gültigen Leitfadens der Aufsicht aus 2011 angestellt worden. Mit der Eröffnung der Konsultation des neuen RTF-Leitfadens am 05.09.2017 und der Veröffentlichung des inoffiziellen Zwischenstandes am 20.12.2017 hat die Aufsicht die neue Zielrichtung auch extern kommuniziert. Am 24.05.2018 wurde der finale Leitfaden der Aufsicht veröffentlicht, flankiert durch eine begleitende Veranstaltung der BaFin am 29.05.2018 in Bonn. Dieser Beitrag hat das Ziel, die wesentlichen Veränderungen seit der Dezemberversion aufzuzeigen und erste Handlungsimplikationen für die Institute zu geben.

 SEMINARTIPPS

Neuer aufsichtlicher Leitfaden zur Risikotragfähigkeit, 18.10.2018, Köln.

Deutlich anspruchsvollere Vorgaben für die Kreditportfolio-Steuerung, 19.11.2018, Köln.

Stolpersteine bei Verknüpfung der Kapitalplanung mit der RTF-Planung, 22.11.2018, Köln.

Prüfung und Beurteilung der Risikotragfähigkeitsprozesse (RTF), 26.11.2018, Frankfurt/M.

2. Darstellung der Veröffentlichung vom 24.05.2018

Die im Rahmen der Konsultation angeführten Argumente sind im inoffiziellen Zwischenentwurf vom 20.12.2017 verarbeitet worden. Das darauf folgende finale Werk ist fast ein halbes Jahr später, am 24.05.2018, auf der Homepage der BaFin veröffentlicht worden, wie Abb. 1 zeigt.

Abbildung 1: Veröffentlichung des neuen RTF Leitfadens der BaFin

3. Analyse der Veränderungen im Vergleich zu inoffiziellen Version vom 20.12.2017

Es ist festzuhalten, dass sich im Vergleich zur Version vom 20.12.2017 nur marginale Änderungen ergeben haben. Abbildung 2 verdeutlicht die inhaltlichen Änderungen und würdigt sie aus Sicht des Autors.

Abbildung 2: Wesentliche Veränderungen der finalen Version zum Stand Dezember 2017

Die Änderungen sind primär redaktioneller Art, die o. g. Aspekte sind die einzigen Punkte, die inhaltliche Neuerungen mit sich bringen. Der Zwischenentwurf ist folglich nahezu unverändert umgesetzt worden.

4. Perspektiven der Risikotragfähigkeit

Hierauf aufbauend lassen sich final folgende Perspektiven der Risikotragfähigkeit festhalten, wie Abb. 3 zeigt.

Abbildung 3: Perspektiven der Risikotragfähigkeit

Positiv zu erwähnen ist, dass nach wie vor keine Limitierung in der normativen Sicht erforderlich ist. Letztlich müssen die Institute in der normativen Sicht im einfach modellierten Fall (abhängig von der Größe und Komplexität der Geschäftstätigkeit) nur zwei Szenarien aufstellen: das Planszenario und ein adverses Szenario. Beim adversen Szenario handelt es sich um ein Risikoszenario, welches spürbare Abweichungen von der Planung beinhaltet. Eine mögliche Alternative hierzu ist, dass das adverse Szenario stressähnliche Züge und einen schweren konjunkturellen Abschwung beinhaltet. Dann erfüllt ein Institut die MaRisk in Bezug auf Stresstests für das Gesamtrisikoprofil. Weitergehende Teile der Stresstestmodellierung gerade in Bezug auf Modellrisiken sind jedoch in der ökonomischen Perspektive erforderlich.

Die Anforderungen an die ökonomische Perspektive sind bis auf wenige Ausnahmen nicht neu. Die Methoden und Konzepte sind seit mehr als 15 Jahren bekannt und etabliert. Der Fokus muss hier folglich – bis auf die Frage der Implementierung des Neugeschäfts – auf der Parametrisierung und Datenversorgung liegen.

5. Kritische Würdigung und Ausblick auf die Zukunft

Positiv zu erwähnen ist die nunmehr klare Abkehr von der Doppelunterlegung von Risiken. Durch die Trennung in normative und ökonomische Sicht ist dies gekonnt vermieden worden. Für die Institute ist dies nun klarer und auch betriebswirtschaftlich eingängiger als die Anwendung der bisher vorherrschenden Going Concern-Ansätze.

Letztere kann ein Institut nach dem Annex zwar weiter pflegen und fortführen – allerdings wird die Übergangsfrist aus Sicht des Autors eher kurz sein, 2 bis 3 Jahre erscheinen hier realistisch. Die Institute sollten sich somit frühzeitig auf die Umsetzung vorbereiten und die relevanten Daten zeitnah erheben und validieren. Gerade bei den Verwaltungskosten in der ökonomischen Sicht ist hier ein großer Hebel zu vermuten. Entgegen der bisherigen Vorgehensweise beim Liquidationsansatz ist eben nicht auf Abfindungskosten o. ä. einzugehen, sondern „nur“ auf die Verwaltung der Bestände. Auch wenn der ökonomische Ansatz kein Neugeschäft enthält, wird doch die Fortführung des Institutes angenommen, was zu einer deutlichen Entlastung im Vergleich zum Liquidationsansatz führen dürfte.

Inhaltlich ist anzumerken, dass die im Rahmen der Konsultation aufgeworfenen Fragen in Bezug auf Konfidenzniveau, Eignung der Risikomodelle und Integration von Neugeschäft leider nicht aufgenommen wurden. Die ökonomische Perspektive bleibt aufgrund dessen unvollständig. Eine Konsistenz der beiden Ansätze ist aus Sicht des Autors nur gegeben, wenn eine zeitraumorientierte Betrachtung in einer integrierten Kapitalplanung erfolgt. Abbildung 4 verdeutlicht dies.

Abbildung 4: Integration beider Sichtweisen in einen konsistenten Steuerungskreis

Zu erkennen ist, dass das in der zeitpunktbezogenen Barwertsteuerung schlagend werdende Szenario der steigenden Zinsen am langen Ende zu einer überproportionalen Barwertsteigerung führt. Steigende Zinsen sind folglich gut für ein Institut mit positiver Fristentransformation, was im Steuerungskreis adäquat verankert werden sollte. Letztlich lässt sich die in Tz. 65 und 67 des Leitfadens geforderte Konsistenz der Ansätze nur durch die Integration des Neugeschäftes erreichen.

 BUCHTIPPS

Reuse (Hrsg.), Praktikerhandbuch Risikotragfähigkeit, 2016.

Buchmüller/Pfeifer (Hrsg.), MaRisk-Interpretationshilfen, 5. Aufl. 2018.

BankPraktiker WIKI MaRisk, 2. Aufl. 2018.

 

Als Fazit bleibt jedoch festzuhalten: Der neue RTF-Leitfaden ist trotz methodischer Kritikpunkte ein deutlicher Fortschritt. Es bleibt zu hoffen, dass die im Rahmen der Konsultation eingebrachten Argumente Eingang in die weitere Entwicklung nehmen werden. Diese wird nicht lange auf sich warten lassen – SREP für LSI und neuere Veröffentlichungen von EZB und EBA zum Thema Risikotragfähigkeit sind bereits in der Pipeline.

PRAXISTIPPS

  • Setzen Sie sich frühzeitig mit der Umsetzung der neuen Anforderungen auseinander – die Übergangsfristen können kürzer sein, als Sie denken.
  • Auch neuere Papiere der EZB/EBA sollten Sie im Auge behalten – oftmals finden sich Dinge, die hier veröffentlicht werden, 2 bis 3 Jahre später in der deutschen Umsetzung für LSI (Less Significiant Institutions) wieder.
  • Analysieren Sie Ihre Risikomodelle kritisch – welche sind für ein 99,9%-Konfidenzniveau geeignet und welche bedürfen einer zumindest partiellen Modifizierung?
  • Setzen Sie auf die Begleitung durch die Verbände – so lassen sich Synergien erzielen.
  • Fokussieren Sie sich auf die Parametrisierung der Bestandskosten in der ökonomischen Perspektive – hier ist der größte Hebel für die RTF zu erwarten.

LITERATURTIPPS

BaFin (2018.05a): Anschreiben: Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte;
Veröffentlichung der Endfassung des aufsichtlichen Leitfadens, GZ: BA 54-FR 2210-2018/0004,
24.05.2018, erhältlich auf:
https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Anlage/dl_180524_rtf_leitfaden_anschreiben.pdf?__blob
=publicationFile&v=1, Abfrage vom 24.05.2018.

BaFin (2018.05b): Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer
Einbindung in die Gesamtbanksteuerung („ICAAP“) – Neuausrichtung, 24.05.2018, erhältlich auf:
https://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Anlage/dl_180524_rtf-leitfaden_veroeffentlichung.pdf?__blob=publicationFile&v=1, Abfrage vom 24.05.2018.

Reuse, S. (2017): MaRisk 6.0 – Würdigung der finalen Version vom 27.10.2017, Darstellung von Umsetzungsempfehlungen und Aufbau eines Projektplans, in: Banken-Times Spezial Sonderausgabe MaRisk – November, erhältlich auf: https://www.fc-heidelberg.de/banken-times-spezial-sonderausgabe-marisk-2/?print=print, Abfrage vom 07.11.2017.

Zeranski, S. / Reuse, S. (2017): Stellungnahme im Rahmen der Konsultation des Papiers „Risikotragfähigkeit: Neuer Leitfaden zur aufsichtlichen Beurteilung“, erhältlich auf: https://www.ostfalia.de/export/sites/default/de/zwirn/veroeffentlichungen/ZWIRN_Zeranski_Reuse_Stellungnahme_RTF _BaFin_Papier_2017_10_04.pdf, Abfrage vom 10.02.2018.

 

  1. Dieser Beitrag stellt die persönliche Meinung des Verfassers dar, die nicht notwendigerweise mit der der Stadtsparkasse Remscheid übereinstimmen muss.

 

Beitragsnummer: 40518