Der perfekte Match



Digitale Methoden und analoge Welt

Julia Droege-Knaup, Pressesprecherin, Frankfurter Sparkasse

         

Beschäftigte der Frankfurter Sparkasse haben eine Web-Anwendung entwickelt, welche mit digitalen Methoden Menschen in der analogen Welt zusammenbringt.

Gruppenfoto des Projektteams mit unserem Vorstandsvorsitzenden.

Es zeigt v.l.n.r. stehend: Pietro de Bernardo, Michael Koßmehl (innovationLab) und Isabel Radandt, v.l.n.r. sitzend: Elena Martiny (innovationLab), Claudio Negro, Dr. Marie-Luise Sessler (innovationLab), Robert Restani (Vorstandsvorsitzender) und Steffen Zeller. Fotograf: Heinrich Grummet.

I. Kunden neu begeistern – aber wie?

Wann haben Sie zum letzten Mal eine Bankfiliale betreten, um sich dort beraten zu lassen? Den meisten Menschen fällt eine spontane Antwort auf diese Frage schwer. Es ist kein Geheimnis, dass sich das Nutzerverhalten von Bankkunden zunehmend ändert – und dass dies eine Herausforderung insbesondere für die Kreditinstitute darstellt, die bisher im Wettbewerb vor allem mit qualitativ hochwertiger Beratung von Mensch zu Mensch punkteten. Diesen menschlichen Kontakt schätzen die Kunden weiterhin, gerade bei komplexen Themen. Für viele ist die Möglichkeit einer individuellen Beratung ausschlaggebend für die Wahl ihrer Hausbank, doch sie nutzen diese Dienstleistung nur ...


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Das digitale Ökosystem im Corporate Banking



Einstieg in ein modernes Banking mittels digitaler Bankenplattform

Martijn Hohmann, Geschäftsführer, Five Degrees

           

I. Digitalisierung des Bankvertriebs

Die Automobilindustrie hat es vorgemacht. Um den Kontakt zu Kunden zu erhalten und wettbewerbsfähig zu bleiben, haben viele Automobilhersteller Mobilitätsplattformen aufgebaut. Diverse Dienstleistungen wurden von und mit Partnern rund um das Produkt „Auto“ integriert, um Kunden einen ganzheitlichen Mobilitätsservice zu ermöglichen. Im Zuge dieses Prozesses sind in fast allen Bereichen der Wertschöpfungskette hochspezialisierte Partner entstanden und aufgenommen worden.

Im Vergleich dazu hinkt der Bankensektor in Bezug auf Innovationskraft und Digitalisierungsstrategien hinterher. Weiterhin ist die Bereitschaft zur Veränderung der etablierten Finanzhäuser geringer als das Potenzial, das die Digitalisierung mit sich bringt. Fest steht: Digitalisierung und neue Technologien durchdringen nahezu jede Industrie. Dadurch werden nicht nur die Kundenerwartungen neu definiert, sondern auch diverse Branchengrenzen durchbrochen. Das Festhalten am Status Quo und bisherigen Prozessen und IT-Konstellationen kann an dieser Stelle risikoreich sein. Die ganzheitliche Digitalisierung des Bankings hingegen bietet Chancen für die Entwicklung neuer Bankleistungen, Zugangswege und Anwendungsmöglichkeiten. Ein bereits in anderen Bereichen sehr erfolgreicher, für Banken aber noch neuartiger Ansatz dafür sind digitale Ökosysteme mit höherem Nutzen und ...


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Künstliche Intelligenz in der IT-Security



Wie Machine-Learning-basierte SIEM-Lösungen dabei helfen können, die IT-Sicherheit in Unternehmen zu erhöhen

Michael Frühauf, Student, FOM Hochschule für Oekonomie & Management Frankfurt am Main,

           

Dr. Patrick Hedfeld,

Prof. Dr. Bernd Ulmann

I. Einleitung

Durch Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 nimmt die Vernetzung im Unternehmensumfeld stetig zu. Damit einhergehend steigt auch der Datenverkehr im Unternehmensnetzwerk an; der IT-Security-Aspekt wird dabei allerdings häufig vernachlässigt. Im Hinblick auf die weltweit zunehmenden IT-Security-Vorfälle wird daher eine Überwachung des Datenverkehrs immer wichtiger. Ein SIEM-System kann diese Aufgabe übernehmen. Da stetig neue Bedrohungen hinzukommen – etwa 350.000 bis 400.000 neue Schadprogramme pro Tag[1] – ist eine rein regelbasierte Überwachung, wie sie in klassischen SIEM-Lösungen üblich ist, inzwischen unzureichend. Moderne SIEM-Lösungen setzen daher auf selbstlernende Algorithmen, besser bekannt als künstliche Intelligenz (KI) oder Machine Learning.

II. Was leistet ein SIEM-System?

1. Aufgaben eines SIEM-Systems

SIEM-Systeme übernehmen das Monitoring sicherheitskritischer Vorgänge des Netzwerkverkehrs. Dazu werten sie Logfiles von verschiedenen Quellen – wie etwa Intrusion Detection Systemen (IDS), Firewalls oder Antivirensoftware – aus ...


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Künstliche Intelligenz – Fluch und Segen zugleich



Talena Wahl, Bankenaufseherin, Deutsche Bundesbank (Dieser Beitrag gibt die eigene Meinung der Autorin wieder und stellt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Deutschen Bundesbank dar.)

     

Das Jahr 2019 soll keine Neuauflage von George Orwells „1984“ werden. Die Dystopie von Orwell zeichnet einen Überwachungsstaat ohne jegliche Privatsphäre ab. Durch Künstliche Intelligenz wäre das sicherlich möglich. Doch durch ethische Mindeststandards und eine Partizipation der EU an der weiteren Entwicklung lassen sich solche Horrorvorstellungen abwenden und die Vorteile von Künstlicher Intelligenz effizient nutzen.

I. Was ist Künstliche Intelligenz überhaupt?

Wer ein Smartphone besitzt, kann Künstliche Intelligenz ganz persönlich erleben. Im Fotoalbumwerden je nach Smartphone unterschiedlichste Kategorisierungen vorgenommen. Personen werden erkannt und teilweise sogar benannt, wenn das Fotoalbum mit dem Adressbuch vernetzt ist. Doch obwohl uns Künstliche Intelligenz fast täglich in den Medien oder in Konfrontation mir unserem Smartphone begegnet, stellen sich die wenigsten die Frage, was tatsächlich unter dem Begriff subsummiert wird.

Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence im Englischen) ist ein Forschungsgebiet, dessen Bedeutung in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Intelligenz oder auch kognitive Leistungsfähigkeit bringt man normalerweise mit Menschen oder Tieren in Verbindung. Doch auch Maschinen ...


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Digitalisierung als neuer Kondratieff-Zyklus?



Dr. Patrick Peters, Mönchengladbach

I. Einleitung

Die Digitalisierung wird von vielen als sechste Welle des Kondratieff-Zyklus bezeichnet. Technologieunternehmen sind seit Jahren der Renner an den internationalen Kapitalmärkten. Ihre Marktwerte wachsen und wachsen. Family Offices, Asset Manager, Privatbanken, Fondsgesellschaften sowie Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer müssen es schaffen, sich auf allen Ebenen zu digitalisieren, um Mandanten in der digitalen Welt bei ihren Bedürfnissen abzuholen.

II. Begriffsdefinition

Als Kondratieff-Zyklen werden die in sogenannten „langen Wellen“ verlaufenden Schwankungen der Weltkonjunktur bezeichnet. Der Begriff geht zurück auf den russischen Wirtschaftswissenschaftler Nikolai D. Kondratieff (1892–1938), der dieses Phänomen erstmals 1926 beschrieben hatte. Diese langfristigen Konjunkturbewegungen werden dabei in Zeitabschnitte von etwa 50 bis 60 Jahren eingeteilt. Am Beginn jedes langfristigen Wirtschaftsaufschwungs steht dabei, wie vom österreichischen Nationalökonomen Joseph Alois Schumpeter (1883–1950) festgestellt wurde, eine neue, umwälzende Technik, die tiefgreifende Veränderungen in der Wirtschaft bewirkt.

1. Die erste Welle

„Die erste lange Welle von 1787 bis 1842 wurde danach durch die Erfindung der Dampfmaschine ausgelöst und war besonders durch die industrielle Revolution gekennzeichnet. Die zweite lange Welle von 1843 bis 1894 war vor allem gekennzeichnet durch die Entwicklung der Eisenbahn und Dampfschifffahrt, aber auch den Ausbau des Bergbauwesens ...


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FinTechs und Banken: Vertiefung von Wertschöpfungsketten unter PSD2



Die Regulierung bringt FinTechs und Banken auf Augenhöhe und versetzt sie in die Lage, ihre Stärken zur Entwicklung von nutzerorientierten Produkten zu bündeln.

Dirk Rudolf, Gründer und Geschäftsführer FinTecSystems

Thomas Teuber, Geschäftsleiter bei der SKG BANK (eine Marke der DKB AG)

I. Die PSD2 setzt den Rahmen für Open Banking

Der Begriff, der die Bankenwelt aktuell besonders prägt, ist „Open Banking“. Er wird verwendet, um den Prozess zu beschreiben hin zu einem Modell, bei dem Bankdaten zwischen verschiedenen Teilnehmern im Banken-Ökosystem ausgetauscht werden. Die Grundlage für Open Banking ist eine der innovativsten Richtlinien, die die Europäische Union in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat – die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie der Europäischen Kommission, besser bekannt als PSD2 (Payment Service Directive 2). Die PSD2 trat am 13.01.2016 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt hatten die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen (in Deutschland z. B. durch das ZAG, Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz).

Die Europäische Kommission verfolgt mit der PSD2 mehrere Ziele:

  • den Wettbewerb auf Augenhöhe zwischen allen Marktteilnehmern (Banken und neue Anbieter) herstellen,
  • die Schaffung eines integrierten und effizienten europäischen Zahlungsverkehrsmarktes,
  • die Zahlungen sicherer und einfacher zu machen,
  • den Verbraucherschutz erhöhen,
  • ...

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Der Digitale Finanzbericht

Oliver Pickert, Analyst Marktfolge Kredit, Volksbank RheinAhrEifel eG[1]

„Der Digitale Finanzbericht“ ist im aktuellen Nutzungsumfang ein deutschlandweit einheitlicher Standard, um Jahresabschlussdaten an Kreditinstitute elektronisch zu übertragen.

Digitalisierung, weit mehr als reine Technik

Offiziell hat sich das Projekt „Der Digitale Finanzbericht“ die Maschinenlesbarkeit von Jahresabschlussdaten auf Seiten der Banken zur Aufgabe gemacht. Rein technisch ist also die Datenübertragung mit dem Transfer der E-Bilanz an die Finanzbehörde vergleichbar. Unter anderem soll der händische Erfassungsaufwand minimiert werden – Erfassungsaufwand, welcher der eigentlichen Analyse vorausgeht.

In der subjektiven Wahrnehmung sind es dreiviertel der Arbeitszeit, die darauf verwendet werden, Daten manuell zur erfassen oder durch scannen in die entsprechenden Systeme zu übernehmen. Damit verbleiben zur Analyse und weiteren Verarbeitung gerade einmal ein Viertel des verfügbaren Zeitfensters. Diese Gewichtung sollte überdacht werden und zwar bevor die Gegebenheiten dazu zwingen.

Stand heute lassen sich auch die Daten der Einnahmeüberschussrechnung digital übermitteln. Fachkundige Kreise gehen sogar davon aus, dass hier die höheren Übertragungsmengen zu erwarten sind.

SEMINARTIPPS

Analyse der zukünftigen Kapitaldienstfähigkeit, 07.10.2019, Frankfurt/M.

Quick-Check BWA-Analyse, 05.11.2019, Wiesbaden.

Automatisierte EWB-Sicherheiten-Prüfung, 11.11.2019, Berlin.

Sicherheitenmanagement nach CRR, 20.11.2019, Frankfurt/M.

Kredit-Jahrestagung 2019, 20.–21.11.2019, Berlin.

Eine weit größere Innovation des „Digitalen Finanzberichts“ besteht jedoch in der Bereitschaft zur Kooperation aller am Vorgang Beteiligten (Steuerberater, Kreditinstitute, Softwareanbieter). Gerade die gemeinsame Kommunikation offenbart weitere Synergien und macht deutlich, in welchem Maße beispielsweise Informationen ungenutzt vorgehalten werden. Daten, die beim jeweiligen Empfänger ansonsten nur mit erheblichem Aufwand und auch nur unvollständig erhoben werden.

Die Nutzung von Daten konsequent weiter ausbauen

Die Verfügbarkeit möglichst vielseitiger Informationen ist noch wesentlicher als deren möglichst einfache Erhebung. Dabei ist nicht nur der Dateneingang, sondern auch die konsequente Weiterverarbeitung ein entscheidendes Kriterium. Gemeint ist die Möglichkeit, vorliegende Daten, z. B. bereichsübergreifend nutzen zu können. Begriffe wie „Datawarehouse“, „Datalakes“ und „Big Data“ machen immer wieder die Runde, nicht zuletzt in zentralen Institutionen wie der Bundesbank.

Leider sind es gerade die wirtschaftlichen Interessen der jeweiligen Softwareanbieter, die den möglichen Umfang der Nutzung einschränken oder aber Medienbrüche zu mindestens nicht beheben. Diese Medienbrüche führen beim Nutzer zu organisatorischem Mehraufwand bzw. ziehen teilweise umständliche Softwarelösungen nach sich.

Anregungen für den Alltag

Allgemeingültige Tipps für den Alltag gibt es bislang nicht, denn das würde voraussetzen, dass die Gegebenheiten in allen Kreditinstituten und Steuerberatungspraxen gleich wären, was nicht der Fall ist. Folglich sind es die klassischen Themen wie Kommunikation und Kooperationsbereitschaft, die es als Voraussetzung einer gelungenen Zusammenarbeit zu erfüllen gilt.

Mit Wissen gewinnen

Es ist die Dosis, die das Gift macht und so ist es wesentlich, die am Prozess beteiligten Personen in einem sachgerechten Maß vorab zu informieren. Es gilt sie zu informieren, welche Kooperationen angestrebt und welche Ziele hiermit verfolgt werden. Und zwar dass die Einführung der digitalen Datenübertragung geplant ist und welche Konsequenzen sich für die tägliche Arbeit ergeben können. Den Führungskräften kommt noch eine weitere Aufgabe zu: die Nachsicht. Damit ist nicht nur das Verständnis für den Mitarbeiter gemeint, der sich nun mit den Neuerungen auseinandersetzen muss. Es ist vielmehr die Planung und Kommunikation von Reviews gemeint – nicht zuletzt, um so die Ernsthaftigkeit des Vorhabens zu unterstreichen.

Mut zur Lücke

Das Vertrauen in die Qualität der gelieferten Daten ist nötig, ebenso wie die Gewissheit der rechtlichen Verbindlichkeit. Dies klingt vergleichsweise einfach, stellt sich in der Praxis, also im Alltag, bisweilen als Herausforderung dar. Es sind Normen einzuhalten, Abläufe zu verändern oder zu errichten. Wie gilt es mit Fragen umzugehen bzw. zu reagieren, wenn Absprachen nicht eingehalten werden? In diesem Zusammenhang wird unser bisheriges Maß an individueller Toleranz erkennbar, welches wir bei Planung und Anwendung des Standards jedoch nicht mehr bereit sind zu akzeptieren. Genau diese Toleranz ist zu Beginn jedoch erforderlich, denn kein Standard ist von Anfang an perfekt. Lassen wir uns also von den Fragen und Herausforderungen der Praxis zu möglichst einfachen und praktikablen Lösungsansätzen führen.

Es gilt, die eigenen Grenzen auszuloten, d. h. in welchem Maße sind Veränderungen gewünscht und gelingt es, diese sukzessive auch auf die Mitarbeiter zu übertragen. Denn es sind die Mitarbeiter, die im Alltag an die Sinnhaftigkeit der Kooperation glauben müssen. Sie sollen auch in der Hektik der täglichen Aufgaben an Schnittstellen denken und diese konsequent nutzen.

PRAXISTIPPS

  • Suchen Sie die aktive Kommunikation mit Mitarbeitern und Steuerberatern.
  • Lassen Sie Rückfragen und insbesondere Kritik zu und „lernen Sie daraus“.
  • „Probieren geht über Studieren“, aus eigener Anwendung heraus, Chancen und Risiken selbst erfahren.
  • Warten Sie nicht auf die Lösung durch andere, suchen Sie sie selbst.
  1. Als langjähriger Analyst der Volksbank RheinAhrEifel e.G. ist Herr Oliver Pickert seit 2010 thematisch mit der digitalen Datenübertragung an Kreditinstituten vertraut. Dabei kommen ihm seine steuerrechtliche Ausbildung und studienbegleitende Einblicke in verschiedene Steuer-beratungspraxen zu Gute. Darüber hinaus begründet sich so seine Mitarbeit in diversen Gremien, u. a. im Projekt „Der Digitale Finanzbericht“.

Beitragsnummer: 81245

Optimierung von Bauträgerfinanzierungsprozessen – ein Erfahrungsbericht

Nicole Farrelly, Leiterin der Bauträgergruppe der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau
Kai Horn, Leiter Vertrieb & Marketing, highQ Computerlösungen GmbH, Freiburg

Bauträgerfinanzierungen sind schon immer hoch risikobehaftet und müssen daher intensiv überprüft werden. Dadurch und durch die Abwicklung nach der Makler- und Bauträgerverordnung ergeben sich in der Bearbeitung zahlreiche Besonderheiten. Die Kreditabwicklung ist meist sehr komplex und aufwendig. Der Personaleinsatz bei den Banken für ein professionelles Handling der Kredite war und ist enorm. In Zusammenarbeit mit der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau entwickelt highQ Computerlösungen GmbH daher seit 1999 kontinuierlich an abakusBT, der Lösung, um den Bauträgerfinanzierungsprozess effizienter und genauer abzubilden. Nicole Farrelly, Leiterin der Bauträgergruppe der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau ist die „Miterfinderin“ der Software. Sie stellt in diesem Beitrag die für Banken wesentlichen Merkmale dar.

In den letzten Jahren wurde es durch die sich immer länger hinziehenden Baugenehmigungszeiten und die häufig deutlich gestiegenen Baukosten und ansteigenden Projektgrößen erforderlich, eine sehr detaillierte Kenntnis der Marktentwicklung, aber auch der Kosten- und Vergaberisiken zu erlangen. Daher ist es für die Kreditgeber immer wichtiger, über ein funktionierendes „Frühwarnsystem“ zu verfügen, um mögliche Schieflagen oder Probleme der betroffenen Kredite rechtzeitig zu erkennen. „Mit abakusBT haben wir eine Software, die nicht nur Doppeleingaben in verschiedenen Systemen erspart, sondern die Eingaben auch entsprechend plausibilisiert. Mit der highQ-Lösung werden die Anwender sinnvoll durch die Masken geführt, so wird nichts vergessen oder übersehen. Durch diese Systematik vermittelt die Software dem Anwender ganz beiläufig das gebündelte Wissen sämtlicher Experten, die mit abakusBT arbeiten und ihr Wissen fortlaufend einbringen.“ fasst Nicole Farrelly die Motivation zur Entwicklung und Nutzung der highQ-Software zusammen.

Das Bauträgerkreditgeschäft ist ein hoch interessanter Geschäftszweig, fehlende Grundstücke in Ballungsgebieten sorgen aber für hohe Grundstückseinkaufspreise, teilweise verbunden mit Baurechtsrisiken oder im Vertrieb erschwerende Auflagen über städtebauliche Verträge. Die Kombination sehr hoher Einkaufspreise verbunden mit langen Entwicklungszeiten birgt ein hoch potenziertes Risiko, da heute bereits die Marktpreise auf viele Jahre hinaus prognostiziert werden müssen. Der Kreditbedarf der Bauträger ist hoch und das knappe Gut Eigenkapital ist dadurch auf Jahre gebunden und die Limits der Banken begrenzen in der Regel auch die Volumina. Dennoch ist und bleibt die Bauträgerfinanzierung ein hochinteressantes Geschäftsfeld für Banken, aus dem sich auch häufig weitere Geschäfte ergeben, beispielsweise die Endfinanzierung der Käufer oder der Immobilienvertrieb. Um die hier möglichen Gewinne aus der Finanzierung realisieren zu können, muss die Abwicklung schlank und straff organisiert sein. Risiko-Controlling und Risiko-Management müssen ständig auf dem aktuellen Stand sein.

abakusBT vereint diese Notwendigkeiten und fördert eine höchstmögliche Effizienz in der Abwicklung. Durch Plausibilitätskontrollen bietet die Software schon im frühzeitigen Abwicklungsstadium hohe Sicherheitsstandards durch detaillierte Kosten- und Deckungsbeitragskontrollen. Die einzelnen Daten werden einmalig in die übersichtlichen Eingabemasken eingetragen. Durch Plausibilitätsprüfungen bei der Eingabe und beim Speichern werden Fehleingaben weitgehend vermieden, die DSGVO wird selbstverständlich eingehalten. Mit abakusBT verwalten Sie Ihre Bauträgerkredite optimal. Die vereinfachte und einheitliche Abwicklung von Bauträgerkrediten mit abakusBT stellt einen besonderen Vorteil gegenüber den klassischen Methoden dar. Das ständige manuelle Übertragen von Objekt- und Käuferdaten für die verschiedenen Auswertungen entfällt. Über die objektbezogenen und bauträgerspezifischen Grunddaten hinaus werden sämtliche Kontoumsätze und Kaufverträge erfasst. Mit Hilfe der intelligenten Eingabevervollständigung lassen sich so selbst größere Datenmengen schnell und einfach erfassen. Durch die zeitsparenden Import-Schnittstellen (AMADEUS, DTAUS) können Sie Daten, die Ihnen der Bauträger liefert (z. B. Kalkulation, Einheitenliste, Überweisungen) auch direkt in die Software einlesen.

Alle wichtigen Eingaben und Änderungen werden protokolliert und damit zur Wahrung des Vier-Augen-Prinzips dokumentiert. abakusBT ist für jeden Anwender durch den übersichtlichen Aufbau einfach zu bedienen. Die erfassten Daten werden durch das Programm ausgewertet und mit den Planzahlen abgeglichen. Dies ermöglicht eine detaillierte Mittelverwendungs- und Kostenkontrolle, aktuelle Gewinnberechnung und eine automatische Fortschreibung des Deckungsbeitrages. Die Schnittstellen zu den originären EDV-Systemen vereinfacht die Arbeit im Tagesgeschäft zusätzlich.

Durch die immer größer werdenden Finanzierungsvolumina und Projektgrößen bilden sich immer häufiger auch Bankpartnerschaften. Eine einheitliche Abwicklung erleichtert diese Gemeinschafts-Finanzierungen ungemein. abakusBT ist die Lösung für die Bauträgerfinanzierung in allen Banken, auf Sachbearbeiter-, Berater- und Controller-Ebene. Gemäß der Vorgabe „Mehr Überblick, weniger Risiko“ optimiert die highQ-Applikation das Kreditgeschäft – und schafft durch präzise, revisionssichere Arbeitsabläufe Sicherheit im täglichen Geschäft. Mit wenigen Mausklicks stehen Ihnen sämtliche relevanten Daten wie z. B. durchschnittlicher Verkaufserlös je qm, aktueller Verkaufsstand, aktueller Restkredit, Restbeleihung/qm und Vieles mehr zur Verfügung. Standard-Vordrucke und -Schreiben, u. a. die Freistellungserklärung, enthalten bereits alle erforderlichen Daten und können bei Bedarf (automatisch vervollständigt) ausgedruckt werden. Unter ständiger Überwachung von Plan und Ist fließen die nach Kostengruppen unterteilten Buchungen in die Auswertung ein. Hinweise auf Kostenüberschreitung werden sofort mit Kostenart und Betrag angezeigt. Das System ermöglicht die vollständige Erfassung, laufende Aktualisierung und regelmäßige Überprüfung aller finanzierungsrelevanten Daten eines Bauprojekts, eine Aufgabe, die „von Hand“ kaum ausreichend zu leisten ist. Volker Kluitmann, Leiter der Abteilung Immobilienkunden der Stadtsparkasse Düsseldorf, möchte die hilfreiche Software daher nicht mehr missen: „abakusBT ist ein wesentlicher Baustein für die risikoangemessene Betreuung und Steuerung des Bauträgergeschäftes in unserem Hause.“

SeminarTipp

 

Bauträger Spezial: Vom Grünland zur Projektfinanzierung, 13.–14.11.2019, Berlin.

 

Das System unterstützt aber nicht nur die Spezialisten bei ihrer täglichen Arbeit, sondern führt auch zur „Zwangsprofessionalisierung“ weniger erfahrener Sachbearbeiter, wie es Nicole Farrelly, Leiterin der Bauträgergruppe bei der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, ausdrückt. „Das System hilft Instituten, die wenig Bauträgergeschäft betreiben, bei einer einheitlichen Abwicklung nach der in der Praxis bewährten Vorgehensweise. Es muss ja nicht jeder das Rad neu erfinden. Auf diese Weise ist eine professionelle Abwicklung des Bauträgergeschäfts auch in kleineren Häusern möglich, die über keine eigene Bauträgerabteilung verfügen“, so Farrelly weiter. Auch von in diesem Bereich neuen Mitarbeitern wird berichtet, dass die übersichtliche Struktur von abakusBT die Einarbeitung deutlich erleichtert.

Die von highQ in enger Kooperation mit den Anwendern entwickelte Software sorgt dafür, dass die Leistungsfähigkeit der Applikation stets an die aktuellen Erfordernisse des Bauträgerkreditgeschäfts angepasst werden. Aktuell wurden die Anforderungen der DSGVO umgesetzt und in die Software implementiert. Auf diese Weise ist eine Best-Practice-Lösung entstanden, die auf dem Knowhow vieler erfahrener Spezialisten basiert. Der Weiterentwicklung von abakusBT dienen insbesondere jährliche, bundesweite Anwendertreffen, zuletzt traf man sich bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling. Erweiterungen oder Änderungen, die alle Anwender betreffen, werden bei diesen Veranstaltungen gemeinsam diskutiert und abgestimmt und oft bereits in einem der nächsten Software-Releases von abakusBT berücksichtigt. Der Nutzwert der Anwendertreffen geht jedoch weit über die Weiterentwicklung der Software hinaus: „An den Anwendertreffen schätze ich besonders den direkten Kontakt zu anderen abakusBT-Anwendern, um sich auch über aktuelle Fragen und Entwicklungen im Bauträgerkreditgeschäft auszutauschen“, betont Bernhard Hedrich, Leiter des BauträgerCenters der Kreissparkasse Ludwigsburg. Tatsächlich ist aus den persönlichen Kontakten mittlerweile ein Experten-Netzwerk entstanden, in dem auch zwischen den jährlichen Treffen rege kommuniziert und dabei manches Risiko entschärft wird.

Beitragsnummer: 80959

The Future Is Now– datenbasierte Geschäftsmodelle in der Finanzbranche

Christoph Richard Müller, Unternehmensstrategie, Frankfurter Sparkasse

Unabhängig von der jeweiligen theoretischen Beweisführung gilt es mittlerweile als „common sense“, dass die Welt sich in einem tiefgreifenden Wandel befindet, welcher die Akteure der Finanzwirtschaft auf verschiedenste Weisen und in verschiedensten Kontexten betrifft – mittelbar wie unmittelbar.

Ein Haupttreiber dieser Entwicklung ist eine sich zunehmend digitalisierende Gesellschaft und Wirtschaft, deren Implikationen tief in und auf die einzelnen Geschäftsmodelle der Unternehmen wirken.

SEMINARTIPPS

IT-Sicherheit Kompakt, 24.09.2019, Frankfurt/M.

Hackerangriffe & Cyber-Attacken: Reaktion und Prävention, 25.09.2019, Frankfurt/M.

Digitalisierung im Konten-/Zahlungsverkehr: Praxis & Prüfung, 26.09.2019, Frankfurt/M.

Prozess- & Datenorientierte Schutzbedarfsanalyse, 04.11.2019, Wiesbaden.

Prüfung (BA)IT im Fokus der Bankenaufsicht, 06.11.2019, Wiesbaden.

Auf Akteursebene wirft diese Entwicklung unausweichlich die Frage nach dem geeigneten Umgang mit Daten auf. Die Folge: Operational werden schon heute permanent mehr oder weniger überzeugende Entwürfe präsentiert.

Daten als zentrales Asset einer Bank?

Stellt man die Frage nach den entscheidenden Assets einer Bank oder Sparkasse, ist eine zunehmend gängige Antwort „Daten“.

Doch was heißt das genau?

Sollten sich etablierte Banken und Sparkassen tatsächlich zu Tech-Unternehmen transformieren? Müssen sie dies sogar? Und selbst, falls die Antwort „ja“ lauten sollte: Ist dies überhaupt in der erforderlichen Geschwindigkeit möglich?

Verschiebt ein etablierter Akteur der Finanzwirtschaft seinen strategischen Fokus vom klassischen Banking hin zu einem neuen, datenbasierten Geschäftsmodell, ist das zunächst einmal ein enormer Kraftakt.

Denn: Banken verdienen ihr Geld heute vornehmlich durch kreditwirtschaftliche Leistungen wie dem Angebot von Baufinanzierungen, Wertpapieren, Konsumentenkrediten oder mit dem Firmenkundengeschäft.

Sollen impliziert Können

Vor diesem Hintergrund wird ein Wechsel der geschäftspolitischen Ausrichtung vor allem auch zu einer Frage des Könnens: Schaffen es Banken und Sparkassen, ihre Segel komplett neu zu setzen – was ihre Strukturen, Prozesse, Produkte, aber vor allem auch die Köpfe ihrer Belegschaften anbelangt?

Ob die Institute anschließend auf Kurs bleiben, hängt ganz entscheidend von der Existenz eines „Digital Mindsets“ in der Mitarbeiterschaft ab. Das ist die Gretchenfrage für den Erfolg im digitalen Daten-Zeitalter. Hier schlägt die Praxis die Theorie oder frei nach Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“.

Es ist jetzt an der Zeit, sich die Thematik der Daten, Datenströme und Datenplattformen zu erschließen und die richtigen Ableitungen zu treffen. Dies kann zunächst in Piloten und Projekten geschehen und bei Erfolg strukturell verankert werden. Ein entsprechendes Vorgehen ermöglicht es den Akteuren, verhältnismäßig schnell zinsunanhängige Erträge zu erwirtschaften und das Geschäftsmodell zumindest zu ergänzen.

Inhärent ist solchen Piloten jedoch auch die Gefahr des Scheiterns. Dieses Risiko muss das jeweilige Unternehmen bewusst in Kauf nehmen und für sich austarieren. Denn gerade die Internetgiganten aus den USA und China erhöhen zusehends den Druck auf die deutsche Wirtschaft im Allgemeinen und auf die Finanzbranche im Besonderen und schieben sich immer mehr zwischen Kunden und Kreditinstitut. Insofern ist es richtig uind wichtig, Lösungen zu erarbeiten und gerade nicht bei der Problembeschreibung stehen zu bleiben. Denn: The Future Is Now.

PRAXISTIPPS

  • Beschäftigen Sie sich mit der Frage, welche Rolle das Thema Daten in Ihrem Unternehmen spielt.
  • Mut. „Digital Mindset“ bedeutet oft auch einen Sprung ins Ungewisse.
  • Identifizieren Sie die Kulturentwicklung als erfolgskritisches Element.
  • Der Blick über den Tellerrand lohnt sich: Wer nur auf bankspezifische Daten schaut, schränkt sich selbst in seinen Möglichkeiten ein.

 

Beitragsnummer: 79812

Agilität – „much ado about nothing“?

Ein neues Konzept oder nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Dr. Ralf Kölbach, Mitglied des Vorstands, Westerwald Bank eG, Volks- und Raiffeisenbank

Verfolgt man die Diskussion um den Begriff der Agilität, stellt sich gelegentlich die Frage, ob es sich bei Agilität um ein wirklich neues Konzept handelt – oder ob nicht doch der Titel von Shakespeares Komödie “Viel Lärm um nichts” eine vielleicht zutreffende Beschreibung ist. Schließlich ist “Agilität” erstens kein neues Wort und zweitens eine selbstverständliche Anforderung an Unternehmen. Wie will ein nicht-agiles, also langsames Unternehmen mittel- oder gar langfristig in einer Marktwirtschaft, insbesondere im Umfeld gesättigter Märkte und angebotsseitiger Überkapazitäten, überleben? Vor diesem Hintergrund ist es somit in der Tat sinnvoll, das Thema grundsätzlich zu beleuchten und auch zu hinterfragen.

Das Konzept der Agilität

Die Wurzeln der Agilität liegen in der Softwarebranche (insbesondere Scrum), aber auch bei den Designern, ihr Entwicklungsprozess war die Grundlage der später so benannten agilen Methode “Design Thinking”.

Die Grundhypothese agiler Methoden ist, dass der aktuelle Kontext, oft beschrieben als der einer “VUCA”-Welt, also des simultanen Auftretens von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit, höhere Anforderungen an Unternehmen stellt als dies früher der Fall war. In dieser VUCA-Welt muss ein Unternehmen nun, so die Einschätzung, schneller agieren können, sich schneller an ständig wechselnde Umweltbedingungen anpassen. Das wiederum ist, so die These, nicht mit den bisher bekannten Methoden leistbar – sehr wohl aber mit der agilen Toolbox.

Die bekanntesten Methoden dieser Toolbox, insbesondere das Kanban-Board, scrum und Design Thinking, sind zwischenzeitlich weit verbreitet und das in den unterschiedlichsten Branchen. Bereits diese drei Methoden zeigen auf, wie breitgefächert der agile Baukasten ist: Kanban kommt aus der Welt des TPS (Toyota-Produktions-System), scrum aus der Software-Branche und Design Thinking basiert auf dem Entwicklungsprozess bei den Designern.

Agilität ist somit nicht ein abgeschlossenes System, sondern ein offenes mit vielen Schnittstellen und einer hohen Aufnahme- und Integrationsfähigkeit für unterschiedlichste Methoden.

Der ordnende Gedanke hinter dem agilen Baukasten ist also nicht der einer festgefügten Methodenwelt, sondern vielmehr der einer Zweckorientierung: die Geschwindigkeit des Unternehmens zu erhöhen.

Mögliche Einsatzfelder in Kreditinstituten

Kreditinstitute sind letztlich eine Branche wie andere auch und durchleben im Rahmen der Digitalisierung zweifellos grundlegende Veränderungen, sie leben nicht unter einer geschützten Glocke und können den Entwicklungen in ihren zunehmend unsicheren und immer stärker kundendominierten Märkten nur ausweichen, wenn sie sich in neue Geschäftsfelder hineinbegeben. Aber auch und gerade dann brauchen sie eine bisher weder bekannte noch benötigte Veränderungsgeschwindigkeit, und die Überlegungen konzentrieren sich auch in diesem Fall auf Methoden, die die Anpassungsgeschwindigkeit erhöhen. Somit gibt es definitiv Bedarf für einen Methodenbaukasten, der den Kreditinstituten dabei hilft, sich intern und an der Kundenschnittstelle zu beschleunigen sowie das Unternehmen maximal auf den Kundennutzen auszurichten. In welchem Umfang und für welche Prozesse/Organisationseinheiten agile Methoden eingesetzt werden sollten, ist unternehmensspezifisch zu entscheiden.

 

 SEMINARTIPPS
IT-Sicherheit Kompakt, 24.09.2019, Frankfurt/M.
Digitalisierung im Konten-/Zahlungsverkehr: Praxis & Prüfung, 26.09.2019, Frankfurt/M.
Prüfung (BA)IT im Fokus der Bankenaufsicht, 06.–07.11.2019, Wiesbaden.
Auslagerungen im Fokus der MaRisk und BAIT, 05.12.2019, Köln.
Informationssicherheit & Datenschutz – Prozesse effizient gestalten, 05.12.2019, Frankfurt/M.

 

Kreditinstitute stehen meist zwar hinsichtlich der rein technischen Dimension der digitalen Transformation durchaus auf Augenhöhe mit anderen Branchen. Jedoch ist deren zweite Dimension, die organisatorisch-kulturelle, häufig erst im Entstehen begriffen. Aber nur eine erfolgreiche Umsetzung beider Dimensionen schafft die Grundlage für die Bewältigung der digitalen Transformation. Ist nun die Organisation des betrachteten Kreditinstitutes z. B. noch stark hierarchisch und strikt prozessual geprägt, so stellt sich die Einführung von Kanban-Boards als sinnvolle erste agile Maßnahme dar. Aus dem unternehmensspezifischen organisatorisch-kulturellen Reifegrad folgt somit die Ableitung des jeweiligen agilen Programms.

PRAXISTIPPS

  • Überprüfen Sie im ersten Schritt den kulturellen Reifegrad Ihres Unternehmens – sind Sie grundsätzlich bereit für agile Methoden?
  • Besteht diese Bereitschaft, passen agile Methoden zu Ihrer Unternehmenskultur, dann überprüfen Sie, welche Methoden der agilen Toolbox zu Ihrem Unternehmen passen.
  • Wenn Sie für Ihr Kreditinstitut passende Methoden ausgewählt haben, priorisieren Sie diese – und dann starten Sie mit der Umsetzung. Typischerweise ist das Kanban-Board eine geeignete erste agile Methode.

 

Beitragsnummer: 77714