Umfrage: Ist die Digitalisierung im HR-Bereich angekommen?

Stefan Plock, forcont business technology gmbh

Human Resources ist ein Unternehmensbereich, der besonders stark von der Digitalisierung profitiert. Ein Großteil der Arbeitszeit fließt in administrative Tätigkeiten, die sich mit passenden Softwarelösungen automatisieren lassen. Das reduziert den Aufwand erheblich und setzt Zeit für die wesentlichen Aufgaben der Personalabteilung frei, nämlich neue Mitarbeiter zu gewinnen sowie die bestehenden weiterzuentwickeln und zu binden. Darüber hinaus eröffnen neue Technologien wie KI und Big Data Analytics vielfältige Möglichkeiten, Daten zu erheben, auszuwerten und die gewonnenen Erkenntnisse für das HR-Management zu nutzen. Doch wie weit sind deutsche Unternehmen tatsächlich bei der Digitalisierung des HR-Bereichs?

SEMINARTIPPS

Prüffelder des Personalmanagements – Fokus Aufsichtsrecht, 31.03.2020, Berlin.

FCH Innovation Days 2020, 15.–16.06.2020, Berlin.

FCH Fit & Proper VORSTAND: Fokus Gesamtbanksteuerung/Risikomanagement, 25.11.2020, Frankfurt/M.

Eine Umfrage des Lehrstuhls für Personalwirtschaft und Business Governance der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Softwarehauses forcont business technology gmbh soll Antworten auf diese und weitere Fragen liefern:

  • Welche HR-Prozesse haben Unternehmen bereits digitalisiert?
  • Welche Systeme und Softwaretools setzen sie ein?
  • Wie viele Personalabteilungen erheben systematisch Daten und beziehen sie in die Entscheidungsfindung ein?
  • Mit welcher Intensität wird die Digitalisierung im Unternehmen vorangetrieben?
  • Für welche Aufgaben wünschen sich HR-Verantwortliche mehr Zeit?

Der Lehrstuhl und forcont laden Mitarbeiter und Manager aus Personalwesen, kaufmännischer Leitung und Geschäftsführung herzlich zur Teilnahme ein. Sie benötigen dafür ca. 15 Minuten.

Die Online-Befragung läuft bis zum 30.11.2019, die Ergebnisse stehen den Teilnehmern im Anschluss zur Verfügung. Die Datenerhebung erfolgt anonymisiert, eine Datenweitergabe an Dritte ist ausgeschlossen. Optional können die Befragten an einem Gewinnspiel teilnehmen: forcont verlost als Dankeschön fünf Amazon-Gutscheine im Wert von jeweils 25 €.

BUCHTIPP

Kuhn/Thaler (Hrsg.), BankPersonaler-Handbuch, 2016.

 

 

 

Hier geht’s zur Umfrage: https://bit.ly/2JzbLuU

 

 

 

Beitragsnummer: 86926

Libra

Markus Thiedtke, Senior Spezialberater Zahlungsverkehr, Deutsche Bank Hamburg

„Der vorstehende Beitrag spiegelt ausschließlich persönliche Einschätzungen und Annahmen des Autors wider und stellt keine offizielle Verlautbarung der Deutschen Bank dar.“

Fünf Fragen, die sich Bankmitarbeiter zu Libra jetzt stellen (sollten)

  1. Was ist Libra genau?
  2. Wie stabil wird Libra sein?
  3. Wer wird Libra kontrollieren?
  4. Wir kritisch sollte man zu Libra sein und warum?
  5. Sind Währungen auf der Welt bedroht?

1. Was ist Libra genau?

Libra ist der privatwirtschaftliche Ansatz eine (digitale) Weltwährung zu etablieren. Initiator ist Facebook unter Beteiligung einiger dutzend Unternehmen, die sich in die Idee „Einkaufen“. Libra basiert auf einer Open Source Blockchain und wird mit einer eigenen Programmiersprache Libra Move entwickelt. Der Wert von Libra wird anhand eines Währungskorbs ermittelt. Welcher das ist, wird von der dahinterliegenden Gesellschaft Libra Association selbst festgelegt.

2. Wie stabil wird Libra sein?

Libra investiert seine zur Verfügung stehenden Gelder in sicheren Wertanlagen der „Old Economy“, die zu 100 % den Deckungsstock bilden sollen – ein ähnliches Modell, wie es z. B. in Hong Kong mit dem Currency Board existiert. Sofern lokale Währung in Libra getauscht werden soll, z. B. um Geld ein- oder auszuzahlen, wird ein Wechselkurs der jeweiligen Währung ermittelt – z. B. Libra/EUR oder Libra/USD. Diese Wechselkurse werden schwanken, so wie wir es auch von anderen Währungspaaren gewohnt sind (USD/EUR oder GBP/CHF). Die Schwankungen bei BITCOIN sind den meisten sicher geläufig, das ist vergleichbar. So lange also Gehälter, Umsätze etc. nicht in Libra gezahlt werden, sind die Nutzer diesen Schwankungen unterworfen. Weiterhin gibt es diverse andere Auswirkungen auf den Wert durch Negativzinsen bei Papieren, Ausfall von einzelnen Wertpapieren, Betrugsversuchen oder willkürlichen Änderungen an der Zusammensetzung. Falls Libra zu einem späteren Zeitpunkt nicht nur für Zahlungsverkehr, sondern auch weitere Dienstleistungen wie Kredite genutzt wird, entstünde neues Geld (Vergrößerung der Geldmenge), was sich ebenfalls auf den Wert der Libra auswirken wird.

SEMINARTIPPS

Geschäftsmodell-Analyse im Fokus der Aufsicht – Prüfungserfahrungen, 07.05.2020, Frankfurt/M.

FCH Innovation Days 2020, 15.–16.06.2020, Berlin.

Digitale Authentifizierung im Konten- & Zahlungsverkehr gemäß PSD II, 29.09.2020, Frankfurt/M.

Praxisprobleme in Kontoführung & Zahlungsverkehr, 29.10.2020, Würzburg.

3. Wer wird Libra kontrollieren?

Gerade zum jetzigen Zeitpunkt eine sehr theoretische Frage. Bei der Libra Association soll es sich um eine unabhängige Not-for-profit-Organisation handeln. Facebook ist über eine Gesellschaft namens Callibra, die als Wallet-Provider (zunächst der einzige) fungiert, beteiligt. Facebook hat wie alle anderen Partner nur eine Stimme, der Einfluss geht sicher allerdings über die tatsächliche Stimme hinaus. Zum Start sollen ca. 100 Partner dabei sein.

4. Wie kritisch sollte man zu Libra sein und warum?

Es gibt viele Gründe, dass Libra die Zahlungsströme der Welt ganz schön durcheinander würfeln kann. Die teilweise sehr heftigen Reaktionen von Staaten und Nationalbanken lassen darauf schließen, dass hier etwas Großes entstehen kann. Auch wenn es noch viele Fragen im Detail gibt, steht eines fest: Libra ist der erste Anlauf eine globale und darüber hinaus private Weltwährung zu initiieren. Die Auswirkungen, gerade bei offener Rechtslage und fehlender Kontrolle, können erheblich sein. Trotz Lücken bei Datenschutz und Sicherheit nutzen weltweit Millionen Menschen WhatsApp, Facebook und die anderen Dienste des Konzerns. Wenn der Umgang mit Geld ebenfalls so lax wird, kann man die möglichen Risiken daraus kaum greifen. Anfang Oktober wurde der Druck auf einige Libra-Partner scheinbar zu groß. Unter anderem Mastercard, Visa und eBay haben ihr aktives Engagement erstmal zurückgestellt.

BUCHTIPP

Kontoführung & Zahlungsverkehr, 5. Aufl. 2017.

 

 

5. Sind Währungen auf der Welt bedroht?

Es gibt kaum eine Glaskugel, die milchiger ist. Durch den Euro haben wir Europäer gelernt, wie schön es sein kann nur eine Währung zu haben. Vieles ist für uns einfacher geworden, doch die Regulierung ist stets dabei Fehlentwicklungen zu beobachten und bei Bedarf einzugreifen. So wie einige Länder und Unternehmen den Bitcoin akzeptieren, wird dies der erste Weg für die Libra sein. Funktioniert es gut und einfach, wäre es insbesondere für Währungen in Schwellenländern ein Szenario die heimische Währung abzuschaffen. Mit welchen Folgen, zu welchen Bedingungen? Die Voraussetzung dafür wäre Libra als Zahlungsmittel und/oder Bargeld zuzulassen. Wohlgemerkt privates Bargeld – einem Bankkaufmann muss dabei unwohl werden.

PRAXISTIPPS

 

Beitragsnummer: 86912

 

Beitragsnummer: 86912

FCH-Podcast: Wie sieht die Bank der Zukunft aus?

Beitragsnummer: 85528   Beitragsnummer: 85528   Beitragsnummer: 85528

Neue Aufgaben der IT-Revision durch die Digitalisierung



Die Interne Revision stellt sich neuen Risiken und Chancen

Michaela Duda, Revisorin, Schwerpunkt IT, Berliner Sparkasse

           

Kerstin Klimek, Revisorin, Schwerpunkt IT, Berliner Sparkasse

   

       

Stefanie Majunke, Prüfungsleiterin, Schwerpunkt IT, Berliner Sparkasse

           

I. Einleitung

Das Schlagwort Digitalisierung scheint in vielen Arbeitsbereichen omnipräsent. Ob Heilsbringer, Kostentreiber, Segen oder Fluch – klar ist, die (Arbeits-)Welt verändert sich durch neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, Big Data und Social Media rasend schnell und stellt Unternehmen und nahezu jeden einzelnen Mitarbeiter vor neue Herausforderungen.

Im Jahr 1994 machte Bill Gates die vielzitierte Aussage „Banking is necessary, banks are not“[1]. Die damals wohl provokativ gemeinte Aussage gewinnt heute durch die Digitalisierung immer mehr an Bedeutung. Neue Marktteilnehmer dringen in die Finanzindustrie vor, beispielsweise ...


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Hilfe, mein Kunde twittert!

Bedeutung von Social Media in der Kommunikation mit dem Bankkunden

Susanne Bauer, Senior Referentin Unternehmenskommunikation, Bank für Sozialwirtschaft

Durch den rasanten Aufstieg von Social Media in den letzten zehn Jahren haben sich die Medienlandschaft, das Kommunikationsverhalten und damit auch die Kundenansprache enorm verändert. Facebook, Twitter, YouTube, Instagram und viele weitere Plattformen haben längst eine höhere Reichweite als die meisten anderen Medien. Zugleich sind sie interaktiv, ermöglichen und erwarten schnelle Reaktionen. War es früher üblich, Pressemitteilungen herauszugeben und gute Kontakte zu den relevanten Redakteuren zu pflegen, die als „Gatekeeper“ die Inhalte in der Presse kontrollierten, so ist es heute viel einfacher, die eigenen Themen in den Medien zu platzieren – über Unternehmensprofile und Posts in den sozialen Medien. Auch die Kunden sind es längst gewöhnt, ihre Anliegen online zu erledigen und im Netz sofort Lösungen für Fragen und Probleme zu finden. So sind Social-Media-Kanäle auch im konservativ geprägten Milieu der Banken bei der Kundenansprache längst nicht mehr wegzudenken.

Parallel zum Aufstieg der sozialen Medien ist der Strom an Informationen im Netz jedoch zu einer unübersichtlichen Flut geworden, in der unzählige Akteure um das höchste Gut der Menschen buhlen – ihre Aufmerksamkeit. Längst schon sind die Köpfe voll – mit 10.000 Werbebotschaften am Tag. Für die Kommunikation der Bank lautet daher die zentrale Frage: Auf welchen Plattformen und mit welchen Inhalten erlangt man die Aufmerksamkeit der Kunden?

Learning by doing, aber bitte mit Plan

Auch für eine Bank mit eher abstrakten Finanzprodukten bieten die sozialen Medien hervorragende Möglichkeiten, sich beim Kunden mit interessanten Themen zu profilieren und mit gutem Kundenservice zu punkten. Um in der Masse nicht unterzugehen, braucht es eine klare Strategie, die Ziele, Zielgruppen, mögliche Themen und passende Inhalte für die Kundenansprache definiert. Die Bank für Sozialwirtschaft als Fachbank für die Sozial- und Gesundheitswirtschaft mit ausschließlich institutionellen Kunden und keinen Privatkunden stand hier vor einer besonderen Herausforderung: Wo und wie erreichen wir unsere Kunden, wenn in den sozialen Medien vor allem Einzelpersonen oft privat unterwegs sind? Im Rahmen eines abteilungsübergreifenden Projekts wurde ein umfassendes Konzept für die Social-Media-Kommunikation der Bank entwickelt.

SEMINARTIPPS

12. Hamburger Bankenaufsicht-Tage 2019, 04.–05.11.2019, Hamburg.

Prüfung Neue-Produkte-Prozess (NPP) & Produktkatalog, 03.12.2019, Frankfurt/M.

 

Gängige Ziele für die Bankenkommunikation über Social Media sind Kundenbindung und die Anbahnung der Neukundengewinnung, Imagepflege und Markenkommunikation sowie Employer Branding, um die Bank als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren. Bei der Auswahl der Zielgruppen lohnt es sich, nicht nur Bestandskunden und Potenzialkunden in den Blick zu nehmen, sondern auch Multiplikatoren und Influencer, über die sich der virale Effekt der sozialen Medien am besten entfalten kann.

Dann sind die geeigneten Kanäle und Plattformen auszuwählen, auf denen die Zielgruppe zu erreichen ist und der geplante Themenfokus inhaltlich passt. Hieß es vor ein paar Jahren noch „Wir müssen unbedingt auf Facebook!“, so hat sich dies inzwischen stärker ausdifferenziert. Facebook hat in letzter Zeit stark an Attraktivität verloren. Zudem ist die Zielgruppe einer Fachbank ohne Privatkunden, wie es die Bank für Sozialwirtschaft ist, hier kaum zu identifizieren. Zum fachlichen Austausch und zur Kontaktpflege mit Multiplikatoren eignet sich zum Beispiel Twitter, wo kurze und schnelle Nachrichten durch Retweets von einflussreichen Medien, Bloggern oder anderen Influencern (Verbände, Netzwerke, wichtige Einzelpersonen usw.) zu hohen Reichweiten führen können.

Für Personalthemen und die Profilierung als Arbeitgeber sind XING und LinkedIn der „place to be“. Voraussetzung ist, das Unternehmensprofil ist aktuell, es werden interessante Neuigkeiten veröffentlicht und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pflegen ihre Profile professionell, denn es sind „virtuelle Visitenkarten“ der Bank. Will man in Gruppen und Foren mitdiskutieren, so sollten Fachleute aus der Bank hinzugewonnen werden – und ihnen die nötige Zeit eingeräumt werden, denn die Mitarbeit in Gruppen ist arbeitsintensiv. YouTube ist perfekt sowohl für die emotionale Darstellung von Inhalten als auch zur Erklärung von komplexen Sachverhalten. Ein eigener YouTube-Kanal erfordert jedoch eine kritische Masse an Videos, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Für ein ansprechendes Profil auf Instagram sollte ein stetiger Strom an hervorragenden, professionellen Bildern sichergestellt sein – was bei Banken mitunter schwierig oder zumindest kostenintensiv ist.

Es empfiehlt sich, die gängigsten Social-Media-Kanäle genau zu beobachten, um herauszufinden, was dort in welchem Stil und wie erfolgreich gepostet wird – z. B. durch ein systematisches Monitoring nach bestimmten Schlagwörtern. Auf dieser Grundlage kann man entscheiden, wo die Bank in welcher Form Präsenz zeigt. Der Rest ist „Learning bei Doing“: Was gut ankommt, lernt man nach und nach durch ausprobieren – und die Lernkurve ist steil.

Eine detaillierte Ressourcenplanung sorgt von Anfang an für die nötige Ernsthaftigkeit. Denn ein gepflegtes Social-Media-Profil mit hochwertigen, auf das Kundeninteresse zugeschnittenen Inhalten ist viel Arbeit, erfordert einschlägiges Know-how und lässt sich keineswegs „nebenbei“ bewerkstelligen. Nichts ist schlimmer als ein voreiliger Auftritt in den sozialen Medien, der enthusiastisch beginnt und dem schnell die Luft ausgeht. Ein Profil will dauerhaft bespielt werden.

Wie erreiche ich den Kunden?

Kern jeglicher Social-Media-Aktivitäten sind die Inhalte. „Content is King“, das vielzitierte geflügelte Wort aus dem Online-Marketing, gilt immer noch und gewinnt umso mehr an Bedeutung, je größer die Informationsflut im Netz wird. Einfach präsent zu sein reicht nicht. Die Inhalte müssen relevant sein. Also reden Sie nicht über sich, über Ihre neuen Angebote und Produkte, sondern über das, was Ihre Kunden interessiert. Bieten Sie Lösungen für die Anliegen, die Ihre Kunden haben und die sie online suchen. Zwei Beispiele aus der Bank für Sozialwirtschaft: Haben Sie viele Kunden mit Spendenkonten, dann geben Sie ihnen Fundraisingtipps. Finanzieren Sie häufig Immobilien, dann schreiben Sie z. B. über energetische Sanierung und geeignete Förderprogramme. Im stark reglementierten Markt der Sozial- und Gesundheitswirtschaft mit Sozialimmobilien wie Pflegeheimen, Krankenhäusern, Rehakliniken oder Kindergärten sind rechtliche Rahmenbedingungen und politische Entwicklungen dankbare Themen vor allem für Twitter. Bedenken Sie immer: Social-Media-Kommunikation entspricht dem persönlichen Kontakt in der Welt des Internets und verlängert die Nähe zum Kunden über die Geschäftsstelle und den Kundenbetreuer hinaus.

Bei Social Media steht der Dialog im Mittelpunkt, weil es per se Kommunikationskanäle sind. Halten Sie dies explizit in der Social-Media-Strategie Ihrer Bank fest, um diese zentrale Zielrichtung nicht aus den Augen zu verlieren. Für die Bank für Sozialwirtschaft haben wir dies so formuliert: „Wir kommunizieren in Social Media, weil wir den Austausch mit unseren Kunden, Geschäftspartnern und anderen Akteuren aus unserem Geschäftsumfeld über Finanzfragen suchen. Wir möchten, dass unsere Zielgruppe in den sozialen Medien positiv über unsere Bank redet und damit zu einem guten Image, einer hohen Reputation und einem höheren Bekanntheitsgrad unserer Bank in der Fachöffentlichkeit und bei potenziellen Mitarbeitern beiträgt.“

Auch Vertrauen, Grundlage einer jeden Bankbeziehung, kann durch authentische Kommunikation in Social Media aufgebaut und verstärkt werden. Kundennahe Themen wie finanzierte Projekte und Best-Practice-Beispiele oder positive Meinungen von Nutzern stärken das Vertrauen und die Kundenbindung. Die in den sozialen Medien übliche weniger förmliche Kommunikation lässt die Bank zudem sympathischer und persönlicher wirken. Es geht um Transparenz und darum, dem Unternehmen ein Gesicht zu geben. Dies setzt eine offene Unternehmenskultur mit weitreichenden Kompetenzen für das Social-Media-Team voraus – sonst wird ein schneller und echter Dialog mit den Nutzern schwierig.

Gut gewappnet gegen Trolle, Shitstorms & Co.

Die Dialogorientierung in Social Media bringt nicht selten auch kritische Kommentare mit sich. Durch eine Präsenz in den sozialen Medien lässt sich die Kritik eher auf die eigenen Seiten lenken und dort bündeln, wo man sie besser im Blick hat. Trotzdem ist die Kontrolle der Bank über Äußerungen im Netz sehr begrenzt. Um Reputationsschäden zu vermeiden, sollte auf Kritik offen, konstruktiv und zeitnah reagiert werden. Mögliche Krisensituationen sind idealerweise vorab durchdacht und Zuständigkeits- und Sprachregelungen für verschiedene Szenarien festgelegt. Auch eine Schulung zu rechtlichen Aspekten der Social-Media-Nutzung sollten Sie nicht vergessen – Stichwörter sind Bildrechte, Persönlichkeitsrechte, Urheberrechte etc.

Fazit

Den Kunden nützliche Inhalte, relevante Informationen und hilfreiche Serviceleistungen über Social Media anzubieten, ist insgesamt betrachtet ein wichtiger Baustein der Kommunikation mit dem Bankkunden. Die aktive Präsenz in sozialen Medien ermöglicht es, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und das Image der Bank positiv zu beeinflussen. Zufriedene Äußerungen und Weiterempfehlungen sind im Internet – für den Großteil der Kunden heute die erste Anlaufstelle für Geldgeschäfte – die Währung mit dem höchsten Wert. Sie werden als unabhängige neutrale Stimme wahrgenommen und können beträchtlich auf den Erfolg des Unternehmens einzahlen.

PRAXISTIPPS

  • Verschiedene Social-Media-Plattformen in Hinblick auf die eigenen Vorhaben beobachten.
  • Die relevanten Kanäle auswählen, die dauerhaft bespielt werden sollen.
  • Zielsetzung, Zielgruppen und Themenspektrum der Social-Media-Aktivitäten festlegen.
  • Ressourcen realistisch planen.
  • Rechtliche Rahmenbedingungen, Zuständigkeiten und Reaktionszeiten regeln.
  • Viel zuhören und ausprobieren, welche Themen gut ankommen!

 

Beitragsnummer: 84912

 

Mehr Effizienz durch die Automatisierung von Kreditentscheidungen

Die Antragsstrecke der Kreditvergabe bietet viel Potenzial zur Automatisierung. Wie funktioniert Automatisierung im Kreditgeschäft und wie setzen Banken sie heute schon um?

Christopher Hansert, Product Manager, ACTICO GmbH

Banken in Europa bewegen sich in einem schwierigen Fahrwasser: Niedrigzinspolitik, zunehmender Wettbewerb von FinTechs und eine schärfere Regulierung sorgen für steigenden Druck. Automatisierte Kreditentscheidungen lassen Banken agiler, wettbewerbsfähiger und profitabler werden.

Effizienz erhöhen und Kosten reduzieren durch Digitalisierung

Warum müssen Banken automatisieren? Es gibt mehrere Einflussfaktoren, die für die Automatisierung in der Kreditwirtschaft sprechen:

  • Niedrigzinspolitik der EZB
  • Notwendigkeit zur Kostenreduktion
  • Erwartungshaltung der Kunden, z. B. schnelle Antwortzeiten bei der Beantragung eines Online-Kredits.

Doch wie schaffen es Banken, die Automatisierung voranzutreiben?

  • Einsatz von Regelmanagement-Systemen
  • Nutzung von Künstlicher Intelligenz/Machine Learning
  • Anwendung neuer Standards zum Datenaustausch (z. B. XBRL) für die Bilanzanalyse

PRAXISTIPPS

Lesen Sie in drei Fallstudien, wie Banken und Finanzdienstleister mit Hilfe von ACTICO Kreditentscheidungsprozesse automatisieren:

  • Automatisierte Kreditentscheidung einer deutschen Landesbank
  • Zentrales Entscheidungssystem eines Nutzfahrzeugherstellers
  • Automatisiertes Bilanzanalysesystem in einer deutschen Automobilbank

SEMINARTIPPS

Schlüsselkontrollen Spezial: Kreditprozesse, 09.10.2019, Berlin.

Kredit-Jahrestagung 2019, 20.–21.11.2019, Berlin.

FCH Innovation Days 2020, 15.–16.06.2020, Berlin.

LESETIPPS und Fallstudien

Jetzt herunterladen: Whitepaper „Automatisierung von Kreditentscheidungen: Kosten senken und Effizienz steigern.“ Infos unter www.actico.com/kredit

 

 

 

 

Beitragsnummer: 84874

Der perfekte Match



Digitale Methoden und analoge Welt

Julia Droege-Knaup, Pressesprecherin, Frankfurter Sparkasse

         

Beschäftigte der Frankfurter Sparkasse haben eine Web-Anwendung entwickelt, welche mit digitalen Methoden Menschen in der analogen Welt zusammenbringt.

Gruppenfoto des Projektteams mit unserem Vorstandsvorsitzenden.

Es zeigt v.l.n.r. stehend: Pietro de Bernardo, Michael Koßmehl (innovationLab) und Isabel Radandt, v.l.n.r. sitzend: Elena Martiny (innovationLab), Claudio Negro, Dr. Marie-Luise Sessler (innovationLab), Robert Restani (Vorstandsvorsitzender) und Steffen Zeller. Fotograf: Heinrich Grummet.

I. Kunden neu begeistern – aber wie?

Wann haben Sie zum letzten Mal eine Bankfiliale betreten, um sich dort beraten zu lassen? Den meisten Menschen fällt eine spontane Antwort auf diese Frage schwer. Es ist kein Geheimnis, dass sich das Nutzerverhalten von Bankkunden zunehmend ändert – und dass dies eine Herausforderung insbesondere für die Kreditinstitute darstellt, die bisher im Wettbewerb vor allem mit qualitativ hochwertiger Beratung von Mensch zu Mensch punkteten. Diesen menschlichen Kontakt schätzen die Kunden weiterhin, gerade bei komplexen Themen. Für viele ist die Möglichkeit einer individuellen Beratung ausschlaggebend für die Wahl ihrer Hausbank, doch sie nutzen diese Dienstleistung nur ...


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Das digitale Ökosystem im Corporate Banking



Einstieg in ein modernes Banking mittels digitaler Bankenplattform

Martijn Hohmann, Geschäftsführer, Five Degrees

           

I. Digitalisierung des Bankvertriebs

Die Automobilindustrie hat es vorgemacht. Um den Kontakt zu Kunden zu erhalten und wettbewerbsfähig zu bleiben, haben viele Automobilhersteller Mobilitätsplattformen aufgebaut. Diverse Dienstleistungen wurden von und mit Partnern rund um das Produkt „Auto“ integriert, um Kunden einen ganzheitlichen Mobilitätsservice zu ermöglichen. Im Zuge dieses Prozesses sind in fast allen Bereichen der Wertschöpfungskette hochspezialisierte Partner entstanden und aufgenommen worden.

Im Vergleich dazu hinkt der Bankensektor in Bezug auf Innovationskraft und Digitalisierungsstrategien hinterher. Weiterhin ist die Bereitschaft zur Veränderung der etablierten Finanzhäuser geringer als das Potenzial, das die Digitalisierung mit sich bringt. Fest steht: Digitalisierung und neue Technologien durchdringen nahezu jede Industrie. Dadurch werden nicht nur die Kundenerwartungen neu definiert, sondern auch diverse Branchengrenzen durchbrochen. Das Festhalten am Status Quo und bisherigen Prozessen und IT-Konstellationen kann an dieser Stelle risikoreich sein. Die ganzheitliche Digitalisierung des Bankings hingegen bietet Chancen für die Entwicklung neuer Bankleistungen, Zugangswege und Anwendungsmöglichkeiten. Ein bereits in anderen Bereichen sehr erfolgreicher, für Banken aber noch neuartiger Ansatz dafür sind digitale Ökosysteme mit höherem Nutzen und ...


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Künstliche Intelligenz in der IT-Security



Wie Machine-Learning-basierte SIEM-Lösungen dabei helfen können, die IT-Sicherheit in Unternehmen zu erhöhen

Michael Frühauf, Student, FOM Hochschule für Oekonomie & Management Frankfurt am Main,

           

Dr. Patrick Hedfeld,

Prof. Dr. Bernd Ulmann

I. Einleitung

Durch Internet of Things (IoT) und Industrie 4.0 nimmt die Vernetzung im Unternehmensumfeld stetig zu. Damit einhergehend steigt auch der Datenverkehr im Unternehmensnetzwerk an; der IT-Security-Aspekt wird dabei allerdings häufig vernachlässigt. Im Hinblick auf die weltweit zunehmenden IT-Security-Vorfälle wird daher eine Überwachung des Datenverkehrs immer wichtiger. Ein SIEM-System kann diese Aufgabe übernehmen. Da stetig neue Bedrohungen hinzukommen – etwa 350.000 bis 400.000 neue Schadprogramme pro Tag[1] – ist eine rein regelbasierte Überwachung, wie sie in klassischen SIEM-Lösungen üblich ist, inzwischen unzureichend. Moderne SIEM-Lösungen setzen daher auf selbstlernende Algorithmen, besser bekannt als künstliche Intelligenz (KI) oder Machine Learning.

II. Was leistet ein SIEM-System?

1. Aufgaben eines SIEM-Systems

SIEM-Systeme übernehmen das Monitoring sicherheitskritischer Vorgänge des Netzwerkverkehrs. Dazu werten sie Logfiles von verschiedenen Quellen – wie etwa Intrusion Detection Systemen (IDS), Firewalls oder Antivirensoftware – aus ...


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Künstliche Intelligenz – Fluch und Segen zugleich



Talena Wahl, Bankenaufseherin, Deutsche Bundesbank (Dieser Beitrag gibt die eigene Meinung der Autorin wieder und stellt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Deutschen Bundesbank dar.)

     

Das Jahr 2019 soll keine Neuauflage von George Orwells „1984“ werden. Die Dystopie von Orwell zeichnet einen Überwachungsstaat ohne jegliche Privatsphäre ab. Durch Künstliche Intelligenz wäre das sicherlich möglich. Doch durch ethische Mindeststandards und eine Partizipation der EU an der weiteren Entwicklung lassen sich solche Horrorvorstellungen abwenden und die Vorteile von Künstlicher Intelligenz effizient nutzen.

I. Was ist Künstliche Intelligenz überhaupt?

Wer ein Smartphone besitzt, kann Künstliche Intelligenz ganz persönlich erleben. Im Fotoalbumwerden je nach Smartphone unterschiedlichste Kategorisierungen vorgenommen. Personen werden erkannt und teilweise sogar benannt, wenn das Fotoalbum mit dem Adressbuch vernetzt ist. Doch obwohl uns Künstliche Intelligenz fast täglich in den Medien oder in Konfrontation mir unserem Smartphone begegnet, stellen sich die wenigsten die Frage, was tatsächlich unter dem Begriff subsummiert wird.

Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence im Englischen) ist ein Forschungsgebiet, dessen Bedeutung in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Intelligenz oder auch kognitive Leistungsfähigkeit bringt man normalerweise mit Menschen oder Tieren in Verbindung. Doch auch Maschinen ...


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