Neuer EBA-Richtlinienentwurf zur Kreditvergabe und -überwachung (EBA/CP/2019/04)

Konsultationspapier – Entwurf von Richtlinien für die Vergabe und Überwachung von Krediten

Jürgen Müller, Leitender Berater, vdpConsulting AG[1]

Jürgen Blatz, Bereichsleiter Kreditgeschäft, Finanz Colloquium Heidelberg GmbH

I. Einleitung

Vor dem Hintergrund hoher NPL-Portfolien in der EU beauftragte der Europäische Rat die European Banking Authority (EBA) im Rahmen des Aktionsplanes (Juli 2017) neben den Leitlinien zu „Non Performing Loans“ auch Leitlinien für die Kreditvergabe und Monitoring zu erarbeiten. Die EBA stellte am 19.06.2019 das Papier „Draft Guidelines on loan origination and monitoring“ zur Konsultation (Frist 30.09.2019). Die Veröffentlichung ist zum 30.06.2020 vorgesehen.

Die EBA schlägt in der Konsultation unter Berücksichtigung der Proportionalität und Verbraucherschutzbestimmungen detaillierte Standards für das Risikomanagement, die Prozesse und deren Überwachung vor. Ziel ist, über nachhaltige und solide Kreditvergabestandards und deren Monitoring unter Einbeziehung von Governance-Regelungen eine hohe Kreditqualitität auf Institutsebene sicherzustellen. Die finanzielle Stabilität und Widerstandsfähigkeit des EU-Bankensystems sollen weiter gestärkt werden.

In den Abschnitten vier bis fünf werden die Erwartungen spezifiziert:

  • Abschnitt 4: Governance-Anforderungen

Klarstellung des internen Governance- und Kontrollrahmens für die Kreditgewährung und die Kreditentscheidung auf der Grundlage der Anforderungen der EBA-Leitlinien zur internen Governance

  • Abschnitt 5: Kreditvergabe

Anforderungen an die Informations- und Datenerhebung von Kreditnehmern, Dokumentation und Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung der Kreditnehmer

  • Abschnitt 6: Preisgestaltung

Aufsichtsrechtlichen Erwartungen für die risikobasierte Preisgestaltung von Krediten

  • Abschnitt 7: Kreditsicherheiten

Anforderungen an die Bewertung von unbeweglichen/beweglichen Kreditsicherheiten (ohne finanzielle Sicherheiten) zum Zeitpunkt der Kreditgewährung und die laufende Überwachung.

  • Abschnitt 8: Laufende Überwachung des Kreditrisikos inklusive der Risikofrüherkennung.

 

 

 

 

II. Ausgewählte Aspekte aus dem Richtlinienentwurf

Eine Übersetzung und Bewertung der einzelnen Abschnitte kann für € 39,00 erworben werden. Erhältlich unter info@fc-heidelberg.de

 

III. Fazit

Im Konsultationspapier finden sich viele Regelungen und Anforderungen wieder, die die deutschen Institute aus den MaRisk, zuletzt neugefasst im Oktober 2017, kennen. Es wird der Grundgedanke der Proportionalität aufgegriffen, jedoch finden sich die detaillierten Möglichkeiten zur Nutzung der Öffnungsklauseln gemäß MaRisk so nicht wieder.

Sehr umfänglich wird auf das Thema Governance in Bezug auf die Kreditgewährung und Überwachung eingegangen. Die Anforderungen an die Kreditwürdigkeitsprüfung beschreiben bereits heute gelebte Standards. Betont wird nochmals das Thema Datenintegrität. Hier werden auch künftig weitere Optimierungen erforderlich sein, um jederzeit die notwendigen und korrekten Daten zeitnah ohne manuelle Prozesse zur Verfügung stellen zu können (Stresstests).

Im Bereich der Immobilienbewertung und Überwachung gibt es am Ende des Dokuments umfangreiche Ausführungen, die einer intensiven Bewertung und Prozessbeurteilung zugeführt werden sollten. Interessant ist hier vor allem die Einschätzung, dass die Anwendung von statistischen Modellen im Rahmen der Immobilienbewertung in der Zukunft und unter der Prämisse der validen und transparenten Weiterentwicklung dieser Modelle effizientere Prozesse ermöglichen kann. Aktuell wird hier aber die aufsichtliche Einschätzung transparent, dass die Anwendung statistischer Modelle zum Zeitpunkt der Kreditvergabe zu Mängeln im Risikomanagement führen kann. Daher bleibt es auch weiterhin die Aufgabe des einzelnen Gutachters bzw. Wertermittlers, im Rahmen der Neubewertung die bewertungsrelevanten Parameter herzuleiten, zu begründen und dies nachvollziehbar zu dokumentieren (vgl. entsprechende Anforderungen der BelWertV sowie auch MaRisk). Im Rahmen der Überwachung kann hingegen weiterhin auf statistische Modelle zurückgegriffen werden, sofern die Rahmenbedingungen eingehalten werden.

PRAXISTIPPS

  • Auf Basis des Konsultationspapiers die bestehenden schriftlichen Ordnungen mit der Leitlinie abgleichen und evtl. Gaps ermitteln.
  • Die Leitlinie sieht keine Übergangsfristen vor; insofern bei erkanntem Handlungsbedarf früh in die Umsetzung gehen.
  • Mitarbeiterqualifikationen mit Stellenprofilen abgleichen und ggfs. nachqualifizieren und Aktualität sicherstellen (z. B. Tz. 220 Qualifikation zur Sicherheitenüberprüfung)
  • Prozesse zur Immobilienbewertung und die eingesetzten Tools nochmals screenen. Für Institute, die nach Marktwert bewerten, gelten die Regelungen der Kleindarlehensgrenze nicht und es sind Besonderheiten bei der Bewertung und Überwachung zu beachten (Fortsetzung der alten Aufsichtspraxis).
  • Die weitere Diskussion, insbesondere die Antworten auf das Konsultationspapier, sollten intensiv verfolgt werden.

 

BUCHTIPP

Arbeitsbuch Neue Werthaltigkeits-/PAAR-Prüfungen im Kreditgeschäft, 2019.

 

SEMINARTIPPS

Prozessprüfung Kreditsicherheiten, 06.11.2019, Köln.

Lernende Frühwarnverfahren im Kreditgeschäft, 19.11.2019, Frankfurt/M.

Kredit-Jahrestagung 2019, 20.–21.11.2019, Berlin.

Kreditgeschäft-Prüfungen der Bankenaufsicht, 25.-26.11.2019 in Frankfurt/M.

Kritische Prüfung von Kreditvergabestandards durch die Bankenaufsicht, 28.11.2019 in Frankfurt/M.


Alle Seminare auch als Inhouse-Training buchbar!

 

  1. bis 30.06.2019 Abteilungsdirektor Marktfolge Kredit Grundsatz, DONNER & REUSCHEL AG.

 

Beitragsnummer: 77369

EBA: Entwurf von Leitlinien für die Kreditvergabe und -überwachung

Christian König, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Bausparkassen e. V.

Gefühlt täglich konsultiert ein europäisches Aufsichtsorgan die Finanzwirtschaft, so dass aufgrund der inflationären Papiere aus Frankfurt, Brüssel und Paris vieles zur Seite gelegt wird. Der Entwurf von Leitlinien für die Kreditvergabe und -überwachung sollte aber von keinem Kreditinstitut, welches Allgemein-Verbraucherdarlehensverträge und Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträge vergibt, ignoriert werden, da die EBA mit der Konsultation dieser Leitlinien[1] nun den gesamten Lebenszyklus eines Kredites neuen abstrakten und noch nicht so ganz klaren Standards unterwirft, die in jedem Fall Änderungen in Deutschland zur Folge haben werden.

Am 19.06.2019 hat die EBA die Konsultation der sogenannten „Draft Guidelines on loan origination and monitoring“ gestartet. Die europäische Kreditwirtschaft wird auf ca. 83 S. und mit zwölf konkreten Fragen um Einschätzung gebeten, inwieweit die vorgeschlagenen Standards für die Kreditwürdigkeitsprüfung und interne Governance Regeln für die Gewährung und Überwachung von Krediten für den gesamten Lebenszyklus praktikabel sind. Neben neuen Regeln für Compliance- und Berichtspflichten finden sich dort auch spezifische Definitionen, die weder in der Verbraucherkreditrichtlinie noch in der Wohnimmobilienkreditrichtlinie geregelt sind.

Diese Leitlinien gelten auch nicht nur für die Vergabe von Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträgen, sondern auch für Verbraucherkredite nach der Verbraucherkreditrichtlinie, was aktuell zur Unzeit kommt, da die Europäische Kommission angekündigt hat, eine Revision der Verbraucherkreditrichtlinie im Herbst vorzuschlagen.

Diese neuen Leitlinien sollen bereits ab dem 30.06.2020 gelten, und dies nicht nur für Darlehensverträge, die ab diesem Zeitpunkt geschlossen werden, sondern auch für Darlehensverträge, die ab diesem Zeitpunkt verhandelt werden.

Die bisherigen EBA-Leitlinien zur Kreditwürdigkeitsprüfung (EPA/GL/2015/11) sollen sodann aufgehoben und durch diese neuen Leitlinien ersetzt werden. Die bisherigen Standards der EBA-Leitlinien für die Kreditwürdigkeitsprüfung für Immobiliarverbraucherdarlehensverträge werden durch diese neuen Leitlinien um weitere Standards ergänzt bzw. präzisiert.

Die Leitlinien gelten nicht nur für Kredite an Verbraucher, sondern auch für Unternehmerkredite insbesondere im Hinblick auf die Vorgaben der Kreditwürdigkeitsprüfung und gehen damit über den Anwendungsbereich der Verbraucher- und der Wohnimmobilienkreditrichtlinie hinaus.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch, dass die EBA aufsichtsrechtlich erwartet, dass die Kreditgeber einen Mindestbestand an risikobasierten Elementen für die risikobasierte Preisgestaltung von Krediten entwickelt haben sollen.

Eine wesentliche Änderung der Kreditvergabepraxis wird sich auch durch diese Leitlinien bei den Vorgaben hinsichtlich der Bewertung von beweglichen und unbeweglichen Sachen als Sicherheit für das Darlehen über den gesamten Lebenszyklus des Kredites einschließlich der Überwachung Neubewertung der Sicherheiten ergeben.

In einem weiteren Kapitel regelt die EBA die aufsichtsrechtlichen Vorgaben im Hinblick auf die kontinuierliche Überwachung von Kreditrisiken und des Kreditengagements sowie an die Überwachung der Managementinformationssysteme und der Frühwarnindikatoren.

In den Anhängen zu diesem Konsultationspapier finden sich die Liste der Kreditvergabekriterien, der vom Darlehensnehmer beizubringenden Dokumente für die Kreditwürdigkeitsprüfung, sowie die Indikatoren für die Kreditvergabe.

Während nach einer ersten Einschätzung die meisten Vorgaben der EBA bereits durch die Vorschriften der MaRisk in Deutschland geregelt sind, sowie entsprechende Vorgaben für die Bewertung von Immobilien in der BelWertV präzisiert wurden, dürfte es insbesondere im Rahmen der auch zivilrechtlichen Umsetzung der Kreditwürdigkeitsstandards in Deutschland in § 505a ff. BGB doch zu einem größeren Anpassungspielraum führen. Jedenfalls ist damit zu rechnen, dass wenn diese Leitlinien unverändert erlassen würden, sich Interpretationsbedarf hinsichtlich der von der EBA verwendeten abstrakten Begrifflichkeiten ergeben wird. Im Übrigen führen diese Leitlinien für die Kreditinstitute zu einem erhöhten Dokumentations- und Prüfungsaufwand.

Besonders unglücklich ist, dass sich die Vorlage dieser Standards insbesondere für Verbraucherdarlehensverträge mit der aktuell von der Europäischen Kommission geplanten Überarbeitung der Verbraucherkreditrichtlinie im dritten Quartal 2019 überschneidet. Auch die Festlegung erweiterter Kreditwürdigkeitprüfungsstandards für Hypothekarkredite passt nicht in den aktuellen Zeitkontext, da die Europäische Kommission im Winter die Konsultation bezüglich der Reform der Wohnimmobilienkreditrichtlinie starten wollte.

Die von der EBA eingeräumte Konsultationsfrist endet am 30.09.2019. Die deutsche Kreditwirtschaft wäre gut beraten, sich substantiell an dieser Konsultation zu beteiligen.

  1. EBA/CP/2019/04 v. 19.06.2019, Draft Guidelines on loan origination and monitoring

 

Beitragsnummer: 76602

Alles 0 und 1 – das ist Deins! Ein Weckruf für Firmenkundenleiter



Digitalisierung als Chancen zum Wandel

Carsten Menzel – Prokurist, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung, Bereichsdirektor Firmenkundenbank – VR-Bank Westmünsterland eG[1]

                 

Digitalisierung bietet Banken Chancen zum Wandel hoch drei. Gottseidank! Nie war es einfacher, Zukunft zu gestalten, verkrustete Strukturen und Prozesse aufzubrechen.

I. Die Digitalisierung verändert viel. Auch im Firmenkundenbereich.

Ja, es passiert tatsächlich. Hier, direkt vor Ihrer Tür, bei der international tätigen Geschäftsbank in der nächsten Metropole, in der VR-Bank im beschaulichen Münsterland und auch bei der Sparkasse schräg gegenüber. Und sogar dort wo der ein oder andere Banker klammheimlich noch hoffen mag, dass dieser „Hype“ mangels lokaler Verfügbarkeit von highspeed-Internet und 4G doch bitte an ihm vorbeigehen werde. Sorry, diese Hoffnung ist vergebens – für Kaufleute war sie eh noch nie ein guter Berater. Denn egal wie „digi-affin“ Sie selbst und Ihre MitarbeiterInnen und KollegInnen sind, ob Sie sich als „first-mover“ mit der Erprobung von Prototypen und Beta-Prozessen beschäftigen oder sich diese Entwicklungen doch lieber erstmal ganz entspannt aus der Entfernung ansehen: Digitalisierung passiertauch und grade im Firmenkundenbereich. Mit oder ohne Sie. Wobei Zweiteres meines Erachtens nicht erste Wahl ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Interpretierbarkeit von Blackbox-Modellen für das Kredit-Scoring



Anwendung aktueller Methoden aus dem Maschinellen Lernen auf bankinterne Verfahren.

Prof. Dr. Gerhard Hellstern, Duale Hochschule Baden-Württemberg, Ravensburg. Davor langjähriger Leiter des Referats Bankgeschäftiche Prüfungen 1 der Deutschen Bundesbank, Hauptverwaltung in Baden-Württemberg. In seine Verantwortung fiel die Durchführung zahlreicher Säule 1 und Säule 2-Prüfungen bei LSI und SI im Rahmen des SSM

I. Einleitung

„Es liegt in der Verantwortung des beaufsichtigten Unternehmens, die Erklärbarkeit/Nachvollziehbarkeit von BDAI[1]-basierten Entscheidungen für sachkundige Dritte zu gewährleisten. Modelle lediglich als Blackbox zu betrachten, sieht die Aufsicht kritisch“[2]. Diese Aussage aus der 2018 veröffentlichten BaFin-Studie zum Thema Big Data und Künstliche Intelligenz beschreibt das Spannungsfeld bei der Anwendung Künstlicher Intelligenz im Finanzbereich treffend. Während auf der einen Seite immer bessere Algorithmen für Prognoseprobleme verfügbar sind, sind deren Anwendung auf der anderen Seite offenbar enge Grenzen gesetzt. Die Finanzaufsicht legt u. a. Wert darauf, dass Entscheidungsvorschläge durch Algorithmen nachvollziehbar und erklärbar bleiben. Vergleichbare Anforderungen an verwendete Algorithmen gibt es auch in anderen Branchen, z. B. im Gesundheitswesen. Es reicht nicht aus, dass ein Algorithmus „funktioniert“, was sich vergleichsweise einfach mittels entsprechender Performance-Maße ermitteln lässt.

Eine Möglichkeit, mit der Anforderung nach Interpretierbarkeit umzugehen, besteht darin, lediglich einfache, ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Vom Fachbereichsleiter zum Prozessmanager



Einführung eines prozessorientierten Organisationsmodelles aus der Sicht eines Fachbereichsleiters

Eberhard Mailach, Leiter Kreditsekretariat, Gestaltung von Kreditprozessen, Nassauische Sparkasse

       

I. Neues Denken in den Stäben

1. Ganzheitliche prozessorientierte Sichtweise noch nicht angekommen

Statistisch werden Banken dem Dienstleistungssektor zugerechnet. Als Dienstleister steht man in den Diensten des Kunden und ist selbstverständlich bestrebt, dessen Wünsche bestmöglich umzusetzen. In diesem Sinne sind in den Banken manufakturartige Prozesse entstanden. Es gab zwar ein vordefiniertes Produktportfolio, dessen Bestandteile jedoch sehr individuell für den jeweiligen Kunden zusammengestellt und variiert wurden. Willige Menschen in den Instituten haben diese Kompositionen dann teilweise auch unter weiter Ausdehnung der technischen Möglichkeiten umgesetzt.

Auch in den Stäben war das Denken in Manufakturstrukturen an der Tagesordnung. Es gab klare Abgrenzungen. Die Organisation organisiert die Aufbau- und Ablauforganisation. Fachbereiche lieferten zu den definierten Arbeitsabläufen den fachlichen Input und griffen damit soweit notwendig mehr oder weniger stark in die Arbeit der Organisation ein. Die Themen Betriebssicherheit, Datenschutz und IT waren jeweils separaten Fachbereichen bzw. Beauftragten zugeordnet, die diese Aspekte letztlich losgelöst von den Produktionsprozessen gesamthausweit regelten. Für ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

EU-Mindeststandards für ein vorinsolvenzliches Sanierungsverfahren



Ausgestaltungsspielräume und Einfluss auf das Insolvenz(sanierungs-)recht

Dr. Bettina E. Breitenbücher, RAin, FAin für Insolvenzrecht, Geschäftsführende Partnerin KÜBLER GbR und Prof. Dr. Anette U. Neußner, LL.M. oec., RAin, Wirtschaftsmediatorin, Partnerin KÜBLER GbR

I. EU fordert vorinsolvenzliches Restrukturierungsrecht

Seit die Europäische Kommission vor zwei Jahren den Entwurf einer Restrukturierungsrichtlinie[1] vorgelegt hat steht fest, dass auch Deutschland an einem vorinsolvenzlichen Sanierungsrecht nicht mehr vorbeikommt. Das erst im Jahre 2012 in Kraft getretene und aktuell evaluierte ESUG[2] kann den Anforderungen aus Brüssel insoweit nicht genügen. Auch das damals neu eingeführte Schutzschirmverfahren (§ 270b InsO) setzt einen Insolvenzantrag des Unternehmens und einen Eröffnungsgrund voraus und zielt auf eine alle Gläubiger erfassende Insolvenzplanlösung in einem eröffneten, förmlichen Insolvenzverfahren ab.

Das geforderte neue präventive Restrukturierungstool soll an sich rentablen Unternehmen und Unternehmern, die sich in finanziellen Schwierigkeiten befinden, die Möglichkeit geben, frühzeitig Restrukturierungspläne auszuhandeln und deren Annahme durch die maßgeblichen Gläubiger erleichtern, um so eine Insolvenz abzuwenden. Großunternehmen mit ausreichender Finanzkraft auch noch in einer Krise haben in der Vergangenheit zum Teil den Weg nach England gesucht, um die Passivseite ihrer Bilanz zu restrukturieren. Ein solches Ausweichen auf eine sanierungsfreundlichere Rechtsordnung soll künftig obsolet werden und ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Prüfung von Rating-Prozessen



Aktuelle Prüfungsansätze aufgrund von Erkenntnissen und Erfahrungen aus internen und externen Prüfungen von Rating-Verfahren in Sparkassen.

Bettina Hermes, Sparkassen-Betriebswirtin, Abteilung Kreditrevision, Sparkasse Essen.

I. Einleitung

Da die Risikoklassifizierungsverfahren (RKV) die wesentliche Grundlage zur Beurteilung des Adressenausfallrisikos bilden, werden sie regelmäßig sowohl von der internen Revision als auch von externen Prüfern einer System- oder Funktionsprüfung unterzogen.

Daneben stellen sie die Basis für eine Vielzahl von weiteren sich hieraus ableitenden Prozessen und Handlungen dar, z. B. für

  • Kreditkompetenzen
  • Risikoadjustierte Bepreisung
  • Risikofrüherkennungssystem
  • Sonstige Bearbeitungsprozesse im Kreditgeschäft

Aufgrund der in der Sparkasse Essen eingesetzten vielseitigen Risikoklassifizierungsverfahren von Standard Rating und Immobiliengeschäftsrating über KundenKompaktRating für kleinere Geschäftskunden zum KundenScoring für Privatkunden, ist eine umfangreiche Rating-Landkarte implementiert. Zusätzlich werden alle Leasinggesellschaften und auch große Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 250 Mio. € oder Schuldscheindarlehen über ein entsprechendes Tool der RSU GmbH (Rating System Unit) geratet. Externe Ratingnoten werden nicht genutzt.

Zur Zuordnung der Kunden zu dem zutreffenden Risikoklassifizierungsverfahren ist der Risikoverfahrensschalter geschaffen worden. Mit Hilfe der entsprechenden Schalterstellungen werden die Kunden für eine bestimmte Risikoeinstufung selektiert.

Wer nun wen wann zu raten hat, sollte in den Organisationsrichtlinien geregelt sein. Doch die ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Bachelorwissen Banking: Kreditvertragsrecht



Rechtliches Grundwissen zu (Verbraucher-)Krediten, Zinsen und Entgelten, Kontokorrent-/Überziehungskredite, Haftung bei Kreditvergabe, Sittenwidrigkeit etc.

Prof. Dr. Patrick Rösler, Rechtsanwalt, Vorstandsvorsitzender FCH Gruppe AG und Professor für Bankrecht an der Allensbach Hochschule

I. Kredit- und Vertragsarten

Kreditverträge regeln Kreditverhältnisse, die sich dadurch auszeichnen, dass sie Vermögenswerte an einen anderen auf Zeit überlassen. Der Kreditbegriff ist im BGB nicht ausdrücklich geregelt.

Man unterscheidet:[1]

  • Bei Zahlungskrediten ist der Regelfall das Gelddarlehen, also die Überlassung von Bar- oder Buchgeld in Form eines
    • Kontokorrent- oder und Überziehungskredits auf einem laufenden Konto oder eines
    • Ratenkredits oder Annuitätendarlehen. Der Ratenkredit wird normalerweise voll ausbezahlt und dann in gleichen Tilgungsraten plus Zinsen zurückbezahlt Das Annuitätendarlehen kommt bei der Immobilienfinanzierung zur Anwendung, hier ist die Annuität (Zinsen und Tilgung) im Jahr über die Laufzeit immer gleich hoch.
  • Bei Haftungskrediten (keine Darlehen im Sinne des BGB) wird nicht direkt Kredit gewährt, die Bank geht vielmehr als Mithaftende in die Verantwortung und erweitert so die Kreditmöglichkeiten des Kunden.
    • Typisches Beispiel ist der Avalkredit, bei dem die Bank eine Bürgschaft oder Bankgarantie für den Kunden auf seinen Auftrag hin herauslegt.
    • Auch Wechselkredite sind Haftungskredite, diese sind heute aber kaum noch ...

      Weiterlesen?


      Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

      Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

      Anmeldung/Registrierung

      Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Video-Live-Streaming im Insolvenzverfahren



Welchen Nutzen hat Video-Live-Streaming für Verwalter und Auktionshäuser in Insolvenzverfahren?

Frank Schottenheim, Director Financial Institutions, Risikomanagement, PS-Team Deutschland GmbH & Co. KG

I. Begehrt: Sachverstand für Inventuren

Der VID (Verband Insolvenzverwalter Deutschland e.V.) zählt in seinen „Grundsätzen ordnungsgemäßer Insolvenzverwaltung“ zu den erforderlichen „Sicherungsmaßnahmen“ die „Inventur des beweglichen Anlage- und Vorratsvermögens (lieferantenbezogen) an allen relevanten Standorten durch hierfür qualifiziertes Personal oder Sachverständige“.[1] Da dies „unverzüglich“ zu geschehen hat, stehen die damit beauftragten Verwalter, Auktionshäuser und Bewerter mitunter vor großen organisatorischen Herausforderungen. Ihre Asse, die technischen Fachkenntnisse und die Bewertungserfahrung, können sie zwar jederzeit aus dem Ärmel ziehen, jedoch nicht unbegrenzt spielen: Sie können nicht zur gleichen Zeit an verschiedenen Tischen sitzen.

II. Objektaufnahme per digitalem Live-Streaming

1. Sensibel: Sicherung des mobilen Anlagevermögens

Zwischen dem Gummibärchentüten- und Konservenbüchsenzählen, mit dem sich Schüler in den Weihnachtsferien ihr Taschengeld aufbessern, und der Inventarisierung und Kennzeichnung des mobilen Anlagevermögens im Rahmen eines Insolvenzverfahrens liegen Welten. Um die noch vorhandene Betriebsausstattung zu erfassen, ist ein gehöriges Maß an Sachkenntnis erforderlich. Sie ist bares Geld wert. Jede Stunde, die der Experte, der sich mit Maschinen, Anlagen, IT-Equipment und anderen Betriebsmitteln auskennt, im Flugzeug verbringt, ist eine ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Einheitenbildung im Wandel



Neue Herausforderungen aufgrund der Änderungen im Millionenkreditmeldewesen, der GroMiKV und der BaFin mit dem Fokus auf die Zusammenfassung von GvKs aufgrund von Kontrolle und wirtschaftlicher Abhängigkeit.

Caroline Klausch, Referentin im Kreditmanagement, Berliner Volksbank eG

I. Neue Herausforderungen

Stillstand gibt es auch im Jahr 2019 für die Verantwortlichen im Kreditmeldewesen nicht. Seit dem 01.01.2019 gilt für die Millionenkreditmeldung der erweiterte Kreditbegriff, was im 1. Quartal 2019 bei den Instituten zu einem erheblichen Mehraufwand bei der Einreichung von Einzelanzeigen (Stammdaten-/Kreditdatenmeldung) gegenüber der Bundesbank führte. Somit fallen ab sofort folgende Positionen ebenfalls unter die Kreditdefinition:

  • Kreditzusagen
  • Anteile an verbundenen Unternehmen unabhängig von ihrem Bilanzausweis (inkl. Aktien)
  • Wertpapiere des Handelsbestandes – Achtung Durchschaupflichten bei Anlageprodukten beachten.

Beachten Sie auch in dem Zusammenhang, dass im März 2019 die neue meldetechnische Durchführungsbestimmung für die Abgabe der Großkreditanzeigen nach Art. 394 CRR und der Millionenkreditanzeigen nach § 14 KWG in der Version 2.1 auf der Homepage der Deutschen Bundesbank veröffentlicht worden ist.[1]

Am 27.02.2019 ist die zweite Verordnung zur Änderung der GroMiKV im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Digitalisierung wird nun auch bei der Bundesanstalt spürbar. Die Deutsche Bundesbank schafft die Voraussetzungen für eine elektronische Stammdateneinreichung. ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.