AnaCredit – warum der Teufel im Detail liegt



Ein IT-Erfahrungsbericht aus der Projektumsetzung, bei der bereits frühzeitig Datenmanagement und Datenqualität in den Fokus gerückt sind

Benjamin Feige, Business Manager Fachbereichsbetreuung, ORG-IT, Projektleitung und Fachbereichsbetreuung, Bankhaus Lampe KG

I. Startschuss AnaCredit

Als die EZB 2016 ankündigte, das statistische Meldewesen mit den „Analytical Credit Datasets“ (kurz: AnaCredit) granularer aufzustellen, ging es nur auf den ersten Blick um eine Anpassung bezüglich der Bereitstellung statistischer Informationen, wie sie immer wieder vorkommt. Stattdessen beginnt mit Umsetzung von AnaCredit ein neues Zeitalter der Meldepflicht für das Reporting von Banken.

II. Datenmanagement und Datenqualität

Bereits zu Beginn des Umsetzungsprojekts AnaCredit stehen Fragen zur Verfügbarkeit der angeforderten Daten und damit verbunden auch zur geforderten Datenqualität im Vordergrund – neben dem üblichen Thema Projektkosten. Einfach nur ein paar Daten aus der EDV abrufen, fertig ist die Meldung? So einfach war und ist es nach wie vor nicht.

Die Umsetzung wirkt sich tiefgreifend auf die Prozesse der Bank aus. Angefangen in den Systemen des Front-Office bis hin zur eingesetzten Software des Meldewesens sind die Vorgaben und die damit einhergehenden Erfordernisse auf jeder Stufe fortwährend zu berücksichtigen. Auf allen Ebenen muss dabei starker Fokus auf die Qualität der Daten gerichtet ...


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AnaCredit, AnaCredit und kein Ende[1]

Frank Günther, Seniorberater Kreditregulatorik, FCH Consult GmbH

Die letzten Wochen und Tage standen wieder im Mittelpunkt aktueller Veröffentlichungen der Deutschen Bundesbank zur Durchführung der laufenden AnaCredit-Anzeigen mit folgenden Kernaussagen:

  1. Rundschreiben 20/2019 vom 25.03.2019:
    • Bis 30.04.2019 wird es zu keinen Ablehnungen von Kreditdatenmeldungen kommen, die aus der fehlenden Delete-Funktion resultieren. Es wurden folgende Validierungen ausgesetzt:
      • Wenn Instrumentendatensatz angezeigt, dann auch Finanzdatensatz notwendig,
      • Wenn Daten Vertragspartnerinstrumenten angezeigt, dann auch Finanzdatensatz notwendig,
      • Wenn Daten empfangen Sicherheiten angezeigt, dann auch Datensatz Instrument empfangene Sicherheiten notwendig,
      • Wenn mehr als ein Schuldner am Instrument beteiligt ist, dann ist für jede juristische Person ein Datensatz zu Verbindlichkeiten mit mitschuldnerischer Haftung notwendig.
    • Klarstellung: Jedes anzeigepflichtige Institut (auch mit reduzierter Meldepflicht) hat sich zu jedem Instrument als Gläubiger oder/und Servicer anzuzeigen. Die Überprüfung erfolgt durch Validierungsregelung RI0080_DE ab 01.04.2019.

Cover112BERATUNGSTIPPS

Prozess-Check AnaCredit-Umsetzung

Quickcheck: Datenqualität im Kreditgeschäft/Meldewesen

 

 

2. Ergänzung des Handbuches zu den AnaCredit-Validierungsregeln (7.Version) vom 05.04.2019 – ergänzt durch Rundschreiben 26/2019 vom 15.04.2019:

  • Aufnahme eines Hinweises zum Umgang mit Folgefehlern in Kapitel 2 (Enthält eine Validierungsregel den Hinweis, dass sie zu einer Ablehnung von Daten führt, so werden die abgelehnten Daten für die folgenden Validierungen nicht mehr berücksichtigt. Dadurch können weitere Validierungsfehler (der Vollständigkeit und der referentiellen Integrität) entstehen. Wird z. B. eine Stammdateneinreichung abgelehnt, so können dadurch Folgefehler der referentiellen Integrität auftreten, die besagen, dass Stammdaten zu vorhandenen Kreditdaten fehlen.).
  • Weitere Erleichterungen für Vertragspartner-Stammdatenattribute werden gewährt. Für Schuldner verkaufter Forderungen in einem Factoring-Geschäft ohne Rückgriff sind künftig weniger Daten zu melden; Gleiches gilt für Schuldner der öffentlichen Hand, Fonds sowie für Schuldner, die einer privaten Organisation ohne Erwerbszweck angehören. Hierzu vgl. auch Richtlinien IV. 2. e) Besondere Berichtspflichten bezüglich einiger Vertragspartnertypen.
  • Das Datenattribut „Anschrift: Land“ ist künftig meldepflichtig für alle Vertragspartner der institutionellen Sektoren Investmentvermögen und Geldmarktfonds ohne eigene Rechtspersönlichkeit (jeweils erkennbar am Platzhalterwert „SPFUND“ des Datenfeldes Rechtsform). Dies gilt unabhängig davon, ob die vollumfängliche oder die reduzierte Meldepflicht gilt. Gemäß dem EZB-Manual sind jegliche Adressattribute für diese Einheiten nichtzwingend zu melden. Da Institute in ihren Systemen die Information über das Land jedoch vorhalten, hat die EZB entschieden, dass dieses Attribut künftig meldepflichtig ist.
  • Änderung und Löschung bereits existierender Validierungsregeln sowie Einführung neuer Validierungsregeln zur Überprüfung der Konsistenz.
  • Bessere Verständlichkeit der Bundesbank-Rückmeldungen: Es ist künftig erkennbar, welche konkreten Fehler zu einer Ablehnung von Daten geführt haben. Dies ist wichtig, um eventuell auftretende Folgefehler zu verstehen. Wurden Daten abgelehnt, so treten durch die fehlenden Daten unter Umständen Fehler der referentiellen Integrität und/oder der Vollständigkeit auf.

SEMINARTIPPS

Datenrisiken Meldewesen, 08.04.2019, Frankfurt/M.

AnaCredit: Prüfungsansätze und -Schwerpunkte, 05.06.2019, Düsseldorf.

AnaCredit im Flow!? – Aktuelles & Fehleranfälligkeit & Datenkonsistenz, 26.11.2019, Berlin.

 

3. Rundschreiben 25/2019 vom 15.04.2019:

  • Bei Meldungseingang werden Kennungen, die Leerzeichen enthalten, durch die Bundesbank in Kennungen ohne Leerzeichen umgewandelt – übergangsweise können noch Kennungen mit Leerzeichen eingereicht werden.
  • Einführung doppeltes Rückmeldesystem: Validierungsfehler, welche durch die EZB erkannt werden und nicht durch die Bundesbank erkannt wurden, werden in mit dem mit Präfix ecb gekennzeichneten Dateien an die Banken weitergeleitet.

Die obig erwähnten Änderungen und Neuerungen belegen einerseits deutlich, dass bei der Datenqualität der eingereichten Kreditdaten durch die Banken noch Entwicklungsbedarf besteht. Andererseits zeigt sich deutlich, dass der gemeinsame Entwicklungs- und Umsetzungsprozess von EZB und Deutscher Bundesbank noch nicht abgeschlossen ist.

 

  1. Unter Verwendung von Ausschnitten der genannten Dokumente siehe https://www.bundesbank.de/de/service/meldewesen/bankenstatistik/kreditdatenstatistik-anacredit–611424.

 

Beitragsnummer: 62227

„AnaCredit Aktuell: Nach der Meldung ist vor der Meldung?!“

Frank Günther, FCH Consult GmbH

Am 31.12.2018 war die AnaCredit-Verordnung seit einem Jahr in Kraft. Auch wenn in aktuellen aufsichtlichen Veröffentlichungen die Umsetzung der aktuellen EBA-Guideline im Umgang mit Non-Performing Loans (NPL), das Thema IT-Risiken und der Fortgang der Umsetzung von Basel IV dominieren, ist es Zeit, zum Jahreswechsel ein kurzes Resümee zur Umsetzung von AnaCredit zu ziehen, um die Aufgaben 2019 zu fixieren. Was konnte im Rahmen der Testmeldungen, der Vollmeldung zum 30.09.2018 und der z. Zt. laufenden Regelanzeige erreicht werden und was steht den Banken noch bevor?

I. Daten, Daten, Daten-Qualität der Anzeigen

Mehrfach wies die Deutsche Bundesbank in ihren Rundschreiben 2018 auf die Notwendigkeit der Verbesserung der Qualität der übertragenen Meldedaten durch die Banken hin. Gleichzeitig wurde auf die Verantwortung der Banken lt. Anhang V der AnaCredit-Verordnung fokussiert:

a) Statistische Informationen müssen korrekt sein;

b) Berichtspflichtige müssen in der Lage sein, Informationen zu den in den übermittelten Daten implizierten Entwicklungen zu erteilen;

c) Statistische Informationen müssen komplett sein und dürfen keine kontinuierlichen oder strukturellen Lücken enthalten – Berichtslücken müssen vorübergehend sein und der NZB (und von dieser der EZB) gemeldet, der zuständigen NZB erklärt und gegebenenfalls sobald wie möglich überbrückt werden;

d) Berichtspfliichtige haben die Maßeinheiten, Rundungsverfahren und Dezimalstellen zu beachten, die von der zuständigen NZB für die technische Datenübermittlung festgelegt

wurden. Ein nochmaliger Vollabzug der anzeigepflichtigen Daten per 30.09.2018 führte zu einer Fokussierung der bestehenden technischen, fachlichen und Datenqualitätsproblemen.

Mit dem aktuellsten Rundschreiben 95/2018 vom 19.12.2018 weist die Deutsche Bundesbank z. B. explizit darauf hin, dass Daten von natürlichen Personen auf keinen Fall zu melden sind und dass für die bisherigen „Fehlmeldungen“ ein zentrales gesondertes Löschverfahren eingerichtet wird.

Die Banken werden somit auch im Sinne des Datenschutzes zu einer verstärkten Qualitätssicherung der Meldedaten aufgefordert. Betreffs der notwendigen Datenqualität für eine hochtechnisierte Einzeldatenanzeige zeigt sich immer wieder, dass in den Banken die zwingende Integration der Meldeprozesse als Qualitätssicherung der allgemeinen Bankprozesse von Beratung über Kreditgewährung, Problemkreditbearbeitung bis hin zur Kreditabwicklung noch nicht ausreichend umgesetzt wurde. Somit wird auf Grund der Granularität und Häufigkeit der Anzeige AnaCredit Qualitätsmesser der allgemeinen Prozess- und Datenqualität, als auch Spiegelbild der Qualität diverser statistischer und aufsichtlicher Anzeigen. So bewerteten Teilnehmer einer Veranstaltung der Finanz Colloquium Heidelberg GmbH im Oktober 2018 zu 2/3 den Aufwand für die AnaCredit Anzeige mit den bestehenden Mitarbeiterkapazitäten kaum für leistbar.

Neben der notwendigen technischen Integration des bankeigenen Fehlerhandlings aus Anzeigen in die fehlerverursachenden Bankprozesse und Zuständigkeiten wirkt sich zudem die intransparente Rückmeldung von Validierungsfehlern der Deutschen Bundesbank direkt an die Banken und nicht über den Einreichungsweg negativ auf eine schnellere Qualitätsverbesserung aus. (100 % der in der obig genannten Veranstaltung Befragten, welche die Rückmeldung kannten, hielten die Fehlerrückmeldungen nur mit großem Aufwand für bearbeitungsfähig).

So ist es zwingend erforderlich, dass die Validierungsfehlerrückmeldungen den internen Kunden und Kontennummern direkt zugeordnet und diese dann den zuständigen Mitarbeitern der Bank in den konkreten Bank- prozessen mit konkreten Handlungs-/Überprüfungshinweisen übermittelt werden können.

 

 BERATUNGSTIPPS

Prozess-Check AnaCredit-Umsetzung
Quickcheck: Datenqualität im Kreditgeschäft/ Meldewesen

 

 

II. Anforderungen sind noch im Fluss! – Aktuelle Neuerungen

Vor allem die in 2018 mehrfach angepassten Auslegungserläuterungen, Validierungsregeln und Codelisten zeigen deutlich, dass der Lernprozess hin zu einer stabilen europäischen Meldung noch nicht abgeschlossen ist. Aktuell wurde das Handbuch der Deutschen Bundesbank zu den AnaCredit-Validierungsregeln am 10.12.2018 umfangreich angepasst und somit im Wesentlichen die von der EZB per 05.11.2018 vorgenommenen Korrekturen übernommen. Schwerpunkte waren hierbei:

1. Löschung diverser inkonsistenter Validierungsregeln Beispielsweise entfielen die in der nachfolgenden Tabelle genannten Punkte.

2. Klarstellung von Validierungsregeln v. a. betreffs Eigenbetriebe, Investmentvermögen, rechtlich unselbständige Niederlassungen.

Allein der bisher bei anderen Anzeigen in dieser Detailebene nicht gekannte Umfang von fast 100 S. Validierungsregeln stellte in 2018 die Banken und ihre Dienstleister immer wieder vor neue Herausforderungen und wird nachhaltig die Prozesse der Banken beeinflussen. Entsprechend dem Rundschreiben 76/2018 der Deutschen Bundesbank vom 27.09.2018 sind bis März 2019 die Regelungen zur laufenden Korrektur und Löschanzeigen umzusetzen. Die Aktivierung der entsprechenden Validierungsregeln erfolgt ab Meldestichtag 31.03.2019. Spätestens dann müssen alle in den Vormonaten falsch gemeldeten bzw. ausgelaufenen Datensätze zu den entsprechenden Meldeterminen nachträglich mit dem Aktionsattribut Löschung gemeldet werden. Betreffs der rückwirkenden Korrekturen steht noch die abschließende Klärung des endgültigen Korrekturzeitraums auf europäischer Ebene aus.

 

 SEMINARTIPPS

Datenrisiken Meldewesen, 08.04.2019, Frankfurt/M.
AnaCredit: Prüfungsansätze und -Schwerpunkte, 05.06.2019, Düsseldorf.
Kreditmeldewesen Aktuell: AnaCredit – Groß-/Mio.-Kredite, 24.10.2019, Frankfurt/M.
Prüfung Kreditmeldewesen: KNE/GvK • Millionenkredite •AnaCredit, 25.11.2019, Berlin.
AnaCredit im Flow!? – Aktuelles & Fehleranfälligkeit & Datenkonsistenz, 26.11.2019, Berlin.

 

Die von Validierungsfehlern betroffenen Datensätze sind umgehend nach Erhalt der Rückmeldung zu korrigieren und erneut einzureichen. Des Weiteren werden die konzeptionellen Arbeiten betreffs der Entwicklung automatisierter meldungsübergreifender Validierungen/ Abstimmungen lt. Ankündigung der Deutschen Bundesbank in 2019 priorisiert erfolgen. Aus aktuellen Thematisierungen sind in 2019 noch weitere Konkretisierungen von EZB und Deutscher Bundesbank[1] zu erwarten, z. B.:

  • Präzisierung der Vorgaben zur Weiterverwendung der Instrumenten-ID im Bereich des Kontokorrentkredits auf laufenden Konten (Hinweis: mit Aktualisierung der Validierungsregeln bereits wesentliche Voraussetzungen geschaffen),
  • Regelungen bei uneinheitlichen Anzeigen von Konsortialgeschäften durch die Konsortialpartner,
  • Einführung der deutschen (Unternehmens-) Steuernummer DE TAX CD und der Umsatzsteueridentifkationsnummer DE VAT CD als Pflichtanzeige zusätzlich neben der Nationalen Kennung (seit 09/2018 freiwillig),
  • Regelungen zur Beibehaltung der Kennungen im Zuge von Fusionen oder Migrationen inkl. rückwirkender Korrekturen.

PRAXISTIPPS

  • Analysieren Sie Ihre Fehlermeldungen – Integrieren Sie die Bearbeitung in workflowgesteuerte Bearbeitungsprozesse.
  • Nutzen Sie AnaCredit zur internen Datenqualitätssicherung.
  • Definieren Sie wesentliche auffällige Abweichungen zu Voranzeigen.
  • Sichern Sie/Entwickeln Sie laufende Abstimmungsprozesse bei der Korrektur von Anzeigen i.V.m. anderen Anzeigen.
  • Integrieren Sie AnaCredit in die Prüfungsplanung 2019 – einerseits Prüfung Meldewesenprozess und andererseits Prüfungen Kreditprozesse und Legitimationsprozesse.
  • Definieren Sie die Zuständigkeiten für Datenqualitäten.
  1. Unter Verwendung der Diskussion und der Aussagen„Technisches Diskussionsforum AnaCredit am 27. August 2018“ bei der Deutschen Bundesbank.

 

 

Beitragsnummer: 60186

4 Fragen zu AnaCredit



Ausblick auf das Jahr 2019 sowie Prüfungsansätze und Hinweise zur Prüfungsdurchführung

Caroline Klausch, Referentin im Kreditmanagement, Berliner Volksbank

I. Rückblick 2018

Blickt man 2018 auf die Herausforderungen im Aufsichtsrecht der Banken und IT-Finanzdienstleister zurück, wird der ein oder andere Mitarbeiter in diesen Bereichen erhebliche Kapazitäten in die Umsetzung von AnaCredit investiert haben. Die Regulierungsvorhaben stellten nicht nur die IT-Finanzdienstleister vor große Herausforderungen, auch die Banken erfuhren mit der Umsetzung von AnaCredit eine neue Stufe aufsichtsrechtlicher Meldeanforderungen. Wurden kürzlich die neuen Anforderungen zu AnaCredit in Bezug auf Konzernstrukturen in den Prozessen implementiert, erfährt das Meldewesen ab 01.01.2019 schon die nächste aufsichtsrechtliche Erweiterung. Seit 01.01.2019 sind die Banken verpflichtet, die konkretisierten Tatbestandsmerkmale zur Zusammenfassung von einzelnen Kreditnehmern zur Gruppe verbundener Kunden (GvK) gem. Art 4. Abs. 1 Nr. 39 CRR anzuwenden. Als neu gilt in diesem Zusammenhang v. a. das erhöhte Erfordernis zur Dokumentation bei der Feststellung und Widerlegung von Beherrschungsmöglichkeiten und wirtschaftlichen

Abhängigkeiten.

In einer im November 2018 durchgeführten Umfrage im Seminar „Kreditmeldewesen Aktuell“ wurden die Teilnehmer (Interne Revision und Meldewesen) zu ihren Erfahrungen in Bezug auf AnaCredit folgendes gefragt:

1.Frage 1: Wie waren/sind Sie in Ihrem Haus auf die AnaCredit-Meldung vorbereitet? ...


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Neuerungen zur Groß- und Millionenkreditverordnung

Frank Günther, Senior Consultant und Kreditspezialist, FCH Consult GmbH

Am 27.02.2019 wurde die Aktualisierung der GroMiKV im Bundesgesetzblatt verkündet. Die Änderungen sehen vor, mit Wirkung seit 01.03.2019 die meldetechnischen Vorgaben zur Euro-Evidenz zu streichen, da das gesamte Meldeverfahren zur Euro-Evidenz zwischen den beteiligten Kreditregistern per Ende September 2018 eingestellt wurde. Weiterhin wurde durch die Neueinführung der rechtliche Rahmen für die perspektivische Einführung einer elektronischen Stammdateneinreichung geschaffen und die Stammdatenanzeigen sind bis zur Einführung dieser ab sofort nur noch einfach papierhaft an die Deutsche Bundesbank zu übersenden. Darüber hinaus wurden einige Templates des Millionenkreditmeldewesens aktualisiert.

SEMINARTIPPS

Meldewesen Kompakt: Neuerungen für Praxis & Prüfung, 03.06.2019, Düsseldorf.

Kreditmeldewesen Aktuell: AnaCredit – Groß-/Mio.-Kredite, 24.10.2019, Frankfurt/M.

 

Per 31.03.2019 ist erstmals für den Berichtszeitraum I/2019 die Millionenkreditanzeige auf Basis des aktualisierten Kreditbegriffes und der überarbeiteten Vordrucke abzugeben. Beachten und überprüfen Sie v. a. Folgendes:

  • vollständige und richtige Versorgung der Anzeigevordrucke explizit betreffend der neuen Felder,
  • Erfüllung der erstmaligen Anzeigepflicht v. a. von Beteiligungen und offenen Kreditzusagen,
  • Beachtung der Besonderheiten bei Handelsbuchkrediten,
  • Neuerungen im Abgleich BA 6 und BA 7 zwischen den meldenden Kreditgebern,
  • Beachtung der neuen Plausibilisierungsregelungen,
  • Information über den Neuaufbau und die betraglichen Veränderungen in der Evidenzrückmeldung Ende Juni 2019.

Beitragsnummer: 58439

AnaCredit: Herausforderungen für die Interne Revision



Andreas Freßmann, Leiter Produktions- und Steuerungsrevision, Sparkasse Münsterland Ost

Andreas Gertz, Fachrevisor Kreditrevision, Sparkasse Essen.

I. Regulatorische Grundlagen AnaCredit

Mit der Verordnung (EU) 2016/867 wurde die Einführung eines zentralen granularen Kreditmelderegisters bei der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossen. Ergänzend hat die Deutsche Bundesbank zwischenzeitlich eine nationale Umsetzungsanordnung[1] erlassen. Danach sind ab dem 31.01.2018 Kreditnehmerstammdaten und ab dem 31.03.2018 Kreditstammdaten und dynamische Daten der Kreditbeziehung in die sogenannte Analytical Credit Database (AnaCredit) von allen Kreditinstituten bei der Deutschen Bundesbank zu melden. Diese wird die Daten dann an die EZB weiterleiten. Die Meldedaten sollen das Eurosystem bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben, insbesondere der Sicherung der Finanzmarktstabilität, Risikoanalyse und Geldpolitik unterstützen und ermöglichen zudem komplexe und flexible Auswertungen. Mittelfristig könnte das AnaCredit-Meldewesen eine Reihe aktueller Meldungen zum Kreditgeschäft der Institute ablösen.

Während die Groß- und Millionenkreditmeldung auf Kreditnehmerverbünde abstellt, sieht AnaCredit eine einzelkreditnehmerbezogene- bzw. einzelkreditbezogene Meldung für eine Vielzahl von Datenattributen zum Kreditnehmer, zu Vertragsdaten sowie zu den gestellten Sicherheiten vor. Die Meldegrenze liegt bei 25 TEUR, wobei im Unterschied zum Millionenkreditmeldewesen neben den Inanspruchnahmen auch unwiderrufliche und widerrufliche Zusagen zu melden sind.

Auch die Meldefrequenz ist neu: Mit AnaCredit wird erstmalig eine ...


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AnaCredit: Projektbegleitende Prüfung der Internen Revision



Projektbegleitende Prüfung zur Einführung der AnaCredit-Meldungen.

Dominik Strieder, CREA® (IREBS/DVFA), Revisor, Interne Revision, Bausparkasse Mainz AG.

I. Aufbau einer zentralen Kreditdatenbank

1. Gesetzliche Grundlage/Regulatorik

Mit Verabschiedung der Einführung von AnaCredit[1] wurde das Konzept einer granularen Anzeige von harmonisierten Kredit- und Kreditrisikodaten beschlossen. Damit verbunden ist der Aufbau einer zentralen Kreditdatenbank für statistische Auswertungen seitens der nationalen Zentralbanken. Ergänzend soll sie zur Unterstützung von bankaufsichtlichen Aufgaben, geldpolitischen Steuerungsmaßnahmen und zur Evaluierung der Systemstabilität seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) dienen.

Zur Ermöglichung einer granularen Datenabfrage erfolgt eine Meldung auf Ebene der Einzel-Kreditengagements (loan-by-loan-Ansatz) an juristische Personen. Schwerpunkte liegen hierbei auch auf Immobilienfinanzierungen und notleidenden Krediten.

Die Meldepflicht umfasst gebietsansässige Kreditinstitute sowie gebietsansässige ausländische Niederlassungen von Kreditinstituten. Die Meldungsabgabe erfolgt auf Einzelinstitutsebene, Meldungen auf Gruppenebene sind nicht vorgesehen.

2. Inhalte der Meldungsabgabe

Berichtspflichtige Institute haben bei der Deutschen Bundesbank Angaben zu „Vertragspartner-Stammdaten“, „Kredit-Stammdaten“ und „dynamischen Kreditdaten“ abzugeben.

Im Rahmen dessen war ab Januar 2018 die erste Stammdatenanzeige, ab März 2018 die erste (reduzierte) Kreditdatenanzeige an die Deutsche Bundesbank zu melden; ab September 2018 ist die erste vollständige AnaCredit-Meldung erforderlich.

Eine AnaCredit-Meldung umfasst insgesamt 89 (Kredit-)Merkmale sowie sechs Identifier ...


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Neue Aktuelle Bundesbankrundschreiben zu AnaCredit

Frank Günther, Seniorberater Kreditregulatorik, FCH Consult GmbH

Die Deutsche Bundesbank hat am 15.02.2019 zwei aktuelle Rundschreiben zur fachlichen Umsetzung von AnaCredit veröffentlicht, welche Banken und EDV-Dienstleister zu weiteren Nacherfassungen und -programmierungen veranlassen werden. Im Rundschreiben 10/2019 wird eindringlich Rundschreiben Nr. 76/2018 bestätigt. Somit gilt, dass ab Meldetermin 28.02.2019 alle falsch gemeldeten bzw. ausgelaufenen Datensätze zu den entsprechenden Meldeterminen nachträglich mit dem Aktionsattribut Löschung gemeldet werden müssen. Eine nochmalige Vollmeldung als Korrektur – und Löschmeldung wird ausgeschlossen. Betreffend der Korrekturmeldungen wurde ein Zeitplan für die Implementierung noch nicht beschlossen (https://www.bundesbank.de/resource/blob/776842/25cacb867ffa02edd7e374724e2bdaf5/mL/2019-02-15-rs-10-data.pdf).

Cover106BERATUNGSANGEBOTE

Quickcheck AnaCredit

Quickcheck: Datenqualität im Kreditgeschäft/Meldewesen

Mit Rundschreiben 11/2019 wird zur Änderungsnotwendigkeit der Instrumenten- und Vertragskennung bei verschieden Fällen in Zusammenhang mit vereinbarten Kreditlimits bei laufenden Konten Stellung genommen. So wird neu eine Erhöhung eines bestehenden Limits ggü. bisher anders lautenden Veröffentlichung als Neugeschäft eingestuft. Somit entfällt hier die Erleichterung für Bestandskredite.

SEMINARTIPPS

AnaCredit: Prüfungsansätze und -Schwerpunkte, 05.06.2019, Düsseldorf.

Kreditmeldewesen Aktuell: AnaCredit – Groß-/Mio.-Kredite, 24.10.2019, Frankfurt/M.

AnaCredit im Flow!? – Aktuelles & Fehleranfälligkeit & Datenkonsistenz, 26.11.2019, Berlin.

Umfangreiche detaillierte Differenzierungen bei den Meldepflichten von laufenden Überziehungskrediten mit und ohne Limit werden neu eingeführt:

  1. Überziehung laufender Konten ohne Kreditlimit
    Auch bei Veränderungen der Überziehung keine Änderung der Vertrags- und Instrumentenkennung.
  2. Wechsel von Überziehung ohne vereinbartem Kreditlimit auf Überziehung mit vereinbartem Kreditlimit
    Löschmeldung der Überziehung ohne vereinbartes Kreditlimit und Neumeldung der Überziehung mit vereinbartem Kreditlimit mit neuer Vertragskennung
  3. Wechsel von Überziehung mit vereinbartem Kreditlimit auf Überziehung ohne vereinbartem KreditlimitLöschmeldung der Überziehung mit vereinbartem Kreditlimit und Neumeldung der Überziehung ohne vereinbartem Kreditlimit mit neuer Vertragskennung (https://www.bundesbank.de/resource/blob/776848/c3cc2be33740d3e398a73791b93d84c6/mL/2019-02-15-rs-11-data.pdf).

Beitragsnummer: 56480

Alles nur für AnaCredit?

Vor der Meldung ist nach der Meldung.

Caroline Klausch, Referentin im Kreditmanagement, Berliner Volksbank eG

Mitten drin, statt nur dabei. Die regulatorischen Anforderungen an Banken werden immer komplexer und sind kaum zu überblicken. Sie erhöhen stetig den Druck auf die Finanzinstitute und erschweren maßgeblich den Bankalltag. Seit September 2018 erlebt ein Großteil der in Deutschland ansässigen Kreditinstitute mit AnaCredit eine neue Stufe aufsichtsrechtlicher Meldeanforderungen. Gemäß Art. 2, Abs. 1 mussten Kreditdaten zum Meldestichtag 30.09.2018 erstmalig an die EZB übermittelt werden.

Umsetzungshinweise

Die Kreditinstitute sind maßgeblich von den internen oder externen IT-Dienstleistern abhängig. Gut funktionierende und durchdachte Prozesse, ein hoher Automatisierungsgrad sowie Transparenz in Datenflüssen und Berechnungsgrundlagen sind noch stark optimierungsbedürftig. Diese bestehenden Abhängigkeiten bilden aktuell nicht überwindbare Barrieren für die Kreditinstitute und führen entsprechend zu Unsicherheiten der Berichtspflichtigen.

Herausforderungen annehmen

AnaCredit – nur Statistik!? Auch wenn der Fokus von AnaCredit nicht auf der Erfassung von aufsichtsrechtlichem Risiko liegt, sind in den Meldetabellen u. a. diverse Angaben zum Adressausfallrisiko enthalten. Das Seminar thematisiert Hinweise zu zahlreichen prozessualen (Daten-)Fallstricken in den Bereichen Meldewesen, Kompetenzregelungen, Kreditüberwachung, Risikostreuung, Vertriebssteuerung und Datenqualitätskontrollen. AnaCredit führt eine schrittweise Änderung der Datenmenge ein, über die die Banken regelmäßig berichten müssen – in manchen Fällen sogar täglich.

SEMINARTIPPS

Kreditmeldewesen Aktuell: AnaCredit – Groß-/Mio.-Kredite, 21.11.2018, Köln.

§ 44er Sonderprüfungen im Meldewesen, 03.12.2018, Frankfurt/M.

Kreditnehmereinheiten/GvK in Analyse, Meldewesen & Prüfung, 06.05.2019, Würzburg.

FCH Fit & Proper VORSTAND: Kreditmeldewesen im Fokus der Aufsicht, 14.05.2019, Berlin.

Meldewesen Kompakt: Neuerungen für Praxis & Prüfung, 03.06.2019, Düsseldorf.

Vergewissern Sie sich: In dem Rundschreiben 63/2018 fordert die Deutsche Bundesbank von jedem Berichtspflichtigen die Einreichung eines Vollabzugs von Vertragspartner- und Kreditstammdaten. Ein Vollabzug mit allen zum Meldestichtag 30.09.2018 zu meldenden Vertragspartner- und Kreditstammdaten ist zu erstellen. Der Vollabzug zum 30.09.2018 muss bis zum Ablauf der Übergangsfrist, die für die Umstellung auf das neue Meldeschema1 (Version 2.0) gewährt wird, eingereicht werden. In jedem Fall ist dieser Vollabzug vor der Meldung für den Meldestichtag 31.10.2018 an die Bundesbank zu übermitteln.

PRAXISTIPPS

  • Intensivierung der notwendigen Nacharbeiten zur Erfüllung der Meldeanforderungen
  • Erkennen Sie mögliche pragmatische/prozesserleichternde Tipps zur Qualitätsverbesserung. Bedenken Sie die Prozessumstellungen für die korrekte Befüllung der Datenfelder mit den gewünschten Detailinformationen.
  • Prozesserstellung Überwachung und Meldung von AnaCredit inkl. IKS für AnaCredit.
  • Finden Sie klare Lösungen wie Sie die Fehler oder Hinweise der Rückmeldedateien der Deutschen Bundesbank in Ihren Häusern kurzfristig bearbeiten.

 

Beitragsnummer: 46323

Die Prüfung von Kundenverbünden

Prüfung von Gruppen verbundener Kunden und Kreditnehmereinheiten

Diplom-Kaufmann Andreas Gertz, Abt. Kreditrevision der Sparkasse Essen

Rechtliche Normen und Relevanz der Kundenverbünde

Die Kreditnehmereinheit („KNE“) ist in § 19 Abs. 2 KWG geregelt und hat lediglich Relevanz für das Millionenkreditmeldewesen nach § 14 KWG. Demnach besteht eine Meldepflicht, wenn die Summe der anzuzeigenden Beträge einer Kreditnehmereinheit im Laufe eines Quartals mindestens eine Mio. € betrug.

Grundlage der Gruppe verbundener Kunden („GvK“) ist Art. 4 Abs. 1 Nr. 39 der CRR. Die GvK hat zunächst Relevanz für das Großkreditmeldewesen nach Art. 387 ff. CRR. Eine Meldepflicht besteht, wenn die Risikoaktiva einer Gruppe verbundener Kunden zehn Prozent der anrechenbaren Eigenmittel des Kreditinstituts überschreiten (Art. 392 ff. CRR).

SEMINARTIPPS

Prüfung und Beurteilung der Risikotragfähigkeits-Prozesse (RTF), 26.11.2018, Frankfurt/M.

§ 44er Sonderprüfungen im Meldewesen, 03.12.2018, Frankfurt/M.

Neues einheitliches Schema der Aufsicht zur Prüfung der Institute, 04.12.2018,Frankfurt/M.

Aktuelle Offenlegung von Finanz- & Risikodaten, 06.12.2018, Frankfurt/M.

Prüfung neue Forbearance-Prozesse & Engagement-Maßnahmen, 08.04.2019, Frankfurt/M.

Darüber hinaus ist die GvK-Bemessungsgrundlage für alle kreditwirtschaftlichen Sachverhalte, wie z. B. Beschlussfassung, Offenlegung, Kreditüberwachung, -kontrolle und -revision. Sie ist schließlich Basis der Organkreditbestimmungen gem. § 15 KWG.

Die zum 30.09.2018 in Kraft tretenden Meldevorschriften zu „AnaCredit“ stellen bei den Attributen „direkte Muttergesellschaft“ und „oberste Muttergesellschaft“ ebenfalls auf Verbünde ab. Meldepflichtig sind alle juristischen und quasi-juristischen Personen mit einem Obligo von mindestens 25 T€ auf Einzelkreditnehmerbasis. Die direkte und die oberste Muttergesellschaft sind zu melden, wenn diese ebenfalls juristische oder quasi-juristische Personen sind. Ist eine Privatperson „direkte“ und/oder „oberste“ Muttergesellschaft, ist keine Meldung der Attribute vorzunehmen.

Prüfungsansatz

Die Prüfung von Kundenverbünden wird grundsätzlich in Form einer sog. Funktionsprüfung erfolgen. Hierbei handelt es sich um eine Ordnungsmäßigkeitsprüfung, in der untersucht wird, ob die gesetzlichen Bestimmungen und die hierauf fußenden internen Organisationsrichtlinien (Arbeitsanweisungen) eingehalten werden. Zudem wird untersucht, ob das Interne Kontrollsystem funktionsfähig ist.

Häufig erfolgt die Funktionsprüfung in Form von Einzelfallprüfungen, bei der die Vollständigkeit und Richtigkeit des Kundenverbunds bei einer ausreichenden Anzahl von Kreditengagements untersucht wird. Die Auswahl der Engagements kann – je nach Prüfungsschwerpunkt – bewusst oder stichprobenhaft erfolgen.

Erfolgt z. B. eine Großkreditprüfung, wird aufgrund der tendenziell geringen Anzahl der Großkredite eines Instituts eine bewusste Auswahl von GvKs vorgenommen. Bei Millionenkreditprüfungen wird hingegen eine hinreichende Stichprobe Grundlage der Prüfungshandlungen sein.

Prüfung des Kundenverbunds

Für eine ordnungsgemäße Kreditrisikosteuerung, für die Beschlussfassung, die gesetzliche und interne Offenlegung sowie das Kredit-Meldewesen sind korrekte Kundenverbünde (Kreditnehmereinheiten und Gruppe verbundener Kunden) unverzichtbar. Sie sollten Inhalt jeder Engagementprüfung sein.

Für die Prüfung kommen hierbei verschiedene Verfahren in Frage, um die Richtigkeit und die Vollständigkeit des Kundenverbunds zu überprüfen. Die Überprüfung der Richtigkeit eines Kundenverbunds erfolgt durch den Abgleich der in den EDV-Systemen enthaltenen Kundendaten mit den in der (physischen oder elektronischen) Kreditakte enthaltenen Unterlagen (Handelsregister, Satzung oder Gesellschaftsvertrag, Protokoll der Gesellschafterversammlung, Jahresabschluss, Auskünfte). Anhand dieser Unterlagen sollte nachvollziehbar sein, wer die Kapital- und/oder Stimmrechtsmehrheit sowie die Kontrollrechte am betrachteten Kreditnehmer innehat und ob der betrachtete Kreditnehmer selbst Kapital- und/oder Stimmrechtsmehrheiten und/oder Kontrollrechte an anderen Kreditnehmern des Hauses besitzt. Bei komplexen Engagements empfiehlt sich eine graphische Darstellung der im System enthaltenen Verbünde und der Abgleich der Konzernstruktur mit den Unterlagen der Kreditakte. Mit den vorstehenden Prüfungshandlungen wurde lediglich geprüft, ob die in der Software abgebildeten Kundenverbünde (Kreditnehmereinheit, Gruppe verbundener Kunden) mit den Unterlagen der physischen oder elektronischen Kreditakte übereinstimmen. Ob die Kundenverbünde vollständig sind, d. h. alle relevanten Kreditnehmer des Instituts enthalten sind, ist über andere Prüfungshandlungen festzustellen. Beispielhaft werden hier die Alphasuche und die Analyse auf Basis der Evidenzmeldung dargelegt.

Alphasuche

Jedes Kundeninformationssystem verfügt über eine sogenannte Alphasuche. Ist z. B. die Landesbank XY Millionenkreditnehmer, kann über eine Aktivierung der Suchfunktion (z. B. Eingabe von „landesb*“ oder „landesbank“) festgestellt werden, ob die Landesbank XY über mehrere Kundensätze verfügt; möglich ist aber auch, dass Kreditnehmer mit ähnlich lautenden Bezeichnungen angezeigt werden, z. B. weil es sich um Niederlassungen oder Auslandstöchter der Landesbank handelt.

Aufgrund nachgeschalteter Untersuchungen – Abfrage des Kreditengagements und des Verbunds der jeweils ermittelten Kundensätze – kann festgestellt werden, ob der im System vorhandene Verbund korrekt abgebildet ist, d. h. der ermittelte Kundensatz ordnungsgemäß mit dem Konzernführer verknüpft ist.

Evidenzmeldung der Deutschen Bundesbank

In der vierteljährlichen Evidenzmeldung der Deutschen Bundesbank werden die Rückmeldebestände sämtlicher Millionenkreditnehmer eines Kreditinstituts angeliefert. Die Kreditinstitute erhalten für ihre Millionenkreditnehmer eine Mitteilung über die Gesamtverschuldung der Kreditnehmereinheit bei deutschen Banken. In der Evidenzmeldung ist neben der Verschuldung auch ein Konzernspiegel abfragbar, in dem sämtliche kreditnehmenden Konzernunternehmen aufgeführt sind. Dieser Konzernspiegel ist ein geeignetes Instrument, um eventuell fehlende meldewesenrelevante Verknüpfungen aufzuspüren. Die Evidenzmeldung ist primär für die Überprüfung der Kreditnehmereinheit geeignet, für eine Analyse der Gruppe verbundener Kunden im Großkreditregime kann sie lediglich Hinweise liefern.

Wird vermutet, dass ein in der Evidenzmeldung aufgeführtes Konzernunternehmen ein nicht korrekt verknüpfter Kreditnehmer des Hauses ist, kann über die vorgenannte Alphasuche festgestellt werden, ob eine Geschäftsverbindung zu dem Konzernunternehmen besteht. Über die Abfrage des Konzernverbunds kann anschließend die Vollständigkeit und Richtigkeit der Kreditnehmereinheit ermittelt werden.

Praxistipps

  • Für eine ordnungsgemäße Kreditrisikosteuerung, für die Beschlussfassung, die gesetzliche und interne Offenlegung sowie das Kredit-Meldewesen sind korrekte Kundenverbünde (Kreditnehmereinheiten und Gruppe verbundener Kunden) unverzichtbar. Sie sollten Inhalt jeder Engagementprüfung sein.
  • Für die Prüfung kommen hierbei verschiedene Verfahren in Frage, um die Richtigkeit und die Vollständigkeit des Kundenverbunds zu überprüfen.
  • Die Richtigkeit eines Verbundes kann durch Abgleich der in der Software enthaltenen Verschlüsselungen mit den Unterlagen der Kreditakte erfolgen. Die Vollständigkeit eines Kundenverbunds fordert hingegen andere Verfahren.
  • Die Überprüfung von Kundenverbünden kann systematisch anhand von Checklisten erfolgen.

Beitragsnummer: 45529