Flexible Abrechnung

Pay-per-Use im Leasing.

Frank Schottenheim, Director, Financial Institutions, Risikomanagement, PS-Team Deutschland GmbH & Co. KG.

     

I. Abrechnung über Nutzungsdaten

Die sogenannte vierte industrielle Revolution bringt auch Bewegung in das Leasing gewerblicher Güter. Aus mit Sensoren ausgestatteten Maschinen lassen sich Verbrauchsund Nutzungsdaten herauslesen: Der Kunde zahlt nur noch die Leistung, die er bezieht. Allerdings müssen die Anbieter mit höheren Restwert- und Wiedervermarktungsrisiken umgehen.

II. Digitalisierungsbrücke

1. Nutzen statt besitzen

Die Ökonomie des Teilens funktioniert nach einem einfachen Grundsatz: nutzen statt besitzen. In diesem Fahrwasser erfreut sich das – ohnehin verbreitete – Leasing wachsender Beliebtheit. Längst ist Bewegung in die Abrechnung gekommen: Die Anbieter entwickeln nutzungsabhängige Modelle. Die Voraussetzung dafür schafft die vierte industrielle Revolution, das Internet der Dinge: Indem mit Sensoren ausgestattete Objekte – beispielsweise Maschinen – Verbrauchs- und Nutzungsdaten melden, liefern sie den Finanzierern die Abrechnungsgrundlage.

2. Daten für neue Bezahlmodelle

Allerdings müssen die Nutzungsdaten in unterschiedlichen Formaten vereinheitlicht werden, bevor man mit ihnen „rechnen“ kann. Das leistet die Lösung SE.M.LABS des gleichnamigen Stuttgarter Start-ups. PS-Team übernahm im Frühjahr 2019 die Software inklusive Markenauftritt, um Banken- und Leasinggesellschaften sowie ...


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Nutzung von Parametern aus der Verlustschätzung als Querschnittsaufgabe

Eine Herausforderung für KSA-Institute

Dr. Konstantin Glombek, Senior Referent Adressrisikosteuerung, Bereich Betriebswirtschaft und Regulatorik, Bank für Sozialwirtschaft AG

Verlustdatenbanken als Kommunikationsaufgabe

Nicht zuletzt durch die aktuelle MaRisk-Novelle ist die methodische und prozessuale Ausgestaltung von Datenbanken zur systematischen Erfassung von Ergebnissen aus der Abwicklung und der Verwertung auch in den Fokus kleinerer Institute gerückt. Häufig kollidieren dabei verschiedene Interessen: Während die Abwicklungsabteilung an schlanken Abläufen interessiert ist, möchte das Risikocontrolling eine möglichst exakte Erfassung von Zahlungen gewährleistet wissen. Für die Auflösung solcher Konflikte ist es hilfreich, wenn bei allen beteiligten Abteilungen (neben den bereits genannten auch eine Prozess- und eine IT-Instanz) ein grundsätzliches Verständnis sowohl über die möglichen Erfassungen in der Abwicklung als auch die Parameterschätzungen für das Risikocontrolling gewährleistet ist. Die Eignung der Datenbank und ihrer Daten selbst muss dabei stets Gegenstand einer regelmäßigen Validierung sein, deren Ergebnisse allen Beteiligten offen zu legen sind. Als weiterer Bestandteil ist der Nutzen einer Verlustdank klar zu kommunizieren: Valide Quoten zu Einbringungen sowie Rückflüssen aus Sicherheiten erlauben sowohl eine konkurrenzfähige Darlehensbepreisung auf einer risiko-adjustierten Basis als auch eine nicht zu konservative Adressrisikomessung in einem Kreditportfoliomodell.

Nutzen externer Dienstleister

Ein weiterer Pfeiler bei der Analyse von Verlustdaten sind Vergleiche mit den Ergebnissen aus Datenpools, welche in der Regel über einen externen Dienstleister erhalten werden können. Solche Vergleiche erlauben Aussagen über die angemessene Verwendung von Pool-Parametern, aber auch die Identifikation von eigenen prozessualen Besonderheiten (z. B. Nutzung von abweichenden Bagatellgrenzen). Für die Einordnung von Institutseigenen Parametern sind solche Analysen von großer Bedeutung, um nicht zuletzt Ergebnisse aus geringen Fallzahlen angemessen würdigen zu können.

Entscheidet man sich dabei für die Nutzung von Pool-Parametern, steht stets die Frage nach der Repräsentativität dieser Parameter für das eigene Haus im Vordergrund. Die Beantwortung dieser Frage kann in der Regel nicht nur nach strengen quantitativen Analysen, sondern auch nach qualitativen Aspekten erfolgen. Grundsätzlich ist dabei zu begründen, warum die Prozesse zur Entstehung der Pooldaten (z. B. die Ausfallerkennung oder das Beitreibungsniveau) vergleichbar mit denjenigen des eigenen Hauses sind. Hier geben die Validierungsberichte der Dienstleister oftmals wertvolle Analysen, welche man mit entsprechenden eigenen Ergebnissen vergleichen kann. Weiter sind die eigenen Erfassungsprozesse zu Ausfällen und Verwertungen auf die Vorgaben des Dienstleisters abzustimmen. Die Auswertung von Datenqualitätsberichten und begleitenden Dokumenten des Dienstleisters können so insgesamt zu einem angemessenen Nachweis der Repräsentativität führen.

Analyse der Validierungsergebnisse von Verlust-Parametern

Die Entscheidung über die Verwendung bestimmter Parameter (Verwertungs- und Einbringungsquoten) bedingt auch Kenntnisse über deren Validierung. Dabei sind oftmals Ergebnisse bzgl. Pool- und institutseigener Parameter gegenüber zu stellen. Folgende Fragen können dabei von Interesse sein:

  • Wie stabil sind die jeweiligen Quoten geschätzt? Welche Sicherheitsabschläge sind in der Quotenbestimmung enthalten, um etwaigen Schätzunsicherheiten begegnen zu können?
  • Gibt es Verzerrungen in den Quoten (z. B. eine überproportional große Menge von Fällen mit kürzeren Verwertungsdauern oder besondere konjunkturelle Einflüsse)?
  • Wie trennscharf sind die Quoten segmentiert? Wie sinnvoll sind entsprechende Risikofaktoren gewählt?

Diese Punkte sollen nur einen Überblick geben und stellen keine abschließende Aufzählung dar.

 

 

 

Die ersten beiden Fragen zielen auf die Genauigkeit der Schätzung von Quoten ab. Ausreißer in den Daten sind hier oftmals zu analysieren und in der Regel über erhöhte Standardabweichungen oder größere Konfidenzintervalle der Quotenschätzung festzustellen. Ausreißer sind dabei nicht kategorisch auszusteuern, sondern durch eine geeignete Segmentierung gesondert zu betrachten.

Weiter ist immer der Prozess der Datenentstehung mit der Realität im Institut abzugleichen. Hierbei ist zunächst auf die vollumfängliche Abbildung eines Konjunkturzyklus zu achten. Die Analyse von Quoten auf Jahresbasis kann hier Unterschiede in den Quoten nach unterschiedlichen Konjunktur-Phasen aufzeigen. Zu untersuchen ist dann, ob ein Mittelwert über den gesamten Datenbestand auch unter schlechteren Konjunkturbedingungen angemessen ist. Gegebenenfalls sind hier geeignete Abschläge für Rezessionsjahre festzulegen.

Ein wesentlicher Punkt bei Verwertungen sind Fälle mit kürzeren Verwertungsdauern (d. h. weniger als zwei Jahre). Solche Fälle zeichnen sich oft durch höhere Quoten als Fälle mit längeren Verwertungsdauern aus. Zu klären ist somit, ob es auch ausreichend Fälle mit längeren Verwertungsdauern im Datenbestand der zu verwendenden Quoten gibt. Dies kann durch Vergleiche mit Pooldaten erfolgen, welche im Gegensatz zu Institutsdaten über ausreichend viele solcher Fälle verfügen können.

Die letzte Frage zielt auf die gezielte Unterscheidung von Quoten nach bestimmten Segmenten ab. Eine wohlbekannte Unterscheidung in KSA-Instituten ist die Aufteilung von Beleihungssätzen nach wohnwirtschaftlichen und gewerblichen Immobilien. Solche Differenzierungen können im Kontext von Verwertungs- und Einbringungsquoten eine deutliche Verfeinerung erfahren und durch geeignete Trennschärfe-Untersuchungen analysiert werden.

FAZIT UND PRAXISTIPPS

  • Kommunizieren Sie das Datenmodell Ihrer Verlustdatenbank ausreichend an alle beteiligten Abteilungen!
  • Verlieren Sie bei der Erfassung von Verwertungen und Abwicklungen nicht den Blick auf das Wesentliche. Nicht jeder Fall kann sinnvoll erfasst werden. Allerdings muss das verwendete Datenmodell alle vorkommenden wesentlichen Fälle erfassen können, was in einer regelmäßigen Validierung zu untersuchen ist.
  • Kleinere Institute sollten die Ergebnisse externer Dienstleister (z. B. diejenigen des eigenen Verbandes) nutzen. Eigene Schätzungen sind oftmals nur indikativ und nicht stabil. Externe Dienstleister verfügen oftmals über das bessere methodische Wissen und über die Ressourcen, aufsichtliche Anforderungen umsetzen zu können.
  • Die angemessene Wahl von Verwertungs- und Einbringungsquoten ist eine umfangreiche Aufgabe und mindestens jährlich zu validieren. Nehmen Sie sich Zeit für alle wesentlichen Analysen und dokumentieren Sie diese ausreichend.
  • Die EBA hat jüngst für IRBA-Institute (EBA/GL/2017/16, „Leitlinien für die PD-Schätzung, die LGD-Schätzung und die Behandlung von ausgefallenen Risikopositionen“) die aufsichtlichen Anforderungen an Verlustdatenbanken konkretisiert. Auch KSA-Institute sollten sich mit diesen Anforderungen vertraut machen, da diese entsprechend auf kleinere Institute ausstrahlen können.

SEMINARTIPPS

Kreditrisikosteuerung Aktuell, 23.09.2019, Frankfurt/M.

Schlanke § 18 KWG-Prozesse, 24.09.2019, Frankfurt/M.

OpRisk: MaRisk-Vorgaben und neuer Standardansatz, 25.09.2019, Frankfurt/M.

Auf-/Ausbau hauseigener Verwertungsdatenbanken & Erlösquotensammlungen, 26.09.2019, Frankfurt/M.

Prüfung Frühwarnverfahren, 08.10.2019, Frankfurt/M.

 

Beitragsnummer: 70543

 

Ansätze für die Prüfung von Rating-Prozessen

Aktuelle Prüfungsansätze aufgrund von Erkenntnissen aus externen und internen Prüfungen

Bettina Hermes, Kreditrevision der Sparkasse Essen

Wie „rate“ ich wen, wann und vor allem womit?

Die Klassifizierung des Risikos kann natürlicherweise nicht für alle Kreditnehmer eines Institutes auf ein und dieselbe Art und Weise erfolgen, da sich sowohl im Risikogehalt als auch hinsichtlich der für das Risiko relevanten Faktoren und der institutsinternen Steuerung dieser Risiken deutliche Unterschiede zwischen den Kreditnehmern ergeben. Neben den quantitativen Daten aus Finanzkennzahlen und Frühwarnsignalen spielen die individuell zur Verfügung stehenden qualitativen Daten aus langjährigen Kundenbeziehungen und Umfeldinformationen immer mehr eine wichtige Rolle für die trennscharfen Verfahren der Bonitätsanalysen.

Da die diversen Risikoklassifizierungsverfahren (RKV) eine wesentliche Grundlage zur Beurteilung des Adressenausfallrisikos bilden, werden sie regelmäßig sowohl von der internen Revision als auch von externen Prüfern Funktions- und Systemprüfungen unterzogen.

Aufgrund der in der Sparkasse Essen eingesetzten vielseitigen RKV für verschiedene Kundensegmente (von Standard-Rating und Immobiliengeschäftsrating über KundenKompaktRating für kleinere Geschäftskunden zum KundenScoring für Privatkunden), ist in einer umfangreichen Rating-Landkarte dokumentiert, welcher Kunde mit welchem Verfahren zu beurteilen ist. Zusätzlich werden alle durch uns betreuten Leasinggesellschaften über ein LandesbankenRating-Modul geratet. Seit geraumer Zeit setzen wir für Corporates auch ein entsprechendes LB-Modul ein.

SEMINARTIPPS

Prüfung Rating-Prozesse, 04.06.2019, Frankfurt/M.

Prozessprüfungen im Kreditgeschäft, 05.06.2019, Frankfurt/M.

Neue Prozesse bei Problemkrediten nach dem NPL-Leitfaden, 25.10.2019, Frankfurt/M.

Automatisierte EWB-Sicherheiten-Prüfung, 11.11.2019, Berlin.

EWB-Prozesse, 27.11.2019, Frankfurt/M.

Wer nun wen wann zu raten hat, ist in unseren Organisationsrichtlinien geregelt. Doch die Frage, inwieweit ein Kunde tatsächlich mit dem für ihn korrekten RKV bewertet ist, stellt sich laufend und ist auch Gegenstand von externen Prüfungen.

Die Zuordnung der Kunden zu dem zutreffenden RKV wird in der Sparkasse Essen über den Risikoverfahrensschalter gesteuert, der zu jedem Kunden in der EDV hinterlegt ist. Mit Hilfe der entsprechenden Schalterstellungen werden die Kunden für eine bestimmte Risikoeinstufung selektiert. Die Einstellung des korrekten Risikoverfahrensschalters zu jedem Kunden ist entscheidend dafür, dass der Kunde mit dem für ihn zutreffenden RKV beurteilt werden kann. Aus unserer Sicht sind deswegen regelmäßige, EDV-gestützte Kontrollen über eine zentral verantwortliche Stelle erforderlich, um die Richtigkeit des für den Kunden angewandten RKV sicherzustellen.

Zur Qualitätssicherung ist in der Sparkasse Essen administriert, dass der Risikoverfahrensschalter grundsätzlich nur von den Mitarbeitern geändert werden kann, die der für die Risikoklassifizierungsverfahren zuständigen Fachabteilung angehören.

In den durch die interne Revision jährlich durchgeführten Funktionsprüfungen greifen wir auch auf Erkenntnisse aus den ganzjährig stattfindenden Einzelengagementprüfungen zu, in denen im Rahmen einer Checkliste das korrekte RKV für den Kunden und den Verbund überprüft wird.

Im Focus von externen Prüfungen steht des Weiteren die Aktualität des einzelnen Ratings und die sog. Historisierungsquote, d. h. ist zu jedem Kunden über den Zeitverlauf der Geschäftsverbindung die Risikoklassifizierung regelmäßig vorgenommen worden. Interne Kontrollmöglichkeiten bestehen durch eigene Auswertungen oder über die Analyse externer Berichte, falls RKV durch einen zentralen Dienstleister, wie in der Sparkasse Essen, zur Verfügung gestellt werden. Abweichungen und Ausschläge führen dann möglicherweise zu weiteren Prüfungshandlungen.

Ein zentraler Bestandteil dafür, dass die eingesetzten RKV funktionsfähig sind, ist eine korrekte Berücksichtigung von Anlässen, die eine Beendigung der laufenden Geschäftsbeziehung zur Folge haben, wie EWB-Bildung oder Insolvenz des Kunden, sog. Ausfallgründe. Für die Ratingverfahren ist eine schnelle und ordnungsgemäße Erfassung der Ausfallgründe wesentlich, weil diese Daten zur Ermittlung der Trennschärfe und zum Vergleich der tatsächlichen mit der prognostizierten Ausfallrate unbedingt benötigt werden. Deswegen muss ein besonderes Augenmerk bei jeder internen und externen Prüfung auf der korrekten, zeitnahen Berücksichtigung der Ausfallgründe bei den entsprechenden Kunden liegen, denn die nach CRR risiko- und prozessgerechte Ausfallerfassung – insbesondere der Ausfallgrund 90-Tage-Zahlungsverzug als drohende Nichterfüllung von Zahlungsverpflichtungen – steht besonders im Fokus.

Zudem muss sichergestellt werden, dass unterjährig auftretende, bonitäts-relevante Informationen zu den Kunden einen Anlass darstellen, die vorhandene RKV zu überprüfen. Als Anlässe kommen z. B. die Verschlechterung der Liquidität über das Auftreten von Überziehungen oder Rückständen in Frage.

 

 

 

Solange ein Ratingverfahren vollständig an das operative System des Kreditinstitutes gekoppelt ist, stellt die Überwachung der Anlässe kein großes Problem dar. Ist dies nicht der Fall, sind aufgrund der mangelnden technischen Gegebenheiten manuelle Kontrollen notwendig, die zeitaufwendig und potentiell fehlerbehaftet sind und wegen hoher Fallzahlen oft nur in Stichproben durchgeführt werden können. Unsere Erfahrungen aus internen und externen Prüfungen zeigen, dass es jedoch unerlässlich ist, solche Verfahren zu installieren, die das korrekte Aufgreifen des Kunden bei unterjährigen Anlässen gewährleisten.

Neben dem wann und womit gibt es auch noch ein WIE rate ich den Kunden? Womit wir bei einem weiteren wesentlichen Prüfungsgegenstand wären: Sind die Informationen korrekt im Rating erfasst worden und beinhaltet das vorliegenden Rating alle aktuell zu dem Kunden vorliegenden Informationen? (Stichwort Überschreibungen/Overrides). Auch in diesem Themenbereich sind Prüfungshandlungen sinnvoll.

PRAXISTIPPS

  • Überprüfen Sie anhand von Selects die vorgenommenen Eingaben sowie den Sachverhalt, inwieweit alle vorliegenden, relevanten Informationen zu dem Kunden in das aktuelle Rating eingeflossen sind.
  • Machen Sie sich auch unterjährig ein Bild von der Einstellung des korrekten Ratingverfahrens durch Erkenntnisse auch aus anderen Prüfungen.
  • Stellen Sie sicher, dass alle relevanten Kreditnehmer Ihres Institutes mit Hilfe eines RKV beurteilt werden. Damit erhöhen Sie Ihre Ratingabdeckung in Ihrem Hause und erfüllen die Anforderungen der BTO 1.2 Tz. 6 der MaRisk.

 

Beitragsnummer: 64546

Prüfung von Prozessen zur Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse

Interne Prüfung des Prozesses nach § 18 KWG

Simon van Bebber, Referent Kreditrevision, Revision der Sparkasse Mülheim an der Ruhr

Als wichtiger Baustein der Banken im Risikomanagement nehmen die Erwartungen der Bankenaufsicht und der Jahresabschlussprüfer an die Interne Revision zu. Über die Jahre hat sich der rechtliche Rahmen für diese Erwartungen stetig geändert.

Nach § 25a Abs. 1 KWG und den konkretisierenden MaRisk muss ein Institut über eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verfügen. Bestandteil dieser Organisation sind die internen Organisationsrichtlinien sowie im Speziellen die institutsspezifisch fixierten Offenlegungsregeln gem. § 18 KWG. Wobei § 18 KWG nur die groben Leitplanken der Offenlegungspflicht vor gibt und den Instituten eine detaillierte Regelung in den Organisationsrichtlinien überlässt.

 

 

 

SEMINARTIPPS

Prüfung §18/18a KWG-Prozesse: Neue (BauFi)Kreditwürdigkeitsanalyse, 20.05.2019, Frankfurt/M.

Kreditrisikosteuerung Aktuell, 23.09.2019, Frankfurt/M.

Schlanke § 18 KWG-Prozesse, 24.09.2019, Frankfurt/M.

Auf-/Ausbau hauseigener Verwertungsdatenbanken & Erlösquotensammlungen, 26.09.2019, Frankfurt/M.

Prüfung Frühwarnverfahren, 08.10.2019, Frankfurt/M.

Nach § 29 Abs. 1 Satz 2 KWG in Verbindung mit der Prüfungsberichtsverordnung (PrüfbV) ist die Prüfung und Dokumentation der Einhaltung der Offenlegungsvorschriften nach § 18 KWG und die institutsindividuelle Umsetzung der Vorgaben im Rahmen der Berichterstattung im Prüfungsbericht der Jahresabschlüsse durch die Jahresabschlussprüfer geregelt. Bei Verstößen gegen die Offenlegungsvorschriften kann die BaFin gegen die Geschäftsleiter u. a. eine Verwarnung aussprechen.

Die Interne Revision trägt durch fortlaufende Einzelengagement- und Prozessprüfungen dazu bei, das Risikomanagement eines Kreditinstitutes zu vervollständigen und die Einhaltung der gesetzlichen sowie internen Richtlinien zu gewährleisten. Sie trägt mit dafür Sorge, dass das Offenlegungsverfahren eines Institutes dazu geeignet ist, die Adressenausfallrisiken angemessen einzuschränken.

Zu den Aufgaben der Internen Revision gehört es daher, die Konformität der schriftlich fixierten Organisationsrichtlinien mit den bankaufsichtsrechtlichen Vorgaben zu prüfen und zu beurteilen sowie dies für Dritte nachvollziehbar zu dokumentieren.

Im Verlauf einer Prozessprüfung ist eine Wertung darüber abzugeben, ob das intern geregelte Verfahren den Anforderungen eines dokumentierten Offenlegungsprozesses gerecht wird. Hierbei gilt es beispielsweise Zuständigkeiten, Ausnahme- und Erleichterungsregeln, ein funktionierendes Mahnverfahren ausstehender Bonitätsunterlagen bis hin zu einer dokumentierten Eingangs- und Auswertungshistorie der Unterlagen in die Verfahrens- und Systemprüfung des § 18-Prozesses mit einzubeziehen. Klären Sie Auffälligkeiten – z. B. eine Vielzahl offener Pflichtfälle – und Widersprüche frühzeitig im Prüfungsverlauf mit dem Fachbereich ab. Hinweise aus Einzelengagementprüfungen können bereits Anhaltspunkte auf einen fehlerhaften Prozess liefern.

Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung sollten Projekte zum Digitalen Finanzbericht (DiFin) von Beginn an durch die Interne Revision begleitet werden. Dies vereinfacht spätere Prozessprüfungen und unterstützt die konforme Umsetzung der eigenen Organisationsrichtlinien im Kreditinstitut.

Bei einer Änderung des papierhaften in einen digitalen oder dualen Prozess sollte das interne Anweisungswesen auf Aktualität geprüft werden.

Die unterjährige Prüfung von Einzelfällen belegt im Ideal einen funktionierenden Prozess oder unterlegt Schwächen, die eine Funktions- und Systemprüfung – z. B. durch eine Massendaten-Analyse – aufzeigen, bzw. weist vorab auf diese Schwächen hin.

Hierzu sollten nicht ausschließlich Defizite und Zweifelsfälle zur Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse, sondern ebenfalls die „sauberen“ Engagements dokumentiert werden. Sinnvoll ist in allen Fällen eine EDV-gestützte und auswertbare Dokumentation von vorhandenen Unterlagen, Defiziten und noch zu klärenden Punkten.

PRAXISTIPPS

  • Prüfen, beurteilen und dokumentieren Sie regelmäßig die internen Organisationsrichtlinien zur Offenlegung von wirtschaftlichen Verhältnissen auf die Aktualität zu bankaufsichtsrechtlichen Vorgaben.
  • Der institutsindividuelle § 18-Prozess sollte regelmäßig auf Einhaltung der Organisationsrichtlinien zu § 18 KWG geprüft und beurteilt werden. Auffälligkeiten und Widersprüche sollten durch die Interne Revision mit dem zuständigen Bereich geklärt werden.
  • Begleiten Sie Projekte zur Einführung des Digitalen Finanzberichtes.
  • Dokumentieren Sie im unterjährigen Prüfungsverlauf von Einzelengagementprüfungen EDV-gestützt und auswertbar, welche wirtschaftlichen Unterlagen vorlagen sowie erkannte Defizite oder noch offene Fragen.

Beitragsnummer: 62195

Neuerungen im Kreditgeschäft im Fokus der Aufsicht

Frank Günther, Senior Consultant und Kreditspezialist- für FCH Consult GmbH

I. Übersicht über aktuelle aufsichtsrechtliche Anforderungen an das Kreditgeschäft

Auch 2019 befinden sich die Banken betreffs der Entwicklung Ihres Kreditgeschäftes weiterhin in einem komplexen, herausfordernden Marktumfeld. Dieses wird durch neue und erweiterte regulatorische Anforderungen, z. B. den MaRisk, den Papieren von EZB und EBA zum Thema der Beherrschung der Risiken von Non Performing Loans, den EBA-Guidelines zur Bildung der Gruppe verbundener Kunden oder den Richtlinien zur Kreditstatistik AnaCredit, aufsichtsrechtlich begleitet. Dabei steht im Zielbild ein qualitativ hochwertiges Kreditgeschäft, bei dem die Banken die perspektivischen Ausfälle beherrschen.

Als wesentliche Neuerungen speziell für das Kreditgeschäft sind hervorzuheben:

  • Objekt-/Projektfinanzierungen: Die Definition der Objekt-/Projektfinanzierungen wurde konkretisiert. Während der Entwicklungsphase eines Projektes/Objektes sind regelmäßige Besichtigungen und Bautenstandskontrollen durchzuführen. Der zeitliche Abstand ist unter Risikogesichtspunkten institutsindividuell festzulegen(MaRisk BTO 1.2 Tz. 5).
  • Kapitaldienstfähigkeit(KDF): In die Analyse sind auch Risiken für die zukünftige Vermögens- und Liquiditätslage des Kreditnehmers einzubeziehen,dies gilt insbesondere bei Immobiliar-Verbraucherdarlehenfür zukünftige, als wahrscheinlichanzusehende Einkommensschwankungen(MaRisk BTO 1.2.1 Tz. 1–2).
  • Sicherheitenbewertung bei Kreditgewährung: Der Wertansatz muss hinsichtlich wertbeeinflussende Umstände nachvollziehbar und in den Annahmen und Parametern begründet sein. Für die Überprüfung der Werthaltigkeit einer Sicherheit ist je nach Sicherheitenart eine ...

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Kostensenkungen im Kreditgeschäft – einfach machen

Eine signifikante Kostenersparnis bei gleichzeitig steigendem Kundennutzen und mehr vertriebsaktive Zeit für die richtigen Themen. Was kompliziert klingt, ist einfach darstellbar.

Matthias Paschke, Bereichsleiter Marktfolge Kredit 

und

Dr. Patrick Kuchelmeister, Vorstandsmitglied, beide Sparkasse Celle.

I. Zukunft ist einfach

Sofern Standardisierung und Automatisierung als Zukunftschancen konsequent genutzt werden und institutsübergreifend zusammengearbeitet wird, ergeben sich viele Chancen. Dies gilt auch oder insbesondere für lokale Sparkassen und Volksbanken. Allerdings bedarf es der konsequenten Umsetzung von Standards und eines gezielten Einsatzes von Technik.

Vielversprechende Slogans, mit denen lokale Kreditinstitute deutschlandweit werben, sind beispielsweise „Zukunft ist einfach“ oder „Anpacken statt Aufschieben“. Die Sparkassen und Volksbanken als präsente Institute im lokalen Bankenmarkt versprechen mit ihren Slogans, einfach zu sein oder fordern zum „Anpacken“ auf. Doch werden die Kreditinstitute dieser Aufforderung selbst gerecht? Ist es ein „einfach“ oder ein „Anpacken“, welches man verspürt, wenn man in die Institute hört? Die „erdrückende“ Regulatorik, das Niedrigzinsniveau, die digitale Transformation oder gar Disruption sind die oft zu hörenden Themenfelder. Diese zu recht herausgestellten Herausforderungen müssen bewältigt werden. Für manche Führungskraft steht der Begriff „Lösung“ jedoch nicht im Fokus. Obwohl die Werbeslogans „einfach machen“ oder „Anpacken“ genau dieses verfolgen, ist mancherorts intensives ...


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Crowdfunding

Eine Regionalbank eröffnet neue Geschäftsfelder

Claus Reder, Leiter Firmenkundenbank, VR-Bank Würzburg

I. Idee einer Crowdinvesting-Plattform

Am Ende waren mehrere Gründe ausschlaggebend, Crowdinvesting anzubieten. Als genossenschaftliche Universalbank offerieren wir unseren Kunden das komplette Spektrum an Finanzdienstleistungen. Der Kunde bekommt alles aus einer Hand. Egal ob Konto, Risikoabsicherung, Wertpapierdienstleistungen oder Finanzierung. Wir bieten unseren Firmenkunden mit über 20 Mitarbeitern in unserer Firmenkundenbank nicht nur die üblichen Bankdienstleistungen an, sondern sind für unsere Kunden ein Sparringspartner auf Augenhöhe. Viele Kunden besprechen beispielsweise ihre Unternehmensplanungen gerne mit uns, um so nochmal einen anderen Blickwinkel zu bekommen.

Die VR-Bank Würzburg hat deshalb auch eigene Workshop-Reihen für Firmenkunden entwickelt, in denen wir mit unseren Kunden in kleinen Gruppen intensiv über zwei Tage lang betriebswirtschaftliche Themen diskutieren. Der Workshop „Die gläserne Bank – vom Finanzierungswunsch bis zur Kreditauszahlung“ beispielsweise läuft seit Jahren mit großem Erfolg und wir bekommen hier regelmäßig positives Feedback. In diesem Workshop wird auch die Bedeutung der eigenen Ratingnote thematisiert – wie verbessere ich als Unternehmer meine Ratingnote und welche Auswirkungen hat das auf meine Fremdkapitalkosten, sprich Darlehenszinsen? Hierbei ist die Eigenkapitalquote des Unternehmens ein wesentlicher Einflussfaktor. Insbesondere, wenn durch eine geplante Investition mit der klassischen Finanzierung ...


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Prüfung Kreditgewährungsprozess(e)

„Fallstricke“ im Prozessablauf

Holger Maas, Kreditrevisor, Interne Revision, Kreditrevision, VR Bank Rhein-Neckar eG, Mannheim

I. Prüfungsplanung

Im Rahmen der Prüfungsplanung stellt sich zunächst die Frage, welche unterschiedlichen Kreditgewährungsprozesse im Haus existieren.

Bei der Beurteilung des Fehlerrisikos durch die Interne Revision wird deutlich, dass im risikorelevanten und im nicht risikorelevanten Kreditgeschäft unterschiedliche Kontrollrisiken vorhanden sind. Während im nicht risikorelevanten Kreditgeschäft bewusst auf vollumfängliche Kontrollen verzichtet wird und die Kreditentscheidungskompetenz am Markt liegt, sind im risikorelevanten Kreditgeschäft deutlich mehr Kontrollen implementiert und die Genehmigung erfolgt im Zweivotenprinzip durch Markt und Marktfolge. Aufgrund der deutlichen Unterschiede bei der Bearbeitungstiefe, den einzelnen Prozessschritten (insbesondere Kontrollen) und der involvierten Mitarbeiter (Zweitvotierung, Gemeinschaftskompetenz) ist eine Abbildung in einem einzigen Kreditgewährungsprozess nicht zielführend. Übertragen auf die Prüfungsplanung der Kreditrevision dürfte es daher auch nicht sachgerecht sein, die Kreditgewährung mit einer einzigen Prüfung abzudecken.

Somit ergeben sich zumindest zwei Prozessprüfungen, die sich aus Revisionssicht im Wesentlichen beim Kontrollrisiko und damit auch beim Fehlerrisiko deutlich unterscheiden. Innerhalb des nicht risikorelevanten Kreditgeschäfts wird bei einer Vielzahl der Institute für das „Mengengeschäft“ (z. B. bis T€ 50) wenigstens ein weiterer Kreditgewährungsprozess existieren, der aus betriebswirtschaftlichen und Effizienzgründen stark „abgespeckt“, i. d. R. ohne ...


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NPE-Guidelines der European Banking Authority – final Report (2018)

Dr. Friedrich L. Cranshaw, Rechtsanwalt, vorm. Banksyndikus und Leiter Recht, Mannheim.

Leitlinien zur Behandlung von Krisenengagements im Spannungsverhältnis zwischen Aufsicht und materiellem sowie Verfahrensrecht.

I. Gegenstand der Darstellung

1. Ausgangslage

Die EBA hat am 31.10.2018 den final report

der „Guidelines on management of non-performing

and forborne exposures“ nach einer

Fassung vom März 2017 und einer späteren Ergänzung mit einem Konsultationsprozess herausgebracht[1],[2]. Inhaltlich handelt es sich dabei im Ergebnis um Vorgaben mit Spielräumen, wie mit kritischen Adressen umzugehen ist, verschränkt im Ergebnis mit zivilrechtlichen bzw. zivilverfahrensrechtlichen Empfehlungen, wie solche Engagements gesteuert werden sollen. Hintergrund ist die Sorge um die hohen Adressausfallrisiken der europäischen Banken, die vor nicht allzu langer Zeit nahe der Grenze von einer Bio. € waren. Der Hintergrund hat weitere Facetten; es geht um die Stabilisierung des Finanzsystems allgemein wie auch um die Bankenunion einschließlich der Strukturierung der Einlagensicherung, die schlechterdings nicht vorstellbar erscheinen, ohne dass die erheblichen Adressenausfallrisiken in den Bilanzen der Banken einer Reihe von Euro-Staaten beherrscht werden. Daher darf nicht übersehen werden, dass die EBA eben nicht die Verhältnisse nur in Deutschland im Blick hat mit im Volumen gut vertretbaren Adressenausfallrisiken, ...


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Sale & Lease Back: Sondersituationen mit reiner Innenfinanzierung bewältigen

Carl-Jan von der Goltz, Geschäftsführender Gesellschafter, Maturus Finance GmbH

Sie als Banker stehen immer vor der Herausforderung, Firmen zu betreuen, die zu verschiedenen Anlässen einen dringenden Kapitalbedarf haben. Das kann z. B. die Möglichkeit für einen Zukauf sein, die Erweiterung des Betriebs um einen neuen Geschäftsbereich, die Reorganisation bzw. Restrukturierung oder die Auszahlung eines Gesellschafters. Häufig sind Ihnen dann die Hände gebunden, wenn ein Engagement aufgrund einer schlechten Bonität entsprechend risikobehaftet ist.

SEMINARTIPPS

Digitales Kreditgeschäft, 11.04.2019, Köln.

Bessere Preise & Entgelte im Privat-/Firmenkundengeschäft, 20.11.2019, Frankfurt/M.

In diesen Sondersituationen können alternative Finanzierungsmodelle eine Ergänzung Ihres Leistungsumfangs sein. Während für Sie die Bonität ein bestimmender Faktor ist, wenn es um die Kreditvergabe geht, steht diese bei alternativen Finanzierungspartnern nicht immer im Vordergrund. Damit ergeben sich ganz neue Kooperationsmöglichkeiten und Synergien auch im Sinne Ihrer Kunden.

Finanzierung ohne Fokus auf die Bonität

Eine solche alternative Finanzierungslösung ist das „Sale & Lease Back“-Verfahren, das von der Maturus Finance GmbH angeboten wird. Die Basis für die Entscheidung über das Ja oder Nein bildet hierbei nicht die Bonität des Unternehmens, sondern die Werthaltigkeit, Fungibilität und Mobilität von Maschinen. Die Finanzierungsform ist demnach für alle Betriebe interessant, die im Bereich Metall- bzw. Kunststoffbe- und -verarbeitung, Nahrungsmittelindustrie, Textilproduktion, Verpackungsindustrie oder der Druckindustrie tätig sind. Außerdem kommt Sale & Lease Back im Bau, in der Forst- und Landwirtschaft sowie in der Transportlogistik zum Einsatz. Im Rahmen einer reinen Innenfinanzierung lassen sich die im Maschinenpark gebundenen finanziellen Mittel heben. Dabei kommen auch andere Objekte in Frage, z. B. Baumaschinen, Spezialmaschinen aus der Land- und Forstwirtschaft oder Spezialfahrzeuge von Logistikunternehmen. Kurzlebige Güter wie IT, Möbel oder Solaranlagen sind hingegen nicht für eine Sale & Lease Back-Finanzierung geeignet. Das Finanzierungsvolumen liegt meist zwischen 400.000 € und 15 Mio. €.

Carl-Jan von der Goltz, Geschäftsführender Gesellschafter der Maturus Finance GmbH, beschreibt den Ablauf einer Sale & Lease Back-Finanzierung näher: „Wir kaufen nach einer umfangreichen Bewertung die Maschinen an und zahlen den Kaufpreis auf das Unternehmenskonto aus. So erhält der Betrieb zusätzliche Liquidität, die dann zum Beispiel für die Reorganisation des Geschäftsbetriebs zur Verfügung steht.“ Das Unternehmen least die Objekte unmittelbar zurück. Da diese weiterhin im Unternehmen verbleiben, kann die Produktion ohne Unterbrechung weitergehen.

Gelungene Sanierung eines Bauunternehmens

Da die Bonität eine untergeordnete Rolle spielt, funktioniert Sale & Lease Back auch in Sanierungen oder unter bestimmten Bedingungen sogar in der Insolvenz – so wie auch bei ISKA Schön. Thorsten Schatz, Kaufmännischer Leiter des Bauunternehmens ISKA Schön, blickt zurück: „Unsere wirtschaftliche Situation war schwierig. Um es ganz klar zu sagen: Wir mussten dringend restrukturieren und sanieren, um das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren. Doch dafür fehlte das nötige Kapital.“ Die Hausbanken sahen sich angesichts der angespannten Situation nicht in der Lage, einen Kredit oder ein Darlehen zu gewähren. Und das, obwohl es sich bei ISKA Schön um ein 1961 gegründetes Bauunternehmen in Familienbesitz handelte. Für die Firma erwies sich Sale & Lease Back als die einzig umsetzbare Lösung – aufgrund der besonderen Forderungssachverhalte im Baugewerbe, kam Factoring als alternatives Modell nicht infrage. Die Firma überlegte dann gemeinsam mit Maturus, welche Maschinen in welchen Tranchen für frische Liquidität sorgen sollten. Schließlich verschaffte sich der Baubetrieb mit dem Verkauf zweier Tranchen an die Maturus Finance das nötige Kapital, um die Sanierung voranzubringen. „Die daraus generierte Liquidität war eine wesentliche Voraussetzung, um die Firma neu aufzustellen und uns wieder in eine wirtschaftlich erfreuliche Lage zu manövrieren“, so Thorsten Schatz.

Hebelfunktion für weitere Geldgeber

Neben dem sofortigen Liquiditätsgewinn, der ohne Auflagen zur Verfügung steht, hat Sale & Lease Back weitere Vorteile: Die Leasingraten stellen teilweise steuerlich abzugsfähige Betriebsausgaben dar und können im Rahmen der Gestaltungsmöglichkeiten als Teil- oder Vollamortisationsverträge so umgesetzt werden, dass sie fortlaufend aus dem Cashflow des Unternehmens leistbar sind. Zudem stärken Unternehmen ihre Eigenkapitalquote und damit ihre Bonität. Die Vertragsgestaltung ist flexibel. Individuelle Modelle und Laufzeiten können auf die Besonderheiten des Unternehmens angepasst werden.

Sale & Lease Back bietet eine echte Alternative in Krisenphasen und oft wird mit dem Einsatz zusätzlich eine Hebelfunktion erreicht. Sprich, wenn ein Finanzierungspartner das Engagement bereits begleitet, finden sich leichter weitere Geldgeber.

Weitere Informationen zu Sale & Lease Back gibt es unter www.maturus.com. Laden Sie sich unter diesem Link kostenlos das Finanzierungsmagazin „maturusaktuell“ mit weiteren praktischen Beispielen herunter.

Kurzprofil Maturus Finance GmbH

Die Maturus Finance GmbH ist eine bankenunabhängige Finanzierungsgesellschaft. Finanzierungslösungen werden ab einem Volumen von 400 T€ (Zeitwert der Maschinen) bis 15 Mio. € angeboten, in Einzelfällen auch darüber hinaus. Dies korrespondiert in der Regel mit Umsatzgrößen der Unternehmen von ca. fünf Mio. bis 200 Mio. €. Die Maturus Finance GmbH hat ihren Hauptsitz in Hamburg, Deutschland, und ist seit 2015 auch in Österreich vertreten.

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