Die volldigitale Baufinanzierung



Die PSD Banken bringen als genossenschaftliche Direktbankengruppe mit der volldigitalen Baufinanzierung erneut eine echte Innovation an den Start.

Interviewer: Heidi Bois, Leiterin Vertrieb der FCH Gruppe AG und Redaktionsmitglied der Fachzeitschrift DigiPraktiker

Interview-Partner: Dieter Jurgeit, Vorstandsvorsitzender, Präsident Verband der PSD Banken e.V.

Herr Jurgeit, die PSD Banken gelten als digitaler Vorreiter in der Branche – wie sind sie zu diesem Ruf gekommen und was für digitale Innovationen haben sie schon an den Start gebracht? Können Sie das für unsere Leser kurz zusammenfassen?

Einen großen Schritt in Richtung Zukunft haben die 14 PSD Banken im vergangenen Jahr bei der digitalen Auftragsbearbeitung gemacht. Diese innovative Technologie, die im gesamten Verbund der Genossenschaftsbanken richtungsweisend ist, entwickelte eine Projektgruppe gemeinsam mit der IT-Firma Insiders Technologies. Das Zielbild dieser Technologie lautet: Eingehenden Kundenaufträge über alle Zugangswege vollautomatisch einzulesen, mit einem sogenannten „Smart Fix“-System fallabschließend zu bearbeiten und ins optische Archiv zu überführen. Für den Kunden bedeutet dies, dass sich die Bearbeitungszeit beschleunigt und die Bank Kostenvorteile gegenüber anderen Wettbewerbern hat. Zwei Banken verwenden das System bereits, die anderen zwölf PSD Banken werden im Rahmen eines „Roll-out“-Konzepts angedockt.

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Das war unsere Kredit-Jahrestagung 2019: Update im Kreditgeschäft und Hauptstadtflair

Das FCH-Kredit-Gipfeltreffen für Entscheidungsträger in Markt und Marktfolge sowie Revision.

Jürgen Blatz, Bereichsleiter Kreditgeschäft, FCH Gruppe AG & Heidi Bois, Redaktionsmitglied DigiPraktiker und Leiterin Vertrieb FCH Gruppe AG

Am 21.–22.11.2019 fand unsere FCH-Premiumveranstaltung für das Kreditgeschäft bereits zum vierten Mal in Berlin statt. Vertreter der Bankenaufsicht sowie erfahrene Bankpraktiker referierten zu aktuellen Themen und Trends rund um das Kreditgeschäft. Neben Geschäftsleitern waren auch Mitarbeiter aus den Bereichen Markt/Marktfolge, Grundsatzbereiche Kredit, Kreditrevision, Kreditsteuerung und Kredit-Compliance als Teilnehmer vertreten. Ein attraktives Abendprogramm rundete die Tagung perfekt ab.

Top-aktuelle Themen, Diskussionsfelder und Trends rund um das Kreditgeschäft

Dominik Leichinger, Prüfungsleiter Referat Bankgeschäftliche Prüfungen 2, Deutsche Bundesbank, eröffnete die Tagung mit seinem Vortrag zu aktuellen Kreditthemen: Prüfung der Kreditvergabestandards vor dem Hintergrund einer teils zu „laxen Kreditvergabe“ mit Fokus auf Immobilienfinanzierungen, aktuelle Werthaltigkeits/-PAAR-Prüfungen und „brandaktuell“ zu den neuen EBA-Guidelines zur Kreditvergabe/-überwachung.

Frank Günther, Senior Consultant und Kreditspezialist, FCH Consult GmbH, schloss an mit seinem Vortrag über die aufsichtsrechtliche Verpflichtung zu neuen Prozessen bei Problemkrediten (Neue EBA-Guideline zu „Non-Performern“).

Florian Hemm, Leiter Marktfolge Kredit, Fürstlich Castell´sche Bank, Credit-Casse AG, startete mit einem Zitat von Thorsten Dirks, CEO Eurowings: „Wenn Sie einen scheiß Prozess digitalisieren, dann haben Sie einen scheiß digitalen Prozess!“ und referierte lebhaft zum Thema Kreditprozesse SMART: Anspruch vs. Wirklichkeit. Er zeigte unseren Teilnehmern Impulse und Lösungsmöglichkeiten auf, über die es sich auf jeden Fall lohnt, „zu Hause“ noch einmal nachzudenken. Ziel seines Referats: die Teilnehmer vor Digitalisierungsaktionismus ohne Mehrwert zu bewahren und ein Verständnis dafür zu schaffen, dass Digitalisierung ein Prozess und kein Ergebnis ist. Er schloss mit einem Zitat von Hannibal „Entweder wir finden einen Weg, oder wir machen einen!“

Oliver Pickert, Analyst Marktfolge Aktiv, Volksbank RheinAhrEifel eG, beendeten den ersten Vortragstag mit einem aktuellen Sachstandsbericht zum „Digitalen Finanzbericht“. Als Anregungen für den Alltag gab er u. a. auf den Weg, Vertrauen in die Qualität der Daten zu haben.

SEMINARTIPP

Kredit-Jahrestagung 2020, 18.–19.11.2020, Berlin.

Sascha Paschke, Bankgeschäftliche Prüfung, Deutsche Bundesbank, eröffnete den zweiten Tag mit seinem Vortrag zum Thema EEG-Finanzierungen in Praxis und aufsichtsrechtlicher Prüfung und zeigte auf, welche branchenspezifischen Risikotreiber zu berücksichtigen sind.

Benjamin Heinemann, Leiter Abwicklung, Rechtsabteilung/Abwicklung, Sparkasse Mittelmosel – Eifel Mosel Hunsrück, berichtete im Anschluss über aktuelle Gefahren im Bauträgergeschäft und mögliche Lösungsansätze. Unter anderem gab er einen aktuellen Überblick über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Eine positive: Historisch niedrige Zinsen erleichtern privaten und gewerblichen Wohnungsbau. Eine negative: Handwerkerknappheit und Auftragsschwemme erhöhen die Baukosten.

BUCHTIPP

Becker (Hrsg.), Bearbeitungs- und Prüfungsleitfaden: Risikofrüherkennung im Kreditgeschäft, 3. Aufl. 2019.

Den Abschluss machten Raik Sommerburg, Leiter Marktfolge Kredit, Volksbank Halle (Saale) eG, und Andreas Moritz, Partner Dialog Unternehmensberatung GmbH, mit dem aufschlussreichen Praxisbericht über „Prozessoptimierung im Kreditgeschäft – hohe Kreditqualität schafft schnelle Entscheidungen“.

Tach och: Netzwerken mit Lachmuskeltraining

Zur Auflockerung und zum Netzwerken über den eigenen Verbund hinaus fand am ersten Abend eine Comedy-Bustour durch Berlin statt. Es ist keine klassische Stadtrundfahrt, sondern Deutschlands erfolgreichste rollende Comedy-Show durch Berlin.

Die rollende Comedy-Tour war ein wirklich außergewöhnliches Stadterlebnis, bei dem kein Auge trocken blieb. In dem außergewöhnlichen, von Schauspieler und Comedian Cem Ali Gültekin (bekannt aus Tatort, Nord bei Nordwest, Jerks uvm.) entwickelten Programm, genossen unsere Teilnehmer eine Show mit Aussicht auf Pointen. Sie bekamen die Lachmuskeln unmittelbar zu spüren, nachdem sich der Vorhang öffnete. Am Ende hatten unsere Teilnehmer nicht nur die Hauptstadt, sondern auch ihr Zwerchfell näher kennengelernt. Während der Tour in dem rollenden Theater entdeckten wir nicht nur das Brandenburger Tor, den Reichstag, den Potsdamer Platz oder das Kanzleramt, sondern erfuhren auch alles über die Eigenart der Berliner. Wirklich empfehlenswert für jeden, der die Stadt einmal auf eine andere Art und Weise kennenlernen möchte.

Sie wollen nächstes Jahr auch dabei sein? Dann melden Sie sich gleich an: https://www.fc-heidelberg.de/produkt/kredit-jahrestagung-2020/

Die diesjährige Kredit-Jahrestagung wurde präsentiert mit freundlicher Unterstützung von: Comline AG, vdpConsulting AG und Partner Dialog Unternehmensberatung GmbH.

Sie wollen als Sponsor bzw. Aussteller dabei sein? Bitte trauen Sie sich, uns anzusprechen: heidi.bois@fc-heidelberg.de

Ein paar Eindrücke finden Sie hier in der Fotogalerie.

PRAXISTIPPS

  • Nutzen Sie die Tagung, um anschließend wertvolle Impulse in die Bank zu geben.
  • Behalten Sie Dank der hochkarätigen Vorträge der Bundesbank im Zusammenspiel mit Bankpraktikern den Überblick über wesentliche praxisrelevante Neuerungen.

 

Beitragsnummer: 88905

Revisionscockpit auf Basis von Soll-Schlüsselkontrollen



Kommunikationsplattform zwischen Geschäftsleitung, Innenrevision und Fachbereichen zur Sicherstellung des § 25a KWG.

Andreas Richter, Bereichsleiter Innenrevision, Prüfung Banksteuerung, Kreditprozesse sowie Personalverwaltung und -unterstützung, VR Bank Enz plus.

I. Ausgangslage

Die Tätigkeiten der Revision sind darauf ausgerichtet, für das Institut Mehrwerte zu leisten. Neben den operativen Pflichtaufgaben

  • den Prüfungsplan einzuhalten,
  • Mängel festzustellen, damit sie möglichst frühzeitig bereinigt werden können, um Schäden abzuwenden,
  • mit der externen Revision gut zusammenzuarbeiten,
  • gelegentlicher Berater zu sein usw.

stellt sich immer wieder die Frage: Wie erfüllt die Revision den Anspruch, Mehrwerte zu erzielen? In Zeiten neuer Anforderungen besteht außerdem eine Chance, das Arbeitsleben zu bereichern, indem die Umsetzung neuer Anforderungen neue Modelle ausbringt.

Welche neue Anforderung besteht? Nicht gänzlich neu, aber nun offensichtlich verbindlich angekommen, ist die prozessorientierte Prüfung mit Schlüsselkontrollen als Prüfungsobjekt. Die Beschäftigung mit Schlüsselkontrollen ist kein frommes vorzeitiges Erfüllen mehr von erst in der Zukunft liegenden Anforderungen, sondern aufgrund des inzwischen etablierten Einsatzes neuer Checklisten durch den Jahresabschluss-Prüfer Pflicht für alle Fachbereiche, die mit dem Jahresabschluss-Prüfer zusammenarbeiten.

Daneben wurde durch die 5. MaRisk-Novelle 2017 in BT 2.3 [1] klargestellt, dass die Risikoeinstufung der Aktivitäten und Prozesse regelmäßig zu überprüfen ist.

Idee: ...


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Mittelstandsfinanzierung: Banken unter Druck



Der Vormarsch der Private Debt Fonds.

Dr. Clemens Stauder, Head of Legal I Business & Corporate Banking, Santander Germany.

I. Mittelstandsfinanzierung im Umbruch

Nach Jahren des Dauerausnahmezustands, zunächst bedingt durch die Finanzkrise, später fortgeführt durch das nunmehr chronische Niedrigzinsumfeld und die nicht enden wollenden Regulierungsbemühungen der Aufsichtsbehörden, zeigen sich die Banken in einer schwierigen Verfassung. Die Auswirkungen dessen treten an vielen Stellen zutage, insbesondere aber im Kreditgeschäft. Der deutsche Mittelstand, jahrzehntelang tragende Säule des wirtschaftlichen Erfolgs der Bundesrepublik und Objekt der Begierde internationaler Bankhäuser, gilt nach wie vor als besonders gewichtig im Sektor der Unternehmensfinanzierungen. Die Innovationskraft, Produktivität und Qualität, nicht zuletzt aber der langfristige Planungshorizont, machen diese Unternehmen für Darlehensgeber von jeher besonders attraktiv.

Diese Anziehungskraft hat über die Jahre kaum nachgelassen und sukzessive neue Marktteilnehmer auf den Plan gerufen. Neben den Digitalisierungsemporkömmlingen, den sog. Fintech-Unternehmen, die mehrheitlich Plattformen für Finanzierungen anbieten und meist Darlehenskonditionen vergleichbar machen bzw. solche vermitteln, sind dies insbesondere die aus dem anglo-amerikanischen Raum stammenden Private Debt Fonds (oder auch Kreditfonds genannt). Obwohl der deutsche Mittelstand in Finanzierungsfragen als konservativ zu charakterisieren ist, sind die neuen Darlehensgeber gerade hier derzeit besonders gefragt. Unterschiedlichen Schätzungen zu Folge liegt deren ...


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IDW ES 2 mit wesentlichen Neuerungen zur Sanierung



Standard für Sanierungskonzepte IDW S 6 als Grundlage für Insolvenzpläne

Prof. Dr. Wolfgang Portisch, Leiter Bereich Bank- und Finanzmanagement an der Hochschule Emden/Leer.

Dr. Gunnar Jansen, Leiter Marktrisiko/Bewertungsmethoden, NORD/LB, Norddeutsche Landesbank Girozentrale.[1]

I. Anpassung des IDW ES 2 n. F.

Das Planverfahren gem. §§ 217 bis 269 InsO ist ein erfolgreiches Sanierungsinstrument in der Insolvenz, das ein Kernstück der seinerzeitigen Insolvenzrechtsreform von 1999 darstellt. Der Standard IDW S 2 aus dem Jahr 2000 zu den Anforderungen an Insolvenzpläne ist mittlerweile in die Jahre gekommen, so dass eine Überarbeitung angebracht erscheint[2].

Mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) vom 01.03.2012 sind neuere Finanzierungsmethoden wie der Debt-Equity-Swap eingeführt worden. Des Weiteren hat sich der IDW S 6 als Standard für Sanierungskonzepte etabliert und kann in Teilen auch für Insolvenzpläne Verwendung finden[3]. Somit wird mit dem ES 2 n. F. vom IDW der Entwurf einer Neufassung des IDW Standards: Anforderungen an Insolvenzpläne (IDW ES 2 n. F.) vorgelegt, der zu bewerten ist[4].

In der vorliegenden Überarbeitung wurden unter anderem die übersichtliche Darstellung des Verfahrensablaufs, die ausdrückliche Forderung nach einem Sanierungskonzept, die den Kernanforderungen des IDW S 6 entspricht, detaillierte Ausführungen zur Gruppenbildung, ...


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Management notleidender und gestundeter Risikopositionen



Leitlinien der EBA vom 31.10.2018, BackstopVO vom 17.04.2019 und MaRisK (2017)

Dr. Friedrich L. Cranshaw, Rechtsanwalt, vorm. Banksyndikus und Leiter Recht, Mannheim[1]

I. Vollendung der Bankenunion, Bankenregulatorik – Zielsetzungen, Stand, Licht und Schatten, Einbettung in die Finanzpolitik

Eines der entscheidenden Ziele der europäischen Bankenpolitik ist die Vollendung der Bankenunion, von denen zwei Parameter, die weitgreifende Bankenaufsicht durch die EZB und die umstrittene Vollendung der europäischen mitgliedstaatenübergreifenden Einlagensicherung, aktuell im Fokus stehen. Das BVerfG hat gerade aus dem Blick des inländischen Verfassungsrechts den Weg der europäischen Bankenunion/-aufsicht weiter geebnet, wenn auch richtiger Weise nicht ohne Bedenken bzw. Kritik.[2] Die vom BVerfG etwas anders als vom EuGH gesehene Thematik gehört im Kontext zum “unveräußerlichen Kern des Nationalstaats […], die Verfassungsidentität“ – der Verzicht hierauf würde erst die Europäische Union zu einem Bundestaat machen.[3] Im Mittelpunkt der Betrachtung der Vermeidung künftiger Bankenkrisen, die sich zu einer systemischen Krise des Finanzsystems auswachsen könnten – das Schreckensszenarium von EZB und Politik – stehen die Folgerungen aus der Analyse der Bankenkrise des letzten Jahrzehnts. Das System wird aufrechterhalten durch behördlich gesteuerte Stützungsmaßnahmen auf Kosten der Bankeneigner und bestimmter Gläubiger außerhalb der Einlagensicherung ohne Beanspruchung des Fiskus durch unmittelbare staatliche Beihilfen.[4] Die Sorge ...

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Mehr Effizienz durch die Automatisierung von Kreditentscheidungen

Die Antragsstrecke der Kreditvergabe bietet viel Potenzial zur Automatisierung. Wie funktioniert Automatisierung im Kreditgeschäft und wie setzen Banken sie heute schon um?

Christopher Hansert, Product Manager, ACTICO GmbH

Banken in Europa bewegen sich in einem schwierigen Fahrwasser: Niedrigzinspolitik, zunehmender Wettbewerb von FinTechs und eine schärfere Regulierung sorgen für steigenden Druck. Automatisierte Kreditentscheidungen lassen Banken agiler, wettbewerbsfähiger und profitabler werden.

Effizienz erhöhen und Kosten reduzieren durch Digitalisierung

Warum müssen Banken automatisieren? Es gibt mehrere Einflussfaktoren, die für die Automatisierung in der Kreditwirtschaft sprechen:

  • Niedrigzinspolitik der EZB
  • Notwendigkeit zur Kostenreduktion
  • Erwartungshaltung der Kunden, z. B. schnelle Antwortzeiten bei der Beantragung eines Online-Kredits.

Doch wie schaffen es Banken, die Automatisierung voranzutreiben?

  • Einsatz von Regelmanagement-Systemen
  • Nutzung von Künstlicher Intelligenz/Machine Learning
  • Anwendung neuer Standards zum Datenaustausch (z. B. XBRL) für die Bilanzanalyse

PRAXISTIPPS

Lesen Sie in drei Fallstudien, wie Banken und Finanzdienstleister mit Hilfe von ACTICO Kreditentscheidungsprozesse automatisieren:

  • Automatisierte Kreditentscheidung einer deutschen Landesbank
  • Zentrales Entscheidungssystem eines Nutzfahrzeugherstellers
  • Automatisiertes Bilanzanalysesystem in einer deutschen Automobilbank

SEMINARTIPPS

Schlüsselkontrollen Spezial: Kreditprozesse, 09.10.2019, Berlin.

Kredit-Jahrestagung 2019, 20.–21.11.2019, Berlin.

FCH Innovation Days 2020, 15.–16.06.2020, Berlin.

LESETIPPS und Fallstudien

Jetzt herunterladen: Whitepaper „Automatisierung von Kreditentscheidungen: Kosten senken und Effizienz steigern.“ Infos unter www.actico.com/kredit

 

 

 

 

Beitragsnummer: 84874

Was Banken die Zusammenarbeit mit alternativen Finanzierern bringt



Der Finanzmarkt verändert sich rasant. Um Schritt zu halten, können Hausbanken mit Anbietern alternativer Modelle wie Sale & Lease Back zusammenarbeiten.

Carl-Jan von der Goltz, geschäftsführender Gesellschafter, Maturus Finance GmbH

           

I. Das Verhältnis von Banken und neuen Finanzierern

1. Was setzt klassische Bankhäuser unter Druck?

Hat das große Bankensterben, wie manche Experten es voraussagen, längst begonnen? Die Zahlen der Bundesbank[1] lassen es vermuten. Demnach wurden 2018 mehr als 2200 Bankfilialen geschlossen – ein Rückgang von über sieben Prozent. Das zeigt: Viele Banken müssen sparen. Deshalb ziehen sich Kredithäuser durch Filial- und Personalabbau aus der Breite zurück. Außerdem reduzieren manche Häuser ihre Angebotsvielfalt und fahren die Präsenz auf den globalen Märkten herunter. Erst kürzlich sorgte eine deutsche Großbank für Schlagzeilen, die sich weitestgehend aus dem internationalen Investmentgeschäft zurückgezogen hat. Hier will man sich mit Stellenabbau und Verkleinerung des Angebotsportfolios gesundschrumpfen. Der grundlegende Tenor: sich wieder mehr auf den heimischen Mittelstand konzentrieren. Doch auch die Unterstützung der Unternehmer fällt den Banken schwerer, wie kürzlich die Experten von Euler Hermes in einer Studie gemeinsam mit Moody‘s[2] herausarbeiteten. Demnach sorgen besonders Regulierungsvorgaben wie das bald ...


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Wer springt ein, wenn Ihrer Bank die Hände gebunden sind? – Maturus

Ein Partner aus der alternativen Finanzierung kann Lösungsansätze bieten, wenn Ihr Kreditinstitut Kunden in Sondersituationen nicht weiterhelfen kann.

Carl-Jan von der Goltz, geschäftsführender Gesellschafter, Maturus Finance GmbH

Es ist eine Situation, vor der den meisten Bankberatern graut und die dennoch immer häufiger vorkommt: Ein langjähriger Kunde muss seinen Betrieb neu aufstellen und benötigt dafür dringend und möglichst schnell liquide Mittel. Doch Ihnen sind die Hände gebunden: Die strengen gesetzlichen Regularien, die hausinternen Zielvorgaben, der festgelegte Ablauf – all das zwingt Sie dazu, vom Kunden eine gute Bonität zu verlangen, Sicherheiten einzufordern und um Geduld bezüglich der Bearbeitungszeit zu bitten. Nichts von alledem hat der Unternehmer jedoch in seiner momentanen Lage. Wie gern würden Sie den langjährigen und treuen Kunden in dieser Situation unterstützen, ihm schnell und unkompliziert zu mehr Liquidität verhelfen. Denn Sie möchten ihn natürlich auf lange Sicht in ihrem Haus halten. Doch dafür muss er erst einmal die momentane Krise überwinden. Was tun?

SEMINARTIPP

20. Bankrechts-Tag, 22.10.2020, Frankfurt/M.

https://www.fc-heidelberg.de/produkt/20-bankrechts-tag/

 

Alternative in Sicht?

Ein alternativer Finanzierungsansatz könnte in dieser Lage die passende Lösung für Ihren Kunden sein – und damit auch für Sie. Solche Finanzierungsalternativen haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und bieten heute eine Fülle an Instrumenten für die unterschiedlichsten Bedürfnisse und Situationen. Beispielsweise dann, wenn es um die Bonität eines Unternehmens nicht gut bestellt ist, der Betrieb aber eine ganze Reihe anderer Voraussetzungen erfüllt. Wie Ihr Kunde, der aus dem produzierenden Gewerbe kommt und deshalb über wertvolle Assets wie Maschinen, Produktionsanlagen oder Spezialfahrzeuge verfügt. Könnten Sie diesen Kunden in seinem speziellen Fall an einen Kooperationspartner vermitteln, wäre allen Beteiligten geholfen: Ihr Kunde könnte seine dringende Restrukturierung zeitnah finanzieren und Sie könnten ihr Angebot erweitern, Synergien ausschöpfen und die Kundenbindung erhöhen.

Instrument für Sondersituationen: Sale & Lease Back

Wenn es um derartige Szenarien geht, ist Sale & Lease Back eine passende Alternativlösung. Denn dieses Finanzierungsmodell ist bonitätsunabhängig und stellt stattdessen auf ganz bestimmte werthaltige Objekte im Unternehmensbesitz ab: Maschinen- und Anlagenparks. Im Normalfall lässt sich aus solchem Anlagevermögen nur über den Verkauf Liquidität generieren. Damit entzöge sich das Unternehmen jedoch seine Existenzgrundlage und könnte direkt den Betrieb einstellen. Gewöhnlich spricht man deshalb auch von „stillen“ Reserven. Doch es gibt eine Möglichkeit, diese stillen Reserven zu heben und gleichzeitig die Produktion unbeeinträchtigt weiterzuführen: Sale & Lease Back! Im Rahmen einer reinen Innenfinanzierung verkauft der Betrieb die Maschinen und least sie im Anschluss sofort zurück. Das heißt: Ein Betrieb hat kurzfristig für frische Liquidität gesorgt, ohne dass je eine Maschine die Halle verlassen musste. Mit den hinzugewonnenen finanziellen Mitteln stärkt das Unternehmen seine Eigenkapitalquote und damit die Bonität. Das wiederum kann den Spielraum für eine spätere Kreditvergabe durch Ihr Haus vergrößern.

Ein kurzes Beispiel aus der Praxis

Nehmen Sie einen mittelständischen Werkzeughersteller mit einigen Jahrzehnten Historie: Dieser ist in eine Krise geraten und muss dringende strategische Maßnahmen ergreifen, um sich neu auszurichten und in Zukunft konkurrenzfähig zu sein. Konkret heißt dies: Investitionen in neue Technik sowie Neuausrichtung und Erweiterung der Geschäftsfelder. Diese Bestrebungen muss der Betrieb nicht nur durch ausreichend finanzielle Mittel absichern, die Finanzierung muss auch schnell und flexibel erfolgen. Der langjährige Bankpartner kann dem Unternehmen in dieser Lage nicht weiterhelfen: Allein die Zu- oder Absage für einen potenziellen Kredit würde viel zu lang dauern. Zudem macht der Bankberater seinem Kunden wenig Hoffnung auf einen positiven Bescheid – die Bonität des Betriebes sei momentan schlicht zu schwach für eine weitere Finanzierung. Da der Werkzeugfabrikant jedoch über einen gut erhaltenen Maschinenpark verfügt, macht ein Partner aus dem Netzwerk den Unternehmer auf Sale & Lease Back aufmerksam. Über diesen Ansatz schließlich gelingt die Finanzierung innerhalb kurzer Zeit: Vom ersten indikativen Angebot über die Maschinenbewertung durch einen Gutachter bis hin zur finalen Auszahlung des Kaufpreises von mehreren hunderttausend Euro vergehen nur knapp acht Wochen.

Finanzierungsoption für mittelständische Produktionsbetriebe

Sale & Lease Back kann für Ihre Kunden in besonderen Situationen eine flexible und kurzfristige Finanzierungsform sein – besonders, wenn diese über einen werthaltigen Maschinenpark aus den Bereichen Metall- bzw. Kunststoffbe- und -verarbeitung, Nahrungsmittelherstellung, Textilproduktion, Verpackungs- oder Druckindustrie verfügen. Sale & Lease Back unterstützt auch Betriebe im Baugewerbe, in der Forst- und Landwirtschaft sowie in der Transportlogistik.

PRAXISTIPPS

  • Verfügt ein Geschäftskunde über keine gute Bonität, können Banken ihn aufgrund strenger Regulierungen oft nicht mit einem Kredit bedienen.
  • Kooperationen von Banken mit alternativen Finanzdienstleistern können eine Lösung sein: Die Kundenbindung kann erhöht und Synergien erschlossen werden.
  • Bonitätsunabhängige Modelle wie Sale & Lease Back bieten Geschäftskunden eine Lösung, wenn die Unternehmen bestimmte Herausforderungen erfüllen.
  • Sale & Lease Back ist ein objektbasierter Finanzierungsansatz für produzierende Betriebe, um aus gebrauchten Maschinenparks frisches Kapital zu generieren.

Weitere Informationen: www.maturus-finance.com

Beitragsnummer: 84828

IDW ERS BFA 7 Paradigmenwechsel bei Pauschalwertberichtigungen



Stellungnahmen zum Standardentwurf und Handlungsbedarf

Prof. Dr. Wolfgang Portisch, Leiter Bereich Bank- und Finanzmanagement an der Hochschule Emden/Leer.

Dr. Andreas Winkler, Stellvertretender Leiter Finanzen, Sparda-Bank West eG, Düsseldorf.

I. Übersicht

Pauschalwertberichtigungen (PWB) dienen der Erfassung latenter Ausfallrisiken. Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat mit dem ERS BFA 7 zur Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen nach HGB einen neuen Standardentwurf zur Diskussion gestellt, der in den folgenden drei Dimensionen einen Paradigmenwechsel zur bisherigen Berechnung der Pauschalwertberichtigungen darstellt[1]:

  • Ausblick auf die künftige Laufzeit der Vermögensgegenstände versus Rückblick auf die letzten fünf Jahre
  • Aufnahme von Schätzungen latenter Kreditrisiken anstatt retrospektiver Werte
  • Übernahme von IFRS- beziehungsweise CRR-Werten in die HGB-Rechnungslegung

Die nachfolgende Abb. 1 fasst schematisch die wesentlichen Elemente der bislang bestehenden und der neuen Regelung aus dem Entwurf des IDW ERS BFA 7 zusammen.

Abbildung 1: Wesentliche Elemente der bisherigen PWB-Berechnung und des IDW ERS BFA 7

II. Bisherige Berechnung der Pauschalwertberichtigungen

Die Bewertung von Forderungen nach dem HGB erfolgt nach dem Vorsichtsprinzip zum niedrigeren beizulegenden Wert. Dabei sind gem. § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB alle vorhersehbaren Risiken und Verluste zu berücksichtigen, wie bei den hinreichend ...


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