Mittelstandsfinanzierung: Banken unter Druck



Der Vormarsch der Private Debt Fonds.

Dr. Clemens Stauder, Head of Legal I Business & Corporate Banking, Santander Germany.

I. Mittelstandsfinanzierung im Umbruch

Nach Jahren des Dauerausnahmezustands, zunächst bedingt durch die Finanzkrise, später fortgeführt durch das nunmehr chronische Niedrigzinsumfeld und die nicht enden wollenden Regulierungsbemühungen der Aufsichtsbehörden, zeigen sich die Banken in einer schwierigen Verfassung. Die Auswirkungen dessen treten an vielen Stellen zutage, insbesondere aber im Kreditgeschäft. Der deutsche Mittelstand, jahrzehntelang tragende Säule des wirtschaftlichen Erfolgs der Bundesrepublik und Objekt der Begierde internationaler Bankhäuser, gilt nach wie vor als besonders gewichtig im Sektor der Unternehmensfinanzierungen. Die Innovationskraft, Produktivität und Qualität, nicht zuletzt aber der langfristige Planungshorizont, machen diese Unternehmen für Darlehensgeber von jeher besonders attraktiv.

Diese Anziehungskraft hat über die Jahre kaum nachgelassen und sukzessive neue Marktteilnehmer auf den Plan gerufen. Neben den Digitalisierungsemporkömmlingen, den sog. Fintech-Unternehmen, die mehrheitlich Plattformen für Finanzierungen anbieten und meist Darlehenskonditionen vergleichbar machen bzw. solche vermitteln, sind dies insbesondere die aus dem anglo-amerikanischen Raum stammenden Private Debt Fonds (oder auch Kreditfonds genannt). Obwohl der deutsche Mittelstand in Finanzierungsfragen als konservativ zu charakterisieren ist, sind die neuen Darlehensgeber gerade hier derzeit besonders gefragt. Unterschiedlichen Schätzungen zu Folge liegt deren ...


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IDW ES 2 mit wesentlichen Neuerungen zur Sanierung



Standard für Sanierungskonzepte IDW S 6 als Grundlage für Insolvenzpläne

Prof. Dr. Wolfgang Portisch, Leiter Bereich Bank- und Finanzmanagement an der Hochschule Emden/Leer.

Dr. Gunnar Jansen, Leiter Marktrisiko/Bewertungsmethoden, NORD/LB, Norddeutsche Landesbank Girozentrale.[1]

I. Anpassung des IDW ES 2 n. F.

Das Planverfahren gem. §§ 217 bis 269 InsO ist ein erfolgreiches Sanierungsinstrument in der Insolvenz, das ein Kernstück der seinerzeitigen Insolvenzrechtsreform von 1999 darstellt. Der Standard IDW S 2 aus dem Jahr 2000 zu den Anforderungen an Insolvenzpläne ist mittlerweile in die Jahre gekommen, so dass eine Überarbeitung angebracht erscheint[2].

Mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) vom 01.03.2012 sind neuere Finanzierungsmethoden wie der Debt-Equity-Swap eingeführt worden. Des Weiteren hat sich der IDW S 6 als Standard für Sanierungskonzepte etabliert und kann in Teilen auch für Insolvenzpläne Verwendung finden[3]. Somit wird mit dem ES 2 n. F. vom IDW der Entwurf einer Neufassung des IDW Standards: Anforderungen an Insolvenzpläne (IDW ES 2 n. F.) vorgelegt, der zu bewerten ist[4].

In der vorliegenden Überarbeitung wurden unter anderem die übersichtliche Darstellung des Verfahrensablaufs, die ausdrückliche Forderung nach einem Sanierungskonzept, die den Kernanforderungen des IDW S 6 entspricht, detaillierte Ausführungen zur Gruppenbildung, ...


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Management notleidender und gestundeter Risikopositionen



Leitlinien der EBA vom 31.10.2018, BackstopVO vom 17.04.2019 und MaRisK (2017)

Dr. Friedrich L. Cranshaw, Rechtsanwalt, vorm. Banksyndikus und Leiter Recht, Mannheim[1]

I. Vollendung der Bankenunion, Bankenregulatorik – Zielsetzungen, Stand, Licht und Schatten, Einbettung in die Finanzpolitik

Eines der entscheidenden Ziele der europäischen Bankenpolitik ist die Vollendung der Bankenunion, von denen zwei Parameter, die weitgreifende Bankenaufsicht durch die EZB und die umstrittene Vollendung der europäischen mitgliedstaatenübergreifenden Einlagensicherung, aktuell im Fokus stehen. Das BVerfG hat gerade aus dem Blick des inländischen Verfassungsrechts den Weg der europäischen Bankenunion/-aufsicht weiter geebnet, wenn auch richtiger Weise nicht ohne Bedenken bzw. Kritik.[2] Die vom BVerfG etwas anders als vom EuGH gesehene Thematik gehört im Kontext zum “unveräußerlichen Kern des Nationalstaats […], die Verfassungsidentität“ – der Verzicht hierauf würde erst die Europäische Union zu einem Bundestaat machen.[3] Im Mittelpunkt der Betrachtung der Vermeidung künftiger Bankenkrisen, die sich zu einer systemischen Krise des Finanzsystems auswachsen könnten – das Schreckensszenarium von EZB und Politik – stehen die Folgerungen aus der Analyse der Bankenkrise des letzten Jahrzehnts. Das System wird aufrechterhalten durch behördlich gesteuerte Stützungsmaßnahmen auf Kosten der Bankeneigner und bestimmter Gläubiger außerhalb der Einlagensicherung ohne Beanspruchung des Fiskus durch unmittelbare staatliche Beihilfen.[4] Die Sorge ...

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Mehr Effizienz durch die Automatisierung von Kreditentscheidungen

Die Antragsstrecke der Kreditvergabe bietet viel Potenzial zur Automatisierung. Wie funktioniert Automatisierung im Kreditgeschäft und wie setzen Banken sie heute schon um?

Christopher Hansert, Product Manager, ACTICO GmbH

Banken in Europa bewegen sich in einem schwierigen Fahrwasser: Niedrigzinspolitik, zunehmender Wettbewerb von FinTechs und eine schärfere Regulierung sorgen für steigenden Druck. Automatisierte Kreditentscheidungen lassen Banken agiler, wettbewerbsfähiger und profitabler werden.

Effizienz erhöhen und Kosten reduzieren durch Digitalisierung

Warum müssen Banken automatisieren? Es gibt mehrere Einflussfaktoren, die für die Automatisierung in der Kreditwirtschaft sprechen:

  • Niedrigzinspolitik der EZB
  • Notwendigkeit zur Kostenreduktion
  • Erwartungshaltung der Kunden, z. B. schnelle Antwortzeiten bei der Beantragung eines Online-Kredits.

Doch wie schaffen es Banken, die Automatisierung voranzutreiben?

  • Einsatz von Regelmanagement-Systemen
  • Nutzung von Künstlicher Intelligenz/Machine Learning
  • Anwendung neuer Standards zum Datenaustausch (z. B. XBRL) für die Bilanzanalyse

PRAXISTIPPS

Lesen Sie in drei Fallstudien, wie Banken und Finanzdienstleister mit Hilfe von ACTICO Kreditentscheidungsprozesse automatisieren:

  • Automatisierte Kreditentscheidung einer deutschen Landesbank
  • Zentrales Entscheidungssystem eines Nutzfahrzeugherstellers
  • Automatisiertes Bilanzanalysesystem in einer deutschen Automobilbank

SEMINARTIPPS

Schlüsselkontrollen Spezial: Kreditprozesse, 09.10.2019, Berlin.

Kredit-Jahrestagung 2019, 20.–21.11.2019, Berlin.

FCH Innovation Days 2020, 15.–16.06.2020, Berlin.

LESETIPPS und Fallstudien

Jetzt herunterladen: Whitepaper „Automatisierung von Kreditentscheidungen: Kosten senken und Effizienz steigern.“ Infos unter www.actico.com/kredit

 

 

 

 

Beitragsnummer: 84874

Was Banken die Zusammenarbeit mit alternativen Finanzierern bringt



Der Finanzmarkt verändert sich rasant. Um Schritt zu halten, können Hausbanken mit Anbietern alternativer Modelle wie Sale & Lease Back zusammenarbeiten.

Carl-Jan von der Goltz, geschäftsführender Gesellschafter, Maturus Finance GmbH

           

I. Das Verhältnis von Banken und neuen Finanzierern

1. Was setzt klassische Bankhäuser unter Druck?

Hat das große Bankensterben, wie manche Experten es voraussagen, längst begonnen? Die Zahlen der Bundesbank[1] lassen es vermuten. Demnach wurden 2018 mehr als 2200 Bankfilialen geschlossen – ein Rückgang von über sieben Prozent. Das zeigt: Viele Banken müssen sparen. Deshalb ziehen sich Kredithäuser durch Filial- und Personalabbau aus der Breite zurück. Außerdem reduzieren manche Häuser ihre Angebotsvielfalt und fahren die Präsenz auf den globalen Märkten herunter. Erst kürzlich sorgte eine deutsche Großbank für Schlagzeilen, die sich weitestgehend aus dem internationalen Investmentgeschäft zurückgezogen hat. Hier will man sich mit Stellenabbau und Verkleinerung des Angebotsportfolios gesundschrumpfen. Der grundlegende Tenor: sich wieder mehr auf den heimischen Mittelstand konzentrieren. Doch auch die Unterstützung der Unternehmer fällt den Banken schwerer, wie kürzlich die Experten von Euler Hermes in einer Studie gemeinsam mit Moody‘s[2] herausarbeiteten. Demnach sorgen besonders Regulierungsvorgaben wie das bald ...


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Wer springt ein, wenn Ihrer Bank die Hände gebunden sind? – Maturus

Ein Partner aus der alternativen Finanzierung kann Lösungsansätze bieten, wenn Ihr Kreditinstitut Kunden in Sondersituationen nicht weiterhelfen kann.

Carl-Jan von der Goltz, geschäftsführender Gesellschafter, Maturus Finance GmbH

Es ist eine Situation, vor der den meisten Bankberatern graut und die dennoch immer häufiger vorkommt: Ein langjähriger Kunde muss seinen Betrieb neu aufstellen und benötigt dafür dringend und möglichst schnell liquide Mittel. Doch Ihnen sind die Hände gebunden: Die strengen gesetzlichen Regularien, die hausinternen Zielvorgaben, der festgelegte Ablauf – all das zwingt Sie dazu, vom Kunden eine gute Bonität zu verlangen, Sicherheiten einzufordern und um Geduld bezüglich der Bearbeitungszeit zu bitten. Nichts von alledem hat der Unternehmer jedoch in seiner momentanen Lage. Wie gern würden Sie den langjährigen und treuen Kunden in dieser Situation unterstützen, ihm schnell und unkompliziert zu mehr Liquidität verhelfen. Denn Sie möchten ihn natürlich auf lange Sicht in ihrem Haus halten. Doch dafür muss er erst einmal die momentane Krise überwinden. Was tun?

SEMINARTIPP

20. Bankrechts-Tag, 22.10.2020, Frankfurt/M.

https://www.fc-heidelberg.de/produkt/20-bankrechts-tag/

 

Alternative in Sicht?

Ein alternativer Finanzierungsansatz könnte in dieser Lage die passende Lösung für Ihren Kunden sein – und damit auch für Sie. Solche Finanzierungsalternativen haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt und bieten heute eine Fülle an Instrumenten für die unterschiedlichsten Bedürfnisse und Situationen. Beispielsweise dann, wenn es um die Bonität eines Unternehmens nicht gut bestellt ist, der Betrieb aber eine ganze Reihe anderer Voraussetzungen erfüllt. Wie Ihr Kunde, der aus dem produzierenden Gewerbe kommt und deshalb über wertvolle Assets wie Maschinen, Produktionsanlagen oder Spezialfahrzeuge verfügt. Könnten Sie diesen Kunden in seinem speziellen Fall an einen Kooperationspartner vermitteln, wäre allen Beteiligten geholfen: Ihr Kunde könnte seine dringende Restrukturierung zeitnah finanzieren und Sie könnten ihr Angebot erweitern, Synergien ausschöpfen und die Kundenbindung erhöhen.

Instrument für Sondersituationen: Sale & Lease Back

Wenn es um derartige Szenarien geht, ist Sale & Lease Back eine passende Alternativlösung. Denn dieses Finanzierungsmodell ist bonitätsunabhängig und stellt stattdessen auf ganz bestimmte werthaltige Objekte im Unternehmensbesitz ab: Maschinen- und Anlagenparks. Im Normalfall lässt sich aus solchem Anlagevermögen nur über den Verkauf Liquidität generieren. Damit entzöge sich das Unternehmen jedoch seine Existenzgrundlage und könnte direkt den Betrieb einstellen. Gewöhnlich spricht man deshalb auch von „stillen“ Reserven. Doch es gibt eine Möglichkeit, diese stillen Reserven zu heben und gleichzeitig die Produktion unbeeinträchtigt weiterzuführen: Sale & Lease Back! Im Rahmen einer reinen Innenfinanzierung verkauft der Betrieb die Maschinen und least sie im Anschluss sofort zurück. Das heißt: Ein Betrieb hat kurzfristig für frische Liquidität gesorgt, ohne dass je eine Maschine die Halle verlassen musste. Mit den hinzugewonnenen finanziellen Mitteln stärkt das Unternehmen seine Eigenkapitalquote und damit die Bonität. Das wiederum kann den Spielraum für eine spätere Kreditvergabe durch Ihr Haus vergrößern.

Ein kurzes Beispiel aus der Praxis

Nehmen Sie einen mittelständischen Werkzeughersteller mit einigen Jahrzehnten Historie: Dieser ist in eine Krise geraten und muss dringende strategische Maßnahmen ergreifen, um sich neu auszurichten und in Zukunft konkurrenzfähig zu sein. Konkret heißt dies: Investitionen in neue Technik sowie Neuausrichtung und Erweiterung der Geschäftsfelder. Diese Bestrebungen muss der Betrieb nicht nur durch ausreichend finanzielle Mittel absichern, die Finanzierung muss auch schnell und flexibel erfolgen. Der langjährige Bankpartner kann dem Unternehmen in dieser Lage nicht weiterhelfen: Allein die Zu- oder Absage für einen potenziellen Kredit würde viel zu lang dauern. Zudem macht der Bankberater seinem Kunden wenig Hoffnung auf einen positiven Bescheid – die Bonität des Betriebes sei momentan schlicht zu schwach für eine weitere Finanzierung. Da der Werkzeugfabrikant jedoch über einen gut erhaltenen Maschinenpark verfügt, macht ein Partner aus dem Netzwerk den Unternehmer auf Sale & Lease Back aufmerksam. Über diesen Ansatz schließlich gelingt die Finanzierung innerhalb kurzer Zeit: Vom ersten indikativen Angebot über die Maschinenbewertung durch einen Gutachter bis hin zur finalen Auszahlung des Kaufpreises von mehreren hunderttausend Euro vergehen nur knapp acht Wochen.

Finanzierungsoption für mittelständische Produktionsbetriebe

Sale & Lease Back kann für Ihre Kunden in besonderen Situationen eine flexible und kurzfristige Finanzierungsform sein – besonders, wenn diese über einen werthaltigen Maschinenpark aus den Bereichen Metall- bzw. Kunststoffbe- und -verarbeitung, Nahrungsmittelherstellung, Textilproduktion, Verpackungs- oder Druckindustrie verfügen. Sale & Lease Back unterstützt auch Betriebe im Baugewerbe, in der Forst- und Landwirtschaft sowie in der Transportlogistik.

PRAXISTIPPS

  • Verfügt ein Geschäftskunde über keine gute Bonität, können Banken ihn aufgrund strenger Regulierungen oft nicht mit einem Kredit bedienen.
  • Kooperationen von Banken mit alternativen Finanzdienstleistern können eine Lösung sein: Die Kundenbindung kann erhöht und Synergien erschlossen werden.
  • Bonitätsunabhängige Modelle wie Sale & Lease Back bieten Geschäftskunden eine Lösung, wenn die Unternehmen bestimmte Herausforderungen erfüllen.
  • Sale & Lease Back ist ein objektbasierter Finanzierungsansatz für produzierende Betriebe, um aus gebrauchten Maschinenparks frisches Kapital zu generieren.

Weitere Informationen: www.maturus-finance.com

Beitragsnummer: 84828

IDW ERS BFA 7 Paradigmenwechsel bei Pauschalwertberichtigungen



Stellungnahmen zum Standardentwurf und Handlungsbedarf

Prof. Dr. Wolfgang Portisch, Leiter Bereich Bank- und Finanzmanagement an der Hochschule Emden/Leer.

Dr. Andreas Winkler, Stellvertretender Leiter Finanzen, Sparda-Bank West eG, Düsseldorf.

I. Übersicht

Pauschalwertberichtigungen (PWB) dienen der Erfassung latenter Ausfallrisiken. Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat mit dem ERS BFA 7 zur Ermittlung von Pauschalwertberichtigungen nach HGB einen neuen Standardentwurf zur Diskussion gestellt, der in den folgenden drei Dimensionen einen Paradigmenwechsel zur bisherigen Berechnung der Pauschalwertberichtigungen darstellt[1]:

  • Ausblick auf die künftige Laufzeit der Vermögensgegenstände versus Rückblick auf die letzten fünf Jahre
  • Aufnahme von Schätzungen latenter Kreditrisiken anstatt retrospektiver Werte
  • Übernahme von IFRS- beziehungsweise CRR-Werten in die HGB-Rechnungslegung

Die nachfolgende Abb. 1 fasst schematisch die wesentlichen Elemente der bislang bestehenden und der neuen Regelung aus dem Entwurf des IDW ERS BFA 7 zusammen.

Abbildung 1: Wesentliche Elemente der bisherigen PWB-Berechnung und des IDW ERS BFA 7

II. Bisherige Berechnung der Pauschalwertberichtigungen

Die Bewertung von Forderungen nach dem HGB erfolgt nach dem Vorsichtsprinzip zum niedrigeren beizulegenden Wert. Dabei sind gem. § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB alle vorhersehbaren Risiken und Verluste zu berücksichtigen, wie bei den hinreichend ...


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Besonderheiten der Bauinsolvenz aus der Sicht des Kreditinstituts



Rechtliche Fragestellungen bei Bauinsolvenzen

Rechtsanwalt Torsten Steinwachs, Lehrbeauftragter für Sanierungs- und Insolvenzrecht, Zertifizierter Restrukturierungs- und Sanierungsexperte, Zertifizierter Wirtschaftsmediator (Uni of A. Science); Geschäftsführender Partner der BMS Bond Management Support GmbH & Co. KG

Avalmanagement Baucontrolling Poolverwaltung www.bms-bond.com

In Kooperation mit SGK Servicegesellschaft Kreditmanagement mbH www.sg-k.de

Rechtsanwalt Michael Busch, Chefjustiziar Sparkasse Essen

Robin Steinwachs, Werkstudent der BMS Bond Management Support GmbH & Co. KG; (Hochschule FOM, Frankfurt am Main)

I. Einleitung

Die Bauinsolvenz stellt aus Sicht des Kreditinstitutes eine nicht zu unterschätzende Herausforderung dar. Auch in Zeiten von immer noch zurückgehenden Insolvenzfällen und einem so noch nie dagewesenen Bauboom befinden sich die Bauinsolvenzen in den Fallstatistiken immer noch in exponierter Stellung. Die Bauinsolvenz ist auch insoweit rechtlich und tatsächlich anspruchsvoll, da das in die Insolvenz geratene Bauunternehmen in aller Regel eine doppelte Stellung innehat. Auf der einen Seite ist das insolvente Bauunternehmen Auftragnehmer und die Auftraggeber haben von den Kreditinstituten (und/oder den Kautionsversicherern) Avale gestellt bekommen.[1] Weiterhin ist das Bauunternehmen aber auch Auftraggeber hinsichtlich deren Subunternehmer, die wiederum Avale zugunsten des nunmehr insolventen Bauunternehmens stellen mussten. Diese Gemengelage wird weiter verkompliziert, in dem drei Zivilsenate ...


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FinTechs und Banken: Vertiefung von Wertschöpfungsketten unter PSD2



Die Regulierung bringt FinTechs und Banken auf Augenhöhe und versetzt sie in die Lage, ihre Stärken zur Entwicklung von nutzerorientierten Produkten zu bündeln.

Dirk Rudolf, Gründer und Geschäftsführer FinTecSystems

Thomas Teuber, Geschäftsleiter bei der SKG BANK (eine Marke der DKB AG)

I. Die PSD2 setzt den Rahmen für Open Banking

Der Begriff, der die Bankenwelt aktuell besonders prägt, ist „Open Banking“. Er wird verwendet, um den Prozess zu beschreiben hin zu einem Modell, bei dem Bankdaten zwischen verschiedenen Teilnehmern im Banken-Ökosystem ausgetauscht werden. Die Grundlage für Open Banking ist eine der innovativsten Richtlinien, die die Europäische Union in den letzten Jahren auf den Weg gebracht hat – die überarbeitete Zahlungsdiensterichtlinie der Europäischen Kommission, besser bekannt als PSD2 (Payment Service Directive 2). Die PSD2 trat am 13.01.2016 in Kraft. Ab diesem Zeitpunkt hatten die Mitgliedstaaten zwei Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen (in Deutschland z. B. durch das ZAG, Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz).

Die Europäische Kommission verfolgt mit der PSD2 mehrere Ziele:

  • den Wettbewerb auf Augenhöhe zwischen allen Marktteilnehmern (Banken und neue Anbieter) herstellen,
  • die Schaffung eines integrierten und effizienten europäischen Zahlungsverkehrsmarktes,
  • die Zahlungen sicherer und einfacher zu machen,
  • den Verbraucherschutz erhöhen,
  • ...

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Der Digitale Finanzbericht

Oliver Pickert, Analyst Marktfolge Kredit, Volksbank RheinAhrEifel eG[1]

„Der Digitale Finanzbericht“ ist im aktuellen Nutzungsumfang ein deutschlandweit einheitlicher Standard, um Jahresabschlussdaten an Kreditinstitute elektronisch zu übertragen.

Digitalisierung, weit mehr als reine Technik

Offiziell hat sich das Projekt „Der Digitale Finanzbericht“ die Maschinenlesbarkeit von Jahresabschlussdaten auf Seiten der Banken zur Aufgabe gemacht. Rein technisch ist also die Datenübertragung mit dem Transfer der E-Bilanz an die Finanzbehörde vergleichbar. Unter anderem soll der händische Erfassungsaufwand minimiert werden – Erfassungsaufwand, welcher der eigentlichen Analyse vorausgeht.

In der subjektiven Wahrnehmung sind es dreiviertel der Arbeitszeit, die darauf verwendet werden, Daten manuell zur erfassen oder durch scannen in die entsprechenden Systeme zu übernehmen. Damit verbleiben zur Analyse und weiteren Verarbeitung gerade einmal ein Viertel des verfügbaren Zeitfensters. Diese Gewichtung sollte überdacht werden und zwar bevor die Gegebenheiten dazu zwingen.

Stand heute lassen sich auch die Daten der Einnahmeüberschussrechnung digital übermitteln. Fachkundige Kreise gehen sogar davon aus, dass hier die höheren Übertragungsmengen zu erwarten sind.

SEMINARTIPPS

Analyse der zukünftigen Kapitaldienstfähigkeit, 07.10.2019, Frankfurt/M.

Quick-Check BWA-Analyse, 05.11.2019, Wiesbaden.

Automatisierte EWB-Sicherheiten-Prüfung, 11.11.2019, Berlin.

Sicherheitenmanagement nach CRR, 20.11.2019, Frankfurt/M.

Kredit-Jahrestagung 2019, 20.–21.11.2019, Berlin.

Eine weit größere Innovation des „Digitalen Finanzberichts“ besteht jedoch in der Bereitschaft zur Kooperation aller am Vorgang Beteiligten (Steuerberater, Kreditinstitute, Softwareanbieter). Gerade die gemeinsame Kommunikation offenbart weitere Synergien und macht deutlich, in welchem Maße beispielsweise Informationen ungenutzt vorgehalten werden. Daten, die beim jeweiligen Empfänger ansonsten nur mit erheblichem Aufwand und auch nur unvollständig erhoben werden.

Die Nutzung von Daten konsequent weiter ausbauen

Die Verfügbarkeit möglichst vielseitiger Informationen ist noch wesentlicher als deren möglichst einfache Erhebung. Dabei ist nicht nur der Dateneingang, sondern auch die konsequente Weiterverarbeitung ein entscheidendes Kriterium. Gemeint ist die Möglichkeit, vorliegende Daten, z. B. bereichsübergreifend nutzen zu können. Begriffe wie „Datawarehouse“, „Datalakes“ und „Big Data“ machen immer wieder die Runde, nicht zuletzt in zentralen Institutionen wie der Bundesbank.

Leider sind es gerade die wirtschaftlichen Interessen der jeweiligen Softwareanbieter, die den möglichen Umfang der Nutzung einschränken oder aber Medienbrüche zu mindestens nicht beheben. Diese Medienbrüche führen beim Nutzer zu organisatorischem Mehraufwand bzw. ziehen teilweise umständliche Softwarelösungen nach sich.

Anregungen für den Alltag

Allgemeingültige Tipps für den Alltag gibt es bislang nicht, denn das würde voraussetzen, dass die Gegebenheiten in allen Kreditinstituten und Steuerberatungspraxen gleich wären, was nicht der Fall ist. Folglich sind es die klassischen Themen wie Kommunikation und Kooperationsbereitschaft, die es als Voraussetzung einer gelungenen Zusammenarbeit zu erfüllen gilt.

Mit Wissen gewinnen

Es ist die Dosis, die das Gift macht und so ist es wesentlich, die am Prozess beteiligten Personen in einem sachgerechten Maß vorab zu informieren. Es gilt sie zu informieren, welche Kooperationen angestrebt und welche Ziele hiermit verfolgt werden. Und zwar dass die Einführung der digitalen Datenübertragung geplant ist und welche Konsequenzen sich für die tägliche Arbeit ergeben können. Den Führungskräften kommt noch eine weitere Aufgabe zu: die Nachsicht. Damit ist nicht nur das Verständnis für den Mitarbeiter gemeint, der sich nun mit den Neuerungen auseinandersetzen muss. Es ist vielmehr die Planung und Kommunikation von Reviews gemeint – nicht zuletzt, um so die Ernsthaftigkeit des Vorhabens zu unterstreichen.

Mut zur Lücke

Das Vertrauen in die Qualität der gelieferten Daten ist nötig, ebenso wie die Gewissheit der rechtlichen Verbindlichkeit. Dies klingt vergleichsweise einfach, stellt sich in der Praxis, also im Alltag, bisweilen als Herausforderung dar. Es sind Normen einzuhalten, Abläufe zu verändern oder zu errichten. Wie gilt es mit Fragen umzugehen bzw. zu reagieren, wenn Absprachen nicht eingehalten werden? In diesem Zusammenhang wird unser bisheriges Maß an individueller Toleranz erkennbar, welches wir bei Planung und Anwendung des Standards jedoch nicht mehr bereit sind zu akzeptieren. Genau diese Toleranz ist zu Beginn jedoch erforderlich, denn kein Standard ist von Anfang an perfekt. Lassen wir uns also von den Fragen und Herausforderungen der Praxis zu möglichst einfachen und praktikablen Lösungsansätzen führen.

Es gilt, die eigenen Grenzen auszuloten, d. h. in welchem Maße sind Veränderungen gewünscht und gelingt es, diese sukzessive auch auf die Mitarbeiter zu übertragen. Denn es sind die Mitarbeiter, die im Alltag an die Sinnhaftigkeit der Kooperation glauben müssen. Sie sollen auch in der Hektik der täglichen Aufgaben an Schnittstellen denken und diese konsequent nutzen.

PRAXISTIPPS

  • Suchen Sie die aktive Kommunikation mit Mitarbeitern und Steuerberatern.
  • Lassen Sie Rückfragen und insbesondere Kritik zu und „lernen Sie daraus“.
  • „Probieren geht über Studieren“, aus eigener Anwendung heraus, Chancen und Risiken selbst erfahren.
  • Warten Sie nicht auf die Lösung durch andere, suchen Sie sie selbst.
  1. Als langjähriger Analyst der Volksbank RheinAhrEifel e.G. ist Herr Oliver Pickert seit 2010 thematisch mit der digitalen Datenübertragung an Kreditinstituten vertraut. Dabei kommen ihm seine steuerrechtliche Ausbildung und studienbegleitende Einblicke in verschiedene Steuer-beratungspraxen zu Gute. Darüber hinaus begründet sich so seine Mitarbeit in diversen Gremien, u. a. im Projekt „Der Digitale Finanzbericht“.

 

Beitragsnummer: 81245