Künstliche Intelligenz in der Finanzbranche



Welche Rolle spielt der Faktor "Mensch" in Zeiten exponentiellen technologischen Fortschritts?

Jochen Werne, Direktor Business Development, Product Management, Treasury und Payment Services bei der Bankhaus August Lenz & Co. AG

     

I. Einleitung

Die einzige Konstante in der Geschichte war, ist und bleibt der Wandel. Die Erfindung des Buchdrucks im Jahre 1450 durch Gutenberg war ein Meilenstein auf dem Zeitstrahl der Entwicklung der Menschheit. Heute nehmen wir diese – in damaligen Zeiten durchaus als Innovation geltende Erfindung – zwar noch würdigend zur Kenntnis, aber leben längst und wie selbstverständlich umgeben von Smartphones und Cloud-Anwendungen, in denen wir die privatesten Informationen speichern und von überall auf der Welt abrufen können. Der heutige Wandel wird durch eine regelrechte digitale Revolution vorangetrieben.

Der digitale Wandel hat bereits für den Einzelnen und dessen Lebensweise elementare Folgen, entwickelt jedoch seine ganze Kraft, wenn es um das Zusammenspiel mit unserem sozialen Umfeld geht. In Zeiten von Smart Robotics und reifender Systeme in Bezug auf Künstliche Intelligenz stellt sich immer wieder die Frage, welche Rolle der Mensch auf der Bühne dieser Technologien spielt. Ist er ...


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Besonderheiten bei der Konzernausgründung als Joint Venture



Von der guten Idee bis zum erfolgreichen neuen Unternehmen.

Robert Wassmer, Geschäftsführer der komuno GmbH, einem Joint Venture der Helaba Digital sowie Lucht Probst Associates

           

I. Digitalisierung durch Ausgründung

Die Digitalisierung bleibt.

Nach häufiger anfänglicher Skepsis stellt heute niemand mehr ernsthaft in Frage, dass sich die digitale Transformation der Wirtschaft unaufhaltsam durchsetzen wird, auch wenn dies für viele mit teils schmerzhaften Auswirkungen verbunden ist. Marktteilnehmer sind gezwungen, die eigene Positionierung in diesem neuen Umfeld zu durchdenken und sich aktiv zu bewegen.

Bei Finanzdienstleistungsinstituten ist die Notwendigkeit zu agieren groß: Margen sinken durch Niedrigzinsen, während regulatorische Anforderungen über alle Produkte hinweg ansteigen. Und über alle Produkte des Bankwesens hinweg entstehen neue, digitale Vertriebskanäle, Dienstleistungen und an Banken angrenzende Geschäftsmodelle, mit denen sich als etablierter Anbieter beschäftigt werden sollte.

Die Institute, die lieber Hammer als Amboss sein möchten, sehen in dieser Veränderung der Marktstruktur eine Chance. Sie möchten diese Veränderungen unter ihrer Flagge prägen und die Ausgestaltung der neuen Kanäle und Leistungen so lenken, dass sie weiterhin ...


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Alles 0 und 1 – das ist Deins! Ein Weckruf für Firmenkundenleiter



Digitalisierung als Chancen zum Wandel

Carsten Menzel – Prokurist, Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung, Bereichsdirektor Firmenkundenbank – VR-Bank Westmünsterland eG[1]

                 

Digitalisierung bietet Banken Chancen zum Wandel hoch drei. Gottseidank! Nie war es einfacher, Zukunft zu gestalten, verkrustete Strukturen und Prozesse aufzubrechen.

I. Die Digitalisierung verändert viel. Auch im Firmenkundenbereich.

Ja, es passiert tatsächlich. Hier, direkt vor Ihrer Tür, bei der international tätigen Geschäftsbank in der nächsten Metropole, in der VR-Bank im beschaulichen Münsterland und auch bei der Sparkasse schräg gegenüber. Und sogar dort wo der ein oder andere Banker klammheimlich noch hoffen mag, dass dieser „Hype“ mangels lokaler Verfügbarkeit von highspeed-Internet und 4G doch bitte an ihm vorbeigehen werde. Sorry, diese Hoffnung ist vergebens – für Kaufleute war sie eh noch nie ein guter Berater. Denn egal wie „digi-affin“ Sie selbst und Ihre MitarbeiterInnen und KollegInnen sind, ob Sie sich als „first-mover“ mit der Erprobung von Prototypen und Beta-Prozessen beschäftigen oder sich diese Entwicklungen doch lieber erstmal ganz entspannt aus der Entfernung ansehen: Digitalisierung passiertauch und grade im Firmenkundenbereich. Mit oder ohne Sie. Wobei Zweiteres meines Erachtens nicht erste Wahl ...


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Neukundengewinnung mit Open Banking



Nutzung digitaler Mehrwertdienste

Andreas von Hirschhausen, Sr. Manager New Business and Accounts, Fincite GmbH

     

I. Open Banking, PSD2 und deren Auswirkungen

Die Finanzwelt befindet sich im Umbruch, auf dem Weg in ein digital vernetztes Zeitalter, in dem andere Industrien (Kommunikation, Handel) längst angekommen sind. Es entstehen neben neuen Marktteilnehmern auch neue Initiativen (Open Banking) und Regulationen (PSD 2). Diesen zu entsprechen, die technischen Voraussetzungen zu schaffen und wertvolle Kundendaten preiszugeben, scheint auf dem ersten Blick Argwohn bei manchen Finanzinstituten zu erwecken. Dennoch: nicht trotz, sondern dank dieser neuen Anforderungen können Finanzinstitute nun passgenauere Angebote für ihre Kunden entwickeln und somit attraktive Mehrwerte bieten. Schließlich können mit einem besseren Service begehrte Kundensegmente erschlossen werden, ohne in ein Preisdumping zu verfallen.

II. Open Banking und PSD 2

PSD2, abgekürzt für Payment Services Directive 2, oder zu Deutsch Zahlungsdienstrichtlinie, ist eine Europaweite Regulation. Sie hat mehrere Ziele:

  1. Förderung des Wettbewerbs und der Sicherheit im Zahlungsverkehr
  2. Bessere Informationslage für Endkunden
  3. Verbraucherschutz bei Zahlungsdienstleistungen.

Die PSD2 hat zur Folge, dass Nicht-Finanzinstitute nach erfolgter Lizenzierung durch die ...


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VR Bank Südpfalz setzt auf digital-persönliches Banking



Neue Wege der Kundenkommunikation mit VR-SISy und VR-Viki

Ralf Horder, Mitarbeiter Unternehmenskommunikation, VR Bank Südpfalz eG

Kunden wollen mehr Nähe durch Innovation – online und offline. Sicher erleben auch Sie, wie die Digitalisierung unsere Lebensbereiche verändert. Sie beeinflusst wie kaum eine andere Entwicklung das Kundenverhalten und die etablierten Geschäftsmodelle in der Bankenwelt. Die VR Bank Südpfalz gestaltet diese Veränderung mit klarer Orientierung an den Bedürfnissen ihrer Mitglieder und Kunden und stellt den Kundennutzen in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen.

I. VR-SISy – die digitale Filiale

Statt Geschäftsstellen zu schließen oder Öffnungszeiten zu reduzieren, bekennt sich die VR Bank Südpfalz mit dem neuen VR-Service-Interaktiv-System, kurz VR-SISy, klar zur sichtbaren Präsenz in der Fläche. Sie möchte den Service vor Ort bewusst ausweiten und dennoch effizient arbeiten. Dies wird mit VR-SISy und somit dem Ausbau des Vertriebskanals „Digital persönliches Banking“ bewusst umgesetzt.

Vom Grundsatz her ist VR-SISy eine digitale Filiale, die der Kunde betritt und mit einer Mitarbeiterin im VR-KundenServiceCenter der Bank spricht, ohne dass die Mitarbeiterin körperlich da ist. Zentral im Raum steht eine runde oder eckige Kabine, ein geschützter Servicebereich ohne Tür, der einfach betreten werden kann. Innen fällt der Blick auf einen Bildschirm, ...


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Praxistipps für Banken beim Aufbau & Modernisieren ihres KSC/KDC



Grundlegende Tipps, mit denen Sie nachhaltig ein erfolgreiches KSC/KDC in ihrer Bank und für ihre Kunden führen.

Joana Ulrich, Leitung KundenDialogCenter (KDC) VOBA@ON, Führung & Entwicklung des KDC, Volksbank Bad Oeynhausen-Herford eG

I. Einleitung

Was früher eine einfache Telefonzentrale war, in der eine Handvoll Mitarbeiter Rückrufwünsche entgegennahmen oder Terminwünsche bearbeiteten, hat sich zum wichtigsten Kommunikationsschnittpunkt zwischen Kunde und Bank entwickelt und gewinnt immer mehr Bedeutung im Banking der Zukunft. Vom einfachen Serviceauftrag, wie einem Rückrufwunsch, bis zur Begleitung der Ersteinrichtung des Online-Bankings oder Transaktionen und Beratung ist alles möglich. Das KundenDialogCenter (KDC) kann per Telefon, Chat, Videochat, WhatsApp oder Mail nahezu jedes Problem im Handumdrehen lösen. Kundennähe und Digitalisierung schließen sich nicht aus, sondern bringen Kunden und Bank näher zusammen und machen das Banking im Alltag wesentlich einfacher und schneller. Bei der Einführung einer technischen Anwendung wie einer Chatlösung, deren Integration in bestehende Prozesse und der Mitarbeiterbefähigung stehen zunächst viele Aufgaben an, die erfüllt werden müssen, damit das Gesamtbild am Ende stimmig ist. Die grundlegenden Faktoren, die ein KSC/KDC erfolgreich machen, sind jedoch nicht abhängig von einem Chat. Die Akzeptanz bei Mitarbeitern und Kunden, gut ausgebildete und engagierte Agenten, aber auch ein realistisches, an ...


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In Zwei-Wochen-Sprints zum strategischen Schlüsselprodukt



TARGOBANK-Projektbericht: Entwicklung einer Banking App im internationalen Team.

Von Oliver Hoffmann, Abteilungsleiter Mobile Banking und Services der TARGOBANK AG

       

Die TARGOBANK hat Anfang 2019 eine neue Banking App für ihre Kunden ausgerollt. Das mag im ersten Moment nicht besonders bahnbrechend klingen. Um den Stellenwert des Projekts zu verstehen, ist es wichtig, einige grundlegende Unternehmensfakten zu kennen: Die TARGOBANK betreut vier Mio. Kunden und verfügt über 350 Filialen in 200 Städten. Sie ist in Deutschland Marktführer bei Konsumentenkrediten und baut ihre Marktposition in ihren neuen Segmenten Geschäfts- und Firmenkunden weiter aus. Ihren Schwerpunkt legt sie auf einfache, leicht verständliche Bankprodukte und guten Service. Die Digitalisierung der Geschäftsprozesse spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die TARGOBANK gehört mit der französischen Genossenschaftsbank Crédit Mutuel zu einer starken Muttergesellschaft, die beim dritten Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) als sicherste Bank Frankreichs und als eine der sichersten Banken Europas abgeschnitten hat. Diese Konstellation eröffnet die Möglichkeit, komplexe technische Projekte mit viel Energie anzupacken und zügig mit höchster Qualität zu realisieren.

Da die TARGOBANK ihren Kunden bereits seit 2012 sehr erfolgreich eine Banking App zur Verfügung stellt, ist ein derartiges Projekt für die ...


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Die Finanzindustrie und die Cloud – erste Annäherungsversuche



Rahmenbedingungen für den Cloud-Einsatz bei Banken.

Achim Thienel, Senior Manager Global Solutions Consultant Core Banking SaaS und Geschäftsführer, Finastra International in Deutschland

           

Viele Finanzinstitute wagen sich hierzulande erst nach und nach an das Thema Cloud heran, während die internationale Konkurrenz sowie Fintechs bereits von den Vorteilen profitieren. So treibt beispielsweise die kanadische TD Bank Group ihre digitale Transformation auf Basis von Microsoft Azure voran. Grund für die Zurückhaltung im deutschen Bankensektor sind zum einen technische Bedenken: Vielen Verantwortlichen ist nicht klar, wie insbesondere Kernbankensysteme ohne Unterbrechung laufender Prozesse in die „Wolke“ migriert werden sollen. Zum anderen lassen auch Unsicherheiten bezüglich der regulatorischen Anforderungen die Banken zögern. Dabei lohnt sich der Schritt in die Cloud für Finanzinstitute aufgrund der Kostenvorteile und Skalierbarkeit. Der folgende Beitrag zeigt, welche Schritte Banken gehen müssen, um Compliance-gerecht von dieser Technologie zu profitieren.

I. Regulatorische Anforderungen an die Cloud-Nutzung

Obwohl die BaFin Cloud-Technologien grundsätzlich positiv gegenübersteht, weist sie durchaus auf die damit verbundenen Herausforderungen hin: Durch den hohen Vernetzungsgrad des Finanzsektors besteht die Gefahr, ...


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Banken und Fintechs – Partner für die Zukunft  



Alte und neue Finanzwelt – gemeinsam stark bei der Eroberung neuer Märkte

Simon Brunke, CEO & Gründer, Exporo AG

         

I. Aktuelle Situation zwischen alter und neuer Finanzwelt

Sowohl externe Faktoren, wie die Erschütterung der Bankenbranche während der Finanzkrise, die Priorisierung regulatorischer Anforderungen als auch sich daraus ergebende interne Faktoren (Kostendruck, niedrigere Margen) haben einen Keil zwischen Banken und deren Kunden getrieben. Nun stellt sich die Frage, was der Vormarsch der Fintechs für die Banken in Deutschland und Europa bedeutet. Denn der eigentliche Umbruch durch die Digitalisierung liegt nicht in der Technik des Internets selbst, sondern im veränderten Verhalten der Kunden, dem Entstehen neuer Geschäftsmodelle, dem Aufstieg neuer Konkurrenten und der Chance zukunftsorientierter Kooperationen mit Fintechs.

So beginnt auch die Idee hinter Exporo schon 2013 mit der Erkenntnis, dass

  • Immobilienprojektentwickler immer stärker nach alternativen Finanzierungsquellen suchen, da Banken aufgrund strengerer Regulierung nicht mehr in gewohnt hohem Umfang ganze Projekte finanzieren und
  • dass nur Privatanleger mit sehr viel Geld die Chance haben, mit guten Konditionen einfach in Immobilien zu investieren.

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