Berufs-Ethik in der Internen Revision

Förderung ethischer Grundsätze im Berufsstand der Internen Revision.

Ralf Barsch, FCH Consult GmbH, Geschäftsführer, CIA und Prüfer für Interne Revisionssysteme.

I. Ethikkodex als Basis für vertrauensvolle Revisionsarbeit

Der Ethikkodex gehört neben der Definition zur Internen Revision, den Grundprinzipien und den Standards selbst zu den sogenannten „verbindlichen Leitlinien” der Internationalen Grundlagen für die berufliche Praxis der Internen Revision (IPPF)[1].

Gemäß den Ausführungen zum Ethikkodex in den internationalen Standards für die berufliche Praxis der Internen Revision „beschreibt der Ethikkodex die Prinzipien für und Erwartungen an Einzelpersonen und Organisationen bei der Durchführung von Revisionsaufträgen”. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich hierbei lediglich um Minimalanforderungen an das Verhalten der Betroffenen handelt.

Der Ethikkodex wird als notwendig angesehen, damit das Vertrauen in seine objektive Prüfung (…) begründet werden kann. Er umfasst Grundsätze und Verhaltensregeln für Interne Revisoren, welche nachfolgend kurz dargestellt und erläutert werden.

II. Grundsätze und Verhaltensregeln als Bestandteil des Ethikkodexes

Der Grundsatz der „Rechtschaffenheit von Internen Revisoren begründet Vertrauen und schafft damit die Grundlage für die Zuverlässigkeit ihres Urteils.” Die Verhaltensregeln gehen einige Schritte weiter und erwarten, dass Interne Revisoren

  • ihre Aufgabe korrekt, sorgfältig und verantwortungsbewusst wahrnehmen,
  • ...

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Bewertung von Kreditsicherheiten, Risikoadjustierte Konditionengestaltung, Vertragsgestaltung und Votierung im besonderen Fokus der Aufsicht

Der Präsident der BaFin hat sich in einem Interview besorgt über die zum Teil „laxe Kreditvergabe“ deutscher Kreditinstitute geäußert.

Björn Reher, Diplom-Wirtschaftsjurist (FH), Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Partner, Mazars GmbH & Co. KG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

I. Bewertung von Immobiliensicherheiten

In einem Interview mit dem Handelsblatt, das am 30.09.2018 veröffentlich wurde, hat sich der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Felix Hufeld, besorgt über die zum Teil „laxe Kreditvergabe“ deutscher Kreditinstitute geäußert.

Gegenstand der nachfolgenden Ausführungen aus der Prüfungspraxis ist zum einen die Frage, auf welche Hinweise sich die vorstehend dargestellte Sorge Hufelds beziehen könnten, und zum anderen, welche konkreten Kreditvergabebedingungen dabei im Fokus stehen.

1. Eigennutzungsfähige, wohnwirtschaftliche Objekte

Nach § 4 Abs. 4 BelWertV kann bei Ein- und Zweifamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen der Beleihungswert am Sachwert orientiert werden, wenn das zu bewertende Objekt nach Zuschnitt, Ausstattungsqualität und Lage zweifelsfrei zur Eigennutzung geeignet ist und bei gewöhnlicher Marktentwicklung nach den Umständen des Einzelfalls vorausgesetzt werden kann, dass das Objekt von potenziellen Erwerbern für die eigene Nutzung dauerhaft nachgefragt wird. Der Beleihungswert kann in diesen Fällen auch anhand des Vergleichswertverfahrens ermittelt werden. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern darf eine Orientierung am Vergleichswert jedoch nur dann erfolgen, wenn der ...


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Fit & Proper-Eignungsbeurteilung 2.0 für das Leitungsorgan

Weiß das Leitungsorgan, was es wissen muss? Neue aufsichtliche Eignungsbeurteilung des Leitungsorgans als Herausforderung für Geschäftsleitung, Aufsichtsorgan, Prüfer.

Prof. Dr. Stefan Zeranski, Brunswick European Law School (BELS).

I. Einleitung

Am 29.10.2018 wurde im Bundesgesetzblatt die dritte Verordnung zur Änderung der Anzeigenverordnung (AnzV) vom 16.10.2018 veröffentlicht, welche neue Regelungen für Anzeigen zur Neubestellung von Geschäftsleitern und Mitgliedern des Verwaltungs- oder Aufsichtsorgans beinhaltet. Die Regelungen beachten die Proportionalität, so dass direkt von der Europäischen Zentralbank (EZB) beaufsichtigte Institute umfangreichere Anzeigen zur Eignungsbeurteilung abgeben müssen. Die Verordnung trat am Tag nach der Verkündung in Kraft und ist von allen Instituten zu beachten.

Die AnzV bezieht sich bei der fachlichen Eignungsbeurteilung auf EBA/GL/2012/06 bzw. die Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) zur Beurteilung der Eignung von Mitgliedern des Leitungsorgans und von Inhabern von Schlüsselfunktionen (kurz: Fit & Proper-Eignungsbeurteilung 1.0), die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ohne Einschränkungen für die Aufsichtspraxis akzeptiert wurden[1]. Die EZB-Bankenaufsicht führt im Rahmen des Einheitlichen Aufsichtsmechanismus Beurteilungen der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit durch. Die EZB legte im Fit & Proper-Questionnaire die Themengebiete zur Beurteilung der fachlichen Eignung fest, die sich eng an EBA/GL/2012/06 orientieren[2].

Die Leitlinien zur ...


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Prüfung aktivischer Beteiligungsanzeigen gem. § 24 KWG i. V. m. AnzV

Beurteilung der materiellen und formellen Ordnungsmäßigkeit der Anzeigeverpflichtungen durch die Interne Revision.

Katja Ries, fachliche Leitung Spezialistenteam Aufsichtsrecht, Genossenschaftsverband – Verband der Regionen e.V. und AWADO Deutsche Audit GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft.

I. Einleitung

Die BaFin übt in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank die Aufsicht über einen Großteil der „Less significant institutions“ (LSI) aus. Die bedeutenden CRR-Kreditinstitute (SI) (§ 1 Abs. 3d KWG) stehen seit dem 04.11.2014 unter der direkten Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB). Zielsetzung der Finanzaufsicht ist es hierbei, Missständen im Kredit- und Finanzdienstleistungswesen entgegenzuwirken (§ 6 Abs. 1 und 2 KWG sowie § 7 KWG).Diese Aufgabe kann nur erfüllt werden, wenn den Aufsichtsbehörden laufend dezidierte Kenntnisse über die geschäftlichen Vorgänge und die inneren Strukturen der Institute übermittelt werden. Hierzu dienen neben den Jahresabschlüssen, Prüfungsberichten sowie Sonderprüfungen gem. § 44 KWG v. a. Anzeigen und Meldungen der Institute.

Die Anzeigen nach § 24 KWG geben den Aufsichtsbehörden Auskunft über personelle, finanzielle, organisatorische und rechtliche Gegebenheiten und deren Veränderungen bei den Instituten. Die Details zum Anzeigeverfahren sind in der Anzeigenverordnung (AnzV) geregelt.

Durch die Überarbeitung der AnzV, die am 08.12.2016 in Kraft getreten ist, haben sich u. a. hinsichtlich der Beteiligungsanzeigen Änderungen ...


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Chancen und Risiken in Stein Immobilienfinanzierungen im Fokus der Revision

Thomas Gerlach, Stv. Abteilungsleiter Interne Revision, Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg.

Kaum ein anderes Thema beschäftigt die Kreditinstitute derzeit so stark, wie die anhaltende Niedrigzinsphase. Schlagworte wie Ertragskrise und Anlagenotstand beherrschen die Diskussionen. Allerdings gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Die Finanzierung von Immobilien wird für einen wesentlich größeren Kundenkreis interessant. Dies zeigt Ertragschancen für die Banken auf, birgt aber auch erhebliche Risiken in sich.

Vor diesem Hintergrund ist die Interne Revision in der Prüfung von Immobilienfinanzierungen besonders gefragt. Sie muss prüfen, ob es ausreichende interne Regelungen gibt, bei deren Umsetzung der Abschluss nachhaltig tragbarer Finanzierungen gewährleistet ist. Ebenso ist die Einhaltung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) Gegenstand der Prüfung, unter dem Gesichtspunkt Adressenausfallrisiko insbesondere bezüglich der Vorgaben zur Kapitaldienstrechnung. Neben diesen Bestandteilen einer Aufbauprüfung sollte eine umfassende Betrachtung von Einzelengagements dieses wichtige Thema abrunden.

I. Das Marktumfeld

Die Kenntnis der Märkte ist auch für die Revision eine wesentliche Voraussetzung, um die Risiken sachgerecht einschätzen zu können.

1. Niedrige Zinsen, niedrige Rate

Eine Analyse des Marktumfeldes verdeutlicht die Tragweite der aktuellen Entwicklung. Während Mitte der 90er-Jahre die Zinsen für Immobilienkredite jenseits der 7-Prozentmarke lagen, werden derzeit (Stand 02/2019) Konditionen mit einer eins vor dem ...


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DSGVO und Beschäftigtendaten: Was ist getan, was bleibt zu tun?

Auswahl von Prüfungspunkten für Compliance, Recht und Revision.

Dr. Ulrich Hallermann, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, Datenschutzbeauftragter, Investitions- und Strukturbank Rheinland Pfalz (ISB)[1]

I. Ausgangslage

Seit Mai 2018 müssen Banken die DSGVO beachten. Ein erstes Bußgeld wurde bereits verhängt. Ein Krankenhaus in Portugal soll 400.000 € wegen Verstößen gegen die DSGVO zahlen[2].

Vor diesem Hintergrund ist der Handlungsdruck für Banken hoch. Nachfolgend wird beispielhaft aufgezeigt, welche Maßnahmen bislang umgesetzt worden sein sollten. Offene Flanken werden ebenfalls erörtert.

II. Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten (Art. 30 DSGVO)

Die DSGVO hat das Verfahrensverzeichnis nicht grundlegend neu geregelt. Die Struktur und auch die zu erfassenden Verfahren können im Grundsatz beibehalten werden. Anpassungsbedarf ergibt sich vornehmlich bei den einzelnen Angaben, die in das Verzeichnis aufzunehmen sind (vgl. Art. 30 DSGVO). Jedes im Bestand befindliche und nicht nur ab Mai 2018 neu erfasste Verfahren muss DSGVO-konform erfasst sein.

Aus dem Verfahrensverzeichnis wird ersichtlich, wo im Hause personenbezogene Daten verarbeitet werden. Ohne ein aktuelles Verfahrensverzeichnis kann der DSB seine Aufgaben nicht erfüllen. Daher sollte das Verfahrensverzeichnis bereits an die DSGVO angepasst worden sein. Es macht einen schlechten Eindruck auf die Prüfer, ...


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Verschuldungskapazität im Vertrieb

Volker Fentz, Ressortleiter Firmenkunden, Prokurist, VR Bank Untertaunus eG

Sowohl bei der Neukreditvergabe als auch bei der Prolongation von bestehenden Krediten wird selbstverständlich die Frage gestellt, ob der Kunde seinen Kapitaldienst erbringen und seine Verbindlichkeiten in Zukunft zurückführen kann. Daher muss das vorrangige Kreditobligo ermittelt werden, welches der Kunde zum gegenwärtigen Zeitpunkt bedienen kann. Dieses Volumen wird als Verschuldungskapazität (debt capacity nach George G.C. Parker) bezeichnet.

Zur Finanzierung des Umlauf- und Anlagevermögens gilt die Verschuldungskapazität als Obergrenze für

  • die vorrangige Finanzverschuldung
  • die nachrangige Finanzverschuldung mit einer Tilgung innerhalb des Betrachtungszeitraums

Ermittelt wird der Barwert des künftig nachhaltig zur Verfügung stehenden Cashflows, also dem Finanzmittel aus eigener Betriebstätigkeit. Der Cashflow gibt Auskunft über die Selbstfinanzierungskraft eines Unternehmens und ist ein wesentlicher Bestandteil der Innenfinanzierung. Daraus ist deutlich ersichtlich, dass nur ertragsstarke Unternehmen auch in der Lage sein werden, eine höhere Verschuldung aufnehmen zu können. EBIDA – E stellt dabei die wesentliche Kennzahl für die Ertragskraft dar. Als Betrachtungszeitraum wird üblicher Weise mit sieben Jahren kalkuliert.

Als Ersatzinvestitionen sollte man den Betrag festlegen, den das Unternehmen benötigt, um technisch immer auf dem neuesten Stand zu sein („state of the art“). Ein langfristig denkender Spediteur z. B. orientiert sich hier an den Preisen der aktuell modernsten Fahrzeuge. Diese Ersatzinvestitionen fallen unabhängig von den Abschreibungen an, die sich nur an den bisher aktivierten Anlagegütern orientieren, zudem sind hierfür fiskalische und weniger betriebliche Maßstäbe relevant.

Bei Einzelunternehmen wird kein offizielles Geschäftsführergehalt ausgezahlt, sondern die Privatentnahmen sind vom Gewinn in Abzug zu bringen. Hierzu muss der EBIDA vorher um einen sogenannten kalkulatorischen Unternehmerlohn gekürzt werden. Dieser sollte in etwa einem vergleichbaren GmbH-Geschäftsführergehalt (Bruttoaufwand) in Größe und Branche entsprechen.

SEMINARTIPPS

Quick-Check-Analyse für Kundenbilanzen, 08.04.2019, Köln.

Vertriebsansätze aus der Bilanzanalyse, 09.04.2019, Köln.

Kreditprozesse SMART: Automatisierte Bilanzanalyse, 10.04.2019, Köln.

FCH #nextstep Kredit: BWA-Analyse, 26.06.2019, Würzburg.

Analyse der zukünftigen Kapitaldienstfähigkeit, 07.10.2019, Frankfurt/M.

Die hier rein kalkulatorisch unterstellten sieben Tilgungsjahre sind in diesem Zusammenhang eine übliche Betrachtungsweise, die im Einzelfall natürlich über-, eher jedoch unterschritten werden kann.

Multipliziert man das EBIDA – E mit einem Faktor von 5,3, so erhält man die Verschuldungskapazität.

Nicht mehr wachsende Unternehmen benötigen eigentlich keine Finanzierung des Umlaufvermögens mehr, da aus dem Cashflow der Kapitaldienst sowie die Ersatzinvestitionen bedient werden sollten. Für wachsende Unternehmen müssen jährlich die Verschuldungskapazität angepasst werden, da das Wachstum i. d. R. nicht aus dem Cashflow bedient werden kann.

Saisonale Schwankungen wiederum sind bei der Berechnung der Verschuldungskapazität nicht zu berücksichtigen. Dieser Bedarf ist durch Working-Capital-Kontraktion zu kompensieren.

Vertrieblich können aus der Verschuldungskapazität Ansätze für die Strukturierung der Passivseite abgeleitet werden, wie bspw. für Bodensatzfinanzierungen, Nachrangkapital, Mezzanine und Eigenkapital. Damit erhält der Unternehmer durch die Bank Planungssicherheit, angemessene Finanzierungskosten und mögliche Verbesserungen im Bilanzrating. Durch eine kompetente Beratung der Passivseite werden dem Unternehmer Mehrwerte geboten, die die Chance bieten, sich mindestens als Kernbank des Kunden zu positionieren. Bei einer strategischen Begleitung des Unternehmens kann über die Verschuldungskapazität der Unternehmenswert abgeleitet und als Grundlage für einen Zukauf oder Verkauf des Unternehmens herangezogen werden.

PRAXISTIPPS:

  • Entspricht der Kreditwunsch des Unternehmers den tatsächlichen Bedürfnissen?
  • Passt die Struktur der Passivseite zum tatsächlichen Bedarf des Unternehmens?

 

Beitragsnummer: 57816

Liquiditätsanalyse im Vertrieb

Tanja Tatusch, Kreditberaterin Referat Sanierung, Wiesbadener Volksbank eG

Kennziffern aus der Bilanzanalyse können neben einer Risikobewertung auch für vertriebliche Ansätze herangezogen werden. Dabei nehmen Bilanz- und GuV-Strukturen an Bedeutung zu. Der nachfolgende Beitrag konzentriert sich auf Ansätze der Liquidität des Unternehmens.

Bei Liquiditätsproblemen wird erfahrungsgemäß der Unternehmer oftmals die Bank um eine Anpassung der Linie bitten. Dies ist zwar der schlanke und schnelle Weg, aber nicht immer die passende Lösung für das Unternehmen. Ist sich der Unternehmer bewusst, welche Möglichkeiten der Optimierung er selbst aktiv und nachhaltig zur Verbesserung der Situation beitragen kann? Die Liquiditätskrise ist in der Regel nicht mehr zu übersehen und beschreibt Zahlungsschwierigkeiten des Unternehmens. Dies kann sich z. B. in Kontoüberziehungen und hohen Limit-Auslastungen widerspiegeln. Aber auch in Warenlieferungen gegen Vorkasse, langen Zahlungszielen bei den Kunden, Mahnungen, Pfändungen und Ratenrückständen spiegelt sich eine Liquiditätskrise wider.

SEMINARTIPPS

Quick-Check-Analyse für Kundenbilanzen, 08.04.2019, Köln.

Vertriebsansätze aus der Bilanzanalyse, 09.04.2019, Köln.

Kreditprozesse SMART: Automatisierte Bilanzanalyse, 10.04.2019, Köln.

FCH #nextstep Kredit: Bilanzanalyse, 24.–25.06.2019, Würzburg.

FCH #nextstep Kredit: BWA-Analyse, 26.06.2019, Würzburg.

Anhand eines Jahresabschlusses sind ein hohes Debitorenziel, d. h. das Unternehmen hat über einen längeren Zeitraum noch ausstehende Kundenforderungen, und ein hohes Kreditorenziel, d. h. das Unternehmen hat sich Liquidität bei seinen Lieferanten verschafft, ein Indiz für Liquiditätsengpässe. Auch nachhaltige gewinnübersteigende Privatentnahmen bei Einzelunternehmen führen zu Liquiditätsengpässen und einer fehlenden Kapitaldienstfähigkeit. Die Cashflow-Analyse ermittelt die Mittelherkunft und -verwendung und verdeutlicht Schwachstellen der Liquidität und eventuell kurzfristige Kompensationshandlungen. Die Folgen sind ebenfalls in der Kontoentwicklung erkennbar.

Insbesondere bei der Analyse der Liquidität ist die Aussagekraft aus der Cashflow-Analyse aussagekräftiger als die klassische Bilanzanalyse.

Gewinne sind…

    • Nicht liquide verfügbar.
    • Abhängig vom Bilanzierungsstandard (HGB, BilMoG).
    • Bilanzpolitisch beeinflussbar.
    • Keine ökonomisch sinnvolle Zielgröße.

Cashflow

    • Steht, sofern korrekt ermittelt, in liquider Form zur Verfügung.
    • Ist von Bilanzpolitik und Bilanzierungsstandard unabhängig, da unterschiedliche Bewertungen neutralisiert werden.
    • Orientiert sich am Zeitpunkt der Zahlungsströme.

Neben den Verbesserungen der Kreditoren- und Debitorenziele kann im Rahmen der Working-Capital-Transaktionen an einigen Stellschrauben weiteres Optimierungspotenzial gehoben werden. So ist es insbesondere bei Unternehmen wichtig, das Geschäftsmodell genau zu verstehen, um die Zahlungsabläufe im Detail nachvollziehen zu können. Idealer Weise zeichnet sich der Berater anhand eines Zeitstrahls die einzelnen Impulse auf, die von Auftragsvergabe bis zur Zahlung der Rechnung das Kapital des Unternehmens binden.

  • Aufträge … von der Erfassung bis zum Zahlungseingang.
  • Einkauf … von der Bestellung bis zur Zahlung.
  • Materialfluss … Verbrauch und Bevorratung entlang der Wertschöpfungskette.

Die Beherrschung und Optimierung dieser Maßnahmen bezeichnet man als Working-Capital-Management. Hierbei kann der Unternehmer aktiv auf die Zahlungsziele sowie auch auf Abschlagszahlungen und Einkaufsbonifikationen Einfluss nehmen.

 

Anhand der Darstellung kann dem Unternehmer verdeutlicht werden, welche Vorteile er aus der Optimierung des Working-Capital erzielen kann. Aus Banksicht kann anstelle der reinen Linienanpassung auch eine Bodensatzfinanzierung oder Factoring angeboten werden. Oftmals werden in der Analyse auch nicht fristenkongruent finanzierte Investitionen als Liquiditätsentzug erkannt. Hier steht neben einer fristenkongruenten Finanzierung auch Mietkauf oder Leasing als vertriebliches Potenzial zur Verfügung.

PRAXISTIPPS

  • Berechnen Sie mit dem Kunden die Cash-Effekte aus der Optimierung von Kreditoren- und Debitorenzielen.
  • Verdeutlichen Sie dem Kunden, welche Optimierungen aus dem Working-Capital möglich sind.
  • Bieten Sie aus den Ergebnissen der Analyse entsprechende Lösungsvorschläge der Bank an.

 

Beitragsnummer: 57798

Abseits von harten Prüfungsthemen: Konflikte & enge Zeitvorgaben

Zielführender Umgang mit Konflikten und effizienter Ressourceneinsatz in der Internen Revision.

Michael Helfer, Geschäftsführer, FCH Consult GmbH.

I. Einleitung

Im ersten Teil dieses Beitrags werden Einflussfaktoren in den – zumeist konfliktären – Revisionsgesprächen beschrieben. Neben den klassischen Prüfungsgesprächen kommen durch weitere Aufgaben (Projekt-/AT 8.2-Begleitungen, Strategiebegleitungen, Beratungen) besondere Herausforderungen auf die Revisoren/innen zu. Die kommunikative Kompetenz wird zum Schlüsselfaktor für den Erfolg der Internen Revision (und des Instituts). In diesem Beitrag werden die Einflussfaktoren beschrieben, die maßgeblich sind für den Erfolg kritischer Gespräche. Selbstverständlich kann dieser Beitrag ein diesbezüglich adäquates Training nicht ersetzen. Er dient daher der Inspiration dessen, was möglich ist, um den Wirkungsgrad der Internen Revision zu erhöhen.

Im zweiten Teil des Beitrags werden Potenziale im Revisionsprozess sowie in den administrativen Aufgaben aufgezeigt. Anhand von Praxisbeispielen werden erfolgreich angewandte Lösungen dargestellt. Ferner werden Möglichkeiten aufgezeigt, um den persönlichen Wirkungsgrad zu erhöhen.

II. Umgang mit Gesprächskonflikten

1. Rollenverständnis der Internen Revision

Das eigene Rollenverständnis ist einer der entscheidendsten Erfolgsfaktoren für die Durchführung von Revisionsgesprächen. Eine angemessene Positionierung der eigenen Aufgaben und Vorgehensweisen im jeweiligen Unternehmen unterstützt eine wirksame Kommunikation. Als grundsätzliche Beschreibung der Zielsetzung der Internen Revision kann die Definition ...


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(„Vergessenes“) Prüfungsziel Wirtschaftlichkeit Chancenpotenziale für die Revision

Florian Mumme, Revision Financial Markets, Norddeutsche Landesbank.

I. Schaffung von Vorgaben für die Interne Revision

Neben den „gängigen“ Prüfungszielen (Ordnungsmäßigkeit, Organisationsrichtlinien, IKS etc.) gehört eigentlich auch die Wirtschaftlichkeit zum Aufgabengebiet der Internen Revision.

So beschreibt u. a. der DIIR im Revisionsstandard Nr. 3 (Kriterienkatalog zur Prüfung des Internen Revisionssystems), dass „auch Aspekte wie Wirtschaftlichkeit, Rentabilität, Unternehmenszielsetzungen (…)[1]“ durch die Interne Revision geprüft werden sollen.

Ein logischer Schritt ist daher die Übernahme dieses Prüfungsziels in die internen Vorgaben für die Revision.

Die Vorgaben zur Thematik Prüfung der Wirtschaftlichkeit lassen sich hinsichtlich des zunehmenden Detaillierungsgrades in einer Pyramide darstellen.

Abbildung: Vorgaben zur Thematik Prüfung der Wirtschaftlichkeit

1. Wirtschaftlichkeit als Bestandteil der Vorgaben

Analog zu den anderen Prüfungszielen sollte die Wirtschaftlichkeit im übergeordneten Rahmenwerk einer Internen Revision (Revisions-Policy, Revisionshandbuch o. ä.) verankert sein. So ist sichergestellt, dass dieses Prüfungsziel Teil des Standardrevisionsprozesses wird bzw. bleibt.

Über die risikoorientierte Prüfungsplanung findet sich dieses Prüfungsziel in den folgenden Jahren wieder und kann je nach Bedarf bzw. Nutzen z. B. als Teilziel einer Prozessprüfung betrachtet werden. Ein weiterer Vorteil ...


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