Prüfung Frühwarnverfahren

Frank Grunau, Direktor Interne Revision, Sparkasse Wilhelmshaven

Kosten senken ist eine schöne Übung, aller Ehren wert. Aber was ist, wenn die Risiken hierdurch plötzlich steigen? Man kann leicht den Überblick verlieren über all die Prozesse im Risikomanagement und Neuerungen im Aufsichtsrecht, aber dennoch ist die fortlaufende Investition in Technik und Qualifikation der Mitarbeiter erforderlich, um auch zukünftig den Anforderungen der Bankenaufsicht zu entsprechen.

Seit der Finanzkrise ist die Intensität regulatorischer Anforderungen im Bereich der Banksteuerung kontinuierlich gestiegen. Die Kreditinstitute müssen deshalb aktuell über die Entwicklungen in der regulatorischen Banksteuerung informiert sein, um sich damit dann intensiv im Gesamthaus auseinandersetzen zu können.

Die durch die MaRisk geforderten Frühwarnverfahren in einem Kreditinstitut müssen systematisch weiterentwickelt und u. a. durch die Interne Revision entsprechend überwacht werden. Hierunter fallen alle Tätigkeiten, die darauf ausgerichtet sind, Risiken frühzeitig und systematisch zu erfassen, zu steuern und zu überwachen.

Gesetzliche Grundlagen zum Risikomanagement findet man seit 1998 im KonTraG und in den §§ 91 und 93 AktG: „Der Vorstand hat geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden.“

Es ist für die Häuser wichtiger denn je, dass die Erreichung der unternehmerischen Ziele mit ausreichender Wahrscheinlichkeit sichergestellt wird. Mögliche, die Organisation beeinflussende Ereignisse müssen frühzeitig erkannt werden, um eine angemessene Reaktion zu ermöglichen.

Insbesondere die Interne Revision muss die Funktionsfähigkeit der Risikomanagementprozesse beurteilen und zu deren Verbesserung beitragen (International Professional Practices Framework)! Die Frühwarnverfahren in einem Kreditinstitut sind deshalb ein wesentlicher systemischer Prüfungsgegenstand in der Mehrjahresplanung.

SEMINARTIPPS

Prüfung Frühwarnverfahren, 08.10.2019, Frankfurt/M.

Vorstands-Berichtswesen: optimiert & aufsichtskonform, 21.10.2019, Frankfurt/M.

Aktuelle § 44er Sonderprüfungen im Meldewesen, 02.12.2019, Frankfurt/M.

Wichtigstes Kriterium für die Beurteilung von Frühwarnverfahren im Allgemeinen ist deren Wirksamkeit. Frühwarnverfahren, die dieses Kriterium nicht bzw. nur sehr eingeschränkt erfüllen, erzeugen ein trügerisches „Sicherheitsgefühl“. Die Notwendigkeit der Wirtschaftlichkeit und Angemessenheit der Frühwarnverfahren und der dazugehörigen Prozesse sind im Hinblick auf die erforderliche Effizienz ebenfalls kritisch zu überprüfen.

Für die Wirksamkeit der Frühwarnverfahren entscheidend sind zunächst die Qualität der Daten, die korrekte Parametrisierung der Systeme und die Nutzung vorhandener Schnittstellen. Falsche Frühwarnverfahren schränken die Aussagekraft ermittelter Risikoprofile stark ein und bergen die Gefahr von Fehlsteuerungen oder Unterschätzung der Risikosituation.

BERATUNGSANGEBOT

Fit für die Sonderprüfung nach § 44 KWG.

 

 

Die dadurch gestiegenen Anforderungen an die Prüfung der Frühwarnsysteme durch die Interne Revision sind deshalb durch eine entsprechende Prüfungsplanung und kompetente Prüfungshandlungen abzubilden. Wichtig ist hier die regelmäßige Prüfung der kontinuierlichen Anpassung der Verfahren und Methoden auf der Grundlage gesetzlicher, aufsichtlicher und risikobasierter Entwicklungen im Zeitablauf.

Die Interne Revision, als zentrale Funktion innerhalb des internen Überwachungssystems, sollte dabei angemessen in die Risikomanagementprozesse eingebettet werden. Dabei ist die Angemessenheit und Wirksamkeit der prozessintegrierten und prozessunabhängigen Überwachungsaktivitäten in der First und Second Line of Defense zu berücksichtigen.

PRAXISTIPPS

  • Die Beschreibung der definierten Indikatoren, Steuerungsmaßnahmen, Kontrollen und Überwachungsmaßnahmen sollte regelmäßig beurteilt werden (Sind diese systematisch und für sachkundige Dritte nachvollziehbar?).
  • Eignen sich die implementierten Risikosteuerungsmaßnahmen überhaupt (Wirken diese tatsächlich wie gewünscht auf das Risiko ein)?
  • Wird die Risikostrategie mit den definierten Maßnahmen insgesamt umgesetzt?
  • Prüfung der Eignung der implementierten Kontrollen (Können diese sicherstellen, dass die vom Management festgelegten Risikosteuerungsmaßnahmen korrekt und zeitgerecht durchgeführt werden?).
  • Vergessen Sie aber auch nicht, die Wirtschaftlichkeit gewählter Maßnahmen und Kontrollen zur Steuerung der identifizierten Risiken in die Beurteilung einzubeziehen!

 

Beitragsnummer: 83493

Fit für die § 44 KWG-Prüfung



Praxisbericht eines Instituts mit Schwerpunktprüfung Risikomanagement.

Stephan Neumeister, Abteilungsleiter, Prokurist, Vorstandssekretariat, Recht und Regulatorisches Office, Debeka Bausparkasse AG.

           

I. Prüfungsankündigung – und was nun?

Nicht selten löst die Prüfungsankündigung in den betroffenen Häusern Unbehagen und hektische Betriebsamkeit aus. Neben der Sorge um ein schlechtes Prüfungsergebnis bindet die Prüfung erhebliche Kapazitäten. Schließlich muss das Tagesgeschäft parallel zu den Prüfungshandlungen erledigt werden. Eine gute Organisation ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Prüfung gut gemeistert wird. Es versteht sich von selbst, dass der Prüfungsvorbereitung höchste Priorität einzuräumen ist. Ein schlechtes Prüfungsergebnis kann nicht nur zu aufsichtsrechtlichen Sanktionen bis hin zur Abberufung von Geschäftsleitern führen. Das Ergebnis der Prüfung fließt auch in die Bewertung im Rahmen des SREP ein und beeinflusst somit auch die Eigenkapitalanforderung an das Institut. Die Debeka Bausparkasse AG durchlief im März 2019 eine Sonderprüfung gem. § 44 KWG mit Schwerpunkt Risikomanagement. Die Prüfungsvorbereitung und -begleitung wurde erstmals in Form einer projektähnlichen Struktur organisiert. Der folgende Beitrag beleuchtet die Organisation des Prüfungsprozesses und die wesentlichen Erfolgsfaktoren für einen reibungslosen Ablauf.

Professionelle Prüfungsvorbereitung – der Schlüssel zum Erfolg! Zwischen Eingang der Prüfungsankündigung und Prüfungsbeginn liegen regelmäßig ...


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Zunehmende Bedeutung der Internen Revision im Auslagerungsprozess



Chancen und Risiken aus Auslagerungen als Ausgangspunkt des Prüfungs- und Beratungsansatzes der Internen Revision.

Gisela Conrads, Bereichsleiterin Interne Revision, Münchener Hypothekenbank eG.

I. Bedeutung der Auslagerung in der Kreditwirtschaft

Die Finanzwirtschaft in Deutschland befindet sich seit Jahren in einer Struktur- und Ertragskrise. In Zeiten der zunehmenden Dynamik im Umfeld der Kreditinstitute, des steigenden Kostendrucks und den Aspekten des „Lean Management“ darf auch das Thema „Outsourcing“ – sprich die Auslagerung von Aktivitäten und Prozessen – nicht fehlen. Dieses Instrument, welches in der Industrie bereits vor über 100 Jahren zur Effizienzsteigerung eingeführt wurde, findet in der Finanzwelt erst seit ca. 20 Jahren verstärkten Einsatz. Neben IT-Aktivitäten wurden dabei auch standardisierte Kreditprozesse auf preiswertere – häufig nicht regulierte – Dienstleister verlagert[1]. Dies hat auch die Bankenaufsicht erkannt, die u. a. 2001 entsprechende Regularien erlassen hat, die seither weiter modifiziert wurden und die Interne Revision des auslagernden Instituts in die Pflicht nehmen. Da die Internen Revisionen in der Kreditwirtschaft darüber hinaus seit Jahren gefordert sind, sich stärker beratend und präventiv insbesondere bei als „wesentlich“ eingestuften Auslagerungen einzusetzen, bietet dieses früher eher stiefmütterlich behandelte Prüfungsgebiet viele (Beratungs-)Ansatzpunkte für die Interne Revision. Der nachfolgende Beitrag soll exemplarisch aufzeigen, ...


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Depot A-Risiken – Methodische und prozessuale Anforderungen

Dominik Leichinger, Prüfungsleiter, Referat Bankgeschäftliche Prüfungen 2, Deutsche Bundesbank, Hauptverwaltung in NRW[1]

Die seit mehr als einer Dekade anhaltende Niedrigzinsphase, aber auch der zunehmende Wettbewerbsdruck innerhalb der Bankenbranche führen zu sinkenden Margen innerhalb des klassischen Kredit- und Einlagengeschäfts von Kreditinstituten und bergen damit Risiken für deren Ertragslage. In solchen Zeiten kommt der Zusammensetzung der von den Instituten gehaltenen Eigenanlagen – das sogenannte Depot A – eine immer größere Bedeutung zu. Während in der Vergangenheit die Hauptaufgabe der Eigenanlagen größtenteils in der Anlage und Steuerung der Liquiditätsposition eines Kreditinstituts bestand, ist heutzutage der mit den Eigenanlagen zu erzielende Ergebnisbeitrag nicht selten von herausgehobener Bedeutung.

So verwundert es nicht, dass neben den traditionellen Assetklassen (u. a. Staatsanleihen, Bankanleihen und Pfandbriefen) immer größere Anteile der Eigenanlagen in riskantere Anlageformen wie Corporates, Emerging-Marktes-Papiere, High-yield-Bonds oder Aktien fließen – um nur einige zu nennen. Darüber hinaus erfreuen sich auch Anlagen in Fonds immer größerer Beliebtheit bei den Kreditinstituten. Diese umfassen nicht nur Anlagen in Publikumsfonds, die in Renten und/oder Aktien investieren. Auch Immobilienfonds finden sich immer häufiger in den Eigenanlagen der Kreditinstitute. Ferner wächst seit einigen Jahren die Bedeutung von Spezialfonds, die bei einigen Instituten einen nicht unerheblichen Anteil der Eigenanlagen ausmachen. Bei diesen Spezialfonds handelt es sich überwiegend um eigens für ein Institut aufgelegtes Investmentvermögen, dessen Anlagestrategie individuell zwischen Kreditinstitut und der jeweiligen Kapitalverwaltungsgesellschaft festgelegt wird.

SEMINARTIPPS

RWA-Optimierung bei knapper werdendem Eigenkapital, 21.10.2019, Frankfurt/M.

Update 2019: BaFin-Rundschreiben zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch, 07.11.2019, Hamburg.

Prüfung Spezialfonds, 13.11.2019, Frankfurt/M.

Depot A-Risiken: Wirksame Frühwarnverfahren & Stresstests(-Szenarien), 14.11.2019, Frankfurt/M.

Verbunden mit einer Neuausrichtung der Eigenanlagen ist regelmäßig auch eine Überarbeitung der strategischen Vorgaben notwendig. In Einklang mit den MaRisk hat die Geschäftsstrategie die Zielsetzung aller wesentlichen Geschäftsaktivitäten sowie die zu ihrer Erreichung erforderlichen Maßnahmen zu umfassen. In diesem Zusammenhang ist ebenfalls der Umgang mit den aus der Geschäftstätigkeit resultierenden Risiken in einer zur Geschäftsstrategie konsistenten Risikostrategie festzulegen.

Als Ausgangsbasis für die eingehende Analyse der mit der Neuausrichtung des Depot A verbundenen Risiken bietet sich der Prozess der Risikoinventur an. In Abhängigkeit von der konkreten Veränderung der Depot A-Ausrichtung, etwa in Form von Anlagen in neuen Produkten oder Märkten, kann für Zwecke der Risikoinventur auf die Ergebnisse aus zuvor durchlaufenen Neue-Produkte-Prozessen gem. AT 8.1 MaRisk zurückgegriffen werden. Unter Berücksichtigung der überarbeiteten aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Ausgestaltung von Risikotragfähigkeitskonzepten[2] ist zu beachten, dass im Rahmen der Risikoinventur die Risiken sowohl aus normativer als auch aus ökonomischer Perspektive zu betrachten sind, da beide Perspektiven zusammen einen integrierten Steuerungskreis für die Risikotragfähigkeit in Kreditinstituten bilden.

BUCHTIPP

Geiersbach/Prasser (Hrsg.), Praktikerhandbuch Stresstesting, 3. Aufl. 2017.

 

Für die aufsichtliche Beurteilung interner Verfahren zur Sicherstellung der Risikotragfähigkeit spielt die Beachtung von Konsistenzaspekten (vgl. Rd-Nr. 10 des überarbeiteten RTF-Leitfadens) eine wichtige Rolle. Sofern ein Institut nicht nur unwesentliche Volumina in Fondspositionen angelegt hat, folgt aus dem Konsistenzgebot die Anwendung der Transparenzmethode mittels Durchschau. Zum einen bedeutet dies, dass Positionen gegenüber denselben Emittenten innerhalb verschiedener Fondsanlagen und unter Berücksichtigung der Direktanlagen innerhalb des Depot A zusammenzuführen sind. Erst im Zuge einer Aggregation von Positionen gegenüber identischen Schuldnern können Risikokonzentrationen angemessen identifiziert, gemessen und gesteuert werden.

Zum anderen ist unter das Konsistenzgebot auch die Einheitlichkeit der Risikomessmethodik zu subsumieren, die für Zwecke der Risikoermittlung bei den Eigenanlagen herangezogen wird.

Neben den erwähnten methodischen Aspekten sind auch die prozessualen Vorgaben in Einklang mit der Zusammensetzung der Eigenanlagen und unter Berücksichtigung des Risikoprofils auszugestalten. Entsprechend den Anforderungen des BTO 1.1 Tz. 3 der MaRisk erfordert die Einrichtung eines Kontrahenten- oder Emittentenlimits stets eine Votierung aus der Marktfolge. Im Zuge des Durchschauprinzips gilt dies gleichermaßen für bedeutende Positionen innerhalb von Fondsanlagen.

Des Weiteren sind im Sinne eines angemessenen Risikomanagements auch die von einem Institut angewandten Verfahren zur Früherkennung von Risiken auf das Risikoprofil der Eigenanlagen abzustimmen. Zusätzlich zu empirischen Erkenntnissen aus der Vergangenheit bieten sich die Ergebnisse aus Stresstestanalysen oder im Rahmen von Validierungshandlungen durchgeführter Sensitivitätsanalysen zur Identifizierung und Auswahl risikosensitiver Frühwarnindikatoren an.

PRAXISTIPPS

  • Beurteilung der mit den Eigenanlagen verbundenen Risiken sowohl aus normativer als auch ökonomischer Perspektive über die gesamte Prozesskette des Risikomanagements (insb. Risikoinventur, Risikotragfähigkeitsanalyse, Stresstesting).
  • Konsequente Anwendung der Durchschaumethode für materielle Fondspositionen zur sachgerechten Erfassung und Steuerung von Risikokonzentrationen sowie Sicherstellung einer in sich konsistenten Risikomessung für den gesamten Eigenanlagebestand.
  • Festlegung geeigneter Frühwarnindikatoren zur Gewährleistung einer frühzeitigen Identifizierung eines sich abzeichnenden Risikoanstiegs bei den Eigenanlagen. Als Grundlage und Hilfestellung bieten sich Erkenntnisse aus der Risikoinventur, Validierungsergebnisse zur Überprüfung der Angemessenheit der Risikomessmethoden oder auch Stresstestanalysen an.
  1. Die in diesem Beitrag vertretenen Auffassungen geben die persönliche Meinung des Autors wieder und sind nicht notwendigerweise Positionen der Deutschen Bundesbank oder einer anderen Bankenaufsichtsbehörde.
  2. BaFin/Bundesbank, Aufsichtliche Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte und deren prozessualer Einbindung in die Gesamtbanksteuerung („ICAAP“) – Neuausrichtung, 2018.

 

Beitragsnummer: 74989

 

Prüfung von Spezialfonds in Regionalbanken

Rahmenbedingungen und Prüfungsansätze

Thomas Maurer, Leiter Interne Revision, Münchner Bank eG

Spezialfonds haben Kreditinstitute bereits seit vielen Jahren, meist mit Unterstützung von Fondsgesellschaften, aufgelegt. Ziel war dabei meist, sich von Marktschwankungen etwas abzukoppeln und innerhalb des Fonds Korrelationseffekte quasi automatisch zu nutzen und zudem jährlich die Entscheidungsfreiheit zu haben, ob und in welcher Höhe aufgelaufene Erträge ausgeschüttet werden sollen. Damit konnte auch die Entwicklung der Gewinn- und Verlustrechnung geglättet werden. In der aktuellen Situation des sich ausweitenden Eigenanlagengeschäfts vieler Institute hat das Thema Spezialfonds einen wesentlich höheren Stellenwert erreicht. Viele Banken haben mittlerweile einen beachtlichen Teil ihrer Eigenanlagen in einem Spezialfonds untergebracht, der neben klassischen Wertpapieren auch strukturierte Produkte und Derivate enthält. Dies bringt mit sich, dass auch die Interne Revision das Thema im Rahmen ihrer Prüfungstätigkeit umfassend und risikoorientiert zu würdigen hat.

SEMINARTIPPS

Herausforderung: Daten-Verzahnung Controlling, Melde- & Rechnungswesen, 16.10.2019, Köln.

Adverse Szenarien & angemessene Stresstests in RTF und Kapitalplanung, 24.10.2019, Frankfurt/M.

Update 2019: BaFin-Rundschreiben zum Zinsänderungsrisiko im Anlagebuch, 07.11.2019, Hamburg.

Prüfung Spezialfonds, 13.11.2019, Frankfurt/M.

Depot A-Risiken: Wirksame Frühwarnverfahren & Stresstests(-Szenarien), 14.11.2019, Frankfurt/M.

Zum Einstieg in eine solche Prüfung sind zunächst die vertraglichen Grundlagen mit der Fondsgesellschaft zu untersuchen. Dabei sollte besonderen Wert auf die möglichst zweifelsfreie Formulierung der Anlagerichtlinien gelegt werden. Wichtig ist auch die Frage, wer final die Anlage- und Verkaufsentscheidungen für den Fonds trifft (die Bank, ein Gremium aus Bank und Fondsgesellschaft oder der Fondsmanager in eigener Verantwortung im Rahmen der Anlagerichtlinien) und in welcher Form diese zu dokumentieren sind. Unter Renditeaspekten sollten auch die Kosten der Fondsverwaltung und der Transaktionen betrachtet und mit marktgerechten Preisen abgeglichen werden. In diesem Zusammenhang sollte auch die Frage nach den Beratungsaktivitäten der Fondsgesellschaft und deren Kosten gestellt werden. Grundsätzlich ist gegen eine solche Beratungstätigkeit nichts einzuwenden. Es sollte aber sichergestellt sein, dass eventuell hiermit verbundene zusätzliche Kosten in die Gesamtkalkulation einbezogen werden und dass in erster Linie die Interessen des Instituts und nicht der Kapitalanlagegesellschaft im Fokus stehen.

Die Prozesse im Zusammenhang mit dem Eigengeschäft des Kreditinstituts sind bei Auflage eines Spezialfonds auf Aktualität zu prüfen und um die speziellen Anforderungen für einen Spezialfonds zu ergänzen. Wichtig ist, dass die Behandlung des Spezialfonds im Risikocontrolling detailliert geregelt wird. In der Regel wird hier die Durchschaumethode zum Ansatz kommen, d. h. die einzelnen Wertpapiere im Fonds werden so behandelt, als ob sie einzeln im Depot A gehalten würden. Die Tiefe der Durchschau ist insbesondere bei Fonds-in-Fonds-Konstruktionen zu beachten. Es sollte festgelegt werden, wie weit die Durchschau nach unten mit vertretbarem Aufwand noch möglich ist, da bei verschachtelten Konstruktionen durchaus eine nennenswerte Anzahl an Einzeltiteln in Unter-Fonds vorhanden sein kann. In diesem Zusammenhang ist auch der sachgerechte Umgang mit den von der Fondsgesellschaft zur Verfügung gestellten Risikokennzahlen zu prüfen. Diese dürfen nicht einfach unreflektiert von der Bank zur Risikosteuerung herangezogen werden. Es ist seitens der Fondsgesellschaft offenzulegen, mit welchen Parametern diese hergeleitet wurden. In der Folge ist der Ansatz der Fondsgesellschaft mit dem in der Bank praktizierten Ansatz zur Risikoermittlung abzugleichen. Bei Abweichungen sind Umrechnungsmethoden zu definieren, mit denen die Risikokennzahl auf das in der Bank angewandte System übergeleitet werden kann.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt bei Spezialfonds ist die Ausgestaltung und der Turnus des Reporting der Fondsgesellschaft an die Bank. Dies muss der Bank ermöglichen, die Entwicklung des Fonds, der Risiken und der Performance laufend zu überwachen, um im Bedarfsfall ein zeitnahes Eingreifen, z. B. durch Anpassung der Anlagerichtlinien, zu ermöglichen. Auch ad-hoc-Informationspflichten für den Fall von ungünstigen oder unerwarteten Entwicklungen sollten geregelt sein.

Die Auflage eines Spezialfonds ist für Kreditinstitute eine komfortable Möglichkeit, das sich ausweitende Eigenanlagegeschäft zielgerichtet zu steuern und somit das Risiko-Rendite-Verhältnis zu optimieren. Die Revision sollte den Spezialfonds aktiv begleiten und, wenn möglich, als beratendes Mitglied in einem Anlageausschuss vertreten sein. Dann kann anhand der laufenden und zeitnahen Informationen auch die erforderliche Prüfung effizient und ressourcenschonend durchgeführt werden.

PRAXISTIPPS

  • Begleiten Sie die Neuauflage eines Spezialfonds in Ihrem Institut von Anfang an aktiv.
  • Versuchen Sie, als beratendes Mitglied, Teil des Anlageausschusses zu werden.
  • Betrachten Sie auch die Kostenseite des Spezialfonds.
  • Achten Sie auf kompatible Steuerungssysteme der Fondsgesellschaft und Ihres Hauses.

 

Beitragsnummer: 74984

 

Mehrwerte schaffen in der Steuerungsrevision

Thomas Maurer, Leiter Interne Revision, Münchner Bank eG

Auch wenn sich in den vergangenen Jahren hinsichtlich des Stellenwerts der Tätigkeit der Internen Revision vieles zum Positiven verändert hat, so ist doch in den Köpfen einiger Geschäftsleiter noch immer latent das Bild vom „notwendigen Übel“ vorhanden. Zu einer guten Revisionsarbeit gehören daher immer auch gewisse Marketingaktionen, um den Mehrwert, der durch diese Tätigkeit für das Unternehmen geschaffen wird, auch nach außen zu tragen. Dies gelingt immer dann am besten, wenn aus den Maßnahmen, die in einem Prüfungsbericht aufgezeigt werden, ein nennenswerter, in Euro und Cent messbarer Vorteil für die Bank entsteht. Dies soll an zwei Praxisbeispielen aus dem Prüfungsuniversum der Steuerungsrevision verdeutlicht werden.

SEMINARTIPPS

Herausforderung: Daten-Verzahnung Controlling, Melde- & Rechnungswesen, 16.10.2019, Köln.

RWA-Optimierung bei knapper werdendem Eigenkapital, 21.10.2019, Frankfurt/M.

Übergang Going Concern-Ansatz auf neue normative RTF-Perspektive, 22.10.2019, Frankfurt/M.

Adverse Szenarien & angemessene Stresstests in RTF und Kapitalplanung, 24.10.2019, Frankfurt/M.

Risikoinventur & Meldung zur Risikotragfähigkeit: Anpassungsdruck 2020, 12.11.2019, Frankfurt/M.

 

Einer der wesentlichen Engpassfaktoren eines Kreditinstituts ist die Risikodeckungsmasse. Je mehr davon nach Abzug der aufsichtsrechtlich zwingend erforderlichen Bestandteile für das Eingehen von Risiken und damit implizit zur Ertragserzielung zur Verfügung steht, desto mehr Ertragschancen hat die Bank. Eine korrekte Verschlüsselung von Immobiliensicherheiten und den zugehörigen Grundpfandrechten ermöglicht durch einen Ausweis von Realkrediten hier eine deutliche Entlastung, da für Realkredite nur ein reduzierter Eigenkapitalbedarf gefordert wird. Im Rahmen einer Prüfung hat sich gezeigt, dass sowohl hinsichtlich der vollständigen Erfassung aller Daten sämtlicher Immobilienbestandteile (im Beispiel Tiefgaragenplätze), als auch der konsequenten Durchführung von Innenbesichtigungen der Beleihungsobjekte noch deutlicher Optimierungsbedarf vorhanden war. Insbesondere bei kleineren Einheiten wurde hierauf in der Vergangenheit nicht ausreichend Wert gelegt. Die Problemstellung bestand darin, dass ein korrekter und damit eigenkapitalentlastender Realkreditausweis im System nur erfolgte, wenn insgesamt 11 Parameter bei den Sicherheiten und den Beleihungsobjekten vollständig und korrekt erfasst waren. Dies war in einer Vielzahl von Fällen nicht gewährleistet. Bei den Tiefgaragenplätzen mit eigenen Grundbüchern, erfolgte beispielsweise deshalb keine Anrechnungen, weil bei diesen kein Verkehrswert im System hinterlegt war. Der gesamte Verkehrswert wurde nur für die Immobilie im System erfasst. Die entsprechende EDV-Auswertung mit den nicht zur Anrechnung kommenden Realkrediten war zudem keinem Bearbeiter zugeordnet und lief daher ins Leere. Letztlich konnte im Nachgang zur Prüfung der IR, allerdings mit hohem Ressourcenaufwand, eine deutliche Eigenkapitalentlastung für die Bank realisiert werden.

Ein weiteres Beispiel betrifft den in der Banksteuerung üblichen, flächendeckenden Einsatz von teilweise komplexen Excel-Tools. Auf Grund der Komplexität und der häufigen Veränderungen sind diese Tools naturgemäß anfällig für Formelfehler. In der Folge werden falsche Ergebnisse ausgewiesen, die die Banksteuerung nennenswert beeinflussen können. Vor diesem Hintergrund sollte die Steuerungsrevision der umfassenden Prüfungen derartiger Tools einen hohen Stellenwert einräumen. Dabei ist insbesondere auf ein korrektes Test- und Freigabeverfahren, ein konsequentes Vieraugenprinzip und Maßnahmen zum Blatt- und Zellschutz zu achten. Aber auch falls alle diese Maßnahmen implementiert und funktionsfähig sind, bleibt ein Restrisiko bestehen. Im konkreten Beispiel waren aufgrund eines Formelfehlers die Schadensfälle, die zur Berechnung des operationellen Risikos herangezogen werden, um das Doppelte zu hoch ausgewiesen. Dies war im Rahmen des Vieraugenprinzips nicht aufgefallen.

Solche Erfolge der Revisionsarbeit können natürlich nicht laufend und auf Wunsch produziert werden. Letztlich sind funktionierende Prozesse und wirksame Kontrollsysteme, die derartige Probleme bereits frühzeitig aufzeigen immer noch besser, als die nachträgliche Feststellung durch die Interne Revision. Aber auch in insgesamt gut funktionierenden Systemen bleiben Restrisiken bestehen. Genau hier sollte die Interne Revision ansetzen, um mit ihren Prüfungshandlungen dazu beizutragen, diese weiter zu reduzieren.

PRAXISTIPPS

  • Stellen Sie das Verbesserungspotenzial der von Ihnen vorgeschlagenen Maßnahmen zur Beseitigung von Prüfungsfeststellungen deutlich heraus.
  • Nachweisliche Mehrerträge oder Kostenreduzierungen in Euro wirken dabei am besten.
  • Bei System- und Prozessprüfungen besteht in der Regel das größte Potenzial für die Schaffung von Mehrwerten.
  • Achten Sie insbesondere auf die korrekte Verschlüsselung der Vorgänge in der IT.
  • Prüfen Sie komplexe Excel-Tools in der Banksteuerung besonders intensiv.

 

Beitragsnummer: 74976

 

Umsetzung der neuen Risikotragfähigkeit-Vorgaben

Dr. Daniel Baumgarten, Teamleiter Risikotragfähigkeit und Kapital, Sparkasse KölnBonn

Überarbeitete aufsichtliche Vorgaben zur Risikotragfähigkeit und Kapitalplanung

In Annäherung an die Erwartungen der EZB an die Ausgestaltung des ICAAP haben die BaFin und die Deutsche Bundesbank im Mai 2018 ein überarbeitetes Leitlinienpapier zur Risikotragfähigkeit veröffentlicht. Der Leitfaden richtet sich an unmittelbar von der BaFin beaufsichtigte Less Significant Institutions (LSI) und enthält Vorgaben, die von der nationalen Aufsicht zukünftig bei der Beurteilung der bankinternen Risikotragfähigkeitskonzepte zugrunde gelegt werden.

SEMINARTIPPS

RWA-Optimierung bei knapper werdendem Eigenkapital, 21.10.2019, Frankfurt/M.

Übergang Going Concern-Ansatz auf neue normative RTF-Perspektive, 22.10.2019, Frankfurt/M.

Neue ICAAP-/ILAAP-Grundsätze: Herausforderungen für die Banksteuerung, 23.10.2019, Frankfurt/M.

Neue RTF-Praxis:(un)sachgerechte adverse Szenarien als Herausforderung, 24.10.2019, Frankfurt/M.

12. Hamburger Bankenaufsicht-Tage 2019, 04.–05.11.2019, Hamburg.

Zwar bietet der Annex des neuen Leitfadens die Möglichkeit, die bisher in Deutschland weit verbreiteten Going-Concern-Ansätze (Fortführungsansätze) zunächst weiter zu nutzen. Nach einer ersten Analyse- und Vergleichsphase beschäftigen sich nun jedoch viele deutsche Institute vermehrt mit der perspektivischen Umsetzung der neuen Vorgaben in Form der normativen und ökonomischen Perspektiven.

Weiterentwicklung der Kapitalplanung als Grundlage der normativen Perspektive

Das Ziel der normativen Perspektive ist die Sicherstellung der Erfüllung aufsichtlicher Mindestkapitalquoten und relevanter Kapitalpufferanforderungen über einen Horizont von mindestens drei Jahren. Zur Erfüllung der bestehenden Anforderung in MaRisk AT 4.1 Tz. 11 dürfte jedes deutsche Institut bereits bisher eine Kapitalplanung durchführen und entsprechende langjährige Erfahrungswerte aufweisen.

Der primäre Umsetzungsaufwand der deutschen LSI bei der Einführung der normativen Perspektive wird daher in einer Weiterentwicklung der Ableitung und Dokumentation der Szenarien liegen und in diesem Zusammenhang insbesondere bei der Entwicklung des oder der adversen Szenarien. Diese sollen neben einer von der Planung abweichenden Entwicklung gemäß den neuen Anforderungen auch Risiken aus der ökonomischen Perspektive berücksichtigen. Die Entwicklung des geforderten sinnvollen „Zusammenspiels“ der beiden Sichtweisen bei der Entwicklung der Szenarien wird bei vielen Instituten voraussichtlich den Großteil des Umsetzungsaufwands ausmachen. Nicht zu vernachlässigen ist darüber hinaus die in Tz. 22 des neuen Leitfadens formulierte Anforderung einer Planung der Strukturanforderungen hinsichtlich des Kapitals.

Liquidationsansatz als Grundlage der ökonomischen Perspektive

Die ökonomische Perspektive dient der langfristigen Sicherung der Substanz des Instituts und dem Schutz der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht. Der institutsindividuelle Umsetzungsaufwand zur Ausgestaltung der ökonomischen Perspektive ist in hohem Ausmaß davon abhängig, ob das bisherige Risikotragfähigkeitskonzept des Instituts einen Liquidationsansatz („Gone Concern“) beinhaltet. Ist dies nicht der Fall, fehlen dem Institut in der Regel Erfahrungswerte bzgl. der barwertigen Risikoquantifizierung zu einem Konfidenzniveau von 99,9 %. Mit dieser Herausforderung sieht sich eine große Anzahl der deutschen LSI konfrontiert. Laut der kürzlich veröffentlichten „Range of Practice“-Studie der Deutschen Bundesbank zur Risikotragfähigkeit nutzten im Zeitraum 2015 bis 2017 knapp 93 % der deutschen LSI ausschließlich einen buchwertigen Fortführungsansatz.

Doch auch für Institute, die bereits in ihrem bisherigen Risikotragfähigkeitskonzept einen Liquidationsansatz verwenden, wird sich im Rahmen der Einführung der ökonomischen Perspektive Analyseaufwand ergeben. So ist sowohl auf Seite der Quantifizierung der einzelnen wesentlichen Risiken als auch bei der Definition des Risikodeckungspotenzials jeweils kritisch zu überprüfen, ob die dem Liquidationsansatz zugrunde liegende Annahme einer fiktiven Zerschlagung des Instituts eine Rolle spielt. Denn die ökonomische Perspektive zielt zwar wie der Liquidationsansatz auf eine barwertige, von der Rechnungslegung und Regulatorik losgelöste Betrachtung ab, das Ziel des Schutzes der Gläubiger vor Verlusten aus ökonomischer Sicht wird jedoch unter der Prämisse der Unternehmensfortführung verfolgt.

PRAXISTIPPS

  • Zeitnahe intensive Auseinandersetzung mit den überarbeiteten Vorgaben inkl. Testrechnungen und Auswirkungsanalysen.
  • Übergreifende Überprüfung der risikostrategischen Ziele.
  • Frühzeitige Einbindung der Adressaten des Risikoreportings bzgl. der anstehenden Änderungen in den Instrumenten der Risikosteuerung.

 

Beitragsnummer: 73328

 

Steuerung der Risikotragfähigkeit bei regionalen Instituten



Auswirkungen der proportionalen Ausgestaltungsoptionen.

Sebastian Herrmann, Referent Unternehmenssteuerung, VR Bank Südpfalz

     


Timo Rinck, Abteilungsdirektor Unternehmenssteuerung, VR Bank Südpfalz

 

     


Prof. Dr. Christiane Weiland, Studiengangsleiterin BWL-Bank, Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe

     

 


I. Einleitung

Mit der Veröffentlichung des neuen Risikotragfähigkeits-Leitfadens im Mai 2018 hat die BaFin die Beibehaltung der bestehenden Risikotragfähigkeits-Konzepte in ihrer Anwendung zeitlich begrenzt. Hierdurch ergibt sich für alle Institute die Notwendigkeit, ihre Risikotragfähigkeitskonzeption zumindest mittelfristig anzupassen. Mit der normativen und der ökonomischen Perspektive ist die Risikotragfähigkeit zukünftig aus zwei Sichtweisen zu betrachten. Da die meisten regionalen Institute bislang nach einem GuV-basierten „Going-Concern“-Ansatz steuern, besteht für diese Institute die größte Anpassungsaufgabe in der Einrichtung eines mit der Abbildung einer ökonomischen Perspektive einhergehenden barwertigen Steuerungssystems. Die Aufsicht legt aus Gründen der Proportionalität hierfür drei alternative Konzepte an.

Durch die Umstellung auf eine barwertige ...


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Übernahme von Leitlinien der EBA, der ESMA und der EIOPA in die Verwaltungspraxis der Bafin (gilt auch für LSIs)

Michael Helfer, Geschäftsführer, FCH Consult GmbH

In der Kw 19 hat die BaFin das Protokoll der Sitzung des Fachgremiums MaRisk vom 05.11.2018 auf die Homepage der BaFin gestellt: https://www.bundesbank.de/resource/blob/794148/bcea4bae50d844551ad150055d803e86/mL/2018-11-05-marisk-data.pdf. Im Fachgremium MaRisk (Mindestanforderungen an das Risikomanagement) berichten Bundesbank und BaFin über aktuelle Entwicklungen in der Aufsicht, erörtern mit der Finanzbranche Grundsatz- und Auslegungsfragen und stellen Überarbeitungen der MaRisk und des Leitfadens zur aufsichtlichen Beurteilung bankinterner Risikotragfähigkeitskonzepte (Risikotragfähigkeitsleitfaden) zur Konsultation. Die Mitwirkung der Finanzbranche soll die praxisgerechte Weiterentwicklung aufsichtlicher Anforderungen sicherstellen.

In dem Protokoll wird unter anderem ausgeführt, dass „im Regelfall davon ausgegangen werden kann, dass die BaFin die Leitlinien der EBA, der ESMA und der EIOPA in ihre Verwaltungspraxis übernimmt. Soll eine Leitlinie der EU-Behörden ausnahmsweise nicht oder – was in der Praxis eher vorkommt – nicht vollständig (etwa aufgrund von Konflikten mit deutschen gesellschaftsrechtlichen Regelungen) übernommen werden, benennt die BaFin diese Leitlinien auf ihrer Homepage. Im Einzelfall kann für die Übernahme in das deutsche Aufsichtsrecht ein Rechtsakt erforderlich sein (z. B. der Erlass oder die Änderung einer Verordnung). Für den Fall der Umsetzung durch ein Rundschreiben oder die Novellierung eines Rundschreibens müssten die LSIs die hieraus resultierenden Anforderungen aus der Guideline dann in der Tat erst mit der Veröffentlichung des nationalen Rundschreibens anwenden. Auch dann seien die LSIs aber gehalten, sich bereits vorher mit dem Inhalt der betreffenden (und regelmäßig auch in der deutschen Amtssprache vorliegenden) Leitlinien zu befassen und organisatorische Vorkehrungen zu treffen, um die hierin adressierten Anforderungen umzusetzen”.

Daraus folgt, dass nunmehr alle EBA-Guidelines grundsätzlich sofort gelten bzw. organisatorische Vorkehrungen unverzüglich beginnen müssen (so z. B. hinsichtlich der neuen EBA Guidelines on Outsourcing Arrangements!).

 

 

Beitragsnummer: 71791

 

Integrierte Liquiditätsrisikosteuerung mit Meldewesendaten



Wie das Meldewesen mit der Banksteuerung zusammengeführt werden kann.

Dr. Normen Rohde, Spezialist für Liquiditätsrisiko, Berliner Volksbank eG/Lisa-Marie Geray, Consultant Risk Advisory, Deloitte/Rouven Hartmann, Senior Manager Risk Advisory, Deloitte

I. Meldewesendaten – eine Goldgrube an Informationen

Die im Jahr 2007 aufgekommene Finanzmarktkrise führte insbesondere bei den deutschen Regionalbanken zu vergleichsweise geringen Schäden in Folge von atypisch hohen Refinanzierungskosten. Anders verhielt es sich bei Großbanken, welche insbesondere aufgrund ihrer Risiko- und Refinanzierungsprofile ungleich stärker belastet wurden. In Folge einer krisengetriebenen Entwicklung von liquiditätsbezogenen aufsichtlichen Vorgaben entstand eine Vielzahl von neuen, in Teilen inkonsistenten Anforderungen. Dies führte institutsübergreifend zu ansteigenden einmaligen wie auch laufenden Aufwendungen für die erforderliche IT-Infrastruktur sowie dem Aufbau und Erhalt des benötigten Fachwissens der verantwortlichen Mitarbeiter im Bereich des Meldewesens. Insbesondere Regionalbanken wurden aufgrund ihrer begrenzten personellen Möglichkeiten aber auch aufgrund vorhandener Abhängigkeiten (bspw. im IT-Bereich) vor Herausforderungen gestellt. In jüngster Zeit fordert die Aufsicht zudem eine enge Verzahnung zwischen dem Meldewesen (Säule I) sowie dem Risikomanagement (Säule II). Werden in diesem Zusammenhang die Informationen aus der normativen Säule-I-Perspektive sowie der ökonomischen Säule-II-Perspektive zusammengeführt, können sich Synergien ergeben, welche zur Senkung von Kosten beitragen können.

Abbildung 1: Anstieg der zu meldenden ...

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