Der perfekte Match



Digitale Methoden und analoge Welt

Julia Droege-Knaup, Pressesprecherin, Frankfurter Sparkasse

         

Beschäftigte der Frankfurter Sparkasse haben eine Web-Anwendung entwickelt, welche mit digitalen Methoden Menschen in der analogen Welt zusammenbringt.

Gruppenfoto des Projektteams mit unserem Vorstandsvorsitzenden.

Es zeigt v.l.n.r. stehend: Pietro de Bernardo, Michael Koßmehl (innovationLab) und Isabel Radandt, v.l.n.r. sitzend: Elena Martiny (innovationLab), Claudio Negro, Dr. Marie-Luise Sessler (innovationLab), Robert Restani (Vorstandsvorsitzender) und Steffen Zeller. Fotograf: Heinrich Grummet.

I. Kunden neu begeistern – aber wie?

Wann haben Sie zum letzten Mal eine Bankfiliale betreten, um sich dort beraten zu lassen? Den meisten Menschen fällt eine spontane Antwort auf diese Frage schwer. Es ist kein Geheimnis, dass sich das Nutzerverhalten von Bankkunden zunehmend ändert – und dass dies eine Herausforderung insbesondere für die Kreditinstitute darstellt, die bisher im Wettbewerb vor allem mit qualitativ hochwertiger Beratung von Mensch zu Mensch punkteten. Diesen menschlichen Kontakt schätzen die Kunden weiterhin, gerade bei komplexen Themen. Für viele ist die Möglichkeit einer individuellen Beratung ausschlaggebend für die Wahl ihrer Hausbank, doch sie nutzen diese Dienstleistung nur ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Das digitale Ökosystem im Corporate Banking



Einstieg in ein modernes Banking mittels digitaler Bankenplattform

Martijn Hohmann, Geschäftsführer, Five Degrees

           

I. Digitalisierung des Bankvertriebs

Die Automobilindustrie hat es vorgemacht. Um den Kontakt zu Kunden zu erhalten und wettbewerbsfähig zu bleiben, haben viele Automobilhersteller Mobilitätsplattformen aufgebaut. Diverse Dienstleistungen wurden von und mit Partnern rund um das Produkt „Auto“ integriert, um Kunden einen ganzheitlichen Mobilitätsservice zu ermöglichen. Im Zuge dieses Prozesses sind in fast allen Bereichen der Wertschöpfungskette hochspezialisierte Partner entstanden und aufgenommen worden.

Im Vergleich dazu hinkt der Bankensektor in Bezug auf Innovationskraft und Digitalisierungsstrategien hinterher. Weiterhin ist die Bereitschaft zur Veränderung der etablierten Finanzhäuser geringer als das Potenzial, das die Digitalisierung mit sich bringt. Fest steht: Digitalisierung und neue Technologien durchdringen nahezu jede Industrie. Dadurch werden nicht nur die Kundenerwartungen neu definiert, sondern auch diverse Branchengrenzen durchbrochen. Das Festhalten am Status Quo und bisherigen Prozessen und IT-Konstellationen kann an dieser Stelle risikoreich sein. Die ganzheitliche Digitalisierung des Bankings hingegen bietet Chancen für die Entwicklung neuer Bankleistungen, Zugangswege und Anwendungsmöglichkeiten. Ein bereits in anderen Bereichen sehr erfolgreicher, für Banken aber noch neuartiger Ansatz dafür sind digitale Ökosysteme mit höherem Nutzen und ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Künstliche Intelligenz – Fluch und Segen zugleich



Talena Wahl, Bankenaufseherin, Deutsche Bundesbank (Dieser Beitrag gibt die eigene Meinung der Autorin wieder und stellt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Deutschen Bundesbank dar.)

     

Das Jahr 2019 soll keine Neuauflage von George Orwells „1984“ werden. Die Dystopie von Orwell zeichnet einen Überwachungsstaat ohne jegliche Privatsphäre ab. Durch Künstliche Intelligenz wäre das sicherlich möglich. Doch durch ethische Mindeststandards und eine Partizipation der EU an der weiteren Entwicklung lassen sich solche Horrorvorstellungen abwenden und die Vorteile von Künstlicher Intelligenz effizient nutzen.

I. Was ist Künstliche Intelligenz überhaupt?

Wer ein Smartphone besitzt, kann Künstliche Intelligenz ganz persönlich erleben. Im Fotoalbumwerden je nach Smartphone unterschiedlichste Kategorisierungen vorgenommen. Personen werden erkannt und teilweise sogar benannt, wenn das Fotoalbum mit dem Adressbuch vernetzt ist. Doch obwohl uns Künstliche Intelligenz fast täglich in den Medien oder in Konfrontation mir unserem Smartphone begegnet, stellen sich die wenigsten die Frage, was tatsächlich unter dem Begriff subsummiert wird.

Künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence im Englischen) ist ein Forschungsgebiet, dessen Bedeutung in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Intelligenz oder auch kognitive Leistungsfähigkeit bringt man normalerweise mit Menschen oder Tieren in Verbindung. Doch auch Maschinen ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

The purpose of business is business (too)

A plea for ethically oriented corporate management

Stefan Kern, Member of the Board of Managing Directors, Volksbank Trossingen eG

Read this article in German

I. Introduction: An economic system at a crossroads?

Over the past few years, a feeling of unease has spread among large parts of the economy and, particularly, into the financial sector. This unease results in fundamental questions that are substantiated by concrete crises and scandals, above all the financial market crisis that started 2008 and whose consequences continue to this day. These questions shake formerly undisputed truths: Is infinite economic growth sensible or possible against the background of environmental risks and climate change? Does economic growth really create new jobs and prospects even in times of changing demographics and digitalisation? Are free and unlimited capital markets really conducive to the economy as a whole or will financial products and their trading without a so-called “real economic” link harm economy and society?

This system criticism reached a peak with input from an unusual, but very prominent influence: In his apostolic letter “Evangelii Gaudium“, Pope Francis wrote: “This economy kills”[1]. The reflexively defensive reactions by members of the financial press to this statement mostly (and rather deliberately) overlooked the fact that the head of the church obviously did not criticise the (social) market economy as such, but a largely unregulated economy, i.e. a laissez faire without effective constitutional and social structures. The pope succeeds in precisely describing the latter system. Thus, the apostolic letter is regarded as a warning to combat effectively and decisively such tendencies in Europe and in the world. In addition, the slogan and the Pope’s criticism can be used as allegories for a financial system that has gone off the rails and – at least in part – increasingly revolves around itself and loses sight of its own purpose in business.

Particularly the younger generation formulates its desire for new entrepreneurial methods that entail social or ecological change. For example, in a survey by the “Bundesverband Deutsche Startups“, around 30% of the founders stated that they pursue a goal of the “Green Economy” and “Social Entrepreneurship”[2]. In a (representative) study by the coaching platform “BetterUp” in the USA, nine out of ten employees stated that they would prefer meaningful work over a higher salary[3]. Now, even high-ranking representatives of “big business” demand of enterprises to commit themselves more strongly to society: In a letter to various corporations, Larry Fink, CEO of BlackRock, pointed out that “society is demanding that companies, both private and public, serve a social purpose”. In order to prosper in the long term, every company needs not only to provide a financial service, but also to make a positive contribution to society. Everyone must benefit: Shareholders, employees, customers as well as the community in which a company operates. Otherwise, a company could lose its “licence to operate”[4].

The central question remains: What is the point of the wish or the request that companies should commit themselves socially, or even align their actions and goals with a social and ecological sense and purpose? This essay looks at its general practical relevance and orientation, but with a particular focus on financial services.

II. What is the purpose of an enterprise – a brief analysis

1. The sole responsibility of an enterprise: making a profit?

During a panel discussion at an event of Die Deutsche Wirtschaft (DDW), philosopher Richard David Precht and President Ulrich Grillo of the Bund Deutscher Industrie (BDI) exchanged their views on the question of what the tasks of business and an enterprise are. [5] Quite surprisingly, the philosopher insisted that a business had solely the task of making profits, which in itself he deemed neither ethical nor unethical, while the business representative stressed that the economy had to serve society and increase its prosperity. Long-term success could only be achieved if a value-oriented, ethical attitude was reconciled with an economic goal of making a profit. As charming as the BDI Chairman’s remarks are, they do not coincide with the framework conditions of the current economic system:

According to the prevailing view in business administration, the principle of economic activity, i.e. the achievement of the greatest possible profit on the equity capital invested (“return on equity”) is the basic prerequisite for all further scientific considerations. A company’s success is ultimately measured in terms of its profit, i.e. the difference between income and expenditure achieved by the company. These are the central economic variables[6]. Our legal system, too, without exception takes an economic perspective: the aim of any law is to avoid or resolve economic conflicts between the parties involved. In the area of finance, there are comprehensive statutory capital requirements and other regulatory requirements. To sum it up with Milton Friedman: “There is one and only one social responsibility of business,” he wrote, and that was to “use its resources and engage in activities designed to increase its profits so long as it stays within the rules of the game, which is to say, engages in open and free competition without deception or fraud (…)”[7]. Thus, the one and only responsibility a company has is to increase profits. This is the prerequisite for everything else. Or in a catchword: The purpose of business is business[8].

2. Economic growth on its own does not lead to greater prosperity and participation

However, the above assessment in itself is blurred, as it equates or even confuses economic growth and the associated productivity gains, job creation and consumption opportunities with the prosperity of broad sections of society. Thus, the trickle-down effect, which assumes that any economic growth favoured by the free market may by itself lead to greater equality and social integration in the world, is not verifiable and has simply not occurred in economically successful societies[9]. However, the opposite is true: a free (economic) society, which presupposes or favours the free exercise of economic activity, indeed creates economic growth with opportunities for participation. This economic growth, however, does not automatically lead to equality and integration by itself; but rather, in a liberal, free and social society, the people are able to demand or grant them. In other words: a liberal and social society, with its enterprises and entrepreneurs, with its trade unions, associations, societies, citizens’ movements, the state and its institutions, i.e. an interplay of the most diverse functionaries, creates the basis for broad participation in prosperity, equality and integration.

3. Ethics as an entrepreneurial concern

The economic activity taken for granted in a free society is therefore neither ethical nor unethical in itself. Thus, the managers of an enterprise decide whether, next to economic success, there is an additional “goal”, “meaning” or “ethos” in the enterprise’s business activity. In the Federal Republic of Germany, this is already practised on a daily basis by many (medium-sized) companies, where many employees or the social environment profit from the social benefits and connections of businesses. In view of the immense complexity and specialisation of economy and technology – in particular due to digitisation –, as well as the challenges posed by new economic and political systems in emerging countries, and in view of climate change and other ecological issues, enterprises cannot ignore these fundamental questions and their impact on society. These issues are too important to be left to state institutions or NGOs alone. They raise the fundamental questions of how we want to deal with these changes and how they change us, as well as how we want to live in the future. The protagonists, who are significantly involved in this process of change due to technical/economic development, must participate in this development. This results in the necessity of defining one’s own ethical standards against which the economic and technical development of one’s own enterprise can be measured. In this respect, the institutionalisation of ethics in companies is absolutely necessary.

Moreover, the joint shaping of the future with its social, ecological and technical challenges will certainly be more successful than trying to “improve” businesses, people and society with ever new regulations and prohibitions. Regulation is not a guideline and laws are not yet good morals. The approach of acting morally and ethically must come from the protagonists in business itself; it cannot be enforced by legislators, EBA (European Banking Association) or BaFin (German Financial Supervisory Authority) through laws, minimum requirements or directives.

III. New paths in entrepreneurial decision-making

1. The search for ethics, values and meaning

But what exactly is it that currently preoccupies many entrepreneurs, managers and employees? Various current surveys and studies, which are published in specialized magazines and in the economic press, ask quite generally about, or look for, values, meaning or socially responsible behaviour. But what is hidden behind these words? In philosophy, the explanations of these topics fill entire libraries; therefore, it is, of course, neither effective nor possible to summarise the scientific discourse here.

Based on the corresponding questions in the surveys mentioned above and on my own experience as well, it now becomes clear that those responsible in business increasingly aim for both ethical actions as well as economic ones. In addition to operational value creation (in the sense of making a profit), ideational values should also be taken into consideration. Criteria for good (or bad) action and the evaluation of motives and consequences should be established. The focus is on the question of moral and thus ethical action.

This question is always closely related to the “aim” or “purpose” of an activity: an action is meaningful if it is directed towards a concrete objective and is also capable of achieving that objective. However, as can be seen from the abovementioned studies and surveys, economic “goal” and economic “meaning” are also influenced by ethical or moral framework conditions: For many entrepreneurs and employees, it no longer seems “sensible” to achieve economic or monetary goals alone (sales goals, profit targets, becoming the No. 1, etc.). Rather, a goal and the activity directed towards it are regarded as meaningful if they correspond to a higher, thus an ideal value. In this respect, the circle closes here: The question of ethical action is directly related to the “meaning” of an activity.

2. What values? What ethics?

The desire to implement “values” and “meaning” (or in a new buzzword “purpose”) is currently supported by various methods (and by various management consultancies). This approach is certainly justifiable. Nevertheless, the question arises as to how sustainable and lasting such concepts will be. If one poses the question of “sense”, of “morality and ethos”, then permanence and a broad acceptance by the persons involved are immanent to these terms: It is impossible from the outset to formulate a “meaning” or “ethos”, and, after a short time, to exchange or discard it again. It is therefore necessary to find basic principles for the search for “meaning” and “ethos” that are durable and capable of consensus.

But which values, which meanings and which ethical framework are sustainable in the long term? Which principles may be expedient here? One conceivable solution is to revert to existing principles, cultures and values that have evolved historically and socially as well as are generally accepted ones. In the following, therefore, some basic principles will be presented which can serve as a basis for orientation helping to define a canon, or culture, of values.

a) Basic ethical principles

The great world religions as well as diverse ideologies offer basic principles that in essential parts show content-related similarities. The focus of these basic principles is always the well-being of man. Here – with absolute authority, as only the religions can do – the well-being and the dignity of the human being are emphasized as basic principles and objectives of the human ethos. Human dignity, human freedom, human rights can thus not only be stated positivistically, but can also be justified to an ultimate depth[10]. Unified and to a great extent universally, these religions demand non-negotiable commandments, so as not to kill, not to steal, not to lie, to live morally with integrity and to respect parents/children. These commandments may at first glance seem very general and antiquated. However, transferred to our current reality of life, they formulate concrete requirements and guidelines for entrepreneurial action. A few examples:

  • The commandment not to steal formulates the concrete demand to avoid (semblances of) corruption or even nepotism. It also has an influence on our sales structures by avoiding sales systems that place their own economic success above the interests of customers or other business partners.
  • The same applies to the imperative of moral integrity. Correctly, this commandment is the “prohibition of fornication”. However, even this very unwieldy and anachronistic commandment provides concrete and helpful maxims for action, e.g. not to exploit one’s own position of power in relation to third parties, to see employees and customers as individuals and not merely as an operational factor, or to recognise and determine the limits in business dealings, e.g. to carefully choose sales targets without unduly claiming or exploiting employees, customers, resources and structures.
  • With respect to the commandment not to lie, the current scandals about Libor and exhaust manipulation immediately spring to mind. Does the economic goal sanctify all means? Or is there not rather a fundamental value at the centre of attention: trust in honest social and business cooperation among people.
  • And even the supposedly irrelevant ban on killing can provide guidelines for investment and credit policy. However, this commandment does not always require a commitment to entirely refrain from granting loans to companies with specific business purposes (such as weaponry, conventional power generation, etc.). Nevertheless, it can accompany the individual dispute in the entrepreneurial decision-making process and influence the final resolutions.

The resulting action patterns lead a “middle way” in entrepreneurial action and thus contain a demand for responsible action on behalf of oneself and the environment[11]. What is required is not just rules for business, but an attitude or a virtue that can control people’s behaviour from within. For those readers to whom this religiously rooted approach seems dubious, Kant’s categorical imperative may serve as a rational and also secular variation of the commandments: “Act only according to that maxim by which you can at the same time will that it should become a universal law”[12] or ” Act in such a way that you treat humanity, whether in your own person or in the person of any other, never merely as a means to an end, but always at the same time as an end “.

b) Basic social and ethical models using the example of Catholic Social Doctrine

Another viable model for “ethical”, “social” and “meaningful” entrepreneurial action can be found in the system of Catholic Social Doctrine. For Ralf Dahrendorf, the great sociologist and pioneer of social-liberal social systems, the Catholic Social Doctrine was the most important root of the Federal Republic of Germany’s successful concept of economic policy and thus the basis of the social market economy[13]. The foundations of the Catholic Social Doctrine are manifold and originate from encyclicals as well as essays and scientific papers by theologians, sociologists, economists and politicians. The success of this concept is certainly due to broad support of the Doctrine outside the Catholic Church, and in particular also outside the Christian philosophy. As a real principle or better foundation stands the Caritas principle, i.e. an attitude of life which defines esteem, appreciation, charity and – in the Christian point of view – divine love as a leitmotif. Its solid basis is its strictly humanistic orientation, by its emphasis on individual responsibility based on the reference to God.

Principles such as the Catholic Social Doctrine will never be able to justify economic actions and decisions on their own. Particularly in macroeconomics or in questions of economic policy, analytical explanations of economic problems are required alongside normative-ethical views. But just as the Catholic Social Doctrine has had intersections with and influence on Ordo-Liberalism and ultimately on the Social Market Economy, these principles can also form a framework or a basis for concrete entrepreneurial decisions. The essential points of orientation in the Catholic Social Doctrine[14] are a social obligation of ownership of property, social and opportunity equality, protection of women’s rights, worldwide distribution of economic goods, co-responsibility and co-determination in the company, reconciliation of interests between capital and labour, protection of the family and formation of property ownership in the hands of employees. The guiding concepts are personality (dignity of the person), solidarity (human cohesion) and subsidiarity. These orientation points and guiding concepts cover a wide field of human coexistence and certainly have a broad capacity for consensus and a supporting power, also for fundamental decisions in companies. From each of the orientation points or guiding concepts, company-specific and “ethical” or “meaningful” maxims can be derived. In this sense, entrepreneurial action would then be more than the sum of purely economic decisions.

c) Further basic principles

Of course, many other basic principles, also less religious or ideological ones, could be considered. One conceivable option would be the “revival” of basic business models, i.e. the question of why the company or bank exists and should exist in the future (cooperative principle; founding origin of savings banks, etc.).

3. Integration into entrepreneurial practice:

a) Reconciliation of ethical and economic actions

The current tendencies towards the search for, and implementation of, “meaning” and “ethos” have led to certain uncertainties in some of the classical economic circles[15]. The classifications as a “Purpose-Circus”, as a “change of capitalists to do-gooders of the world”, of course misjudge the fact that these tendencies are primarily about clear economic issues: the economic and social framework in developed Western societies has simply changed. In addition to the objective of obtaining a product of high quality and low cost, for business owners, customers and employees, other requirements are now important, namely the questions of sustainability, ecological compatibility and social standards in manufacturing. To dismiss these as “do-gooder issues” means first of all to neglect economic framework conditions and thus economic (!) realities.

b) Implementation of an ethical framework: culture of values

Morality and ethos cannot be something marginal or artificial, but must form a “moral framework” for the company and its actions; ethos does not only mean moral appeals, but moral action[16]. Today, responsible business practice consists of convincingly combining economic strategy and solid ethical judgment. This paradigm becomes reality when it measures economic action on whether it is socially, environmentally and future-compatible, in short: whether it is sustainable and humanistic[17]. In business, a canon, or a culture, of values should be developed, e.g. based on the basic commandments or principles presented above. Enterprises should take great care to ensure that the created values and ethical maxims are specific and tangible and correspond to the reality of the company’s business, structure and environment.

This culture of values must then be integrated into the corporate structures. Guidelines in glossy format may be important, but they will have an impact only if they are embraced by all those working with the company. Therefore, as a first step, the culture, or canon, of values should be raised to the level of the corporate mission statement and the business and risk strategy. The contents of the business and risk strategy must therefore be reviewed and aligned with the ethical guidelines of the canon of values. Within the framework of the strategy process (e.g. using SWOT analysis and Balanced Scorecard), the strategic goals and the individual targets should also be measured against the ethical guidelines. This, of course, has consequences for the essential parameters of the company: in the area of finance, the ethical guidelines will particularly affect the investment policy. In the area of personnel, new management structures and participation opportunities will need to be reconsidered, as will training and further education of personnel, not only in terms of professional but also social skills. In the area of the financial market, questions of consumer protection, suitability of products, sales targets should come into focus. Questions will also have to be raised with regard to business processes, for example their ecological effects, or whether they support or, on the contrary, control the activities of employees or even impair free activity.

The culture of values and the models and strategies influenced by it must ultimately be put into practice. They need a foundation in the form of an inner attitude on the part of all those involved to implement these new guiding principles in the company. Here, the decisive factor is the company management or the executives, whose actions and decisions exemplify the values, communicate them and make them tangible. This requirement is easily imposed but needs further prerequisites: It must be invested in the infrastructure and the competence of the executives. Thus, a mission statement can also have an impact on personnel organization, since a corresponding understanding of leadership in flat hierarchies is certainly easier and more consistent to implement. A paradigm shift in employee selection may also be necessary: Not only the best professionals will be employed/chosen, but among them those with social competence and emotional intelligence.

The implementation of new ethical values in the mission statement and its implementation requires constant review regarding their realisation and, of course, further development. However, a company should beware of one danger, namely the actual regulation of ethical guidelines. According to the author’s understanding, ethical models or a culture of values require leadership responsibility and entrepreneurial organization and not contractual or statutory requirements.

 

IV. Practical consequences

In a company, ethics, values and meaning should stand for themselves and should not require economic legitimation. Irrespective of this, balancing economic strategy and ethical judgment will lead to prosperity and economic success.

In two different long-term studies, it was discovered that both the share value development and the turnover of ethically-oriented companies clearly exceeded those of companies without corresponding principles (share value 1.681 % and turnover 400 %)[18]. Even with respect to a particular area that has been controversially discussed in recent decades, companies with a social-ethical focus perform better, namely those companies that have increased the proportion of women at the executive level: according to a study by the Peterson Institute for International Economics, including almost 22,000 companies from 91 countries, a 30 % increase in the proportion of women in the top management was accompanied by a 15 % increase in net sales[19].

In times of demographic change and the resulting need to find the best-qualified employees, the figures mentioned at the beginning of this report make people sit up and take notice: nine out of ten employees state that they prefer meaningful work over a higher salary. Other studies are showing similar results. In a survey by Boston Consulting, 28 % of the top talents were classified as “seekers of meaning” because they do not consider material values to be primarily important at work[20]. The fight for the best talents of the future is no longer decided with the pay check (alone), but with the offer of a meaningful, value-oriented job. The employees in such a team will also be more motivated and less employees than comrades-in-arms for joint challenges[21].

The figures on the behaviour of customers and consumers are also attracting attention: 80 % of German consumers believe that social and economic interests should have equal weight in business decisions. When choosing between two brands of the same quality and price, “social purpose” is the decisive purchasing criterion for German consumers (45 %), clearly ahead of design and innovation (34 %) and brand loyalty (21 %). 47 % of German consumers would switch to a comparable brand that is socially committed, and 50 % would recommend products or services that do good[22].

Finally, ethical corporate management has a crisis-preventive effect by minimizing operational (legal) risks and reducing costs in all areas of compliance.

Now is the time to put ethics, values and meaning onto the corporate agenda.

Suggestions for Business Practice

  • The desire of many managers and employees for meaningful action should be taken serious as a fundamental social trend.
  • Morality and ethos in a company should not be something artificially imposed or part of a marketing concept but should form a “moral framework” of entrepreneurial action on all levels.
  • Permanent and consensual value systems have a positive influence on entrepreneurial activity, especially regarding winning customers and employees as well as reducing risks.
  1. Apostolic Letter Evangelii Gaudium, 24.11.2013, No. 53.
  2. compare Deutscher Startup Monitor 2018, S. 27.
  3. compare www.betterup.co, last visited 15/08/2019.
  4. FAZ, Eine bemerkenswerte Mahnung, (A remarkable reminder), dated 17.01.2018, with reference to a report in the New York Times: BlackRock’s Message: Contribute to Society, or Risk Losing Our Support, vom 15.01.2018.
  5. Cf. https://die-deutsche-wirtschaft.de/bedingsloses-grundeinkommen-precht-grillo-hajali-diskutieren/, last visited 15/08/2019.
  6. Cf. Albach, Working Paper: Gutenberg und die Zukunft der Betriebswirtschaftslehre; WZB Discussion Paper, No. FS IV 97-16.
  7. Friedman: Kapitalismus und Freiheit/Capitalism and Freedom, 11. Aufl. 2016, p. 164 (quoted after German translation).
  8. Cf. Think:Act Magazine Purpose 25.06.2018 – Why companies need to strive for more than just profit.
  9. Cf. Paul Krugman: „Die USA sind kein Vorbild“ (The USA are no role models), Interview Managermagazin 26.05.2018.
  10. Cf. Küng, Projekt Weltethos (1990), S. 81-86
  11. Küng, a.a.O.
  12. Kant, Kritik der praktischen Vernunft (Critique of Practical Reason); cited from: Gesammelte Schriften, AA IV, 421.
  13. Cf. Emunds, Ungewollte Vaterschaft („Unwanted paternity“) in: Ethik und Gesellschaft 1/2010, S. 1–26, www.ethik-und-gesellschaft.de; Katholische Soziallehre und Soziale Marktwirtschaft, Wissenschaftlicher Dienst des Deutschen Bundestages WD1-3000-073/13, with an overview of critical voices.
  14. Oswald von Nell-Breuning, Cf. Marx, Wirtschaftsliberalismus und Katholische Soziallehre, Freiburg, Walter Eucken Institut (2006).
  15. Cf. Merk, Purpose, FAS vom 10.03.2019, S. 17.
  16. Küng, Handbuch Weltethos (2012), S. 109–116.
  17. Cf., Projekt Weltethos (1990), S. 109–116.
  18. Cf. Thomsen, Die Wirtschaft muss sich neu ausrichten, um nachhaltig erfolgreich zu sein, (The economy must realign itself in order to be successful in the long term) Handelsblatt vom 22.03.2019.
  19. Cf. Bös, FAZ 11/02/2016.
  20. https://www.bcg.com/de-de/d/press/PM_Millennials_Germany_25102018-205778, last visited 15/08/2019.
  21. Cf. among many others the study of Morton Hansen, cited under https://karriereboost.de/karrierecoach/der-sinn-der-arbeit-purpose-steigert-performance/, last visited 15/08/2019.
  22. Cf. Edelman goodpurposeTM Studie, https://pr-journal.de/lese-tipps/themen-der-zeit/9770-konsumenten-verlangen-heute-mehr-von-unternehmen-purpose-als-fuenftes-pa-im-marketing-mix.html, last visited 15/08/2019.

 

Beitragsnummer: 81524

Der Beirat als Instrument der Family Governance



Dr. Patrick Peters, Düsseldorf

I. Einleitung

Zahlreiche Familienunternehmern und Unternehmerfamilien haben im Laufe der Generationen auf den Rat ihrer Beiräte gesetzt und ihm vertraut. Diese Beiräte waren meist schon von den Gründern installiert worden und werden über die einzelnen Generationen fortgesetzt und fortentwickelt. Welche Bedeutung ihnen im Rahmen der sog. Family Governance zukommt, wie sie funktionieren und warum sie für Familienunternehmen so wichtig sind – mit diesen Fragen befasst sich diese Abhandlung.

II. Begriffsdefinition

Unter Family (Business) Governance versteht die Fachwelt die Übertragung allgemeiner Corporate Governance-Prinzipien auf Familien- und Unternehmensfragestellungen. Bei der Corporate Governance (deutsch: Grundsätze der Unternehmensführung) handelt es sich, ganz grundsätzlich gesprochen, um den rechtlichen und faktischen Ordnungsrahmen für die Leitung und Überwachung von Unternehmen zum Wohlwollen aller relevanten Anspruchsgruppen – es geht also bei der Governance um die Grundsätze verantwortungsvoller Unternehmensführung.

Für vermögende (Unternehmer-)Familien bedeutet das laut dem Wittener Institut für Familienunternehmen: „In der Family Business Governance werden Family Governance und Business Governance einander gegenübergestellt. Sie zielt darauf ab, Regeln für die Familie und ihren Umgang mit dem Unternehmen zu schaffen. Als zentrale Gremien werden der Familienrat/Gesellschafterausschuss und das Family Office gesehen, als zentrale Instrumente gelten Konfliktmanagement, Familienaktivitäten, Gesellschafterkompetenzentwicklung ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Die „satzungswidrige“ Verwendung von Stiftungsmitteln



Gesetzlich legitimiert durch die Abgabenordnung?

Rechtsanwalt (Of Counsel) Prof. Dr. Maximilian A. Werkmüller, LL.M., Düsseldorf

Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Jan Niklas Bittermann, Düsseldorf

Beide SSP-LAW GmbH, Rechtanwaltsgesellschaft, Düsseldorf

I. Einleitung

Stiftungen ist das Universum ihres Wirkens zunächst aufgrund ihrer Stiftungsverfassung vorgegeben. Zugleich haben steuerbegünstigte Stiftungen jedoch auch die strengen Anforderungen der Abgabenordnung nach §§ 52 ff. AO zu berücksichtigen. Insbesondere gilt dies für die Unmittelbarkeit und Selbstlosigkeit der Zweckerfüllung. Dieses Zusammenspiel von Stiftungsverfassung und Abgabenrecht birgt in der Praxis regelmäßig ein nicht unerhebliches Konfliktpotential, da es bis heute einer rechtssicheren Abstimmung dieser Institute ermangelt. So kommt es in der Praxis regelmäßig vor, dass das Handeln einer Stiftung zwar stiftungsrechtlich (noch) ihrer Stiftungsverfassung entspricht, abgabenrechtliche Anforderungen gleichwohl nicht erfüllt werden, was zu einem (rückwirkenden) Verlust der Steuerbegünstigung führen kann. Umgekehrt ist es nach derzeit wohl vorherrschender Auffassung ebenfalls möglich, entgegen der eigenen Stiftungsverfassung und damit gegen den dokumentierten Stifterwillen in wesentlichem Umfang Stiftungsmittel für andere (steuerbegünstigte) Zwecke zu „entfremden“, ohne die Steuerbegünstigung zu gefährden.

Der folgende Beitrag stellt beispielhaft am Kriterium der Unmittelbarkeit der Mittelverwendung heraus, weshalb sowohl der Formulierung der Stiftungsverfassung als auch der laufenden Mittelverwendung besondere Aufmerksamkeit zu widmen ist ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

The purpose of business is business (too)



Ein Plädoyer für eine ethische Unternehmensführung.

Stefan Kern, Mitglied des Vorstandes, Volksbank Trossingen eG. Lesen Sie diesen Beitrag auf Englisch.

I. Einleitung: Ein Wirtschaftssystem am Scheideweg?

In den letzten Jahren hat sich in weiten Teilen der Wirtschaft und insbesondere der Finanzwirtschaft ein Unbehagen breit gemacht. Dieses Unbehagen umfasst grundlegende Fragen, die sich in konkreten Krisen und Skandalen manifestieren, allem voran die Finanzmarktkrise in den Jahren ab 2008 und deren bis heute anhaltenden Konsequenzen. Und diese Fragen erschüttern ehemals unbestrittene Wahrheiten: Ist vor dem Hintergrund von Umweltrisiken und Klimawandel ein unendliches Wirtschaftswachstum sinnvoll oder möglich? Schafft wirtschaftliches Wachstum auch in Zeiten veränderter Demographie und Digitalisierung immer von Neuem Arbeitsplätze und Prosperität? Sind freie und unbeschränkte Kapitalmärkte der Gesamtwirtschaft wirklich förderlich oder schaden vielmehr Finanzprodukte und deren Handel ohne sogenannten „realwirtschaftlichen“ Anknüpfungspunkt unter dem Strich der Wirtschaft und der Gesellschaft?

Einen Höhepunkt erfuhr diese Systemkritik von ungewöhnlicher, aber sehr prominenter Seite: In seinem apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ formulierte Papst Franziskus: „Diese Wirtschaft tötet.“[1] In der reflexhaften Abwehrhaltung, die diese Aussage zur Folge hatte, wurde meist (wohl bewusst) übersehen, dass das Kirchenoberhaupt offensichtlich nicht die (soziale) Marktwirtschaft an sich, sondern eine weitgehend unreglementierte Wirtschaft, ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.

Agilität – „much ado about nothing“?

Ein neues Konzept oder nur alter Wein in neuen Schläuchen?

Dr. Ralf Kölbach, Mitglied des Vorstands, Westerwald Bank eG, Volks- und Raiffeisenbank

Verfolgt man die Diskussion um den Begriff der Agilität, stellt sich gelegentlich die Frage, ob es sich bei Agilität um ein wirklich neues Konzept handelt – oder ob nicht doch der Titel von Shakespeares Komödie “Viel Lärm um nichts” eine vielleicht zutreffende Beschreibung ist. Schließlich ist “Agilität” erstens kein neues Wort und zweitens eine selbstverständliche Anforderung an Unternehmen. Wie will ein nicht-agiles, also langsames Unternehmen mittel- oder gar langfristig in einer Marktwirtschaft, insbesondere im Umfeld gesättigter Märkte und angebotsseitiger Überkapazitäten, überleben? Vor diesem Hintergrund ist es somit in der Tat sinnvoll, das Thema grundsätzlich zu beleuchten und auch zu hinterfragen.

Das Konzept der Agilität

Die Wurzeln der Agilität liegen in der Softwarebranche (insbesondere Scrum), aber auch bei den Designern, ihr Entwicklungsprozess war die Grundlage der später so benannten agilen Methode “Design Thinking”.

Die Grundhypothese agiler Methoden ist, dass der aktuelle Kontext, oft beschrieben als der einer “VUCA”-Welt, also des simultanen Auftretens von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit, höhere Anforderungen an Unternehmen stellt als dies früher der Fall war. In dieser VUCA-Welt muss ein Unternehmen nun, so die Einschätzung, schneller agieren können, sich schneller an ständig wechselnde Umweltbedingungen anpassen. Das wiederum ist, so die These, nicht mit den bisher bekannten Methoden leistbar – sehr wohl aber mit der agilen Toolbox.

Die bekanntesten Methoden dieser Toolbox, insbesondere das Kanban-Board, scrum und Design Thinking, sind zwischenzeitlich weit verbreitet und das in den unterschiedlichsten Branchen. Bereits diese drei Methoden zeigen auf, wie breitgefächert der agile Baukasten ist: Kanban kommt aus der Welt des TPS (Toyota-Produktions-System), scrum aus der Software-Branche und Design Thinking basiert auf dem Entwicklungsprozess bei den Designern.

Agilität ist somit nicht ein abgeschlossenes System, sondern ein offenes mit vielen Schnittstellen und einer hohen Aufnahme- und Integrationsfähigkeit für unterschiedlichste Methoden.

Der ordnende Gedanke hinter dem agilen Baukasten ist also nicht der einer festgefügten Methodenwelt, sondern vielmehr der einer Zweckorientierung: die Geschwindigkeit des Unternehmens zu erhöhen.

Mögliche Einsatzfelder in Kreditinstituten

Kreditinstitute sind letztlich eine Branche wie andere auch und durchleben im Rahmen der Digitalisierung zweifellos grundlegende Veränderungen, sie leben nicht unter einer geschützten Glocke und können den Entwicklungen in ihren zunehmend unsicheren und immer stärker kundendominierten Märkten nur ausweichen, wenn sie sich in neue Geschäftsfelder hineinbegeben. Aber auch und gerade dann brauchen sie eine bisher weder bekannte noch benötigte Veränderungsgeschwindigkeit, und die Überlegungen konzentrieren sich auch in diesem Fall auf Methoden, die die Anpassungsgeschwindigkeit erhöhen. Somit gibt es definitiv Bedarf für einen Methodenbaukasten, der den Kreditinstituten dabei hilft, sich intern und an der Kundenschnittstelle zu beschleunigen sowie das Unternehmen maximal auf den Kundennutzen auszurichten. In welchem Umfang und für welche Prozesse/Organisationseinheiten agile Methoden eingesetzt werden sollten, ist unternehmensspezifisch zu entscheiden.

 

 SEMINARTIPPS
IT-Sicherheit Kompakt, 24.09.2019, Frankfurt/M.
Digitalisierung im Konten-/Zahlungsverkehr: Praxis & Prüfung, 26.09.2019, Frankfurt/M.
Prüfung (BA)IT im Fokus der Bankenaufsicht, 06.–07.11.2019, Wiesbaden.
Auslagerungen im Fokus der MaRisk und BAIT, 05.12.2019, Köln.
Informationssicherheit & Datenschutz – Prozesse effizient gestalten, 05.12.2019, Frankfurt/M.

 

Kreditinstitute stehen meist zwar hinsichtlich der rein technischen Dimension der digitalen Transformation durchaus auf Augenhöhe mit anderen Branchen. Jedoch ist deren zweite Dimension, die organisatorisch-kulturelle, häufig erst im Entstehen begriffen. Aber nur eine erfolgreiche Umsetzung beider Dimensionen schafft die Grundlage für die Bewältigung der digitalen Transformation. Ist nun die Organisation des betrachteten Kreditinstitutes z. B. noch stark hierarchisch und strikt prozessual geprägt, so stellt sich die Einführung von Kanban-Boards als sinnvolle erste agile Maßnahme dar. Aus dem unternehmensspezifischen organisatorisch-kulturellen Reifegrad folgt somit die Ableitung des jeweiligen agilen Programms.

PRAXISTIPPS

  • Überprüfen Sie im ersten Schritt den kulturellen Reifegrad Ihres Unternehmens – sind Sie grundsätzlich bereit für agile Methoden?
  • Besteht diese Bereitschaft, passen agile Methoden zu Ihrer Unternehmenskultur, dann überprüfen Sie, welche Methoden der agilen Toolbox zu Ihrem Unternehmen passen.
  • Wenn Sie für Ihr Kreditinstitut passende Methoden ausgewählt haben, priorisieren Sie diese – und dann starten Sie mit der Umsetzung. Typischerweise ist das Kanban-Board eine geeignete erste agile Methode.

 

Beitragsnummer: 77714

Die FCH Gruppe AG verleiht die Innovation Awards an die innovativsten Banken Deutschlands

Gesamtsieger Volksbank in der Ortenau setzt sich knapp gegen Stadtsparkasse Remscheid und VR Bank Südpfalz durch

Sascha Sychov, Bereichsleiter Digitalisierung und IT, FCH Gruppe AG

Am 24.06.2019 verlieh die FCH Gruppe AG in Kooperation mit der Allensbach Hochschule die Innovation Awards an die innovativsten Banken in Deutschland. Das war ein Kopf an Kopf-Rennen am ersten Abend der FCH-Innovation Days: Obwohl die Stadtsparkasse Remscheid sich in zwei Kategorien beweisen konnte, Business Model und Innovative Operations, holte die Volksbank in der Ortenau den Gesamtsieg als innovativste Bank ein.

Die VR Bank Südpfalz eG setzte sich in der Kategorie Customer Experience knapp vor den anderen teilnehmenden Banken durch. Wesentlicher Grund hierfür waren neben einem überzeugenden Omni-Kanal-Ansatz insbesondere die beiden innovativen Angebote „VR-SISy“ (VR-Service-Interaktiv-System) und „VR-Viki“.

Den Award in der Kategorie HR & Organisation gewann die Volksbank in der Ortenau. Auch diese Entscheidung war sehr knapp und letztlich gab die für die Branche sehr weit gediehene Ausrichtung der Organisation auf Innovation den Ausschlag. Die auf Agilität ausgerichtete Organisationsstruktur ermöglicht es der Bank, schnell und flexibel auf wechselnde Rahmenbedingungen zu reagieren, wozu auch die flachen Hierarchien und die strukturübergreifenden Projektteams ihren Beitrag leisten. Auch im Bereich des modernen Recruitings, der Außendarstellung in den Sozialen Medien und einer innovativen und zeitgemäßen Personalentwicklung konnte die Bank überzeugen.

Der Gesamtsieger wurde innerhalb der Untersuchung ermittelt, indem die Teilergebnisse der einzelnen Kategorien zu einem Gesamtergebnis aggregiert wurden. Insgesamt war die Volksbank in der Ortenau in allen nicht gewonnenen Kategorien jeweils sehr nahe am ersten Platz, was in Summe zu einem engen Gesamtsieg führte.

Business Model: Untersuchung des Innovationsgrads des Geschäftsmodells einer Bank.

Customer Experience: Hier wurde die Kundenseite betrachtet und der für den Kunden wahrnehmbaren Innovationsgrad bei den Touchpoints mit der Bank ermittelt.

Innovative Operations: Untersuchung der Innovationskraft der Arbeitsabläufe innerhalb der Bank. Hier spielten die internen Prozesse sowie die Nutzung innovativer Technologien eine Rolle.

HR & Organisation: Bewertung des Innovationsstands und der Innovationsfähigkeit von HR, der Organisation sowie der Führung innerhalb der Bank.

Die Allensbach Hochschule hat unter der Leitung von Prof. Dr. Sonja Keppler und Markus Krech, M.Sc., im Rahmen ihres Forschungsschwerpunktes „Digitalisierung“ die Daten der teilnehmenden Banken erhoben und ausgewertet. „Ziel war es auch, den aktuellen Stand der Digitalisierung im Bankwesen zu erfassen und den teilnehmenden Instituten entsprechende Entwicklungspotenziale aufzuzeigen,“ so Prof. Dr. Sonja Keppler. Die Allensbach Hochschule bietet neben einem Bachelor mit Schwerpunkt Banking auch einen Masterstudiengang „Finance“ an, in welchem auch das Thema „Digital Finance“ behandelt wird.

 

Beitragsnummer: 75637

 

Beitragsnummer: 75637

 

Beitragsnummer: 75637

 

Künstliche Intelligenz in der Finanzbranche



Welche Rolle spielt der Faktor "Mensch" in Zeiten exponentiellen technologischen Fortschritts?

Jochen Werne, Direktor Business Development, Product Management, Treasury und Payment Services bei der Bankhaus August Lenz & Co. AG

     

I. Einleitung

Die einzige Konstante in der Geschichte war, ist und bleibt der Wandel. Die Erfindung des Buchdrucks im Jahre 1450 durch Gutenberg war ein Meilenstein auf dem Zeitstrahl der Entwicklung der Menschheit. Heute nehmen wir diese – in damaligen Zeiten durchaus als Innovation geltende Erfindung – zwar noch würdigend zur Kenntnis, aber leben längst und wie selbstverständlich umgeben von Smartphones und Cloud-Anwendungen, in denen wir die privatesten Informationen speichern und von überall auf der Welt abrufen können. Der heutige Wandel wird durch eine regelrechte digitale Revolution vorangetrieben.

Der digitale Wandel hat bereits für den Einzelnen und dessen Lebensweise elementare Folgen, entwickelt jedoch seine ganze Kraft, wenn es um das Zusammenspiel mit unserem sozialen Umfeld geht. In Zeiten von Smart Robotics und reifender Systeme in Bezug auf Künstliche Intelligenz stellt sich immer wieder die Frage, welche Rolle der Mensch auf der Bühne dieser Technologien spielt. Ist er ...


Weiterlesen?


Dies ist ein kostenpflichtiger Beitrag aus unseren Fachzeitschriften.

Um alle Beiträge lesen zu können, müssen Sie sich bei meinFCH anmelden oder registrieren und danach eines unserer Abonnements abschließen!

Anmeldung/Registrierung

Wenn Sie angemeldet oder registriert sind, können Sie unter dem Menüpunkt "meinABO" Ihr aktives Abonnement anschauen oder ein neues Abonnement abschließen.