Compliance zur Steuerung der digitalen Transformation

Verbindung von Digitalisierung und Datenschutz – verantwortungsvolle und nachhaltige Unternehmenssteuerung

Johannes Pföhler, Gründer, SUTRON Sustainable Transition Solutions

Mit dem 25.05.2018 wurden die Compliance-Anforderungen in Sachen Datenschutz drastisch erhöht. Branchenübergreifend bedeutet das einen hohen Anpassungsbedarf, insbesondere für Geschäftsmodelle mit digitalen Datenverarbeitungstätigkeiten. Die europaweit gültige Verordnung räumt den Aufsichtsbehörden einen entscheidend vergrößerten Bußgeldrahmen ein. Dennoch sollten Unternehmer nicht aus Angst vor möglichen Strafen, sondern aufgrund der Chance, die diese Umstellung bietet, handeln und Compliance generell für eine nachhaltige Ausrichtung der Unternehmenstätigkeit nutzen.

Daten und deren Schutz: Heute so, morgen so!

Einerseits werden Daten für Gutscheine und Ermäßigungen sowie für kostenlosen W-Lan-Zugang ohne Bedenken ausgehändigt. Andererseits kämpfen Ämter und Behörden mit unterschiedlichen Datenstämmen und ohne die Möglichkeiten eines Datenabgleichs häufig mit Redundanzen und Mehrarbeit. Die Versuche hier Abhilfe zu schaffen sind langwierig und mit unterschiedlichen Erfolgsaussichten ausgestattet, da von Verbrauchern und insbesondere ihren Schützern jedweder Einwand zur Erschwerung des Schaffens eines transparenten Bürgers, mitunter sicher zu Recht, gefunden wird.

Unternehmen erfahren diese Entwicklung am eigenen Leib. Die Anforderungen an Arbeitsplatz und Tätigkeit der nachkommenden Generationen haben sich potenziert, so dass interne IT-Abteilungen Schwierigkeiten haben die datenschutzrechtlichen Bedingungen zu erfüllen, die z. B. mit Auslagerungen ins Home-Office oder der Bring-your-own-device-Thematik einhergehen. Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Risiko stellt die Kommunikation über intransparente Messenger wie WhatsApp dar. Immerhin erfolgt der Nachrichtenversand seit einiger Zeit End-to-End-verschlüsselt, dennoch ist nicht klar wer Zugriff auf die Daten und somit betriebsinterne Informationen erhält.

 

Chancen der Digitalisierung für eine nachhaltige Entwicklung

Aus Unternehmsicht bedeuten die Weiterentwicklung von Technologien wie Block-Chain, Internetofthings (IoT), Artificial Intelligence und Virtual sowie Augmented Reality riesige Potentiale die eigene (Geschäfts-)Idee auf neue Beine zu stellen. Mit deren Hilfe kann das, aktuell zwar noch funktionierende, aber zukünftig stärker unter Beschuss stehende, Geschäftsmodell zukunftssicher und richtungsweisend erneuert werden.

Dies macht den Anstoß eines internen Transformationsprozesses zwingend notwendig. Ausgehend von den Kundenerwartungen sollten Nachhaltigkeitsaspekte eine ebenso gewichtige Rolle spielen. Weshalb fragen Sie? Das verantwortungsbewusste und nachhaltige Wachstum eines Unternehmens führt mittelfristig regelmäßig zu einem größeren Kredit bei und Ertrag durch die Kundenseite und stellt die langfristige Sicherung der Unternehmensexistenz dar. Die Prüfung von ökologischen und sozialen Aspekten der Tätigkeit und Strategie der Unternehmung wird gemeinsam mit dem Einsatz neuer innovativer Technologien zu einer verantwortungsvolleren Nutzung natürlicher Ressourcen und einer besseren sozialen Wirkung des Unternehmens beitragen können.

Mut zur Disruption und Einhaltung Compliance in der Transformation

Für die grundlegende Erneuerung der eigenen Prozesse bedarf es Risikobereitschaft und Ausdauer – Skeptiker und Bedenkenträger werden den Weg des Unternehmens säumen. Ihre Einwände zu berücksichtigen und zu managen gehört ebenfalls zur Aufgabe.

Zwei Dinge braucht es darüber hinaus. Zum einen die Einführung von Compliance-Prozessen, also handfeste Wegweiser zur rechtskonformen Erledigung der Geschäftstätigkeiten, und zum anderen die Entwicklung einer Compliance-Kultur, die die notwendigen Werte innerhalb der Belegschaft des Unternehmens verankert. Dies wird nur gelingen, wenn sie durch die Führungsebene vorgelebt werden.

Alles in allem bedeutet das vielmehr den Schutz der Menschen als den der Daten. Das wird leichter durch das immer-wieder-ins-Gedächtnis-Rufen der folgenden Fragestellungen:

Welche Daten sind tatsächlich zwingend notwendig?
Welchen gesellschaftlichen Nutzen schafft der Einsatz dieser Technologie?

Damit erfüllen Sie beispielsweise umso eher den aus der EU-DSGVO kommenden Grundsatz der Datensparsamkeit. Wenn sämtliche derartige Bedingungen mit umsichtigem Blick auf die gesetzlichen und moralischen Grenzen eingehalten werden, gelingt die digitale Transformation. Compliance stellt hierbei Werkzeug zur Kontrolle und Förderung dar.

 

Praxistipps
  • Nutzen Sie die Chance, die die Anpassungspflicht wie die zur DSGVO bietet, für weitere Optimierungen!
  • Überprüfen Sie Ihr Geschäftsmodell vor dem Hintergrund der neuen Technologien kritisch – Was kann den von Ihnen geschaffenen Mehrwert über kurz oder lang ersetzen?
  • Nachhaltigkeit und Verantwortungsbewusstsein sind als Argumente beim Kunden wie bei allen Stakeholdern angekommen – nehmen Sie darauf Rücksicht!
  • Compliance braucht zur Entfaltung der Wirkung Prozesse und Werte – Prüfen Sie deren Vorhandensein!

 

Beitragsnummer: 1060