Deutsche Verbraucher: Kein Auskommen mit dem Einkommen

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Der europaweit agierende Forderungsmanager KRUK legt die Ergebnisse seiner aktuellen Schuldenwelten-Studie vor. Zum dritten Mal in Folge fand die jährliche Befragung zum Thema Geld, Kredite und Schulden auch in Deutschland statt. In diesem Jahr wurde dabei ein besonderer Fokus auf das Thema Geldsorgen und Kaufverhalten unterschiedlicher Branchen gelegt.

Die Gruppe, die sich nach eigenen Angaben in der komfortabelsten finanziellen Situation befindet, arbeitet im Finanzwesen – 60 % bewerten ihre finanzielle Lage als sehr gut, weitere 31 % beurteilen sie mit gut. Im Durchschnitt über alle befragten Berufsgruppen sagen dies nur 36 beziehungsweise 46 %. Ähnlich gut beurteilen auch IT-Spezialisten ihre finanzielle Situation: Ganze 47 % können etwas auf die hohe Kante legen und weitere 42 % haben auch mit ungeplanten Ausgaben kein Problem. Auf Rang drei folgen die Beschäftigten in Uniform, etwa bei Feuerwehr, Polizei und Grenzschutz. Hier sind 41 % sehr und 42 % doch ganz zufrieden.

Im Vergleich haben diese drei Gruppen selten das Gefühl, dass sie mehr Geld ausgeben, als ihr Monatsbudget erlaubt. Im Durchschnitt aller Befragten sagten dies rund 34 %. Bei den Beschäftigten im Finanzwesen glauben nur 19 %, dass sie zu viel ausgeben. Bei den Informatikern sind es 27 %. Bei den uniformierten Diensten glauben immerhin 41 %, dass sie ihr Budget über Gebühr strapazieren. Dank ihrer guten finanziellen Ausgangslage haben Informatiker, Bankmitarbeiter und Uniformierte denn auch die höchsten Ersparnisse: Laut eigenen Angaben ist es in der IT-Branche das 19-fache des jeweiligen Monatseinkommens, bei den beiden anderen Branchen sind es immerhin noch Faktoren von 18,6 und 17,2.

Doch trotz gutem Einkommen und hoher Rücklagen scheint das Geld nicht zu reichen: Auf die Frage „Waren Sie mit Ihren Zahlungen, etwa für Miete, Telefon oder Kreditraten, schon einmal zu spät dran?“ antworteten 35 % der Beschäftigten im uniformierten Dienst mit Ja, bei den IT-Experten sind es 29 %, bei den Beschäftigten im Finanzwesen 14 %. Soweit, so wenig Besorgnis erregend – Im Durchschnitt über alle Branchen sind 31 % der Deutschen mit ihren Zahlungen nicht ganz pünktlich. Doch bei der Frage „Was war die höchste Summe, mit der Sie je in Verzug waren?“ zeigt sich das hohe Ausmaß der ausstehenden Verbindlichkeiten: In der IT sind es noch moderate 5,4 Gehälter, im Finanzwesen jedoch ganze zwölf und im uniformierten Dienst sogar 13,6 Monatsgehälter. Über alle Branchen hinweg sind es dagegen im Schnitt nur 6,4 Monatsgehälter.

Diese Zahlen seien alarmierend, denn sie zeigten, dass viele Verbraucher offenbar gar keinen Überblick über ihre Finanzen, über Einnahmen und Ausgaben haben. Selbst, wer sich zu den Gutverdienern zählt, sei vor Schulden nicht gefeit, erklärt ein Business Development Manager beim Forderungsmanager KRUK. Eine andere unangenehme Erkenntnis aus der Studie sei auch, dass nur 41 % der Teilnehmer aus der Finanzbranche bestätigten, dass sie alle überfälligen Rechnungen begleichen konnten. Sie seien damit das Schlusslicht und weit unter dem Branchendurchschnitt von 69 %.

Entsprechend häufig stehen die Befragten dann auch in der Kreide: So sind alle drei Berufsgruppen – gleichauf mit anderen Branchenvertretern – unter den Top 3, wenn man betrachtet, wer innerhalb der letzten zwölf Monate einen Kredit aufgenommen hat. Die Kollegen bei Feuerwehr, Polizei und Grenzschutz sind hier besonders aktiv: Fast drei Viertel (63 %) haben derzeit einen Kredit am Laufen, ganze 15 % retteten im letzten Jahr ihren Haushalt mit geliehenem Geld. Im Finanzwesen sind es ebenfalls 15 %, bei den Informatik-Spezialisten trifft dies sogar auf 20 % der Befragten zu. Und dies, obwohl die Teilnehmer in den letzten drei Jahren zumeist durchgehend beschäftigt waren und auch die Vergütung oft gestiegen ist: Bei den befragten Uniformierten bei 25 %. Bei den Umfrageteilnehmern aus der IT bei 47 %. Und im Finanzwesen gab es sogar bei 53 % der Befragten in den letzten drei Jahren einen Gehaltssprung.

Dass man als Dienstleister, im Einzelhandel oder auf dem Bau nicht eben reich werde, wundere wohl niemanden. Doch dass selbst hochrangige Finanzberater, IT-Administratoren oder Polizeibeamte ihre Not mit dem lieben Geld haben, sei schon überraschend. Die Studie zeige, Schulden sind ein weitverbreitetes Problem, das – unabhängig von Berufsweg oder Einkommen – weite Teile der Gesellschaft betrifft.

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