Führungskräfte-Seminar „Der Samurai Manager®“ –Erfahrungsbericht

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Dr. Jaime Uribe, Geschäftsführer, FCH Personal GmbH

„Samurai Manager“? Äh…? Es ist schon interessant und z. T. auch etwas amüsant zu beobachten, welche unterschiedlichen Reaktionen ein solcher Name hervorrufen kann, und das nicht nur über Kulturen hinweg, sondern auch innerhalb eines Unternehmens. „Asiatisches Hokuspokus“, „Kampfkunst-Seminar“, „Turnen für Manager“, „esoterisches Zeug“. Sie hätten sicherlich auch ein paar Ausdrücke parat, um die Liste zu erweitern, oder? Ein Vorurteil darüber, was sich dahinter verbirgt, ist dann auch gleich damit verbunden. Ist dieses negativ behaftet, besteht durchaus die Möglichkeit, dies auch nicht (mehr) ändern zu können, ganz einfach weil die Entscheidung, in dem Fall zum Seminar-Besuch und damit eventuell etwas Neues zu erfahren, in dem Zusammenhang auch hinfällig ist.

Interessanterweise dreht sich Vieles bei diesem international besuchten Führungskräfte-Seminar genau darum: Wie können Führungskräfte bewusst, zum richtigen Zeitpunkt und dann entschlossen, Entscheidungen treffen und durchziehen in einer Umgebung, die immer komplexer wird?

Nach fast drei Seminar-Tagen wird auch klar, dass genau diese Anforderungen an die Führungskompetenz mit den überlieferten Werten eines Samurais, nämlich Disziplin, Exzellenz und Intuition begreifbar werden und vermittelt werden können. Es ist nicht das WAS, das bei der Erfahrungs- und Wissensvermittlung im Seminar den Unterschied zu anderen Führungskräfte-Seminaren macht, sondern das WIE. Hier liegt eindeutig der Fokus auf das Erlebte als Vehikel zur Erkenntnis: „lernen durch erleben“. Eine Kombination aus mehreren (leichten) Kampfkunstübungen ermöglichen, zu erleben was es bedeutet, sich in kürzester Zeit auf das Wesentliche zu konzentrieren und somit ein Gefühl für die eigene Intuition zu entzünden; eine Erfahrung die später bei der Vorbereitung und der Analyse von ausgewählten Cases bewusst eingesetzt und reflektiert wird. Die unmittelbare Rückmeldung des Trainers und der anderen Teilnehmer ist auf die bewusste Weiterentwicklung der eigenen Verhandlungs- und Führungskompetenzen gerichtet.

SEMINARTIPPS

Führungskräfte-Seminar: Der Samurai Manager®, 10.–13.10.2018, Stollhof, Österreich.

Fit & Proper in deutschen Banken – Eignungsprüfung für Schlüsselposition, 04.12.2018, Frankfurt/M.

 

Führungspersönlichkeiten, die bereits eine Führungsposition in ihren Organisationen innehaben oder eine übernehmen sollen und dazu einen weiteren Zugang zu den eigenen Verhandlungs- und Führungsfähigkeiten suchen, finden in diesen drei Tagen Denkanstöße und neue Erkenntnisse, die ihr Führungsverhalten nachhaltig beeinflussen werden.

Diese Erfahrungen und neue Erkenntnisse sind natürlich branchenunabhängig, wenn es um deren Wirkungsentfaltung in der eigenen Organisation geht. In der Finanzbranche, wo die aufsichtlichen Anforderungen die Organisationen zusätzlich und zunehmend unter Druck setzen, sind die Wirkung und das Handeln der Führungskräfte besonders unter Beobachtung. Nicht zu Unrecht, wenn wir bedenken, dass diese u. a. auch für die Etablierung (Entwicklung, Implementierung und Förderung) einer angemessenen Risikokultur in Ihren Organisationen verantwortlich sind (AT 3 MaRisk).

Hinzu kommt, bedingt durch die sog. „Fit & Proper-Anforderungen“, dass die europäische und nationale Bankenaufsicht künftig höhere Anforderungen an eine ordnungsgemäße Personalausstattung prüfen muss. In dem Zusammenhang müssen sich alle Institute auf eine rigorosere, tiefergehende bzw. laufende Prüfung der fachlichen und persönlichen Eignung der eigenen Leitungs- und Schlüsselfunktionen einstellen und vorbereiten.

BUCHTIPPS

 Daumann/Leicht (Hrsg.), Arbeitsbuch Regulatorische Compliance, 2. Aufl. 2018.

Linder, Erfolgsfaktor Humankapital bei der Fusion von Banken, 2018.

Kuhn/Thaler (Hrsg.), BankPersonaler-Handbuch, 2016.

Das Führungskräfte-Seminar „der Samurai Manager“ prägt nachhaltig den bewussten Umgang mit der eigenen Führungskompetenz und erhöht (und dokumentiert) somit die persönliche Eignung. Vor der Tatsache, dass der Führungsstil die eigene Unternehmenskultur und somit auch die Risikokultur beeinflusst, fördern die hier gewonnenen Erkenntnisse einen soliden und greifbaren Umgang mit den Themen Unternehmens- und Risikokultur sowie Fit & Proper in den Organisationen.

Für mich als Personaler, insb. als Personal- und Organisationsentwickler, eine empfehlenswerte Erfahrung für Führungskräfte, die eine entsprechende Sensibilität besitzen und darüber hinaus bereit sind, über die möglichen Schatten eines „ungewöhnlichen“ Namens zu springen und die eigenen Führungsqualitäten nachhaltig zu potenzieren.

PRAXISTIPPS

  • Als Personaler sollten Sie sich zunächst mit den Fit & Proper-Anforderungen ausführlich beschäftigen und diese mit den Führungskräften und Schlüsselpositionen Ihrer Organisation rechtzeitig besprechen und dokumentieren. Die Anforderungen an die fachliche UND persönliche Eignung von Verwaltungs- und Aufsichtsräten, von Vorständen und Geschäftsleitern sowie von Schlüsselpositionen (z. B. Revision, Compliance, Banksteuerung/Controlling) verlangen Planung, Dokumentation und Messung der Erfolge. Das ist eine Ihrer strategischen Aufgaben.
  • Als Aufsichtsrat eines Instituts sind Sie stärker als früher gefordert, entsprechend qualifiziert zu sein. Zu der selbstverständlichen fachlichen Eignung gehört die Persönliche definitiv auch dazu. Wie aktiv Sie damit umgehen, sollten Sie auch dokumentieren bzw. dokumentieren lassen.
  • Als Vorstand sind Sie beim Thema Risikokultur gewiss in der Pflicht. Zum einen sind Ihre Führungsqualitäten gefragt, um die fördernden Rahmenbedingungen zu schaffen. Zum anderen müssen Sie auch dafür Sorge tragen, dass Ihre Führungskräfte und Schlüsselpositionen laufend befähigt werden, diese Rahmenbedingungen selbst zu schaffen und zu überwachen.
  • Als Führungskraft oder Inhaber einer sog. Schlüsselposition liegt es in Ihrem eigenen Interesse, entsprechend qualifiziert zu werden. Planen und bereiten Sie mit Ihrer Führungskraft und der Personalabteilung die weiteren Schritte Ihrer Befähigung ehrlich und gezielt vor. Darunter z. B. auch entsprechende Vorbereitungen für Aufsichtsgespräche.

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