FCH Innovation Days: Innovationen in Banken – ein ungenutztes Potential

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Überwindung von Isolationen, Anpassungen des Arbeitsfeldes sowie Nutzung neuer Technologien zur Optimierung des Arbeitsprozesses

Sascha Sychov, Bereichsleiter Digitalisierung und Chefredakteur DigiPraktiker, FCH Gruppe AG

Innovationen sind ausschlaggebend für den Erfolg bzw. für die Entwicklungen eines Unternehmens ebenso wie neue Technologien. In der heutigen Zeit darf man sich nicht mehr auf ein Thema fokussieren, sondern muss mehrere Brillen aufsetzen, um unterschiedliche Seiten betrachten zu können.

1. Geschehen lassen

Ideen, Faszinationen oder Spekulationen kommen von außen, aber Innovationen werden von innen gelebt. Jeder Mitarbeiter, jeder Chef und jeder Auszubildende hat etwas Besonderes an sich, vor allem sein Denkvermögen. In den meisten Fällen wird das Potential nicht richtig genutzt bzw. nicht ausreichend gefördert. Selbstverständlich kann man Innovation nicht erzwingen, denn diese kommt und geht wann sie will. Man kann den Leuten eine Richtung aufweisen, woraufhin sie sich selbst Gedanken über bestimmte Situationen machen können, um neue Perspektiven einzunehmen. Man muss sich darauf einstellen, dass Fehler gemacht werden. Das ist besonders für die deutsche Bevölkerung sehr schwierig, weil sie in einer Non-Mistake-Kultur aufgewachsen ist, in welcher Qualität und Makellosigkeit an oberster Stelle stehen. Es muss klargemacht werden, dass aus Fehlern auch Lehren gezogen werden, aber man sich trauen muss, diese zuzulassen.

2. Technologische Unterstützung

Blockchain, Cloud Computing, Automatisierung/RPA, Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data sind alles Begriffe, welche heutzutage in aller Munde sind. Vor einem Jahr wäre das noch undenkbar gewesen! Die digitale Welt ist schon lange angekommen, nur wird sie nicht genutzt. Blockchain kann den Zahlungsverkehr revolutionieren und Vertrauen im Internet schaffen, weil man die Personen am anderen Ende genau identifizieren kann. Mittels Cloud Computing kann man Teile der eigenen Infrastruktur digital abbilden oder sogar Prozessabläufe dorthin verlagern. Somit können neue Online-Markteinführungen deutlich beschleunigt werden. Immer wiederkehrende Aufgaben bzw. sich immer wiederholende Prozesse können mittels RPAs vollkommen automatisiert werden. Das führt zur Entlastung des Mitarbeiters, welcher sich gezielter auf seine Kernaufgaben konzentrieren kann oder sich sogar neuen, innovativen Herausforderungen widmen kann. Künstliche Intelligenz wird immer bedeutender in der Finanzbranche, nicht nur als Hilfe in der Beratung (z. B. Kreditvergabe) oder der Auswahl der idealen Vermögensstruktur für den Kunden, sondern auch für die Abwehr von Angriffen von außerhalb. Die KI muss nur reichlich mit Daten (Big Data) befüllt werden, um die Bedürfnisse des Menschen optimal zu analysieren bzw. um Angriffe vorherzusehen.

 

 SEMINARTIPPS

Digitalisierung im Konten-/Zahlungsverkehr: Praxis & Prüfung, 08.04.2019 Frankfurt/M.
Blockchain: Formen & Einsatzmöglichkeiten, 10.04.2019, Frankfurt/M.
Digitales Kreditgeschäft, 11.04.2019, Köln.
Neue aufsichtliche Vorgaben für Cloud-Nutzungen, 11.04.2019, Frankfurt/M.
Schlankere Baufi-Prozesse: Digital & Direkt, 13.05.2019, Frankfurt/Offenbach.
Robo-Advisor im Wertpapiergeschäft, 24.06.2019, Köln.
FCH Innovation Days 2019, 24–25.06.2019, Berlin.

 

3. Die Bank als Plattform

Damit ist nicht gemeint, dass jede Bank jetzt ihre eigene Plattform gründet und hofft, dass darauf direkt Geschäfte absolviert werden. So hart es klingt: Da sind die Banken schon zu spät!

Aber betrachtet es man von der anderen Seite. In Prinzip sind ALLE Banken schon kleine Plattformen, auf welchen sich permanent Aktivitäten entwickeln. Kunden nutzen deren App, die Chats und können schon teilweise online Geschäfte abwickeln. Da ist noch sehr viel Luft nach oben, insbesondere da die PSD II die Schnittstellen nach außen öffnet. Banken haben die Möglichkeit, ihre bestehende Plattform weiter auszubauen mit den Bausteinen der Start-Ups oder FinTechs, welche aus technologischer Sicht viel weiter sind als die Institute. In einer Welt, in der sich die Bedürfnisse der Kunden rasant ändern muss man schnell handeln, innovative Lösungen finden und den Trend antizipieren. Man muss sich folgende Fragen stellen: Welche Prozesse können optimiert werden und gibt es schon fertige Lösungen auf dem Markt?

Das FCH bietet die InnovationDays und den Innovation-Award

Auf unserer neuen Tagung am 24–25.06.2019 werden alle diese Themen behandelt: Von der Fachlichkeit bis hin zur praxisnahen Umsetzung.

Sie sind innovativ und haben schon vieles in ihrem Institut umgesetzt, in den Kategorien Business Model, Customer Experience, Innovative Operations und HR, Organisation & Leadership? Dann machen Sie bei dem gemeinsamen Projekt der Allensbach Hochschule und des FCH mit. Die Teilnahme am Award kostet für Banken 2500 €. Inklusive sind 2 Eintrittskarten zur Tagung.

 

 BUCHTIPP

Janßen/Plate/Riediger (Hrsg.): Digitalisierung im Dokumentenmanagement, 2017.

 

Sie sind Anbieter im Bankensektor und interessieren sich für ein Sponsoring der FCH-Innodays? Dann schreiben Sie uns: heidi.bois@fc-heidelberg.de

PRAXISTIPPS

  • Holen Sie externe Leute zu sich, um eine andere Sichtweise zu erlangen.
  • Lassen Sie Ihre Mitarbeiter einfach mal machen (Workshops, Ausflüge etc.).
  • Errichten Sie Innovationslabore und lassen jede Altersgruppe dort einfach mal machen.
  • Lassen Sie jede Idee auf sich wirken, egal wie unwahrscheinlich diese klingt Daraus entstehen meist die richtigen Ideen.
  • Keine Angst vor Veränderungen Man muss den Leuten nur erklären WARUM man bestimmte Sachen tut, um ihnen die Angst zu nehmen.
  • „Probieren geht über Studieren“ – Man muss bestimmte Neuheiten einfach ausprobieren, um Erfahrungen zu sammeln.
  • Jedes Institut ist ein Individuum, und so braucht es auch für sich die richtige Technologie Gehen Sie auf die Suche bzw. schauen Sie sich Ihre Prozesse an.

 

 

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