Moderne Kosten- und Leistungsrechnung in der Banksteuerung

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Stefan Farber, Kalkulation und Kostencontrolling, Sparkasse KölnBonn

Die Anforderungen an die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) in einem Kreditinstitut waren selten so hoch wie in der jetzigen Zeit. Insbesondere vor dem Hintergrund sinkender Erträge auf der einen und steigender Kosten auf der anderen Seite kommt der Kosten- und Leistungsrechnung eine immer höhere Aufmerksamkeit zu. Wo fallen welche Aufwendungen/Kosten für welche Produkte/Prozesse an? Führen die eingesetzten Mittel zu mehr Ertrag oder (perspektivisch) zu geringerem Aufwand? Hier heißt es für die KLR, zunächst Transparenz zu schaffen und entscheidungsrelevante Informationen bereit zu stellen: Transparenz über die Art der Kosten und welche Stelle im Institut sie verursacht.

Hierzu braucht es eine angemessen strukturierte Kostenartenrechnung, die durch eine der Komplexität und Struktur des Instituts entsprechende Kostenstellenrechnung ergänzt wird. Ziel muss sein, ein ausreichend detailliertes aber gleichzeitig flexibles Kostenrechnungssystem zu implementieren, welches den Entscheidungsträgern möglichst genaue Informationen liefert, aber andererseits auf der Grundlage der zur Verfügung stehenden Standardanwendungen mit überschaubaren Aufwand zu betreuen ist. Idealerweise ist dieses System mit den anderen Bereichen des Instituts, wie z B. dem externen Rechnungswesen, so verzahnt, dass Ergebnisse überleitbar und widerspruchsfrei sind. Dies kann beispielsweise durch monatliche Abstimmungen der Daten aus externem und internem Rechnungswesen erreicht werden. Die Datenqualität und Konsistenz sind somit für eine moderne KLR unerlässliche Nebenbedingungen.

 

 SEMINARTIPP

Moderne Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) in der Banksteuerung, 28.03.2019, Köln.

 

Eine qualitativ gute KLR im Bereich der Ist-Kostenrechnung kann dann als Ausgangsbasis für die mittelfristige Planung und Budgetierung dienen und ist gleichzeitig ein gutes Instrument, um Fehlentwicklungen zu erkennen und entsprechende Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen.

Die Planung auf Basis der bekannten Daten aufzusetzen und dann fortzuentwickeln ist ein bewährter und praktikabler Ansatz. Die Fortschreibung von Kosten der jeweiligen Kostenarten und ggf. auch Kostenstellen lässt erkennen, welche Kosten in Zukunft voraussichtlich anfallen werden, und auch wo die Kosten voraussichtlich anfallen. Eine Betrachtungsdimension bleibt hierbei allerdings unberücksichtigt. Für welche konkrete Maßnahme entstehen die Kosten? Entstehen die Kosten im Rahmen eines Projektes zur Umsetzung neuer aufsichtlicher Anforderungen? Zur Einführung eines neuen Produkts? Zur Abwicklung des Baufinanzierungsgeschäfts? Die Budgetierung auf Ebene von durchzuführenden Maßnahmen schafft eine größere Kostentransparenz und ergänzt die übliche Planung auf Ebene der Kostenarten und -stellen.

Ausgehend von den dann im Rahmen der KLR vorliegenden Informationen und deren Analyse können aus der KLR konkrete Steuerungsimpulse gewonnen werden, die den Entscheidungsträgern zum einen die Entscheidungsfindung vereinfachen und zum anderen die Wirkungen dieser Entscheidung klar aufzeigen.

Nicht zuletzt kann eine KLR, die auf Ebene konkreter Maßnahmen Transparenz über Kosten und Erträge schafft, auch einen positiven Einfluss auf die Kostenkultur und -verantwortlichkeit im gesamten Institut haben.

PRAXISTIPPS

  • Strukturieren Sie die KLR so, dass die Struktur und die Komplexität des Instituts angemessen abgebildet werden.
  • Schaffen sie Transparenz für die Entscheidungsträger, indem Sie die Informationen aus der KLR nutzen.
  • Verzahnen Sie die KLR mit weiteren Steuerungskreisen des Instituts.
  • Die Planung und Budgetierung sollte auf Basis der KLR um die Dimension konkreter Maßnahmen ergänzt werden.

 

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