Neue MaRisk-Anforderungen zum Produkt-/Märkte-Katalog

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Mögliche NPP-Erleichterungen in der Praxis

Michael Jander, Bereichsleiter Verbund- und Vertriebsmanagement, Kreissparkasse Böblingen

Mit der jüngsten MaRisk-Novelle sind Kreditinstitute verpflichtet, einen „Produkt-Märkte-Katalog (PMK)” aufzustellen, der alle betriebenen Geschäfte (inkl. Märkte/Vertriebswege) beinhaltet. Überwiegt bei der erstmaligen Erstellung die Unsicherheit bzgl. Umfang und Detailtiefe, kann dieser in der Zukunft dabei helfen, die doch immer wieder leidigen Diskussionen bzgl. NPP-Notwendigkeit zu versachlichen.

 

 BUCHTIPP

Handbuch Neu-Produkt-Prozess, 2018.

 

 

Inhalte eines Produkt-Märkte-Katalogs

Im Prinzip kann die Anforderung des AT 8.1 (2) keine Herausforderung für ein Kreditinstitut darstellen, da ein Kreditinstitut für die beschriebenen Geschäfte entsprechende Organisationsrichtlinien vorhält. Herausfordernd ist allerdings, eine Struktur zu finden, die auf alle Geschäftsarten passt und auch die entsprechenden Aspekte beinhaltet. Klar ist, dass nicht jedes Detail zu erfassen ist, aber Inhalte wie „Produktbezeichnung, Eigenproduktion oder Vermittlungsgeschäft, Datum NPP, genutzter Vertriebsweg, aktives Angebot“ aufzuführen sind.

 

 SEMINARTIPPS

Prüfung MaRisk-Umsetzung, 18.03.2019, Frankfurt/M.

Umsetzung und (Über-)Prüfung einer angemessenen Risikokultur, 19.03.2019, Frankfurt/M.

Neu-Produkte-Prozess (NPP), 20.03.2019, Frankfurt/M.

Prüfung Neue-Produkte-Prozess (NPP) & Produktkatalog, 03.12.2019, Frankfurt/M.

 

Hilfreich ist eine Unterscheidung zwischen „Produktkategorien“ sowie „Produktvarianten“: insbesondere wenn z. B. bei einem bereits angebotenen (und somit im PKM vorhandenen) Produkt eine neue Zinsvariante bzw. andere Modifikation vorgenommen wird und daraus nur kleine Anpassungen zu erfolgen haben, kann damit die Verzichtsregelung gem. AT 8.1 (7) begründet werden.

Basis für diverse NPP-Fragestellungen

Hat das Kreditinstitut seinen PMK erstellt, ist dieser die Basis für diverse Tätigkeiten und Entscheidungen, die sich aus den Anforderungen des AT 8.1 ergeben:

  • Wird eine neue Produktidee vorgeschlagen, lässt sich mit einem Blick auf den PKM erkennen, ob die Notwendigkeit eines vollständigen NPP besteht.
  • Einfach zu erkennen, ob ähnliche Geschäfte bereits betrieben werden
  • Basis für die geforderte jährliche Überprüfung

PRAXISTIPPS

  • Starten Sie mit der detaillierten Erfassung aller angebotenen Leistungen, auch wenn dadurch der erstmalige Erstellungsaufwand etwas größer ist
  • Bei aufkommenden NPP-Fragen nutzen Sie den PMK für die Versachlichung der Diskussion

 

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