The purpose of business is business (too)



Ein Plädoyer für eine ethische Unternehmensführung.

Stefan Kern, Mitglied des Vorstandes, Volksbank Trossingen eG. Lesen Sie diesen Beitrag auf Englisch.

I. Einleitung: Ein Wirtschaftssystem am Scheideweg?

In den letzten Jahren hat sich in weiten Teilen der Wirtschaft und insbesondere der Finanzwirtschaft ein Unbehagen breit gemacht. Dieses Unbehagen umfasst grundlegende Fragen, die sich in konkreten Krisen und Skandalen manifestieren, allem voran die Finanzmarktkrise in den Jahren ab 2008 und deren bis heute anhaltenden Konsequenzen. Und diese Fragen erschüttern ehemals unbestrittene Wahrheiten: Ist vor dem Hintergrund von Umweltrisiken und Klimawandel ein unendliches Wirtschaftswachstum sinnvoll oder möglich? Schafft wirtschaftliches Wachstum auch in Zeiten veränderter Demographie und Digitalisierung immer von Neuem Arbeitsplätze und Prosperität? Sind freie und unbeschränkte Kapitalmärkte der Gesamtwirtschaft wirklich förderlich oder schaden vielmehr Finanzprodukte und deren Handel ohne sogenannten „realwirtschaftlichen“ Anknüpfungspunkt unter dem Strich der Wirtschaft und der Gesellschaft?

Einen Höhepunkt erfuhr diese Systemkritik von ungewöhnlicher, aber sehr prominenter Seite: In seinem apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ formulierte Papst Franziskus: „Diese Wirtschaft tötet.“[1] In der reflexhaften Abwehrhaltung, die diese Aussage zur Folge hatte, wurde meist (wohl bewusst) übersehen, dass das Kirchenoberhaupt offensichtlich nicht die (soziale) Marktwirtschaft an sich, sondern eine weitgehend unreglementierte Wirtschaft, ...


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