Zinsschockberechnung mit und ohne Margen-Cash Flows

Eine kritische Analyse im Kontext des Zinsrisikorundschreibens 9/2018[1] Prof. Dr. Svend Reuse, Mitglied des Vorstandes, Kreissparkasse Düsseldorf[2] I. Einleitende Worte Die Methoden zur Berechnung des Zinsbuchbarwertes und des Zinsschocks sind seit Jahrzehnten bekannt und etabliert[3]. Mit dem Zinsrisikorundschreiben 9/2018 offeriert die Aufsicht nun entgegen der bisher explizit vorgegebenen Berechnung mit Außenzinssätzen[4] – also Verwendung des Kundenzinses – die Möglichkeit, die Margen-Cashflows aus dem Summenzahlungsstrom zu egalisieren[5] und folglich auf die Marktzinssätze anstelle der Kundenzinssätze abzustellen. Dieser Beitrag stellt die rechtlichen Grundlagen hierzu vor und analysiert die Sinnhaftigkeit dieser methodischen Änderung im Kontext der FinaRisikoV und der internen Steuerung. II. Aufsichtsrechtliche Grundlagen 1. BCBS 368[6] und EBA Guidelines EBA/GL/2018/02[7] Der Ursprung der Margenegalisierung findet sich in Baseler Papieren bzw. im europäischen Aufsichtsrecht. Allerdings findet sich in den EBA GL 2015/08 außer der Verpflichtung zur Verwendung einer risikolosen Zinskurve[8] noch kein direkter Hinweis auf die Möglichkeit, mit Innenzinssätzen zu rechnen. Erstmals explizit erwähnt wird dies im BCBS 368. Dort heißt es wörtlich: „Banks have the choice of whether to deduct commercial margins and other spread components from the notional repricing cash flows, using a prudent and transparent methodology[9]”. Zudem ...

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